77+ Tipps für Notnahrung aus der Natur (Sommer & Winter)

Notnahrung aus Wald und Natur

Mit dieser Liste findest du nahrhafte und energiereiche Notnahrung in der Natur. Reichlich Nahrung aus Wald und Wildnis im Sommer wie im Winter.

Lerne, essbare Nüsse, Samen, Wildpflanzen und Wildkräuter sofort zu erkennen. Erfahre, wie du Notnahrung erkennen, ernten und essen bzw. zubereiten kannst.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Was bedeutet Notnahung?
  2. Sommer wie Winter Notnahrung in Wald & Natur finden
  3. Pflanzliche Notnahrung aus Wald und Wildnis
  4. Nahrhafte Nüsse und Samen
  5. Wildgemüse und Wurzeln
  6. Früchte, Beeren und Blüten
  7. Wildkräuter, Wildsalate, Gewürzpflanzen
  8. Bäume und ihre essbaren Bestandteile
  9. Essbare exotische Pflanzen und Früchte
  10. Essbare Pilze finden
  11. Pflanzliche Notnahrung durch Genießbarkeitstest bestimmen
  12. Tierische Notnahrung aus Wald, Natur, Wildnis
  13. Zusammenfassung

Was bedeutet Notnahrung?

Als Notnahrung kann alles Essbare bezeichnet werden, das dich in einer Notsituation vor dem Hungertod bewahrt. Es handelt sich also um Nahrungsmittel oder auf irgendeine Weise essbare Dinge, die den Magen erst einmal füllen. Diese Notnahrungsmittel sind bestenfalls nahrhaft und reich an wertvollen Inhaltsstoffen (Proteine, Vitamine, Mineralstoffe, Kohlenhydrate).

Das große Los hast du gezogen, wenn das Notessen sogar noch schmeckt.

Im Krieg und während Hungersnöten sollen Menschen schon ihre Schuhsohlen oder sogar andere Artgenossen verspeist haben. Essen ist überlebenswichtig für den menschlichen Organismus und ist es nicht vorhanden, so treiben dich deine verborgensten Instinkte dazu, alles zu tun, um dem Organismus Nahrung zuzuführen.

Notnahrung zu Hause oder in Natur, Wald & Wildnis

Im Zuge ziviler Krisenvorsorge werden Notvorräte an Lebensmitteln eingelagert. Hierbei geht es darum, auf mögliche Engpässe durch Folgen von Krisensituationen wie Blackouts, Pandemien oder Unwetter bestmöglich vorbereitet zu sein.

Menschen, die sich vorbereiten und Notvorräte anlegen, werden in diesem Zusammenhang auch als Prepper bezeichnet.

Du möchtest die richtigen Mengen an Notvorräten für dich und deine Familie berechnen? Dann wirf einen Blick auf den Vorratskalkulator und berechne notwendige Vorräte an Notnahrung. Benötigte Trinkwassermengen kannst du in wenigen Klicks über den Trinkwasser Online Rechner bestimmen.

Zu Hause hast du alle Möglichkeiten, um dich und deine Familie für autarkes Überleben über einen gewissen Zeitraum vorzubereiten. Gerätst du jedoch in der Natur, im Wald, in der Wildnis in eine Notsituation, kannst du nicht schnell nach Hause in den Vorratskeller laufen, um dich mit dem Nötigsten zu versorgen. Dann ist es gut, wenn du Notnahrung aus der Natur kennst und/oder bestimmen kannst.

Welche Notnahrung du in Natur findest oder wie du sie bestimmst und aufbereitest, erfährst du gleich im Anschluss.

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Sommer wie Winter Notnahrung in Wald & Natur finden

Welche Nahrung bzw. Notnahrung du in der Natur finden kannst, hängt immer von Standort, klimatischen Bedingungen und geografischer Lage ab. In deutschen Wäldern findest du andere essbare Pflanzen als in Südeuropa. Du kannst davon ausgehen, dass du vielerorts mindestens Reste oder einzelne essbare Pflanzenbestandteile einer Pflanze die Frühling und Sommer geerntet werden kann, auch im Winter findest.

Die Verwendung dieses Ratgebers geschieht wie immer auf eigene Verantwortung. Bist du dir bei einer Pflanze nicht hundertprozentig sicher, ob sie essbar ist oder nicht, dann lass die Finger davon!

Wenn du Notnahrung Frühling, Sommer, Herbst und Winter in der Natur finden möchtest, dann fange damit an, dich mit essbaren Pflanzen und essbaren Bäumen auseinanderzusetzen.

Es gibt nur wenige einjährige Pflanzen, die über den Winter komplett absterben, um im nächsten Jahr vom Keim auf neu zu erwachsen.

Weißt du, dass alle Bestandteile einer Pflanze essbar sind, dann gilt das für jede Jahreszeit.

Gute Beispiele hierfür sind die Brennnessel, der Brombeerstrauch oder der Himbeerstrauch. Brombeersträucher wie Brennnesseln kannst du überall in Deutschland und in vielen Teilen Europas Sommer wie Winter finden.

Im Winter können von Brombeersträuchern keine Brombeeren mehr geerntet werden. Trotzdem sind immer noch vorhandene Blätter genießbar. Auch aus einer abgestorbenen Brennnessel kannst du im Winter noch die Brennnesselwurzel ausgraben, diese roh essen oder im Topf kochen.

Pflanzliche Notnahrung aus Wald und Wildnis

Der Wald spendet Schutz und Nahrung für Mensch und Tier. Du kannst dir aus Moosen eine isolierende Bodenschicht und aus Stämmen, Rinden, Zweigen, Ästen, Nadeln, Blättern ein Shelter bauen.

Viele Nadelbäume sind essbar und auch Beeren, Pilze oder Wildpflanzen können den Speiseplan aufpeppen.

Ganz abgesehen von den Wildtieren, die du jedoch nicht jagen darfst, außer du bist Jäger mit entsprechender Befugnis.

In einer Notsituation hast du jedoch andere Präferenzen. Hier geht es zuerst ums nackte Überleben. Selbst wenn du keine Jagderlaubnis besitzt, wirst du in so einem Moment selbst zum Jäger. Und wenn es nur auf essbare Insekten oder Kleintiere durch das Aufstellen von Fallen ist.

Nahrhafte Nüsse und Samen

Nüsse und Samen gelten neben den stärkehaltigen Wurzeln als besonders nahrhafte Energiespender. Deshalb stehen sie an oberster Stelle dieser Liste.

Eicheln

  • Erntezeit: Herbst (können aber auch im Winter noch auf dem Boden gefunden werden)
  • Vorkommen: Europaweit, weltweit
  • Verzehr: Nach Wässerung und Entzug der Gerbstoffe
  • Essbare Pflanzenbestandteile: Eicheln
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Eicheln sind ein Notfall-Powerfood, das du im Herbst überall in Europa finden kannst.

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Was viele Menschen heute nicht mehr wissen: Es existieren hunderte verschiedene Eichelsorten. Alle Eicheln sind essbar.

Findest du in einer Notsituation Eicheln, dann stecke dir die Taschen damit voll. Du hast ausgesorgt mit Proteinen, Kohlenhydraten und ungesättigten Fettsäuren.

Mit 390 kcal auf 100 g Eicheln kannst du mit zwei Händen voller Eicheln bereits die Hälfte deines täglichen Energiebedarfs decken (bei einem gemäßigten Energieverbrauch).

Es sind zwar alle Eichelsorten essbar, jedoch nicht alle gleich genießbar. Grund hierfür sind die unterschiedlich hohen Anteile an Gerbsäuren (Tanine). Diese sind zwar nicht lebensgefährlich, können dir jedoch im Übermaß auf den Magen schlagen.

Wurde die Gerbsäure einmal ausgespült, kannst du die Eicheln entweder so essen oder weiterverarbeiten zu Eichelmehl, Eichelbrot, Eichelzwieback, Eichelkuchen, Eichelkaffee, Eichelnsnacks.

So befreist du die Eicheln von der Gerbsäure:

  1. Sammle möglichst reife und wurmfreie Eicheln.
  2. Schäle die Eicheln und zerkleinere sie.
  3. Gib die zerkleinerten Eicheln in einen Topf mit lauwarmem Wasser.
  4. Wechsel das Wasser so oft, bis es klar bleibt (ausgespülte Gerbsäure färbt das Wasser braun).

Esskastanien / Maronen

  • Erntezeit: Herbst (können aber auch im Winter noch auf dem Boden gefunden werden)
  • Vorkommen: Europaweit, weltweit
  • Verzehr: Roh, geröstet oder gekocht
  • Essbare Pflanzenbestandteile: Esskastanien / Maronen
  • Erkennungsmerkmale: Fruchthülle bedeckt durch dichte Nadelstacheln, herzförmige Kastanien

Auch die Esskastanien gehören zu en Nüssen. Eine andere Bezeichnung für die Esskastanie ist Marone. Maronen oder Esskastanien sind reich an Kohlenhydraten und Proteinen. Sie haben einen hohen Anteil an Stärke, der sich beim Rösten in Zucker verwandelt. Deshalb erhalten Esskastanien nach dem Röstvorgang ihren typischen süßen Geschmack.

Prinzipiell können Esskastanien auch roh gegessen werden. Roh solltest du jedoch nur einige wenige Kastanien essen, da sie geröstet oder gekocht verträglicher sind.

Es besteht eine geringe Verwechslungsgefahr mit der giftigen Rosskastanie. Beim genaueren Hinsehen lassen sich Zweifel aber schnell ausschließen. Nur die Fruchthülle der Esskastanie hat die typischen Nadelstacheln. Auch beim Hineinbeißen wird der Unterschied schnell klar. Esskastanien schmecken süßlich, während Rosskastanien aufgrund der enthaltenen Gerbstoffe bitter schmecken.

Esskastanien, Maronen
Esskastanien lassen sich durch ihren typischen Stachelmantel von den giftigen Rosskastanien unterscheiden.

Walnüsse

  • Erntezeit: Herbst
  • Vorkommen: Europaweit, weltweit
  • Verzehr: Roh oder geröstet
  • Essbare Pflanzenbestandteile: Geschälte Walnüsse

Walnüsse wachsen weltweit. Aufgrund verschiedener klimatischer Bedingungen kann die Erntezeit daher variieren. In Deutschland sind Walnüsse im Herbst erntereif. In südlicheren Regionen können sie auch im Sommer oder sogar im Frühjahr geerntet werden (Chile).

Es wäre sicher Glückssache, wenn du in einer Notsituation auf einen Walnussbaum stoßen würdest. Sollte das jedoch geschehen, dann musst du ihn unterscheiden können. Walnüsse sind reich an Proteinen und ungesättigten Fettsäuren und gelten als Superfood.

Walnüsse in der Natur ernten
Walnüsse sollten nicht direkt vom Baum geerntet werden, da sie dort noch zu grün sind. Lese stattdessen reife Walnüsse vom Boden auf.

Haselnüsse

  • Erntezeit: Herbst
  • Vorkommen: Europaweit, weltweit
  • Verzehr: Roh oder geröstet
  • Essbare Pflanzenbestandteile: Haselnüsse

In Deutschland gehören Haselnusssträucher zum natürlichen Bewuchs von Waldrändern. Du kannst sie deutschlandweit überall finden. Das gerade gewachsene Haselnussholz eignet sich hervorragend als Bauholz für Shelter oder auch als Feuerbohrer.

Die essbaren Haselnüsse können ab Ende Sommer und im Herbst geerntet werden. Sie sind reich an Proteinen und anderen Inhaltsstoffen.

Um gedeihen zu können, benötigen Haselnusssträucher ein kühleres und feuchteres Klima. In südlicheren Regionen sind sie deshalb kaum zu finden.

Bucheckern

  • Erntezeit: Herbst
  • Vorkommen: Deutschland, Europa
  • Verzehr: Roh oder geröstet
  • Essbare Pflanzenbestandteile: Bucheckern

Buchen gehören zu Deutschland wie die deutsche Eiche. Es gibt ganze Buchenwälder. In Notzeiten waren Bucheckern als Notnahrung bekannt genau wie Eicheln und andere wild wachsende gehaltvolle Pflanzen.

Heute ist von manchen Seiten zu hören, dass Bucheckern nur in kleineren Mengen verzehrt werden sollten, da sie das Gift Fagin, ein Blausäure-Glykosid, sowie Oxalsäure enthalten. Kinder können beim Essen von zu vielen rohen Bucheckern Magenbeschwerden bekommen.

In einer Notsituation sind Bucheckern jedoch ein willkommenes Nahrungsmittel. Sie sind reich an Proteinen, ungesättigten Fettsäuren, Eisen, Zink, Calcium, Vitamin C und Vitamin B6.

Immer, wenn du die Möglichkeit hierfür hast, koche die Bucheckern, da sie so verträglicher werden.

Wilder Hafer und anderes Wildgetreide

  • Erntezeit: Spätsommer
  • Vorkommen: Europaweit, weltweit
  • Verzehr: Zermahlen, aufgequollen
  • Essbare Pflanzenbestandteile: Getreidekörner

Oft lassen sich in der Natur wilder Hafer und andere Wildgetreide finden. Die Ernte der kleinen Getreidekörner ist zwar mühselig, dafür wirst du mit reichen Inhaltsstoffen belohnt. Im Notfall kannst du solange auf den harten Körnern kauen, bis du sie zwischen den Zähnen zermahlen hast.

Besteht die Gelegenheit, dann koche sie am Lagerfeuer in etwas Wasser gemeinsam mit anderen Funden aus der Natur zu einem Eintopf oder Brei. Auf diese Weise wird Wildgetreide noch besser bekömmlich.

Wildgetreide, Wilder Hafer
Wildgetreide wie Wilder Hafer lässt sich oft an Waldrändern und Wegesrändern finden.

Wildgemüse und Wurzeln

Brennnessel

  • Erntezeit: Ganzjährig (Blütezeit: Sommer / Samenreife: Herbst)
  • Vorkommen: Europaweit, weltweit
  • Verzehr: Roh oder zubereitet
  • Essbare Pflanzenbestandteile: Blätter, Samen, Stängel, Wurzeln

Die Brennnessel ist eine Superpflanze. Seit Jahrtausenden wird sie als Nahrungspflanze genutzt. Die heilenden Wirkungen der Brennnessel sind spätestens seit der Antike bekannt. Die Verwendungsmöglichkeiten der Brennnessel sind vielfältig.

Brennnessel ein Superfood aus der Natur
Brennnesseln sind reich an Nährstoffen und eignen sich ideal als Notnahrung Sommer wie Winter.

Die Brennnessel essen:

Besonders reich an Proteinen, Mineralien und ungesättigten Fettsäuren sind die Brennnesselsamen. Diese können roh oder auf vielerlei Weise weiterverarbeitet genossen werden. So als geröstete Brennnesselsamen, an Müslis oder Eintöpfen.

Lecker und ebenfalls reich an Proteinen und auch Vitaminen sind die Brennnesselblätter. Besonders lecker und weniger stachelig sind die jungen Blätter. Sie schmecken roh, als Brennnesselspinat, Brennnesselsalat, Brennnesselchips oder gekocht in Brennnesselsuppe.

Brennnesseltee:

Brennnesseltee enthält alle wichtigen Inhaltsstoffe der Brennnessel in konzentrierter Form. Soll die Brennnessel als Heilpflanze ihre Wirkung entfalten (Anregung des Appetits, entwässernde Wirkung, etc.), kann das Aufbrühen eines Tees die beste Alternative sein.

Lesetipp: 30 Verwendungen der Brennnessel

Löwenzahn

  • Erntezeit: Ganzjährig (Blütezeit im Frühjahr)
  • Vorkommen: Europaweit, weltweit
  • Verzehr: Roh oder zubereitet
  • Essbare Pflanzenbestandteile: Blätter, Blüten, Wurzeln
  • Erkennungsmerkmale: Gezackte Blätter, milchiger Pflanzensaft in allen Pflanzenbestandteilen, hohler Blütenstiel

Auch der Löwenzahn ist eine echte Survivalpflanze. Er gehört zur Pflanzengattung der Korbblütler und es existieren über 2300 Löwenzahn-Arten.

Blütezeit des Löwenzahns ist im Frühjahr. Jedoch kann der Löwenzahn das ganze Jahr über als essbare Pflanze geerntet werden. Selbst im Winter könntest du die Wurzeln ausgraben und als Notnahrung verwenden.

Größere Pflanzenblätter wie auch die Wurzeln sind meist sehr bitter.

Die Wurzeln enthalten die meisten Nährstoffe, sind jedoch besonders bitter. Um sie genießbarer zu machen, röste sie im Feuer. Dadurch wird Stärke in Zucker verwandelt, was den Wurzeln trotz ihrer Bitterkeit eine süßliche Note verleiht. Sie schmecken dann ähnlich wie (bittere) Süßkartoffeln.

Löwenzahn als Notnahrung:

  • Blätter und Blüten roh oder an Salaten essen.
  • Wurzeln, Blüten und Blätter in Wildeintöpfen verkochen.
  • Wurzeln rösten, um sie zu essen.
  • Die Wurzeln zerkleinern und rösten, um sie als Kaffeeersatz zum Aufbrühen von Survival-Kaffee zu verwenden.
Löwenzahn ernten und essen
Blätter vom Löwenzahn können das ganze Jahr über geerntet werden. Im Winter ist das Ausgraben von Löwenzahn-Wurzeln als Notnahrung möglich.

Wilde Möhre

  • Erntezeit: Das ganze Jahr über
  • Vorkommen: Europaweit, weltweit
  • Verzehr: Roh oder zubereitet
  • Essbare Pflanzenbestandteile: Wilde Möhre ist komplett essbar
  • Erkennungsmerkmale: Typisches Möhrengrün, Schwarze Mohrenblüte, Hüllblätter unter der Blüte, starker Möhrengeruch

Auch wenn die wilde Möhre das ganze Jahr über gegessen werden kann, so verholzen die Wurzeln nach der Blütezeit ab Juni. Die nahrhaften Wurzeln der Wilden Möhre sind also vor allem im Frühjahr genießbar.

Problem bei der Ernte ist, dass die Wilde Möhre im Frühjahr noch nicht ihr typischstes Erkennungsmerkmal, die Blüte mit der mittigen Mohrenblüte, ausgebildet hat.

Einmal geerntet kannst die Möhrenwurzel roh essen, rösten oder an Wildeintöpfen weiterverarbeiten.

Da die Wilde Möhre zu den Doldenblütlern gehört, von denen es viele giftige Vertreter gibt, musst du sie sehr genau unterscheiden können, um eine Verwechslung auszuschließen.

Mehr über die eindeutigen Unterscheidungsmerkmale der Wilden Möhre lernst du im Wilde Möhre Steckbrief.

Wilde Möhre essen
Typischstes Unterscheidungsmerkmal der Wilden Möhre ist die schwarze Mohrenblüte.

Wilder grüner Spargel

  • Erntezeit: Frühjahr
  • Vorkommen: Mittelmeerraum, aber auch in Deutschland und anderen Teilen Europas
  • Verzehr: Roh oder zubereitet in der Pfanne
  • Essbare Pflanzenbestandteile: Grüne Spargelsprossen
  • Erkennungsmerkmale: Spargel in seiner typischen Form wächst in der Spargelpflanze

Wilder grüner Spargel ist ein sehr leckeres Gourmet-Wildgemüse, das du vor allem im Mittelmeerraum aber auch in Deutschland finden kannst. Erntezeit ist Frühjahr, wenn die jungen Spargelsprossen unter der dornigen Spargelpflanze emporwachsen.

Spargelsuchen ist ähnlich wie Pilzesuchen. Erfahrene Spargelsucher kehren mit vollen Körben von ihrer Spargeljagd zurück. Wer kein geübtes Auge besitzt, kann die zarten Spargelspitzen leicht übersehen.

Ringelblume

  • Erntezeit: Blütezeit Juni bis Oktober, können ganzjährig geerntet werden
  • Vorkommen: Europaweit, weltweit
  • Verzehr: Roh oder an Salaten
  • Essbare Pflanzenbestandteile: Blätter, Blüten und Wurzeln
  • Erkennungsmerkmale: Korbblüten, vierkantiger Stängel, Blätter und Stängel sind behaart, Blütenfarbe zwischen gelb, orange oder rötlich, Pfahlwurzel

Ringelblumen sind als Heilpflanzen bekannt. Vor allem die Blüten der Ringelblumen werden verwendet für die Herstellung von Tees, Tinkturen und Extrakten. Inhaltsstoffe der Ringelblumenblüten sollen gegen Ekzeme, Entzündungen und Bluthochdruck wirken.

Neben ihren heilenden Wirkungen kann die Ringelblume auch als Salatpflanze punkten. Blätter und Blüten können roh oder an Salaten gegessen werden.

Ringelblume ernten und essen
Ringelblumen haben heilende Wirkungen und können roh oder an Salaten gegessen werden.

Schilf, Bambus und Rohrkolben

  • Erntezeit: Ganzjährig
  • Vorkommen: Europaweit, weltweit
  • Verzehr: Blätter und Triebe roh, Wurzeln gut abgekocht
  • Essbare Pflanzenbestandteile: Blätter, junge Triebe, Wurzeln

Rohkolben sind spätestens seit Rüdiger Nehberg als essbare Survivalpflanzen bekannt. Jedoch sind Rohrkolben immer seltener in der Natur zu finden. Und es wäre schon ein Glückstreffer, in einer Notsituation genau an einem Feld mit Rohrkolben zu landen. Was du jedoch an sehr vielen Bachufern oder Seeufern entdecken kannst, ist Schilf.

Die jungen Triebe und auch die Blätter eignen sich als Notnahrung. Auch die Schilfwurzeln sind essbar und reich an Stärke. Jedoch filtern sie auch den ganzen Dreck an Uferrändern. Deshalb solltest du Schilfwurzeln vor dem Genuss immer ordentlich reinigen und abkochen.

Schilf ist eine essbare Pflanze und eignet sich Sommer wie Winter als Notnahrung
Schilf gehört zu den essbaren Pflanzen. Schilfwurzeln sind jedoch aufgrund des Wasserkontakts mit Vorsicht zu genießen.

Wasserlinsen / Entengrütze

  • Erntezeit: Ganzjährig (auch im Winter, wenn der Tümpel nicht vereist ist)
  • Vorkommen: Deutschland, Europa, weltweit
  • Verzehr: Von Grobteilen gereinigt und gut abgekocht
  • Essbare Pflanzenbestandteile: Blätter über der Wasseroberfläche und Wurzeln unter der Wasseroberfläche

Wasserlinsen werden umgangssprachlich auch als Entengrütze bezeichnet. Entengrütze findest du an Waldseen, Seen, stehenden Abschnitten von Bächen und Tümpeln. Wasserlinsen sind leicht zu erkennen, da sie das Gewässer meist flächendeckend bewachsen.

Was Wasserlinsen als Notnahrung so wertvoll macht, sind ihre Inhaltsstoffe. Wasserlinsen sind reich an Proteinen, Kohlenhydraten und Mineralstoffen.

Besonders häufig wächst Entengrütze auf stehenden Gewässern wie kleinen Tümpeln, die sich an schattigen Plätzen befinden. Solche Tümpel findest du z.B. in Wäldern oder in Waldnähe.

Entengrütze solltest du niemals roh essen, da sie durch das stehende Gewässer durch Bakterien und Parasiten verunreinigt sein kann. Auch andere Tiere wie Wildenten, welche die Entengrütze gerne essen, können Exkremente im Teich zurückgelassen haben.

Ein weiterer Grund, weshalb du die Wasserlinsen vor dem Verzehr abkochen solltest, sind kleine Nadeln, die sich in den Pflanzenzellen befinden und die erst durch das Abkochen neutralisiert werden.

Wurden die Wasserlinsen abgekocht, sind sie geschmacklich neutral. Du kannst sie entweder gekocht wie Spinat essen oder mit anderen Wildpflanzen in Form eines Wildeintopfes zubereiten.

Wasserlinsen als Notnahrung essen
Wasserlinsen (Entengrütze) können abgekocht als nahrhafte Notnahrung dienen.

Früchte, Beeren und Blüten

Hagebutte

  • Erntezeit: Abhängig vom Standort Sommer, Herbst oder Winter
  • Vorkommen: Europaweit, weltweit
  • Verzehr: Roh oder zubereitet an Tees oder Speisen
  • Essbare Pflanzenbestandteile: Roter Fruchtmantel

Die roten Fruchtmäntel von Hagebutten sollen mehr Vitamin C beinhalten als Orangen oder Zitronen. Sie schmecken lecker und Hagebuttensträucher sind an vielen Stellen in der Natur zu finden.

Die Erntezeit kann abhängig von Standort und klimatischen Bedingungen stark variieren. Auch kannst du an manchen Hagebuttensträuchern sogar im Winter und bei Schnee noch vereinzelte Hagebutten finden. Ein genaueres Hinsehen lohnt sich also zu jeder Jahreszeit.

Hagebutte als Notnahrung aus der Natur
Hagebutten sind reich an Vitamin C und lassen sich stellenweise das ganze Jahr über finden.

Weißdorn

  • Erntezeit: Herbst
  • Vorkommen: Europaweit, weltweit
  • Verzehr: Roh oder weiterverarbeitet zu Mehl, Gelee
  • Essbare Pflanzenbestandteile: Früchte ohne Kern
  • Erkennungsmerkmale: Rundliche Kernfrucht an typischen Sträuchern

Von Weitem kann Hagebutte und Weißdorn leicht verwechselt werden. Erst bei näherem Hinsehen werden die deutlichen Unterschiede sichtbar. Strauch und Blätter sehen verschieden aus und auch die Früchte unterscheiden sich. Weißdorn ist rundlicher und hat als Kernfrucht nur einen großen Kern.

In früheren Krisenzeiten sollen Menschen Mehl aus Weißdorn hergestellt haben, um daraus Notbrot zu backen. Heute wird Weißdorn vor allem zu Marmelade oder Gelee weiterverarbeitet.

Als Notnahrung kannst du Weißdorn roh von der Pflanze essen. Die Blätter des Weißdorn wurden früher auch als Teeersatz oder Tabakersatz verwendet. Die zermahlenen Kerner können als Kaffeeersatz dienen.

Weißdorn als Notnahrung ernten und essen
Weißdorn ist vielseitig verwendbar und nicht nur als Notnahrung geeignet. Früchte und auch Blätter können genutzt werden.

Holunder

  • Erntezeit: Holunderblüten Ende Frühjahr, Holunderbeeren im Herbst
  • Vorkommen: Europaweit, weltweit
  • Verzehr: Blüten in Tee und die Beeren gekocht zu Marmelade
  • Essbare Pflanzenbestandteile: Blüten und gekochte Beeren

Holunderbeeren sollten niemals roh gegessen werden. Sie enthalten sogenannte cyanogene Glykoside. Hierbei handelt es sich um ein Pflanzengift, das zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen kann.

Die Blüten vom Holunder haben ein besonderes Aroma und können roh oder getrocknet als Tee aufgebrüht werden. Holundertee werden verschiedene Wirkungen nachgesagt und er wird verwendet gegen Fieber, Husten und Schnupfen.

Die Beeren solltest du niemals roh essen. Um sie essen zu können, erhitze sie auf über 80 Grad. Am besten verkochst du sie. Bei roten Holunderbeeren solltest du nach dem Kochen zusätzlich die Kerne aussieben, da diese weiterhin Pfanzengift enthalten können. Ansonsten sind so weiterverarbeitete Holunderbeeren essbar.

Essbare Teile vom Holunder sind Blüten und Beeren
Holunderbeeren sind essbar, müssen aber vor dem Verzehr gekocht werden.

Berberitze

  • Erntezeit: Herbst
  • Vorkommen: Europa, weltweit
  • Verzehr: Roh oder weiterverarbeitet
  • Essbare Pflanzenbestandteile: Beeren
  • Erkennungsmerkmale: Längliche kernlose Beeren in der Farbgebung rot bis lila, wachsen an dornigen Sträuchern

Berberitze haben bereits unsere Vorfahren in der Steinzeit gegessen. Sie soll in Eintöpfen gemeinsam mit Brennnesseln und Wildgetreide gekocht worden sein. Im Iran und anderen östlichen Ländern ist die Berberitze auch heute noch als leckere Beere bekannt. Dort wird sie roh oder getrocknet gegessen.

Momentan befindet sich die Berberitze auch in Europa und Deutschland wieder auf dem Siegeszug. Vor allem als getrocknete Früchte kannst du sie in Reformhäusern und Onlineshops finden.

Der Geschmack der Berberitze ist säuerlich und angenehm erfrischend. Berberitzen sind reich an Kohlenhydraten und Pflanzenprotein.

Berberitze ernten und essen
Berberitzen schmecken säuerlich und angenehm erfrischend.

Vogelbeere

  • Erntezeit: Ende Sommer bis Spätherbst
  • Vorkommen: Europaweit, weltweit
  • Verzehr: Gekocht
  • Essbare Pflanzenbestandteile: Vogelbeeren
  • Erkennungsmerkmale: Orangene bis rote Früchte der Eberesche (Sorbus aucuparia)

Als Kinder machten wir immer einen großen Bogen um die Vogelbeeren der Eberesche. Es hieß, die orangenen bis roten Beeren seien giftig. Wahrscheinlich hielt sich früher dieser Glaube, weil sie roh nicht gerade genießbar scheinen.

Vogelbeeren enthalten den Bitterstoff Parasorbinsäure. Dieser kann bei übermäßigem Verzehr zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen. Um Vogelbeeren sicher verzehren zu können, solltest du sie ähnlich zubereiten wie Holunderbeeren. Durch Kochen verwandelt sich der Bitterstoff in verträgliche Sorbinsäure. Gekocht schmecken die Vogelbeeren süß und können weiterverarbeitet werden zu Fruchtmus, Marmelade oder Gelee.

Vogelbeeren sind nicht giftig, sie sind gekocht  essbar
Vogelbeeren werden essbar, wenn du sie kochst.

Schlehe

  • Erntezeit: November und Dezember
  • Vorkommen: Europa, weltweit
  • Verzehr: Roh in kleinen Mengen, ansonsten gekocht
  • Essbare Pflanzenbestandteile: Schlehen Beeren (Wildpflaumen)

Schlehen werden im Volksmund auch als Wildpflaumen bezeichnet. Von Weitem sehen Strauch und Früchte der Berberitze ähnlich. Bei näherem Hinsehen wird klar, dass Schlehen eine runde Form besitzen und einen Kern haben.

Roh verzehrt haben Schlehen einen bitteren Geschmack, der von enthaltenen Bitterstoffen rührt.

Schlehen gehören zu den Kernfrüchten. In den Kernern ist das Blausäureglykosid Amygdalin enthalten. Dieses wird nach dem Verzehr im menschlichen Körper zu Blausäure umgewandelt. Die Kerner solltest du also nicht mit essen.

Wenn du die Schlehe kochst, verschwinden die Bitterstoffe und sie wird angenehmer im Geschmack.

Brombeeren

  • Erntezeit: Sommer, Herbst
  • Vorkommen: Europaweit, weltweit
  • Verzehr: Roh
  • Essbare Pflanzenbestandteile: Brombeere und Brombeerblätter

Was Brombeersträucher für Survivalisten, Bushcrafter und andere Naturliebhaber so interessant macht, sind ihre vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten. Brombeeren sind lecker. Außerdem wachsen Brombeersträucher an vielen Stellen in der Natur wie Unkraut. Kommst du an Brombeersträuchern vorbei, ist ein Snack immer gewiss.

Auch falls keine Brombeeren am Strauch wachsen, kannst du die Brombeerblätter essen, denn auch diese sind essbar.

Neben den kulinarischen Vorteilen haben Brombeersträucher auch als Naturmaterial einiges zu bieten. Aus den Brombeerranken lassen sich leicht stabile Seile herstellen.

Brombeeren als Notnahrung aus der Natur
Brombeeren sind lecker. Auch die Blätter des Brombeerstrauchs können gegessen werden.

Wilde Weintrauben

  • Erntezeit: Sommer, Herbst
  • Vorkommen: Europa und weltweit
  • Verzehr: Roh
  • Essbare Pflanzenbestandteile: Weintrauben und Weinblätter

Wilde Weintrauben sind keine eigenständige Pflanzengattung. Vielmehr handelt es sich um Weintrauben, die an verwilderten Weinreben wachsen. Wilde Weinreben können entweder durch Verwilderung gepflanzter Reben entstehen oder durch die Verteilung von Weinsamen durch Tiere, Bäche, Wind.

Entdeckst du auf der Suche nach Notnahrung eine wild wachsende Weinrebe, sind nicht nur die Weintrauben von Interesse. Auch außerhalb der Erntezeit kannst du Nahrung aus der Weinrebe gewinnen, denn Weinblätter sind essbar. Du kannst sie roh essen, kochen, anbraten oder nutzen, um andere Nahrungsmittel darin einzurollen. Sehr lecker sind auch eingelegte Weinblätter.

Maulbeeren und Maulbeerblätter

  • Erntezeit: Sommer
  • Vorkommen: In wärmeren Gebieten Deutschlands, Europas, Asien
  • Verzehr: Roh
  • Essbare Pflanzenbestandteile: Maulbeeren und Maulbeerblätter

Maulbeeren sind extrem lecker, jedoch auch extrem selten. Sie wachsen am Maulbeerbaum und dieser gedeiht am liebsten in wärmeren Regionen. In Deutschland kannst du Maulbeerbäume in Weinanbaugebieten finden.

Es gibt rote, weiße und schwarze Maulbeeren, wobei die schwarzen Früchte am häufigsten sind. Angebaut wurden und werden Maulbeerbäume vor allem wegen der Blätter. Die Maulbeerblätter dienten und dienen auch heute noch Seidenraupen als Nahrung. Sie haben einen hohen Anteil an Pflanzenproteinen.

Mehr hierzu:

Maulbeerbaum mit Maulbeerblättern und Maulbeeren
Vom Maulbeerbaum kannst du Früchte (Maulbeeren) sowie die Blätter (Maulbeerblätter) essen.

Wilder Hopfen

  • Erntezeit: Spätsommer bis Herbst
  • Vorkommen: Deutschland, Europa
  • Verzehr: Roh oder zubereitet
  • Essbare Pflanzenbestandteile: Hopfenblüten, Hopfensprossen
  • Erkennungsmerkmale: Rankenpflanze, dreigezackte Blätter, herabhängende Blüten

Sprossen und Blüten von Echtem Hopfen und Wildem Hopfen können roh oder zubereitet gegessen werden. Sie haben einen nussigen Geschmack.

Erntezeit ist Ende August bis Herbst. Die Zubereitung ist meist ähnlich wie die Zubereitung von Spargel. Hopfensprossen oder auch Hopfenblüten werden blanchiert und anschließend in einer Pfanne kurz angebraten.

In früheren Notzeiten war es durchaus gängig, dass Menschen Hopfen als Wildgemüse verwendeten. Später wurde er dann als Arme-Leute-Essen verschrien. Momentan kommt Hopfen als wildes Gemüse wieder in Mode.

Hopfen nicht giftig sondern essbar
Hopfen ist nicht giftig. Hopfensprossen und Hopfenblüten kannst du roh oder zubereitet als Wildgemüse essen.

Wildkräuter, Wildsalate, Gewürzpflanzen

Sauerampfer

  • Erntezeit: Frühling und Sommer
  • Vorkommen: Europaweit, weltweit
  • Verzehr: Roh oder an Wildsalaten
  • Essbare Pflanzenbestandteile: Blätter (besonders die jungen Blätter)

Für Kinder vom Lande war Sauerampfer stets ein gelungener Snack zwischendurch. Er lässt sich in der Natur leicht unterscheiden. Sauerampfer schmeckt säuerlich und ist in kleinen Portionen gut verträglich.

Die Betonung liegt auf „kleine Portionen“, denn im Übermaß kann Sauerampfer zu Übelkeit führen. Grund hierfür ist die enthaltene Oxalsäure, die vor allem in ausgewachsenen und in den roten Blättern stärker vorhanden ist. Vom Sauerampfer sollten deshalb immer nur die jungen Blätter geerntet werden.

Sauerampfer als Notnahrung ernten und essen
Vom Sauerampfer sollten nur die jungen Blätter gegessen werden.

Spitzwegerich und Breitwegerich

  • Erntezeit: Sommer und Herbst
  • Vorkommen: Deutschland, Europa
  • Verzehr: Roh oder zubereitet
  • Essbare Pflanzenbestandteile: Komplette Pflanze
  • Erkennungsmerkmale: Längs geriffelte Blätter, hohe Blütenstängel

Spitzwegerich und Breitwegerich gehören zu weit verbreiteten essbaren Pflanzen in Deutschland und auch in anderen Teilen Europas. Breitwegerich oder Spitzwegerich wächst an Wegen, Waldrändern, auf Wiesen und Brachflächen. Beide Pflanzen haben ähnliche Inhaltsstoffe und können auf gleiche Weise gegessen werden. Blätter oder Stängel kannst du roh essen. Die Stängel lassen sich außerdem wie Spargel zubereiten. Der Wegerich kann also als Wildsalat oder auch als Wildgemüse Verwendung finden. Auch die Samen sind essbar und dazu ziemlich lecker.

Als Heilpflanze sind Spitzwegerich und Breitwegerich vor allem wegen ihrer entzündungshemmenden und heilenden Wirkungen bekannt.

Breitwegerich ernten und essen als Notnahrung
Lange Zeit als Unkraut verschrien sind Breitwegerich und Spitzwegerich Heilpflanzen, die sich auch gut im Wildsalat machen.

Brunnenkresse

  • Erntezeit: Abhängig vom Erntestandort Frühjahr oder ganzjährig
  • Vorkommen: Deutschland, Europa
  • Verzehr: Roh oder an Wildsalaten
  • Essbare Pflanzenbestandteile: Brunnenkresse als ganze Pflanze
  • Erkennungsmerkmale: Kleine Wasserpflanze mit rundlichen Blättern und intensivem Kressegeruch und Kressegeschmack

Brunnenkresse wächst in fließenden Gewässern und ist ein Indikator für Sauberkeit oder Verschmutzung des Wassers. Triffst du an einem Bach auf Brunnenkresse, kannst du das Wasser mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit auch als Trinkwasser genießen. Filtern solltest du es sicherheitshalber zwar trotzdem, jedoch ist das Wasser nicht stark verschmutzt. Denn in stark verschmutzten Gewässern wächst keine Brunnenkresse.

Findest du Brunnenkresse, wirst du sie sofort als solche erkennen. Mache einen Geruchstest, indem du ein Blatt zwischen den Fingern zerreibst und probiere ein Stück. Schmeckt es nach Kresse, hast du ziemlich sicher Brunnenkresse gefunden. Intensiver Geruch und Geschmack stammen übrigens von den in der Pflanze enthaltenen Senfölen und ätherischen Ölen. Alle Inhaltsstoffe zusammengenommen wirken antibakteriell, blutreinigend, harntreibend und schleimlösend.

Brunnenkresse ernten und essen
Brunnenkresse ist gesund und lecker und wächst nur an sauberen Gewässern.

Kapuzinerkresse

  • Erntezeit: Frühjahr, Sommer und Herbst
  • Vorkommen: Deutschland, Europa, Südamerika
  • Verzehr: Roh oder an Salaten
  • Essbare Pflanzenbestandteile: Blätter, Blüten
  • Erkennungsmerkmale: Wassernahe Rankenpflanze mit großen Blättern und bunten Blüten, typischer Geruch und Geschmack nach Kresse

Aufgrund der leuchtend bunten Blüten kannst du Kapuzinerkresse bereits aus der Entfernung entdecken. Weil die rankende Pflanze wie ein Teppich wächst, hebt sie sich besonders deutlich von ihrer Umgebung ab.

Kapuzinerkresse ist in Deutschland und Europa weit verbreitet. Du findest sie an schattigen und feuchten Stellen wie neben Bachläufen oder auch an trockenen Bachufern. Essbar sind Blätter, Blüten, Knospen und Samen. Die Knospen sind besonders lecker. Du kannst sie roh essen oder wie Kapern einlegen.

Kapuzinerkresse ernten und essen
Kapuzinerkresse findest du nicht nur in Gärten. Auch wild in der Natur kann Kapuzinerkresse geerntet werden.

Vogelmiere

  • Erntezeit: Ganzjährig
  • Vorkommen: Deutschland, Europa
  • Verzehr: Roh, gekocht, gedünstet
  • Essbare Pflanzenbestandteile: Blätter und Stängel

Die Vogelmiere macht ihrem Namen alle Ehre. Denn sie wird tatsächlich mit Vorliebe von Vögeln gegessen. Auch für Menschen kann Vogelmiere als Notnahrung oder essbares Wildkraut dienen.

Sollen auch die Stängel mitgegessen werden, ist es ratsam, diese in kleine Stücken zu schneiden. Enthaltene Fäden in den Stängeln bleiben beim Kauen sonst leicht in den Zähnen hängen.

Vogelmiere ist nicht giftig. Jedoch besteht eine gewisse Verwechslungsgefahr mit anderen Mieren wie mit dem Acker-Gauchheil. Dieser kann nach dem Verzehr in höherer Dosierung giftig wirken.

Hast du Vogelmiere eindeutig unterschieden, kannst du sie entweder roh essen oder du bereitest sie zu. So kann Vogelmiere Wildsalate, Wildeintöpfe, Suppen und Schmorgerichte noch nahrhafter machen und zugleich verfeinern.

Disteln

  • Erntezeit: Ganzjährig
  • Vorkommen: Weltweit
  • Verzehr: Roh oder weiterverarbeitet
  • Essbare Pflanzenbestandteile: Blätter, Knospen, Stängel

Viele in Europa verbreitete Disteln wie Kratzdistel, Mariendistel oder Benediktendistel sind essbar. In Schottland gilt die Distel sogar als Nationalpflanze. Sie hielt Feinde auf dem Schlachtfeld fern und in Notzeiten bietet sie Nahrung. Um Disteln essen zu können, müssen zuerst die Stacheln entfernt werden. Junge und zarte Distelblätter haben keine oder wenig Stacheln und können roh gegessen werden.

Vor der Blüte gelten Distelknospen als nahrhaft. Nach der Blüte verholzt der Stängel und Blüten und Blätter sind mit Stacheln bewachsen.

Disteln als Notnahrung
Disteln können als Notnahrung dienen.

Gänseblümchen

  • Erntezeit: Frühjahr bis Herbst
  • Vorkommen: Deutschland, Europa
  • Verzehr: Roh oder an Salaten
  • Essbare Pflanzenbestandteile: Blüten, Blätter, Stängel

Gänseblümchen eignen sich nicht für den täglichen Wildsalat. Denn sie sollten nur in geringen Mengen gegessen werden, da sie in zu großen Mengen giftig sind. Isst du zu viele Gänseblümchen, kannst du dir den Magen versauen. Findest du in einer Notsituation ein Gänseblümchenfeld, darfst du jedoch einige davon als Notnahrung essen. Immerhin bekommst du so einen anderen Geschmack in den Mund und auch etwas in den Magen.

Prinzipiell solltest du tiefwachsende Wildkräuter wie Gänseblümchen vor dem Verzehr stets waschen oder weiterverarbeiten. Sie können mit Parasiten behaftet sein, da Wildtiere darüber gehen oder vielleicht sogar ihr Geschäft darüber erledigt haben.

Kamille

  • Erntezeit: Frühsommer bis Herbst
  • Vorkommen: Deutschland, Europa, weltweit
  • Verzehr: Roh oder gekocht
  • Essbare Pflanzenbestandteile: Blüten, Blätter, Knospen

Den Geschmack von Kamillentee verbinden viele mit Grippe, Schnupfen und anderen Krankheiten. Er wird bei Magenverstimmungen genommen und kann bei äußerlicher Anwendung zur schnelleren Heilung beitragen. Im Alltag trinken aus besagten Gründen wohl nur die wenigsten Kamillentee. Es soll natürlich auch Ausnahmen geben.

Kamille eignet sich nicht nur zur Zubereitung von Tees, Extrakten und Tinkturen. Die Kamille an sich ist essbar.

Bist du in einer Notsituation Outdoor auf Notnahrung aus der Natur angewiesen und findest Kamille, dann nimm sie mit. Kamillenblüten und Kamillenstängel sind essbar. Du kannst sie roh essen, an Wildsalate geben oder in Eintöpfen kochen.

Thymian

  • Erntezeit: Ganzjährig
  • Vorkommen: Südeuropa, Mittelmeergebiet
  • Verzehr: In Tees oder als Gewürz
  • Essbare Pflanzenbestandteile: Thymianblätter, Thymianblüten

In Südeuropa wächst Thymian wild in der Natur wie Brennnesseln in Nordeuropa. Die kleinen bodennahen Sträucher lassen sich gut unterscheiden. Im Zweifel hilft der Geruchstest. Reibe einige Blätter des Thymian zwischen den Fingern und du wirst schnell feststellen, ob es sich um Thymian handelt oder nicht. Als Nahrung sind die Blätter zu klein, aber sie können andere Speisen geschmacklich und mit Inhaltsstoffen aufwerten.

Triffst du in der Natur auf Thymian, stecke ein paar Zweige in die Tasche. Du kannst sie als Gewürz verwenden oder dir einen heilsamen Tee daraus aufbrühen. Thymian wirkt entzündungshemmend und wird traditionell angewendet bei Grippe, Erkältungen und Husten.

Rosmarin

  • Erntezeit: Ganzjährig
  • Vorkommen: Südeuropa, Mittelmeergebiet
  • Verzehr: Roh, an Speisen
  • Essbare Pflanzenbestandteile: Blätter

Auch Rosmarin kannst du im Mittelmeerraum an vielen Stellen in der Natur finden und ernten. Rosmarinsträucher lassen sich bereits gut von Weitem als solche erkennen.

Bei extremen Hunger ist es besser, auf einigen Rosmarinnadeln zu kauen, als nichts zum Kauen zu haben.

Manche Wanderer geben Rosmarin in ihre Trinkflasche, wodurch das enthaltene Wasser später nach Rosmarin schmeckt.

Du kannst Rosmarin nutzen, um andere Speisen zu würzen und aufzuwerten oder du brühst dir einen Tee damit auf.

Weitere Heilpflanzen und Gewürzpflanzen

Neben den aufgezählten Gewürzpflanzen existieren jede Menge weitere Pflanzen, die du als Gewürze oder zum Heilen und Aufbrühen von Tees verwenden kannst.

Einige Gewürzpflanzen und Heilpflanzen zu kennen, ist immer nützlich.

Sonstige Gewürzpflanzen, Heilpflanzen, nützliche Pflanzenteile im Schnellüberblick:

  • Beifuss
  • Rosenwurz
  • Baldrian
  • Zitronenmelisse
  • Liebstöckel
  • Schafgarbe
  • Lavendel
  • Safran (Krokus)
  • Weidenrinde
  • Wermutkraut
  • Aloe Vera
  • Arnika
  • Fenchel
  • Goldrute
  • Ingwer
  • Kampfer
  • Wacholder
  • Weißdorn
  • Rotklee
Gewürzpflanzen aus der Natur, Wermutkraut und Safran
Gewürzpflanzen aus der Natur. Links: Wermutkraut / Rechts: Safran

Bäume und ihre essbaren Bestandteile

Essbare Nadelbäume wie: Kiefern, Fichten, Tannen, Lärchen

  • Können gegessen werden: Sommer, Winter, ganzjährig
  • Essbare Pflanzenbestandteile: Nadeln, Samen
  • Vorkommen: Europaweit in Wäldern (abgesehen von Lärchen und manchen Tannenarten, die vor allem in Nordeuropa vorkommen)

Auch wenn die Fichte mittlerweile vom Aussterben bedroht ist, so findest du sie in den meisten deutschen Wäldern. Junge Fichtennadeln sind reich an Vitamin C. Sie können roh gegessen oder zu einer Infusion angegossen werden.

Kiefern sind quer durch Europa zu finden. Es existieren unzählige Kiefernarten. Alle jedoch haben essbare Bestandteile und vor allem gehören Kiefern zu den immergrünen Nadelbäumen, die Sommer wie Winter Nadeln tragen.

Von besonderem Interesse in Bezug auf Nährwerte und Geschmack sind Samen wie die Pinienkerne der Steinkiefer. Diese sind reich an Proteinen und Fetten.

Essbare Laubbäume

Zu den essbaren Laubbäumen zählen:*

  • Birke
  • Linde
  • Buche
  • Ahorn
  • Weide

Als essbare Bestandteile der aufgezählten Bäume gelten vor allem die jungen Blätter.

Essbare exotische Pflanzen und Früchte

Palmenfrüchte

  • Erntezeit: Sommer, Herbst
  • Vorkommen: Mittelmeergebiet, warme Länder, Karibik
  • Verzehr: Roh oder zubereitet
  • Essbare Pflanzenbestandteile: Palmenbeeren, Nüsse (Kokosnuss)

Wichtig: Die meisten Früchte von Palmen sind essbar. Früchte von den Palmenfarnen sind jedoch giftig. Kannst du nicht eindeutig Palmen von Palmenfarnen unterscheiden, dann lass die Finger davon.

Palmenfrüchte sind reich an Fetten und Kohlenhydraten. Sie liefern dir also (fast) alles, was du dir von einer Notnahrung wünschst.

Palmenbeeren als Notnahrung von der wild wachsenden Zwergpalme
Die reifen Palmenbeeren der wild wachsenden Zwergpalme schmecken auch roh angenehm. Sie sind süßlich und liefern dem Körper Kohlenhydrate.

Johannisbrot

  • Erntezeit: Spätsommer, Herbst, Winter
  • Vorkommen: Mittelmeerraum
  • Verzehr: Roh oder weiterverarbeitet
  • Essbare Pflanzenbestandteile: Schoten und Kerner

Ihren Namen sollen die Johannisbrotbäume von Johannes dem Täufer haben. Dieser soll angeblich nur mit einer Handvoll Johannisbrote die ganze Wüste durchwandert haben. Wundern würde es nicht, denn Johannisbrot vom Johannisbrotbaum gilt als echtes Powerfood.

Johannisbrot ist das Superfood des Mittelmeerraumes. Stößt du auf einen Johannisbrotbaum mit reifen Schoten, dann fülle dir die Taschen. Sie geben dir Kohlenhydrate, Proteine und Mineralien. Dabei schmecken sie angenehm süß und richtig gut.

Johannisbrot frisch vom Johannisbrotbaum geerntet
Frisch geerntetes Johannisbrot vom Johannisbrotbaum schmeckt süß und ist nahrhaft.

Auf die Kerner solltest du jedoch nicht beißen. Diese sind so hart, dass du dir die Zähne ausbeißen würdest. Wirf sie jedoch nicht weg. Hebe sie auf und koche sie wie Bohnen.

Wie du Johannisbrotkerne richtig zubereitest, erfährst du hier: Johannisbrotkerne essen

Die Schoten des Johannisbrotbaumes sind dann essbar, wenn sie sich braun gefärbt haben. Dann kannst du sie entweder direkt vom Baum essen oder du machst Mehl daraus, um Brot, Kuchen oder andere Backwaren herzustellen.

Baumerdbeeren vom Erdbeerbaum

  • Erntezeit: Spätsommer, Herbst, Winter
  • Vorkommen: Mittelmeerraum
  • Verzehr: Roh
  • Essbare Pflanzenbestandteile: Baumerdbeeren

Du dachtest bisher, dass du dich zum Erdbeerensuchen immer bücken musst? Falsch! Am Erdbeerbaum kannst du die Baumerdbeeren bequem im Stehen ernten. Erdbeerbäume findest du in Mischwäldern des Mittelmeerraumes oder auch als einzeln stehende Bäume auf freien Flächen.

In der Erntezeit ab Ende Sommer wirst du die Früchte nicht verfehlen. Baumerdbeeren leuchten wie Ampeln in den Farben gelb und rot. Sind sie rot, kannst du sie essen.

Lesetipp: Baumerdbeeren vom Erdbeerbaum essen

Es heißt, man sollte nicht zu viele Baumerdbeeren auf einmal essen, da sie einen gewissen Methanolanteil haben und man davon betrunken werden könne. Einige Handvoll darfst du jedoch gefahrlos genießen.

Baumerdbeeren am Erdbeerbaum
Baumerdbeeren am Erdbeerbaum.

Rosa Pfeffer

  • Erntezeit: Herbst
  • Vorkommen: Mittelmeerraum
  • Verzehr: Roh
  • Essbare Pflanzenbestandteile: Pfefferkörner mit Schale

Rosa Pfeffer wird häufig mit rotem Pfeffer gleichgesetzt. In Wahrheit handelt es sich bei Rosa Pfeffer jedoch um Falschen Pfeffer, da er nicht an einer echten Pfefferpflanze wächst. Trotzdem ist auch der falsche Rosa Pfeffer essbar. Was ihn als Notnahrung so interessant macht, sind die hohen Anteile an Kohlenhydraten, Ölen und Proteinen in der rosa bzw. roten Schale der Pfefferkörner.

Rosa Pfeffer, falscher Pfeffer
Die roten Samenschalen des Rosa Pfeffer schmecken süsslich und sind reich an Kohlenhydraten und Proteinen.

Essbare Pilze finden

Pilze eignen sich nur dann als Notnahrung, wenn du sie eindeutig als essbare Pilze bestimmen kannst. Auch haben Pilze nur wenige Nährwert. Deshalb ist eine Suche nach Pilzen aus Gründen des Findens von Nahrung aus der Natur nicht sinnvoll.

Hier solltest du dich besser auf wirklich nahrhafte Nahrung wie Nüsse, Samen, Wurzeln oder reichhaltige Pflanzen beschränken. Findest du jedoch durch Zufall essbare Pilze, darfst du sie natürlich mitnehmen und bekommst wenigstens etwas in den Magen.

Mit Ausnahme von Champignons, die du auch roh essen kannst, müssen alle anderen Pilze aus der Natur zuerst zubereitet werden. Du kannst sie in einer Pfanne braten oder in Eintöpfen kochen.

Eine andere Möglichkeit, Pilze essbar zu machen, ist sie zu trocknen. Trockene Pilze sind zudem sehr lange haltbar und du kannst sie einfach mitnehmen.

Einige essbare Pilze im Schnellüberblick:

  • Wiesenchampignon
  • Steinpilz
  • Birkenpilz
  • Eierschwammerl
  • Maronenröhrling
  • Gemeiner Hallimasch
  • Pfefferröhrling
  • Lärchenröhrling
  • Rotfußröhrling
  • Ziegenlippe
Essbare Pilze im Wald finden
Pilze sind zubereitet zwar lecker, haben jedoch keinen großen Nährwert.

Pflanzliche Notnahrung durch Genießbarkeitstest bestimmen

Ohne einige Vorkenntnisse zu essbaren Wildpflanzen, Giftpflanzen und Verwechslungsgefahren sollte der Genießbarkeitstest nicht vom Laien praktiziert werden. Er ist wortwörtlich mit Vorsicht zu genießen.

Der folgende Genießbarkeitstest entstammt militärischen Survivaltrainings und gehört auch heute noch bei vielen militärischen Wildnistrainings zur Grundausbildung.

Umsetzung des Genießbarkeitstest:

  1. Sieht die Pflanze auffällig aus? Bei auffallend leuchtenden Farben, lass die Finger davon.
  2. Steht die Pflanze als einzige grüne Pflanze ohne scheinbare Fressfeinde in der Natur, lass die Finger davon.
  3. Liegen tote Insekten oder andere tote Tiere in der Nähe, lasse sie links liegen.
  4. Mache einen Geruchstest. Verströmt die Pflanze einen unangenehmen Geruch, gehe weiter.
  5. Stecke ein kleines Stück der Pflanze in die Armbeuge. Bildet sich eine allergische Reaktion innerhalb der nächsten Stunden, vergiss die Pflanze.
  6. Halte die Zunge an ein Stück der Pflanze. Brennt sie oder schmeckt unangenehm, gehe weiter.
  7. Lege ein kleines Pflanzenstück unter die Zunge und lasse es dort für einige Minuten, um es wieder auszuspucken.
  8. Warte einige Stunden. Fühlst du dich gut, schlucke ein kleines Stück der Pflanze hinunter.
  9. Lasse wieder einige Stunden verstreichen. Fühlst du dich danach gut, schlucke ein größeres Stück herunter.
  10. Warte bis zum nächsten Tag. Hast du keine negativen Reaktionen festgestellt, kannst du nun ein größeres Stück der Pflanze essen.

Tierische Notnahrung aus Wald, Natur, Wildnis

Tierisches Eiweiß ist das wertvollste Eiweiß. Deshalb stehen Tiere seit der Steinzeit und früher ganz oben auf dem Speiseplan des Menschen. Naturgemäß sind wir Allesfresser, Jäger und Sammler. Heute jagen und sammeln wir unsere Nahrung jedoch vor allem in Supermärkten.

Ohne Jagdschein und entsprechende Befugnisse ist das Jagen und Fangen von Tieren verboten.

Du darfst weder auf Tiere im Wald schießen, noch darfst du Fallen bauen und aufstellen, um damit Tiere zu fangen.

In einer Überlebenssituation ist dir die Gesetzeslage jedoch erst einmal egal. Es geht ums nackte Überleben und in so einem Moment musst du dich entscheiden zwischen Gesetzestreue und Tod.

Überlebst du eine Notsituation und musstest dabei Dinge tun, die eigentlich nicht erlaubt sind, so musst du anschließend hierfür vor den zuständigen Instanzen gerade stehen. Wichtig ist aber erst einmal, dass du überhaupt überlebst.

Insekten, Würmer, Käfer essen

Insekten, Würmer, Käfer und anderes Kleingetier lässt sich einfach fangen. Abgesehen von Kleintieren die unter Artenschutz stehen, können die meisten Insekten und Würmer gegessen werden, ohne dass du mit dem Gesetz in Konflikt gerätst.

Insekten und Würmer sind reich an Proteinen. In Zeiten weltweiten Bevölkerungswachstums und immer mehr hungriger Mäuler, die ernährt werden wollen, entstehen Initiativen, um Insekten auch in der westlichen Welt als Nahrungsmittel zu integrieren. In China, Thailand und anderen Ostländern gelten Insekten schon lange als Delikatesse.

Tierische Notnahrung Grashüpfer
Grashüpfer und andere Insekten sind reich an Proteinen und können als tierische Notnahrung dienen.

Fische fangen

In den meisten Notsituationen Outdoor gehört die Suche nach Wasser und die Aufbereitung von Trinkwasser immer zu den obersten Prioritäten. Kommst du bei der Wassersuche an einen Fluss oder Teich mit Fischen, dann hast du mit etwas Fangglück auch in Sachen Notnahrung erst einmal ausgesorgt.

Fische können durch Angeln, Netze, Reusen oder Speere gefangen werden. In Bächen und Flüssen bietet sich der Fang mit Reuse oder Netz an.

Hast du viel Zeit und das entsprechende Material, kannst du ein Fangnetz selbst knüpfen. Noch schneller geht der Bau einer Reuse. So z.B. aus einer aufgeschnittenen PET-Flasche, in der du einen Köder platzierst.

PET-Flaschen sind leider an vielen Stellen in der Natur zu finden. Du kannst sie auch nutzen zur Seilgewinnung und für den Bau eines Fischspeeres.

Fischspeer selbst hergestellt aus Schilf
Selbst gebauter Fischspeer aus Schilf und einer PET-Flasche.

Jagen und Fangen von Säugetieren

Wenn du über das entsprechende Material und Know-How verfügst, kannst du dir Waffen für die Jagd selbst herstellen. Eine besonders einfach herzustellende Jagdwaffe ist der Speer. Mit etwas mehr Aufwand lassen sich auch Bogen und Pfeile herstellen.

Ein Stück Paracord reicht für den Bau einer Schleuder. Damit ein bewegliches Ziel aus der Distanz zu treffen, ist jedoch alles andere als einfach. Leichter ist es, wenn du einige Fallen baust, sie an verschiedenen Stellen im Wald platzierst und abwartest.

Das Bauen von Fallen kann die erfolgsversprechendste Möglichkeit darstellen, um zeitnah und effektiv an tierisches Eiweiß zu gelangen. Baue immer mehrere Fallen auf einmal, um die Fangchancen zu erhöhen. Die Fallen werden täglich kontrolliert, um unnötiges Leiden gefangener Tiere zu verhindern.

Fallen bauen für den fang tierischer Notnahrung
Fallen können sich eignen, um an tierische Notnahrung zu gelangen.

Zusammenfassung

Als Notnahrung werden Nahrungsmittel bezeichnet, die dich im Notfall mit lebenswichtigen Inhaltsstoffen und Energie versorgen. Zu Hause können wir zur Krisenvorsorge einen Notvorrat an Lebensmitteln anlegen. Gelangst du in der Natur unvermittelt in eine Notsituation, ist es gut, wenn du weißt, wie du Notnahrung direkt aus der Natur bekommst.

Bei der Suche nach Notnahrung aus der Natur wähle immer zuerst solche Nahrung, die den höchsten Nährwert verspricht wie Samen, Nüsse, Wurzeln oder besonders gehaltvolle Pflanzen. Um wenigstens etwas in den Magen zu bekommen, esse Snacks von essbaren Pflanzen, die du eindeutig als solche identifizierst. Im absoluten Notfall kann es notwendig werden, auch auf tierische Notnahrung zurückzugreifen.

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