Die Erdbeerbaum Früchte Madroños sind essbar: Rezepte & Verarbeitung

Madroño, Erdbeerbaum.

Letztes Update: Dezember 12th, 2018

Der Madroño ist rund um das Mittelmeer heimisch. Sein deutscher Name ist Erdbeerbaum. Die Früchte sind essbar und im deutschsprachigen Bereich unter den Begriffen Madroños, Meerkirsche, Hagapfel oder einfach nur Erdbeerbaum-Frucht bekannt.

Hier erfährst du mehr über den Erbeerbaum und seine etwas in Vergessenheit geratenen essbaren Früchte

Verbreitung und Anbaugebiet des Erdbeerbaum, Madroño

Der Erdbeerbaum ist rund um das Mittelmeer und hier vor allem in Südspanien und Marokko heimisch. Auch am Atlantik in Portugal sind Erdbeerbäume zu finden und ihre Verbreitung reicht hier sogar bis hinauf nach Irland.

In Zentralspanien, in Madrid, hat der Erdbeerbaum eine so große Bedeutung, dass er sogar im Stadtwappen abgebildet ist.

Auf dem Wappen ist ein Bär zu erkennen, der die Früchte an einem Erdbeerbaum frisst. Diese Abbildung des Erdbeerbaumes mit dem Bär (eigentlich eine Bärin) wurde auch in Form einer Statue umgesetzt, die mitten in Madrid im Osten der zentralen Plaza „Puerta del Sol“ bewundert werden kann.

In meiner Wahlheimat Andalusien gibt es sehr viele Madroños. Speziell in Málaga wachsen zahlreiche Madroños im Naturschutzgebiet der „Montes de Málaga“.

Rezepte, Verwendung und Verarbeitung der Früchte des Erdbeerbaumes „Madroños“

Seit Jahren kenne ich die Früchte des Erdbeerbaumes und habe auch schon zahlreiche Madroños verspeist. Komme ich bei Wanderungen an einem Erdbeerbaum mit reifen Früchten vorbei, dann verschwinden immer ein paar davon in meinem Magen.

So können Madroños genossen werden:

#1 Die Früchte roh essen

Sind die Madroños reif, dann können sie direkt vom Baum weg verspeist werden.

Es heißt, man soll nicht zu viel auf einmal davon essen, da die reifen Früchte einen nicht unbeträchtlichen Ethanol-Gehalt (Alkohol) aufweisen. So soll die sinngemäße Übersetzung für Madroño sogar lauten „nur eine/n essen“, da man, wenn man zu viele auf einmal verzehrt, sogar betrunken davon werden könne.

Ich habe selbst noch nichts vom Alkoholgehalt bemerkt, esse aber meist nicht mehr als eine Handvoll der Früchte auf einmal. Von der alkoholischen Wirkung der Früchte erfuhr ich auch erst im Zuge der Erstellung dieses Artikels. Auf den Aspekt des Alkoholgehalts werde ich in Zukunft mal genauer ein Auge haben und vielleicht bei Gelegenheit noch einmal darauf eingehen.

#2 Aguardente Medronho – portugiesischer Madroño-Schnaps

In Portugal werden die Madroños weiterverarbeitet zu Schnaps.

Hier kann der Madroño-Schnaps dann in den Bars unter dem Namen „Aguardente Medronho“ bestellt werden. Der Geschmack des Madroño-Schnaps ist fruchtig und selten. Wenn du in Lissabon oder in einem anderen Teil Portugals unterwegs bist, dann empfehle ich dir, hier unbedingt den Aguardente Medronho zu probieren.

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#3 Madroño-Marmelade

Früher als von den Familien noch viel selbst hergestellt und eingelagert wurde, da wurde alles aus der Natur verwertet, was eben verwertet werden konnte. So stellte man auch aus den reifen Früchten des Erdbeerbaumes leckere Marmelade her.

Heute ist die „Mermelada de Madroño“ nur noch sehr selten zu finden. In Supermärkten findet man sie überhaupt nicht. Wenn überhaupt, dann mit etwas Glück vor allem auf alternativen Lebensmittelmärkten.

Bist du selbst in der Nähe von Madroños, dann kannst du die Chance nutzen, die Früchte einsammeln und selbst Marmelade daraus zubereiten.


#3.1 Madroño Marmelade selber herstellen Rezept

Sammle reife Erdbeerbaumfrüchte. Ob die Madroños reif sind, erkennst du daran, dass sie rot bis dunkelrot aussehen. Auch Madroños mit helleren Rottönen können für die Marmelade verwendet werden.

Wasche die Madroños kurz ab. Gebe sie in einen Topf mit etwas Wasser und bringe die Madroños mit dem Wasser zum kochen.

Wenn die Madroños bereits weichgekocht sind, dann gebe einige Esslöffel Zucker hinzu.

Tipp: Nicht raffinierter Zucker mit einem hohen Melasseanteil verleiht der Madroño Marmelade einen besonders angenehmen Geschmack.

Verkoche Madroños, Wasser und Zucker solange, bis sich alles zu einer breiartigen Konsistenz zusammengekocht hat und das Wasser entwichen ist.

Fülle die heiße Madroño-Marmelade in ein sauberes Schraubglas und verschließe es. Stelle das Marmeladenglas zum abkühlen.

Madroño Marmelade.
Gewaschene Madroños mit etwas Wasser und einigen Esslöffeln Zucker zu Marmelade verkochen. Die bräunliche Färbung entsteht durch die Verwendung von braunem und nicht raffiniertem Zucker.
Madroño Marmelade herstellen.
Heiße Madroño Marmelade in Schraubgläser abfüllen.
Madrono Marmelade Rezept.
Guten Appetit!

#4 Verwendung der Blüten und Herstellung von Blütenhonig

Auf Sardinien finden sogar die Blüten des Erdbeerbaumes Verwendung. Hier wird ein Blütenhonig daraus hergestellt, der unter dem Namen „Amaro di Corbezzolo“ bekannt ist. Die Arbeit übernehmen hier die Bienen, die das natürliche Aroma der Erdbeerbaum-Blüten in den Honig bringen.

Im Gegensatz zur Marmelade ist der Erdbeerbaum-Honig auch in Online-Shops zu finden.

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Erntezeit: Wann sind die Früchte reif?

Die Erntezeit der Madroños ist Herbst bis Winter. Ob eine Frucht reif ist, erkennst du an ihrer Farbe und ihrer Konsistenz. Reife Früchte des Erdbeerbaumes sind dunkelrot und weich. Eben ähnlich wie richtige Erdbeeren.

Es heißt, dass die Madroños das beste Aroma aufweisen, wenn sie so reif sind, dass sie von selbst vom Baum gefallen sind. Hier musst du jedoch schnell sein. Denn reife Madroños haben nur eine sehr kurze Haltbarkeit und liegen sie einmal auf dem Boden, dann hast du nur wenig Zeit sie aufzusammeln, bevor sie vergammeln oder von Tieren gefressen werden.

An den Erdbeerbäumen hängen am Anfang der Reifezeit im September grüne, orangene und rote Früchte gemeinsam am Baum. Diese ersten roten Früchte sind dann bereits genießbar, jedoch gemäß meiner Erfahrung nicht so süß und geschmackvoll wie die späteren Früchte, die im Oktober und November heranwachsen. Aber das kann natürlich nur meine eigene Meinung sein.

Madroño, Erdbeerbaum Frucht.
Die Früchte des Erdbeerbaumes (Madroños) können geerntet werden, wenn sie dunkelrot und weich sind.

Geschmack: So schmecken Erdbeeren vom Baum

Du solltest deine Erwartungen nicht zu hoch ansetzen. Denn die Früchte sehen zwar sehr lecker und einladend aus, sind aber lange nicht so aromatisch wie richtige Erdbeeren, die auf dem Boden an einer Erdbeerpflanze wachsen. Eigentlich auch klar, denn die Früchte vom Erdbeerbaum haben mit den echten Erdbeeren nur den Namen gemein, wachsen aber an völlig unterschiedlichen Pflanzen.

Wenn die Madroños sich gerade erst rot gefärbt haben aber noch nicht ordentlich durchgereift sind, dann besitzen sie nur sehr wenig Geschmack. Zudem können sie trocken anmuten. Sie sind also nicht saftig, sondern eher mehlig. Nur wenn die Früchte richtig reif sind, dann ist ihr Geschmack auch am ausgeprägtesten.

Madroños
Madroños auf einem Markt in Marokko. In Marokko sind die Früchte des Erdbeerbaums während der Erntesaison auf Märkten häufiger zu finden als in Andalusien.

Nährwertangaben zu den Früchten

Zu den Nährwerten von Madroños findet man nur sehr wenig Hinweise. Da die Früchte vorrangig zu Schnaps weiterverarbeitet werden, selten zu Marmelade und nur wenig roh verzehrt, scheint hier das Interesse an den tatsächlichen Nährwerten gering.

Mal abgesehen von einigen Zigeunern, die die Madroños zur Erntezeit schwarz vor manchen andalusischen Märkten verkaufen, findet man die Früchte auch in keinem Obst- oder Gemüsestand.

Was die Madroños tatsächlich an Nährwerten enthalten wäre interessant zu wissen. Falls hier jemand mitliest, der Näheres darüber weiß oder zuverlässige Quellen mit entsprechenden Nährwertangaben zur Erdbeerbaum-Frucht kennt, der kann sich gerne bei uns melden. Wir freuen uns über entsprechendes Feedback mit weiterführenden Informationen.

Erkennungsmerkmale des Erdbeerbaumes

Beim Madroño handelt es sich um einen strauchähnlichen Baum, der eine Höhe zwischen drei bis fünf Meter erreichen kann. An manchen dichter bewachsenen Stellen in bewaldeten Gebieten findet man oft kleinere Büsche. Ich kenne aber auch einige Erdbeerbäume mit massiven Stämmen, die von ihrer Größe und Erscheinung im Weitesten Sinne einem Kirschbaum ähneln.

Ob es sich um einen Erdbeerbaum handelt, erkennst du vor allem an den kräftigen Blättern, die von ihrer Beschaffenheit den Blättern vom Lorbeerstrauch ähneln und natürlich an den unverwechselbaren Früchten.

Erdbeerbaum Vorkommen.
Der Erdbeerbaum ist rund um das Mittelmeer heimisch wie hier in den Montes de Málaga in Andalusien.

Fazit

Der Erdbeerbaum ist ein Baum mit einer langen Geschichte und Tradition. In Spanien hat er so einen hohen Stellenwert, dass er sogar im Stadtwappen von Madrid verewigt ist. Die Früchte heißen in Spanien Madroños und sehen von weitem aus wie Erdbeeren, die an einem Baum wachsen. Daher auch der Name Erdbeerbaum.

Die Früchte sehen aber nicht nur gut aus, sondern sie sind auch genießbar. Sie können roh verspeist oder weiterverarbeitet werden. Zu den bekanntesten Rezepten weiterverarbeiteter Madroños gehören der portugiesische Madroño-Schnaps und die Madroño-Marmelade.

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Mike Lippoldt

Über den Autor: Mike ist Gründer von ousuca. Nach zahlreichen Reisen wanderte Mike als Jugendlicher mit dem Fahrrad nach Spanien aus und erschuf sich hier von Null an eine neue Existenz. Über seine Abenteuer und den kalten Sprung in ein neues Leben schrieb er ein Buch.
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