Fallenbau und Fallenjagd: In 20 min. eine Tierfalle bauen

Tierfalle selbst gebaut

In der Fallenjagd und im Fallenbau solltest du als Survivalist mindestens die Grundlagen beherrschen. Hier erfährst du, was du bei der Jagd mit Fallen unbedingt beachten musst.

Außerdem lernst du, wie du schnell und unkompliziert deine erste effektive Tierfalle bauen kannst.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Ist die Fallenjagd erlaubt?
  2. Fallenjagd und Fallenbau für Survival
  3. 10 Grundlagen zur Fallenjagd
  4. Fallen funktionieren nicht selektiv
  5. Der geeignete Fallenplatz
  6. Platz nicht kontaminieren und Tarnung
  7. Wahl der richtigen Falle
  8. Werkzeuge und Materialien für den Fallenbau
  9. Bau einer einfachen Schlingenfalle
  10. Zusammenfassung

Ist die Fallenjagd erlaubt?

In vielen Ländern ist das Jagen mit Fallen verboten. In manchen südeuropäischen Ländern reicht es bereits, wenn du mit etwas Draht und verdächtig aussehenden Stöcken im Wald erwischt wirst und hast keine hundertprozentig wasserdichte Ausrede, was du mit dem Zeug im Wald willst.

Bist du so unvorsichtig (oder dämlich) und läufst mit einer zu Hause gebauten Falle durch den Wald, um sie dort aufzustellen, dann riskierst du eine richtig fette Strafe. Zu recht.

In Deutschland sind die Gesetze zur Fallenjagd und Fangjagd ausnahmsweise sogar milder als in den meisten anderen europäischen Ländern. Trotzdem ist das Fallenstellen hier ausschließlich Jägern oder anderen befugten Personen gestattet wie Wildhütern.

Letztere stellen Fallen für die Fangjagd, um Tiere in einem Gebiet lebend zu fangen, um sie dann entweder zu identifizieren oder/und in einer anderen Gegend wieder auszuwildern.

Beachte in Bezug auf die Gesetzeslage folgende Punkte:

  • Bist du kein Jäger oder eine in irgendeiner Art befugte Person, dann darfst du keine Fallen aufstellen und schon gar keine Tiere damit fangen oder töten (es sei denn, es handelt sich um Mäusefallen oder Rattenfallen auf deinem Grundstück).
  • Bist du Jäger oder eine befugte Person, dann kennst du auch die geltenden Bestimmungen und Gesetze zum Fallenbau, zum Aufstellen von Fallen und Fangen oder Töten von Tieren. Außerdem weißt du dann auch, welche Tiere du fangen bzw. töten darfst und welche nicht.
  • Um in Deutschland offiziell und gesetzestreu mit einer Falle jagen zu dürfen, brauchst du einen Fallenjagdschein.

Gemäß § 29 DVO LJG-NRW darf die Jagd mit Fanggeräten nur von Revierjägern, Jagdaufsehern oder von Personen ausgeübt werden, die an einem vom zuständigen Ministerium anerkannten Ausbildungslehrgang für Fangjagd teilgenommen haben.

Fallenjagd und Fallenbau für Survival

In diesem Ratgeber geht es um Fallenbau für Survival. Lebensbedrohliche Situationen also, in denen die Fallenjagd dein Überleben retten kann, weil du dadurch lebensnotwendiges Fleisch erhältst.

Für solch eine lebensbedrohende Situation kannst du dich nur vorbereiten, indem du Fallenbau und Fallenjagd zuvor in Theorie und Praxis übst.

Beim Üben werden keine lebenden Tiere in der Natur gestört oder getötet. Es geht nur darum, deine Skills in Sachen Fallenbau für Survival zu verbessern.

10 Grundlagen zur Fallenjagd im Schnellüberblick

Die folgenden Punkte solltest du dir genau merken:

  1. Keine fertig gebauten Fallen mit in die Natur nehmen, um sie dort aufzustellen (Gesetz).
  2. Verwende möglichst nur trockenes Holz zum Bauen und nie frisch geschnittenes (wegen Spannungsermüdung und Geruch).
  3. Versuche von Anfang an, Fallenplatz und Falle so wenig wie möglich zu kontaminieren.
  4. Baue immer mehrere Fallen und behalte ihre Plätze im Gedächtnis oder erstelle einen Lageplan.
  5. Markiere die Plätze der Fallen für dich sichtbar, so dass du sie nicht selbst aus Versehen auslöst. Außerdem kannst du markierte Fallen auch aus der Entfernung besser beobachten.
  6. Kontrolliere die Fallen mindestens einmal täglich (um die Flucht und das Leiden gefangener Tiere zu vermeiden).
  7. Befindet sich ein noch lebendes Tier in der Falle, beende sein Leben schnell und möglichst schmerzfrei (z.B. durch einen harten Schlag auf den Schädel).
  8. Bedenke, dass gefangene Tiere extrem bissig sein können und versuche sie niemals mit den bloßen Händen anzufassen (verwende Handschuhe oder töte sie aus sicherer Distanz).
  9. Baue alle Fallen wieder ab.
  10. Verlasse den Platz so, als ob du nie dort gewesen wärst.

Fallen funktionieren nicht selektiv

Trapper wissen, dass die meisten Fallen nicht selektiv funktionieren. Du kannst zwar für gleich große Tiere wie Eichhörnchen, Marder oder Kaninchen eine Falle bauen. Trotzdem ist es nie zu 100 % sicher, welches Tier gefangen wird (oder auch nicht).

Ausnahmen sind Fallen zwischen verschiedenen Tierarten wie Landtieren, Lufttieren oder Wassertieren. Zwischen diesen drei Tierkategorien wirkt die Art deiner Falle absolut selektiv. Mit einer Reuse in der Flussenge fängst du keine Vögel und mit der leichten Vogelfalle keine Füchse.

Die wichtigsten Tierkategorien für Fallenbau:

  • Landtiere
  • Lufttiere
  • Wassertiere

Unterscheide bei der Fallenjagd grundsätzlich zwischen den drei Tierkategorien Landtiere, Lufttiere und Wassertiere. Beachte beim Bauen der Falle für eine bestimmte Tierkategorie Größe, Gewicht und Nahrungsgewohnheiten des beabsichtigten Fangs.

Der geeignete Fallenplatz

Besonders gut geeignet für das Aufstellen von Fallen sind Wildwechsel mit natürlichen Engstellen, Plätze nahe Futterstellen, Tierpfade und Ausgänge (Fuchsbauten und Wohnbauten anderer Tiere).

An engen Stellen beachte zudem, aus welcher Richtung du das Tier erwartest. Beim Platzieren des Köders, des Fangmechanismus, Fallenauslösers oder der Auslegung der Fangschlinge ist das von Wichtigkeit.

Bei einfachen Fangschlingen kann die Laufrichtung des Tieres weniger wichtig sein, da du die Schlinge direkt an der engsten Stelle des Durchgangs platzierst und die Befestigung der Schlinge sich parallel zur Engstelle befindet.

Platz nicht kontaminieren und Tarnung

Manche Tiere in in Wildgebieten, die an Menschen gewöhnt sind, können sehr neugierig sein. So gibt es dort zahme bis aufdringliche Füchse, Eichhörnchen oder Wildschweine. Legst du hier einen Köder aus, kommen sie bis nah an dich heran und du kannst sie praktisch mit der Hand fangen.

Solche zahmen Wildtiere sind die Ausnahme. Die meisten wilden Tiere in Wäldern und anderen Naturgegenden sind menschenscheu und möchten nicht gestört werden. Um deine Fangchancen zu erhöhen, vermeide Kontamination des Fangplatzes durch Eigengeruch.

Das solltest du beachten:

  • Achte auf die Windrichtung und vermeide, dass dein Eigengeruch in die Richtung des erwarteten Beutetieres weht.
  • Rauche nicht am Fangplatz, hinterlasse keine Abfälle und spucke auch nicht in die Gegend.
  • Hast du Handschuhe, dann verwende sie. Wenn nicht, reibe deine Hände im Waldboden.
  • Versuche, das Aussehen des Fangplatzes so wenig wie möglich zu verändern. Tiere merken Veränderungen ganz genau und können scheu darauf reagieren.
  • Ist die Falle aufgestellt, tarne Falle und Fangplatz mit Materialien, die du vor Ort findest.

Wahl der richtigen Falle

Es gibt die krassesten Fallen. Du möchtest Tiere jedoch nicht mit deinen kreativen Baukünsten beeindrucken, sondern du möchtest sie fangen bzw. töten, um sie zu essen.

Je schneller du deine Falle aufbaust und etwas damit fängst, desto schneller bekommst du auch etwas in den Magen.

Wähle zwischen:

  • Lebendfalle
  • Totfalle
  • Schlingenfalle
  • Spannfallen
  • Korbfalle
  • Steinfalle
  • Grubenfalle

(Außerdem gibt es Fallen, die verschiedene Fallentypen miteinander kombinieren.)

Totschlagfalle für Kleintiere
Einfache Totschlagfalle mit einem schweren Stein und einem Stock mit Köder als Auslöser.

Du siehst, es gibt die verschiedensten Fallenarten und es ist unmöglich, alle zu kennen. Korbfallen sind recht umständlich in der Herstellung, da du zuerst einen Fangkorb bauen musst.

Grubenfallen sind effektiv für die Wildschweinjagd, jedoch musst du für den Bau ordentlich schuften. Und es ist auch nicht gesagt, dass ein Wildschwein deine Grube zum Hineinfallen auserwählt.

Sehr schnelle Erfolgschancen mit vergleichsweise wenig Aufwand kannst du mit Schlingenfallen erzielen. Deshalb zeige ich dir im Anschluss eine ganz besonderes einfache Schlingenfalle, die du noch heute ausprobieren kannst.

Werkzeuge und Materialien für den Fallenbau

Nützliche Werkzeuge für den Fallenbau sind alle Werkzeuge und Hilfsmittel, die du auch für Bushcraft und Survival verwendest. Hierzu zählen ein scharfes Messer, eine Säge und ein kleines Handbeil.

Für den Bau einer einfachen Schlingenfalle reicht ein scharfes Messer.

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(Zuletzt aktualisiert: Juni 2022. Um mehr zu sehen, Tabelle seitlich scrollen.)
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Für den Bau der Schlinge verwende Paracord, feine Angelsehne oder – mein Geheimtipp Zahnseide. Ja, du hast richtig gehört, Zahnseide.

Zahnseide ist ein echtes Multitalent. Du kannst dir damit nicht nur Essensreste aus den Zahnlücken holen, sondern auch Tiere fangen. Zahnseide ist extrem stabil und dabei platzsparend. Einziger Nachteil ist ihr oft starker Eigengeruch nach Minze oder anderen frischen Geruchsstoffen.

Weißt du schon vor dem Kauf, dass du Zahnseide auch zur Fallenjagd verwenden möchtest, dann kaufe geruchlose Zahnseide.

Hinsichtlich des Holzes beachte, vor allem trockenes Holz zu verwenden. Gerade bei Spannfallen verliert frisches Holz schnell an Elastizität, während getrocknetes Holz sie behält. Außerdem werden bei der Verwendung von trockenem Holz weniger Gerüche freigesetzt, da Frischholz einen starken Eigengeruch hat.

Bau einer einfachen Schlingenfalle

Das benötigst du für den Bau:

  • Etwa 1 bis 2 m Paracord, Angelsehne, Zahnseide, Draht oder Ähnliches
  • Biegsamen Ast
  • 2 Stöcke (bzw. Halterungen), die sich bereits am Platz der Schlinge befinden oder die du schnitzt und dort fest im Boden verankerst
  • Querstrebe, die zwischen den beiden Halterungen platziert wird, die geöffnete Schlinge hält und mittels Blocküttenkerben an den Halterungen eingehakt wird, die für diesen Zweck ebenfalls über Blockhüttenkerben verfügen
Aufbauanleitung für eine einfache Tierfalle mit einer Schlinge
Anleitung für den Aufbau einer einfachen Schlingenfalle.

So schnitzt du die Kerben:

Für das Schnitzen der beiden Blockhüttenkerben solltest du dir Zeit nehmen. Nur wenn die Kerben später ineinander passen, entscheidet sich, ob die Falle funktioniert oder nicht.

Wurden die Kerben nicht passgenau geschnitzt, hakt die Querstrebe entweder nicht ein und die Falle kann nicht gespannt werden. Oder aber die Querstrebe hakt ein, bleibt jedoch nicht in der Kerbe, da diese zu groß, zu rund oder an der falschen Stelle ist.

Lesetipp: Lies hierzu auch meine Anleitung zum Kerben schnitzen.

Zusammenfassung

Fallen bauen und Aufstellen ist in vielen Teilen Europas verboten. In Deutschland benötigst du hierfür einen Fallenjagdschein.

Hast du nicht an einem vom zuständigen Ministerium anerkannten Ausbildungslehrgang für die Fangjagd teilgenommen und besitzt keine Spezialerlaubnis zur Fallenjagd, ist diese für dich tabu.

Ohne Tiere dabei zu verletzen oder zu töten und unter Einhaltung aller rechtlichen Vorschriften ist das Bauen von Fallen auf deine eigene Verantwortung möglich. In einer Notsituation in der Wildnis kann dir dieses Wissen das Leben retten.

Fallenbau und Fallenjagd gehören zu den grundlegenden Skills, die du als Survivalist beherrschen solltest. Noch mehr darüber lernst du im Online Survivaltraining.

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