Was braucht man zum Zelten? – Detaillierte Checkliste

Was braucht man zum Zelten
(Last Updated On: 10. April 2017)

Endlich ist es soweit. Die Tage werden länger und die Nächte wärmer. Ein echter Camper wird jetzt langsam hibbelig. Es ruft die Natur, der See, der Strand, der Zeltplatz. Über den Winter war genug Zeit und man hat sich ein neues Zelt zugelegt. Aber was braucht man ausser dem Zelt eigentlich noch zum Zelten?

Dein Zelt, dein Haus

In Spanien und Südamerika ist der Spruch “mi casa tu casa” geläufig. Er bedeutet “mein Haus ist dein Haus” und man sagt ihn zu Gästen, die man zu Besuch hat oder zu Freunden, um ihnen somit zu symbolisieren, dass sie immer willkommen sind. Wen du in deinem Zelt empfängst oder ob du alleine oder in Begleitung zelten gehst, bleibt dir überlassen. Jedoch solltest du dir gewiss sein, dass für die Dauer deiner Campingreise dein Zelt auch dein Haus sein wird.

Welches Zelt ist das richtige?

Diese Frage kann man mit folgenden Überlegungen eingrenzen:

✅ Das Zelt muss wasserdicht sein: Eigentlich eine logische Konsequenz. Denn wenn es nicht wasserdicht wäre, dann würde es bei Regen im Zelt recht ungemütlich. Die Wasserdichtheit eines Zeltes wird mithilfe der Wassersäule bestimmt und angegeben. Wenn ein Zelt 2000 mm Wassersäule hat, dann gilt es als ausreichend wasserdicht. Die Wassersäule wird auf Zeltboden und Zeltplane gleichermassen angewandt. Das heisst, dass nicht nur die Zeltwände sondern auch der Zeltboden und wenn möglich sogar das Innenzelt die Wassersäule von 2000 mm angegeben haben sollten.

➡ Hier weitere Infos über die Wassersäule von Zelten erfahren

✅ Das Zelt soll sich leicht montieren und demontieren lassen: Ist man endlich im Urlaub auf dem Zeltplatz, dann will man seine Zeit nicht mit stundenlanger Fummelei beim Aufbau des Zeltes verplempern. Um den besten Einstieg mit einem neuen Zelt zu finden, empfiehlt es sich, bereits vor der Fahrt in den Urlaub das gute Stück probehalber einmal zuhause auf- und abzubauen. So weiss man später auf dem Zeltplatz sofort, wo man anpacken muss und ist schneller am See oder am Strand, weil man weniger Zeit in den Aufbau investieren muss. Glücklicherweise lassen sich die meisten modernen Zelte recht schnell montieren und demontieren. Selbst ein 8 Mann Zelt kann man heute innerhalb von weniger als 30 Minuten alleine aufbauen, wenn man das Zelt schon mehrere Male im Einsatz hatte und die Kniffe raushat.

✅ Die Zeltgrösse entspricht deinen Anforderungen: Wenn du survivalmässig allein durch den Wald robbst, dann tut es auch ein Tarp, Tarptent oder Biwakzelt. Fährst du mit deiner Freundin ans Mittelmeer, dann darf es auch etwas Anspruchsvolleres sein. Ich habe mal ein Pärchen kennengelernt, die waren zu zweit mit einem 8 Mann Zelt im zweiwöchigen Zeltaurlaub auf den Cies Inseln in Galizien unterwegs. Wirklich ein schönes Fleckchen mitten im Naturpark. Das Zelt verfügte über 2 grosse Schlafkammern und in der Mitte einen grossen Gang. Davor war noch ein Vorzelt aufgespannt. Es wirkte wie ein Palast neben unserem mickrigen Igluzelt. Sie hatten es sicher bequemer im inneren ihres Zeltes als wir. Ich hätte trotzdem keine Lust, zu zweit mit dem Achtmannzelt Zelten zu gehen. Aber das bleibt ja zum Glück jedem selbst überlassen. Wichtig ist nur, dass das Zelt deinen ganz persönlichen Anforderungen entspricht.

✅ Gute Verarbeitung: In Punkt 1 gingen wir bereits auf die notwendige Wasserdichtigkeit des Zeltstoffs ein. Aber selbst das wasserdichteste Material nützt nur wenig, wenn die Verarbeitung miserabel ist. Nicht nur die Materialien müssen Wasser draussen halten können, sondern auch die Nähte sollten ausreichend versiegelt sein, so dass auch hier keine Nässe ins Innere gelangen kann. Der Zeltboden soll nach Möglichkeit mit dem Zelt vernäht sein. Denn nur so ist garantiert, dass am Boden kriechendes Ungeziefer auch wirklich draußen bleibt. Und auch Regenwasser von unten hält ein vernähter Zeltboden zuverlässig ab. Sensible Stellen (Spann-, und Druckstellen) müssen extra verstärkt sein, so dass der Stoff auch bei Wind und Wetter nicht einreisst.


Was braucht man zum Zelten? – Zeltausrüstung und Zubehör

Ausrüstung zum draussen schlafen

Der richtige Schlafsack

Schlafsack und Isomatte gehören zur Grundausstattung auf dem Zeltplatz. Um das Schlafen draussen noch angenehmer zu gestalten, kann man sich zusätzlich für eine aufblasbare Schlafunterlage, weitere Decken oder Unterlagen entscheiden. Bei der Auswahl für die passenden Schlafutensilien sind geografische Lage des Zeltplatzes und Wetter ausschlaggebend. Denn es ist ein Unterschied, ob man in Andalusien oder in Norwegen zeltet. Für das Zelten im Sommer reicht ein dünner Sommerschlafsack. Wer bei kälteren Temperaturen die Nacht im Zelt verbringen möchte, der sollte sich für einen isolierten Winterschlafsack entscheiden. Wer selbst im Sommer leicht friert, für den ist ein 3 Saison Schlafsack die richtige Wahl.

Winterschlafsäcke sind heute nicht mehr solche gewichtigen Monster wie noch vor 20 Jahren. Der Carinthia Schlafsack Defence 4 z.B. schützt bis zu Aussentemperaturen von -36ºC. Dabei wiegt er gerade einmal 1,1 kg. Und er lässt sich auf ein minimales Packmass von 26 x 38 cm komprimieren. Das liegt an den modernen Materialien wie Shelltex, die zudem wasserdicht und atmungsaktiv sind. Und natürlich ist es auch der jahrelangen Erfahrung von Firmen wie Carinthia zu verdanken, die bekannt dafür sind, ihre Outdoor Produkte unter extremsten Bedingungen zu testen und ihre Erfahrungen auch aus dem Militärbereich zu beziehen.

➡ Hier den geeigneten Schlafsack zum Zelten finden

Die richtige Isomatte

Selbstaufblasbare Isomatten

Ich besitze seit Jahren eine aufblasbare Isomatte. Sie lässt sich gut komprimieren und wiegt auch nicht viel. In der Nacht schützt sie durch die Luftpolsterung gut gegen Kälte von unten. Selbstaufblasbare Isomatten haben aber auch Nachteile.

Vorteile 👍

  • Gut komprimierbar und platzsparend
  • Gute Isolierungseigenschaften durch Luftisolierung
  • Schnelles Aufrollen durch Selbstaufblasen

Nachteile 👎

  • Auch wenn “selbstaufblasend” draufsteht, muss man trotzdem immer noch etwas pusten, um die Matte vollständig mit Luft zu füllen
  • Manche Modelle verlieren Luft in der Nacht und müssen täglich neu aufgeblasen werden
  • Können durch spitze Steine oder Dornen Lecks bekommen / Diese können aber glücklicherweise geflickt werden

Aluminiumisomatten

Aluisomatten sind unschlagbar und die richtige Wahl für alle, die mit minimalem Gewicht und maximalem Isoliereffekt (Wärmedämmung) unterwegs sein wollen. Ich selbst reiste monatelang mit einer Alu Isomatte durch Europa und habe die guten Isoliereigenschaften am eigenen Leib erfahren. Allerdings taten mir auch an manchem Morgen die Knochen weh. Denn im Gegensatz zu Schaummatten sind Alumatten extrem dünn und wenn man mit ihnen auf dem blanken Boden schläft, dann merkt man jeden Stein und fühlt sich wie die Prinzessin auf der Erbse.

Vorteile 👍

  • Gute Isoliereigenschaften
  • Platzsparend und ultraleicht

Nachteile 👎

  • Hartes Liegen

Schaumisomatten

Schaumisomatten sind auch als Yogamatten bekannt. Sie sind äusserst bequem und die Besitzer solcher Matten erkennt man schon von weitem. Denn die Schaummatten hängen entweder zusammengerollt am Schlafsack oder werden unterm Arm getragen.

Vorteile 👍

  • Sehr bequemes Liegen
  • Gute Isolierungseigenschaften

Nachteile 👎

  • Können nicht komprimiert werden und sind platzintensiv und umständlich beim Transport

Draussen kochen: Outdoorküche

Nicht nur die Liebe, auch das Zelten geht durch den Magen. An der frischen Luft bewegt man sich mehr und bekommt den doppelten Hunger. Um Outdoor etwas ordentliches in den Magen zu bekommen, gibt es verschiedene Wege. Man kann im Restaurant auf dem Campingplatz dinieren, sich von gefriergetrockneter Fertignahrung und Dosenfutter ernähren oder man kocht selbst.

➡ Hier mehr über Notfallnahrung, gefriergetrocknete Notfallnahrung, Notverpflegung, Emergency Food, Langzeitnahrung erfahren

Eine Mischung aus allem ist wohl ein guter Mittelweg. Denn gefriergetrocknete Fertignahrung ist oftmals geschmack- und vor allem gehaltvoller als ihr Ruf. Und sie ist eine gute Alternative auf Ausflügen und Trekkingtouren, wo man leicht bepackt unterwegs sein möchte. Ein Kaffee und ein Frühstück oder ein deftiges Abendbrot im Zeltplatzrestaurant ist auch nicht zu verpönen. Und auch beim selber kochen in der Outdoorküche werden nicht nur leckere Gerichte frisch zubereitet, sondern es ist auch eine gute Möglichkeit, für gemütliches Zusammensein in Urlaubsatmosphäre. Und am Ende gibts sogar noch was Leckeres auf den Tisch.

Utensilien für die Outdoorküche

Was sollte man für das Kochen draussen dabeihaben?

Zur Grundausstattung jeder Outdoorküche gehören folgende Utensilien:

✅ Outdoor Kocher: Unter den Outdoor Kochern gibt es verschiedene Modelle. Man unterscheidet zwischen Campingkochern (Gaskocher), Spirituskochern und Hobokochern – transportable Brennöfen die mit allen möglichen brennbaren Materialien befeuert werden können, hauptsächlich natürlich Holz, weshalb man sie umgangssprachlich auch Holzöfen nennt.

Outdoorkocher existieren in sämtlichen Grössen. Wer allein oder mit Freundin oder Freund unterwegs ist, für den ist ein kleines und handliches Modell empfehlenswert. Es passt in jeden Rucksack und ist schnell montiert und demontiert. Für Familien und Ausflüge mit Freunden stehen Outdoorkocher mit mehreren Kochstellen zur Verfügung. Wer einen Campinggaskocher mit mehreren Kochstellen (meistens zwei) anstrebt, der sollte bedenken, dass er dafür auch eine grössere Gasflasche benötigt. Diese gibt es jedoch von den Anbietern oft beim Kauf gleich mit dazu. Wenn nicht, dann kann man sie im Onlinehandel einfach nachbestellen.

✅ Outdoor Kochgeschirr: Zum Outdoor Kochgeschirr gehören Teller, Tassen und Besteck ebenso dazu, wie Töpfe und Pfannen. Wer allein oder mit Freund oder Freundin unterwegs ist, für den empfiehlt sich ein kompaktes Campinggeschirr. Es besteht aus einem Topf, der mit einem Deckel verschlossen wird, der gleichzeitig als Pfanne dienen kann. Im Inneren des Topfes befinden sich eine oder zwei Tassen, Besteck und bei manchen Modellen zusätzlich noch leichte Teller aus Plaste oder leichtem Blech oder Aluminium.

✅ Outdoor Trinkflaschen: Gesundheitsunbedenkliche Outdoor Trinkflaschen aus Edelstahl haben in den letzten Jahren die althergebrachten Outdoor Aluflaschen in Sachen Beliebtheit abgehängt. Outdoorflaschen aus Edelstahl besitzen gegenüber den Aluflaschen zahlreiche Vorteile.

Vorteile 👍

  • Sind BPA- & phthalatfrei und beeinträchtigen somit nicht die Gesundheit
  • Besitzen eine breite Mundöffnung: Dadurch können sie mit Eiswürfeln gefüllt werden, lassen sie sich innen leichter reinigen und dank des brandsicheren Edelstahls können sie sogar zum Kochen über der Outdoorfeuerstelle benutzt werden
  • Viele Modelle sind mit doppelwandiger Vakuumisolierung ausgestattet und können so heisse Getränke bis zu 12 Stunden warm und kalte Getränke bis zu 24 Stunden kalt halten
  • Sie haben ein edles Design und sind auch im Alltag ein idealer Begleiter für die Aufbewahrung von Getränken

Nachteile 👎

  • Keine

Sonstiges: Bekleidung und Equipment

Auch im Sommer kann das Wetter beim Zelten wechselhaft werden. So ist man gut beraten, für alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Ist man am See oder Meer, sind neben den kurzen Sachen und den Badeutensilien trotz allem auch ein paar lange Hosen, Hoodys oder eine dünne Jacke immer mit dabei. Lange Hosen halten nicht nur warm in kühlen Sommernächten. Sie halten auch Moskitos fern, die vor allem abends am Zeltplatz ihr Unwesen treiben.

Wer im Gebirge zeltet und von hier aus Trekkingtouren unternehmen möchte, der muss andere Vorbereitungen treffen, als jemand, der zum Zelten ans Meer fährt. In den Bergen kann das Wetter von einen Moment auf den anderen umschlagen. Und wenn es im Tal sonnige 28ºC sind, dann kann die Temperatur abhängig der geografischen Lage auf 2000 M.ü.M. bereits 10 bis 20ºC weniger betragen. Wetterfeste Kleidung aus Softshell und Hardshell ist hier besonders nützlich. Auch bei den Schuhen gibt es für das Zelten in den Bergen andere Richtlinien als für den Campingplatz am See. Wasserdichte Trekkingschuhe gehören dann ebenso zur Ausrüstung wie wetterfeste und winddichte Kleidung.

 Hier geeignete Wanderschuhe finden

Geeigneter Sonnenschutz

Unter Sonnenschutz wird nicht nur Sonnenschutzmittel wie Sonnencreme oder Sonnenspray verstanden. Zum Sonnenschutz können auch dünne langärmelige oder langbeinige Kleidungsstücke gehören, die zwar luftig sind, den Körper aber ausreichend Schutz gegen direkte Sonneneinstrahlung bieten. Auch ein Sonnenhut oder ein Basecap gehören in besonders sonnigen Gegenden zur Grundausstattung beim Zelten.

Was braucht man zum Zelten, Sonnenschutz
Befindet sich der Zeltplatz am Meer, darf auch der entsprechende Sonnenschutz nicht fehlen.

Reiseapotheke

Bei der Frage “Was braucht man zum Zelten” sollte auch die Reiseapotheke berücksichtigt werden. In die Reiseapotheke oder Notfallapotheke gehört alles, was zur schnellen Verarztung nötig ist.

Folgendes Equipment gehört in die Reiseapotheke:

  • Individuelle, persönliche Medikamente
  • Verbandmaterial und Mull
  • Desinfektionsmittel für Wunden und Hände
  • Schere, Pinzette
  • Fieberthermometer
  • Schmerz- und Fiebermittel
  • Kohletabletten gegen Durchfall
  • Etwas zur Wasserdesinfektion für den Notfall (Micropurtabletten)
  • Medikament gegen Übelkeit
  • Schmerzmittel
  • Fiebersenkendes Mittel

Wer keine Lust hat, sich seine Reiseapotheke selbst zusammenzustellen, der kann auf eine bereits fertig gepackte Notfallapotheke zurückgreifen. Komplett ausgestattete Reiseapotheken gibt es entweder im Onlinehandel oder direkt in einer örtlichen Apothekenniederlassung. Man kann sich seine persönliche Reiseapotheke auch vom Hausarzt zusammenstellen lassen. Das ist besonders nützlich, wenn man eine Reise in weiter entfernte Gebiete plant, wo neben den Grundimpfungen auch andere Vorsichtsmaßnahmen anstehen. Ich liess mir z.B. vor einer Reise nach Indien meine Reiseapotheke von meiner Hausärztin zusammenstellen. Sie gab mir fehlende Impfungen und beriet mich sehr gut in allen Details. Einige Sachen wie Mullbinden und Medikamente gegen Durchfall schenkte sie mir sogar. Für den Rest erstellte sie mir eine Liste und ich holte die Sachen dann in einer Apotheke.


Den richtigen Zeltplatz finden

Im Anschluss noch ein paar weiterführende Links zu Seiten, die bei der Suche zum geeigneten Zeltplatz behilflich sein können.

Campingplätze und Zeltplätze in Deutschland und Europa:

Campingplätze weltweit:

Du bist einer von über 8.800 monatl. Lesern. Bleibe auf dem Laufenden mit dem kostenlosen Newsletter:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen