Draußen schlafen bei Kälte – Tipps gegen Kälte im Zelt, Schlafsack

Zelten bei Kälte, Tipps

Draußen schlafen im Winter? Draußen schlafen bei Kälte? Kein Problem! Mit der richtigen Isomatte, dem richtigen Schlafsack und einem Zelt oder Tarp kannst du selbst bei richtig kalten Außentemperaturen gemütlich im Freien übernachten.

TIPPS GEGEN KÄLTE IM ZELT

Schläfst du im Winter im Zelt oder unter dem Tarp?

Outdoorer die es gerne etwas bequemer möchten, schlafen im Trekkingzelt. Viele Bushcrafter und Survivor hingegen bevorzugen ein Tarp.

Um herauszufinden, welches Modell das richtige für dich ist, checken wir erst einmal die Vorteile und Nachteile von Trekkingzelten und Tarps.

Vorteile und Nachteile von Trekkingzelten

Vorteile

+ Können komplett und auf einfache Weise verschlossen werden

+ Leichter Aufbau

Nachteile

Starre und vorgegebene Form (nicht individuell anpassbar wie ein Tarp)

Gute Trekkingzelte sind nicht billig

Vorteile und Nachteile von Tarps

Vorteile

+ Individuell anpassbare Aufbauformen

+ Vergleichsweise sehr leichtgewichtig

Nachteile

Verlangt Phantasie und Einsatz beim Aufbau

Ohne Hilfsmittel (Schnüre, Äste, Zeltstöcke, etc.) nicht überall gleichermaßen aufbaubar

Spanne den Zelteingang entgegen der Windrichtung

Um Nachts vor Wind und Wetter geschützt zu sein, solltest du dein Zelt so stellen, dass der Eingang bzw. die offene Seite (bei Tarps) entgegengesetzt zur Windrichtung also zur Wetterrichtung liegt. So vermeidest du, dass kalter Wind, Schnee oder Regen ins Zelt gelangen kann.

Die Windrichtung lässt sich meist an der Wetterseite erkennen. Die Wetterseite ist die Seite, die bei Bäumen stets nass und bemoost oder im Winter mit einer Schnee oder Eiskruste überzogen ist.

Errichte einen zusätzlichen seitlichen Wetterschutz

Bei tiefem Schnee kannst du einen zusätzlichen seitlichen Wetterschutz einfach aus dem vorhandenen Schnee bauen. Hast du vor im Winter draußen zu schlafen und liegt Schnee, solltest du deshalb eine Schaufel mit zur Ausrüstung packen.

Liegt kein Schnee, dann nimm Äste, Laub und Baumrinden zur Hilfe und baue daraus einen seitlichen Schutz. Dieser Schutz hält das Gröbste ab und trägt dazu bei, dass dir deine Unterkunft auch bei miesem Wetter einen besseren Schutz gewährt.

Beginne mit dem Aufbau des Zelt bzw. deiner Unterkunft lange vor Sonnenuntergang

Warte mit dem Aufbau deines Zeltes nicht auf den letzten Moment kurz bevor der letzte Sonnenstrahl hinterm Horizont verschwindet.

Natürlich kannst du auch mithilfe einer Stirnklampe das Zelt aufbauen. Aber selbst im Schein der besten Stirnlampe können dir Unebenheiten im Boden entgehen, die dir schlaflose Nächte bereiten, wenn du dann einmal dein Zelt darauf errichtet hast.

Schutz von oben und unten: Zeltdach und Zeltunterlage

Für einen optimalen Schutz ist es wichtig, dass die Zeltplane straff und sicher gespannt ist. Die Leinen sitzen fest und die Heringe stecken sicher verkeilt im Boden.

Der Schutz von oben hält den Niederschlag ab und dich darunter trocken.

Genauso wichtig wie der Schutz von oben ist der Schutz gegen Nässe und Kälte von unten.

Besitzt du ein Trekkingzelt mit eingenähtem Boden, dann ist alles paletti und du musst dir keine weiteren Gedanken machen. Verfügt dein Zelt nicht über einen Boden oder nutzt du ein Tarp, dann musst du selbst für die Isolation gegen Bodennässe sorgen.

Verwendest du ein Tarp mit ausreichender Länge (mind. 3 x 3 m), dann kannst du einen Teil des Tarps über den Boden legen. Hast du ein Zelt ohne Boden, dann packe extra eine Bodenunterlage in die Ausrüstung.

Für Glamper: Nutze eine Zeltheizung

Ist dein Zelt groß genug und möchtest du es im Zelt auch bei winterlichen Außentemperaturen knackig warm haben, dann könnte eine geeignete Zeltheizung eine vielversprechende Lösung für dein Vorhaben darstellen.

TIPPS GEGEN KÄLTE IM SCHLAFSACK

Plane, Isomatte und ggf. weitere Unterlage gegen Nässe und Kälte von unten

Beim Schlafen auf dem Boden, was beim Zelten nun einmal der Fall ist, kommt die meiste Kälte von unten. Deshalb gilt es, hier besondere Maßnahmen zur Bodenisolierung zu treffen.

Die Bodenisolierung beim Zelten bei Kälte und Bodennässe sollte folgendermaßen aufgebaut sein:

  1. Wasserdichte Bodenplane
  2. Breite Campingmatte, Isoliermatte oder andere isolierende Plane
  3. Winterfeste Isomatte (bestenfalls Schaumstoffmatte oder Luftmatratze)

Luft hat gute Isoliereigenschaften. Somit eignen sich Luftmatratzen oder großflächige aufblasbare Isomatten besonders gut als Isomatten für das Zelten bei Kälte. Steht keine Luftmatte zur Verfügung, dann kann auch eine breite Schaummatte eine gute Alternative darstellen.

Ein für den Temperaturbereich geeigneter Schlafsack

Willst du im Winter zelten, dann brauchst du einen Winterschlafsack. Möchtest du diesen Spaß nicht nur einmal machen sondern öfters, dann lohnt sich die Anschaffung eines richtig hochwertigen Winterschlafsack wie z.B. eines Winterschlafsack der Outdoor-Marke Carinthia.

Auf was du bei der Auswahl deines Schlafsack achten musst und welches Modell für deine spezifischen Ansprüche am besten geeignet sein kann, erfährst du in unserem Schlafsack-Ratgeber für Winterschlafsäcke.

Schlafsack vor dem Schlafen aufschütteln

Damit ein Schlafsack seine volle Isolationswirkung entfalten kann, sollte er einige Zeit vor dem Schlafengehen geöffnet, aufgeschüttelt und dann geöffnet liegen gelassen werden. So können sich die Poren ausbreiten und Luft aufnehmen, die dann wiederum als Isolationspolster dient.

Bei sehr großer Kälte: Extradecke oder Plane über dem Schlafsack

Bei besonders kalten und/oder nassen Temperaturen in Verbindung mit einem mäßigen Schlafsack kann eine extra Plane oder eine extra Decke über dem Schlafsack zusätzlich isolieren.

Diese Technik ist jedoch mit Vorsicht zu genießen. Denn einfache Decken rutschen in der Nacht immer wieder vom Schlafsack herunter. Das merkst du aber immer erst in dem Augenblick, wenn du frierend aufwachst.

Planen die verknüpft werden können wie Militärplanen eignen sich deshalb hierfür besonders gut. Du legst die Plane unter den Schlafsack, schlüpfst hinein, legst die übrige Plane dann über den Schlafsack und verknüpfst die Enden. So liegst du wirklich sicher eingepackt und musst auch keine Sorgen haben, dass dir in der Nacht die Decke vom Schlafsack herunter rutscht.

Lange Unterwäsche oder Leggins und Longsleeve und Socken

Auch in den besten Winterschlafsäcken sollten lange Unterwäsche oder Leggins und Longsleeve sowie Socken getragen werden. Manche Hersteller weisen ausdrücklich darauf hin, dass der angegebene Temperaturbereich nur dann gilt, wenn mit langer Unterwäsche im Schlafsack geschlafen wird.

Für Übernachtungen bei kalten Temperaturen habe ich entweder eine Leggins dabei oder ich lege mich direkt in langen Hosen hinein. Dazu trage ich dann T-Shirt und Longsleeve sowie Socken. Falls es in der Nacht ja einmal zu warm wird, dann können Kleidungsstücke immer noch ausgezogen werden.

Mütze und Handschuhe

Mütze

Die Mütze bleibt beim Bewegen in der Nacht zwar fast nie auf dem Kopf, trotzdem kann sie wenigstens während der ersten Phase des Einschlafen dazu beitragen, den Kopf warm zu halten. Hast du einen hochwertigen Schlafsack und liegst bereits eine Weile drin, dann reicht die Kapuze, um den Kopfbereich warm zu halten.

Handschuhe

Ich selbst trage auch bei sehr kalten Temperaturen nie Handschuhe im Schlafsack. Es gibt allerdings Leute die darauf schwören. Wenigstens für die ersten kalten Minuten im Schlafsack können wärmende Handschuhe für manche Menschen sinnvoll sein.

Wärmflasche für extra Wärme

Eine Wärmflasche ist schnell improvisiert.

Du musst nicht extra eine Wärmflasche kaufen. Es reicht, wenn du deine Edelstahlflasche oder besser noch deine Edelstahl-Thermosflasche kurz vor dem Schlafengehen mit heißem Wasser auffüllst. Anschließend verschließt du die Flasche und steckst sie in einen Stoffbeutel.

Hast du keinen Stoffbeutel zur Hand, dann kannst du die heiße Flasche auch in ein T-Shirt wickeln. So verhinderst du, dass du dich an der heißen Flaschenwand verbrennst.

Zelten bei Kälte: Edelstahl Trinkflasche als Wärmflasche.
Aus einer Edelstahl Trinkflasche lässt sich leicht eine Wärmflasche improvisieren.

Alternative zum Schlafen auf dem Boden: Schlafen im Hammock

Möchtest du im Winter draußen schlafen und dir die Mühe des Freikratzen des Bodens vom Schnee und das Errichten einer effektiven Bodenisolation (durch Isomatten und andere Unterlagen) sparen, dann schlafe doch einfach im Hammock.

Auch im Winter können dich Hammocks warm und gemütlich in den Schlaf wiegen. Im Hammock schläfst du in sicherem Abstand zum kalten und nassen Boden und musst dir über Bodenisolation keine Gedanken mehr machen.

SONSTIGE TIPPS FÜR WARME NÄCHTE IM FREIEN

Wärme dich vor dem Schlafen im Zelt draußen am Lagerfeuer auf

Als es noch keine Fernsehapparate gab, schauten die Menschen stundenlang ins Flammenspiel des Lagerfeuers, bevor sie sich zum Schlafen legten.

Ein Feuer wärmt und das Beobachten der Flammen beruhigt. Wenn noch mehr Leute ums Feuer sitzen, dann ist es sogar noch besser. Denn dann können sich am Lagerfeuer gegenseitig Geschichten erzählt werden.

Hast du die Möglichkeit, ein Feuer zu entzünden, dann solltest du die Gelegenheit nutzen. Baue dein Zelt jedoch in ausreichender Entfernung zum Feuerplatz auf. Der kleinste Funken kann unverhältnismäßig große Löcher in die Zeltwand oder ins Tarp brennen. Außerdem solltest du die Vorschriften beachten, wenn du keinen Ärger bekommen willst. Entfache Feuer nur dort, wo es gestattet ist.

Lagerfeuer beim Zelten im Winter.
Wenn es draußen richtig knackig kalt ist, dann ist das Feuer ein willkommener Wärmespender.

WEITERFÜHRENDE INFOS

Alles zum Thema Wintercamping und Zelten im Winter erfährst du in unserem umfangreichen Wintercamping.Ratgeber.

Möchtest du im Winter nicht nur Zelten sondern eine echte Trekkingtour mit Übernachtung im Freien organisieren, dann checke hier unsere Wintertrekking Tipps für die richtige Ausrüstung im Winter.

Mike Lippoldt

Über den Autor: Mike ist Gründer von ousuca. Nach zahlreichen Reisen wanderte Mike als Jugendlicher mit dem Fahrrad nach Spanien aus und erschuf sich hier von Null an eine neue Existenz. Über seine Abenteuer und den kalten Sprung in ein neues Leben schrieb er ein Buch.

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