(Last Updated On: 3. September 2018)

Im Laufe der Jahre hatte ich so einige Tarps im Test. Oder besser: Im Dauertest. Durch viel und starken Gebrauch hat mein Lieblingstarp mittlerweile das Zeitliche gesegnet. Es wurde nun durch ein anderes Lieblingstarp ersetzt, welches ich nun als Allzweckplane auf vielen Touren mit dabei habe.

Es gibt einige Punkte, die ein gutes Tarp ausmachen. Welche das sind, erfährst du in diesem Artikel. Außerdem nenne ich dir meine Favoriten.

Das muss ein gutes Tarp können

#1 Wasserdichtigkeit

Zu den Hauptfunktionen die ein Tarp erfüllen muss und auf die man sich im Falle des Falles verlassen können muss, zählt der Schutz gegen Niederschlag. Ein aufgespanntes Tarp muss auch starkem Dauerregen standhalten können. Und es sollte, wenn man es sich als Regencape überhängt, ebenfalls dicht halten.

Bei einem Tarp muss nicht nur das Material wasserdicht sein sondern auch Nähte oder überlappende Elemente müssen Nässe auf Dauer standhalten können.

Nicht bei allen Tarps ist eine vollumfängliche Wasserdichtigkeit gegeben. Das ist vor allem bei älteren Militärplanen der Fall. Solch eine alte Militärplane begleitete mich über viele Jahre. Ich nutzte sie als Regencape, Windschutz, als Regendach und auch als Sonnensegel. Wie ich diese nicht komplett wasserdichte Plane wasserdicht bekam, erfährst du weiter unten im Artikel.

#2 Robustes Material

Das Material eines Tarp muss absolut robust sein. Denn nicht selten wird die Plane nicht nur zum Schutz gegen Niederschlag aufgespannt sondern auch als Windschutz. Wenn nachts starke Böen ins Lager wehen, dann müssen Tarp und eingearbeitete Ösen und Schlaufen das aushalten können.

Das Material darf weder mittig noch an anfälligen Stellen wie Nähten oder eingearbeiteten Ösen und Schlaufen einreißen.

#3 Robuste und wasserdichte Verarbeitung

Dass ein Tarp wasserdicht sein sollte ist klar. Jedoch ist ein Tarp nur so wasserdicht wie seine Nähte und andere Schwachstellen, wo bei minderwertigen Produkten bei dauerhaftem Regen dann gerne die Nässe durchdringt.

Nähte sollten bestenfalls mehrfach genäht sein. Bei Planen aus Kunststoffmaterialien (oft Polyester) sind Nähte dann verschweißt bzw. versiegelt, so dass sie genauso gute wasserabweisende Eigenschaften aufweisen wie das Planenmaterial.

Tarp von DD Hammocks im Outdoor Test.
Ein Tarp muss wasserdicht und groß genug sein, so dass du auch bei dauerhaftem Niederschlag trocken darunter bleibst. Dein Tarp begleitet dich draußen wie dein Haus.

#4 Ausreichende Größe der wasserdichten Plane

Hinsichtlich der richtigen Größe gilt nicht „Je größer desto besser“ sondern hier gilt „So groß, wie es meinen Anforderungen genügt“.

Auch wenn wasserdichte Planen weniger wiegen als Zelte, so wiegt ein 4 m x 4 m Tarp doch mehr als ein 3 m x 3 m Tarp. Willst du damit zum Trekking aufbrechen, dann kommt es oft auf jeden Zentimeter und auf jedes Gramm extra im Rucksack an.

Für eine improvisierte Ein-Mann-Behausung sind 3 m x 3 m oder sogar etwas weniger genau ausreichend. Größere Planen sind sinnvoll, wenn daraus ein Lager für mehrere Personen oder ein Lager für mehr als ein bis zwei Nächte Dauer improvisiert werden soll.

#5 Zahlreiche eingearbeitete Spannmöglichkeiten wie Ösen und Schlaufen

Eingearbeitete und robust verarbeitete Spannmöglichkeiten wie Ösen und Schlaufen sind bei einem Tarp absolut notwendig. Durch diese Elemente kann die Plane effektiv und vielseitig gespannt werden.

Bei Billigplanen bilden die Spannpunkte nicht selten die schwächsten Punkte. Denn hier wirkt die meiste Kraft, wenn die Plane bspw. bei starken Windböen am Seil zieht.

Ösen gelten als noch anfälliger als Schlaufen. Denn die meisten Ösen werden nur in das Material eingepresst, während Schlaufen mehrfach mit dem Planenmaterial vernäht sind.

An Ösen und Schlaufen ist das Material oft doppelt gelegt oder es wird eine Extraschicht Material eingearbeitet, so dass diese Stellen robuster werden.

#6 Vielseitige Improvisationsmöglichkeiten

Für Outdoorer mit etwas Erfindungsgeist und Lust zum Experimentieren ist die Anzahl der Improvisationsmöglichkeiten bei Tarps geradezu unendlich.

Da bei guten Tarps auch mittig Spannmöglichkeiten zur Verfügung stehen, können sie sogar fast ohne jegliche Zusatzerhöhungen wie Bäume, Sträucher, Mauerreste, etc. auskommen. Hier reicht oft eine kleine Mulde, ein Teleskopstock, ein Wanderstock oder sogar nur irgendwelche Steine, an denen die Leinen zum Aufspannen der Plane befestigt werden können.

Beim Aufbau von Tarps existieren unzählige Möglichkeiten, die sich von Fall zu Fall unterscheiden. Mit ausreichend Spannseil und etwas Erfindungsgeist können Tarps fast überall zum Einsatz kommen.

Tarp Zusatzmaterial

Bei all der Vielseitigkeit von wasserdichten Outdoor-Planen solltest du nicht vergessen, stets genügend Spannseil und eventuell auch ausreichend Heringe mitzunehmen.

Dieses Zusatzmaterial solltest du nicht vergessen:

  1. Ausreichend Spannseil: Paracord, Nylonseil, reißfester Strick
  2. Befestigungsmöglichkeiten am Boden: Stahlheringe, Aluheringe oder selbst geschnitzte Heringe
  3. Zusatz: Stock, Teleskopstock oder anderes Equipment, um das Tarp auch auf kargem Boden aufspannen zu können

#1 Geeignetes Spannseil

Bei Trekkingtouren und sogar zum Camping habe ich stets ausreichend Spannseil in verschiedenen Stärken und Längen dabei. Bereits als Kind hatte ich neben meinem Taschenmesser immer auch etwas Schnur oder Strick in der Hosentasche.

Allein mit einem Messer und etwas Schnur läßt sich viel anfangen.

Mit einem Messer, ausreichend Schnur und noch einem Tarp sind die Möglichkeiten geradezu unbegrenzt.

Bei der Auswahl der Schnur bin ich nicht wählerisch. Gerne nehme ich natürlich Paracord oder Meterware vom Bersteigersortiment von meinem Outdoor-Ausstatter um die Ecke. Habe ich nichts anderes zur Hand, dann nehme ich auch 2,50-Euro-Nylonstrick vom Chinesen.

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Tarp Zusatzmaterial: Seil, Paracord, Nylonseil.
Zusatzmaterial für Tarp: Seile, Stricke in verschiedenen Durchmessern und Längen.

#2 Heringe

Auf meiner letzten Trekkingtour durch die spanische Sierra Nevada merkte ich, dass man lieber ein paar mehr Heringe einpacken sollte als zu wenig.

Hier hatte ich nur vier Metallheringe dabei. Da sich das Biwak auf 2900 m befand, also über der Baumgrenze, gab es hier auch kein Holz aus dem ich mir mal eben ein paar Heringe hätte schnitzen können. Ich war jedoch erfinderisch und nutzte die zahlreichen Geröllsteine für die Befestigung der Plane.

Ich hatte ausreichend Strick mit dabei, so dass ich lange Spannleinen direkt an großen Felsbrocken festmachte. Kleinere Steine nutze ich dann, um das Tarp von der Wetterseite her am Boden zu fixieren. Das nächste Mal nehme ich trotzdem ein paar Heringe mehr mit. Mit Heringen geht das Aufspannen einfacher.

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#3 Stock, Stöcke, Teleskop-Zeltstange, Fiberglasstab für Aufbau auf kargem Boden

Beim Biwak auf dem Hochplateau auf Siete Lagunas, das oberhalb der Baumgrenze liegt und direkt unterhalb des höchsten Gipfels des spanischen Festlandes, dem Mulhacén (3482 m), experimentierte ich beim Aufbau mit einer kombinierbaren Fiberglasstange.

Diese Fiberglas-Ersatzstange für Tunnelzelte erwarb ich im Outdoor-Laden für 12 Euro. Damit schaffte ich es, mein Tarp auch ohne Bäume und sogar ohne Stöcke halbwegs aufrecht zu platzieren.

Für den Zeitraum einer Nacht war das durchaus ok. Jedoch werde ich beim nachten Mal auf eine Teleskop-Zeltstange zurückgreifen. Denn mit dem Fiberglasgestänge brachte ich das Tarp nur auf eine minimale Höhe, wodurch ich in der Nacht beim Umdrehen immer wieder die feuchte innere Tarpseite berührte, wodurch dann auch mein Schlafsack oben feucht wurde,

Es ist besser, das Tarp etwas höher zu spannen als zu niedrig. Ideal hierfür sind Teleskop-Zeltstangen. Sie sind leicht, höhenverstellbar und somit als funktionales Zusatzequipment beim Trekking und bei anderen Outdoor-Aktivitäten wo es aufs Gewicht ankommt ideal.

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Tarps im Test und Empfehlungen

#1 DD Hammocks Tarp 3 m x 3 m in Flecktarn

Das Tarp von DD Hammocks mit den Abmessungen 3 m x 3 m ist momentan mein Lieblings-Tarp. Es ist absolut wasserdicht und robust. Es eignet sich als Zeltplane und sogar als improvisiertes Sonnensegel auf der Terrasse. Ich war mit diesem Tarp bereits auf mehreren Touren unterwegs und bin bisher sehr zufrieden damit.

Einige Dinge, die mir besonders gut am DD Hammocks MC gefallen:

+ Mit 3 m x 3 m ideale Abmessungen

+ Absolut wasserdicht (auch an den Nähten)

+ Zahlreiche eingearbeitete Schlaufen, so dass das Tarp vielseitig gespannt werden kann

+ Sehr robuste Einarbeitung der Schlaufenelemente (extra verstärkt)

+ Nettes Zusatzdetail: Komprimiersack, ebenfalls in Flecktarn

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Biwak mit Hund im Tarp.
Biwak mit meinem Hund Thor im Tarp von DD Hammocks.

#2 NVA Militär Plane, Tarp

Mein NVA-Tarp ist mein erstes Tarp, das ich mir jemals gekauft habe. Besser gesagt habe ich es nicht einmal gekauft, sondern ich bekam es vom Nachbarn eines Freundes geschenkt, als wir als Jugendliche für acht Monate aufbrachen, um mit geringsten Ressourcen quer durch Europa zu reisen.

Dieses Militär-Tarp besitze ich immer noch. Allerdings ist es nach all den Touren und Verwendungen mittlerweile stark in Mitleidenschaft gezogen und die meiste Zeit verbringt es nun im Ruheschrank.

Tarp im Härte Test.
Tarp im Härtetest: Nach über 20 Jahren Dauergebrauch ist mein erstes Tarp durch. Als Regendach ist es nicht mehr zu gebrauchen. Als Unterlage kann es aber immer noch verwendet werden.

Aus einem neuen NVA-Tarp aus Lagerbeständen habe ich mir vor einiger Zeit übrigens einen sehr coolen und robusten Seesack selber genäht.

Als Tarp für den Schutz gegen Regen nutze ich momentan hauptsächlich mein Tarp von DD Hammocks in Flecktarn aus Polyester. Im Gegensatz zum Tarpstoff des NVA-Tarp ist das Polyester des DD Hammocks bereits ab Werk absolut wasserdicht. Auf diesen Luxus möchte ich nicht mehr verzichten. Als Unterlage oder auch als Sonnensegel finde ich das NVA-Tarp jedoch immer noch optimal.

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Tarp Test
Links mein Tarp von DD Hammocks / Rechts mein altbewährtes NVA-Tarp.

Was tun, wenn ein Tarp nicht 100% wasserdicht ist?

Mein altes NVA-Tarp war nicht zu 100% wasserdicht. Es war aus natürlichem Material gefertigt, das zwar dicht gewebt war und bis zu einem gewissen Punkt den Regen abhalten konnte. Komplett wasserdicht war es jedoch ab Werk nicht. Um die Militärplane trotzdem so dicht wie möglich zu bekommen, imprägnierte ich sie. Durch die Imprägnierung erzielte ich eine recht annehmbare Wasserresistenz des Stoffes.

Meine Militärplane imprägnierte ich stets von Hand. Um eine Plane oder andere Stoffe, die Outdoor verwendet werden, richtig zu imprägnieren, gibt es verschiedene Möglichkeiten und einiges zu beachten.

Falls du noch neu auf dem Gebiet des Imprägnierens bist und es selbst einmal probieren möchtest, dann empfehle ich die die folgenden Links:

Ratgeber: Outdoor-Ausrüstung imprägnieren

Ratgeber: Waschimprägnierung

Ratgeber: Zeltimprägnierung

Fazit

Tarps, Militärplanen oder wasserdichte Outdoor-Planen aus dem Baumarkt sind leicht und vielfältig. Für mich sind Planen seit Jahrzehnten die erste Wahl, wenn es darum geht, einen leichten aber effektiven Regenschutz mit im Rucksack zu führen. Sei es einfach fürs Trekking oder aber für weitere Reisen, auf denen draußen unter freiem Himmel übernachtet wird und wo man sich mit einfachen Mitteln gegen Nässe, Wind und Kälte absichern möchte.

Zu meinen Tarp-Favoriten gehören mein DD Hammocks und meine altgediente NVA Militärplane, obwohl ich letztere nicht mehr als Regendach sondern nur noch als Unterlage oder maximal als Sonnenschutz verwende.

Welches ist dein Lieblings-Tarp?

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Mike Lippoldt

Über den Autor: Mike ist Gründer von ousuca. Nach zahlreichen Reisen wanderte Mike als Jugendlicher mit dem Fahrrad nach Spanien aus und erschuf sich hier von Null an eine neue Existenz. Über seine Abenteuer und den kalten Sprung in ein neues Leben schrieb er ein Buch.
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