Camping Urlaub auf den Cies Inseln in Galizien, Spanien – Insidertipps

Cies Inseln

Letztes Update: April 29th, 2019

Die Cies Inseln oder Islas Cies (Spanisch) sind ein Inselparadies vor der Galizischen Küste und den Rías Baixas im Norden Spaniens. Das komplette Inselgebiet steht unter Naturschutz.

Wie du auf die Islas Cies gelangst und was es bei deinem Besuch alles zu entdecken gibt, erfährst du in diesem Artikel.

Urlaub auf den Cies Inseln – Islas Cies

Vorigen Sommer waren wir für 3 Tage und 2 Nächte auf den Cies Inseln. Unseren Besuch auf dem Archipel organisierten wir erst kurzfristig während einer Galizienreise. Als Naturfan und Inselfan (dieses Frühjahr waren wir auf verschiedenen Inseln „Cayos“ auf Kuba unterwegs) war ich von der unter Naturschutz stehenden Inselgruppe begeistert.

Die Inselgruppe der Islas Cies besteht insgesamt aus 3 Inseln:

  1. Isla Monteagudo
  2. Isla Montefaro
  3. Isla San Martiño

Besucher der Cies Inseln halten sich ausschliesslich auf den Inseln Monteagudo und Montefaro auf. Diese beiden Inseln sind über einen Steg miteinander verbunden. Auf Monteagudo legt die Fähre an und es befinden sich hier zahlreiche Wanderwege durch dichten Wald und Eukalyptuswald sowie einige Strände, darunter auch ein FKK-Strand.

Die Insel San Martiño liegt südlich schräg gegenüber der Insel Montefaro. Mit dem blossen Auge kann man die Insel gut überblicken. Man sieht einen verlassenen Strand mit einer kleinen Behausung darauf. Manchmal liegen auch einige Boote in der Bucht. Leider kommt man als Besucher von den Cies Inseln nicht nach San Martiño. Es sei denn man findet einen Skipper, der einen für ein Trinkgeld hinüberbringt. Mit dem Kajak sollte man die Überfahrt allerdings nicht riskieren. Die Strömung des Atlantik zwischen den Inseln ist so stark, dass sie einen aufs offene Meer hinaustragen würde. Das zumindest wurde uns von einem Einheimischen gesagt.

Cies Inseln, Möwe auf Zeltplatz
Möwe auf den Handtüchern vor unserem Zelt. Gleich davor liegt das Nistgebiet der Seevögel.

Aktivitäten auf der Inselgruppe

Unser Aufenthalt auf den Cies Inseln gestaltete sich äusserst entspannt. Nachdem wir auf dem einzigen Zeltplatz ein ruhiges Fleckchen für unser Zelt gefunden hatten, erkundeten wir die Strände und badeten im kristallklaren und eiskalten Wasser des Atlantik. Die Strände auf den Islas Cies sind paradiesisch und erinnern wegen ihres schneeweissen Sandes und wegen des türkis-klaren Wassers an Strände der Karibik.

Früh morgens, gleich nach dem Aufstehen, genossen wir den Sonnenaufgang und hatten den Sandstrand unweit von unserem Zelt für uns allein. Weil die Besucherzahlen auf der Inselgruppe auf max. 2000 Besucher täglich begrenzt sind, war es auch tagsüber angenehm ruhig an den Stränden.

Abends speisten wir im Restaurant Serafín typisch galizische Speisen wie „Pulpo a la Gallega“ (gekochter Tintenfisch mit Paprikapulver, Salz und Olivenöl) und „Pimiento de Padrón“ (kleine angebratene grüne Paprikaschoten – manche sind scharf und manche mild). Einmal wanderten wir zum Sonnenuntergang hinauf zu einem der Leuchttürme. Während der kurzweiligen Wanderung wurden wir von zahlreichen Glühwürmchen begleitet und trafen auf etliche Möwennistplätze. Überhaupt gibt es auf den Cies Inseln mehr Möwen als Menschen.

Möwen auf den Islas Cies YouTube Video

Die jungen Möwen sind grau und wer sich abends hinauf zum Leuchtturm wagt, muss aufpassen, dass er nicht auf die jungen und ständig über den Weg kreuzenden Möwen stolpert. Ausgewachsene Möwen schweben ununterbrochen über die Inseln und machen sich durch lautes Kreischen bemerkbar. Auf dem Zeltplatz sollte man Proviant oder Müll nicht vor dem Zelt abstellen, da sonst so manche Möwe in Versuchung geraten könnte. Mehrere Male musste ich den Kopf einziehen, weil Möwen im Tiefflug über den Zeltplatz glitten.

Die Nacht liessen wir vor unserem Zelt ausklingen. Der Zeltplatz besitzt keine Beleuchtung und so hat man einen ungetrübten Blick auf die Sterne und auf die beleuchtete Küste von Vigo. Unser Kurzurlaub auf den Cies Inseln war ein voller Erfolg. Wir genossen die Natur, die weissen Strände und das Baden im kristallklaren und kalten Atlantik. Bei einer Wanderung durch die schroffen Küstenfelsen sah ich sogar hunderte oder tausende Percebe in ihrer natürlichen Umgebung – die berühmten Entenmuscheln, welche es nur in Galizien gibt und die hier als absolute Spezialität gelten.

Percebe, Entenmuscheln in Galizien
So sehen die Percebe auf dem Teller aus. Wir genossen sie in einem galizischen Restaurant in einem Fischerort im Norden Galiziens: Vilagarcía de Arousa. Am besten schmecken sie mit einem Albariño (Weisswein). Im Hintergrund als Beilage noch ein paar Pimiento de Padrón.

Campen, Camping, Zelten und Campingplatz

Der Campingplatz hat nur über die Sommermonate geöffnet!

Wildcampen ist auf den Cies Inseln untersagt. Und du solltest es besser auch nicht probieren. Denn wie wir gehört haben, sind die Strafen saftig, falls man beim illegalen Campen auf der naturgeschützten Inselgruppe erwischt wird. Selbst auf den Inseln Ons (eine andere Inselgruppe im Meer vor der galizischen Küste) ist das Wildcampen mittlerweile verboten.

Falls du eine Nacht oder mehrere Nächte auf den Islas Cies verbringen möchtest, dann kannst du einen Zeltplatz oder ein Zelt auf dem einzigen Campingplatz der Insel buchen. Bedenke, dass der Zeltplatz nur über die Sommermonate geöffnet hat und, dass auch nur eine bestimmte Anzahl von Leuten darauf unterkommt. Buche also rechtzeitig.

Zeltplatz buchen über:

Überfahrt mit der Fähre ab Vigo oder Cangas

Falls du kein eigenes Boot besitzt, dann ist für dich die Fähre die einzige Möglichkeit, auf die Cies Inseln zu gelangen. Bedenke, dass die Anzahl der gestatteten Inselbesucher pro Tag beschränkt ist und buche rechtzeitig. Auf die Inseln übersetzen kannst du ab Vigo oder ab Cangas. Da wir vom nordspanischen Santiago de Compostela anreisten, wählten wir den Fährhafen von Cangas.

Fährtickets kaufen über:

Für die Überfahrt bezahlten wir jeder 18€ (Hin- und Rückfahrt). Ein Fährticket das für mehrere Tage gilt, bekommst du übrigens nur, wenn du eine Buchung für den Campingplatz vorweisen kannst. Also im Prinzip ist Wildcampen sowieso nicht drin, falls du nicht mit der eigenen Yacht hier anlegen solltest.

Das Wetter

Das Wetter kann sich im nordspanischen Galizien und vor allem auf den vorgesetzten Cies Inseln selbst im Sommer schlagartig ändern. Eben scheint noch die Sonne und plötzlich fängt es an mit Nieseln oder Regnen. Wir waren im August auf der Inselgruppe und während unseres gesamten Aufenthalt herrschten tagsüber um die 30ºC und selbst in der Nacht sanken die Temperaturen kaum unter 22ºC.

Wie uns von unserem Zeltnachbarn – der wenn es sich einrichten lässt, jedes Jahr ein paar Tage auf den Cies Inseln verbringt – gesagt wurde, ist das allerdings eher die Ausnahme. Denn selbst in den Sommermonaten ist das Wetter auf den Islas Cies selten so angenehm warm und vor allem so konstant. Pack also lieber eine dünne Jacke und eine lange Hose ein. Dann bist du auf der sicheren Seite. Ein Regencape nimmt im Rucksack wenig Platz weg und sollte ebenfalls mitgenommen werden.

Strand auf den Cies Inseln
Traumstrand auf den Cies Inseln auf Montefaro. Rechts vorn sieht man einen Teil der Insel San Martiño.

Das solltest du bei deinem Besuch beachten

Das gesamte Archipel ist Naturschutzgebiet. Auf den Inseln darf sich nur auf den markierten Wegen bewegt werden. Direkt vor dem Zeltplatz und an vielen anderen Stellen der Insel befinden sich eingezäunte Gebiete, die von den Gästen nicht betreten werden dürfen. In diesen Naturzonen brüten die Möwen und andere Wasservögel.

Ausser am Campingrestaurant befinden sich keine Papierkörbe oder Mülltonnen auf der Insel. Das heisst, dass jeder selbst für seinen Müll verantwortlich ist. Für spanische Verhältnisse fand ich die Inseln ausgesprochen sauber. Obwohl nach Sonnenuntergang keine Reinigungskräfte über die Strände fegen (so wie das bei uns in Málaga der Fall ist), waren die Strände jeden Morgen picobello sauber. Die Strände sind Naturstrände. Es gibt also keine Duschen, Bars, Kioske oder sonstiges. Nur schneeweisser Sand, Meer und Sonne (falls es nicht gerade mal regnet…).

Bereits während der Überfahrt auf der Fähre wird man über Lautsprecher auf die Besonderheiten auf den Inseln hingewiesen:

  • Wandern ist nur auf ausgeschilderten Pfaden gestattet.
  • Ausserhalb der Pfade darf nicht in den Wald vorgedrungen werden.
  • Es dürfen keine Musikinstrumente mit auf die Inseln gebracht werden.
  • Es dürfen keine Haustiere mitgeführt werden.
  • Möwen und andere Wasservogel dürfen weder gefüttert noch gestört werden.
  • Es gibt keine Papierkörbe auf den Cies Inseln. Müll muss entweder in den einzigen Tonnen am Campingrestaurant entsorgt oder bei Abfahrt wieder mitgenommen werden.

Checkliste für den Besuch

  • Fährticket
  • Reservierung für Campingplatz
  • Genügend Kleingeld
  • Ein paar wärmere Klamotten für alle Fälle
  • Regenponcho für alle Fälle
  • Falls man selbst hier zeltet, eigenes Zelt
  • Stirnlampe – Auf dem Zeltplatz gibt es kein Licht
  • Wasser und Proviant für den Aufenthalt

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Einkaufsmöglichkeiten bei längerem Aufenthalt auf der Insel

Am Campingplatzrestaurant gibt es einen kleinen Kiosk. Hier bekommt man alles, was man für einen mehrtägigen Aufenthalt auf der Insel braucht. Im Prinzip sind die Preise ganz OK. Ausser das Trinkwasser ist sauteuer. Bring also lieber eine eigene 5- oder 8-Liter Flasche Wasser mit.

Restaurants und Bars

Auf den Islas Cies gibt es insgesamt 3 Restaurants. Zwei davon befinden sich auf der Insel Montefaro und eins auf der Insel Monteagudo. Das Restaurant auf Monteagudo ist direkt neben dem Anlegeplatz der Fähren. Während unseres Aufenthalts waren hier gerade die Toiletten verstopft und die Klimaanlage funktionierte auch nicht. Sah auch nicht besonders einladend aus und so bestellten wir nur einen Kaffee.

Auf Montefaro gibt es ein Restaurant direkt am Campingplatz. Das ist leider immer sehr überfüllt, bei Hochbetrieb gab es hier lange Wartezeiten, das Personal war langsam und das Essen bescheiden.

Wir assen hauptsächlich im Restaurant Serafín. Das Serafín ist ein privates Restaurant von Leuten, denen wohl das Grundstück und das Restaurant gehört und die als einzige das Recht haben, hier zu verkaufen. Das kleine Lokal liegt ein paar Meter weiter südlich vom Campingplatz inmitten von üppiger Flora. Das Essen im Serafín war ausgezeichnet, die Preise absolut OK und die Bedienung freundlich und sehr effektiv. Selbst während der Stosszeiten und wenn bereits Leute Schlange standen, warteten wir nie länger als eine halbe Stunde, bis wir einen Tisch bekamen.

Wald Cies Inseln
Farne und dichter Wald auf den Islas Cies.

WIFI und Strom

Direkt unter dem Campingplatzrestaurant befindet sich eine kleine Bar. Zu Essen gibt es hier höchstens ein paar Kekse. Man kann sich aber einen Kaffee bestellen, sein eigenes mitgebrachtes Essen verzehren und währenddessen das Smartphone an einer der zahlreichen Steckdosen aufladen. Manchmal lud ich das Phone auch im Restaurant Serafín auf während des Essens. Die Besitzer und Angestellten sind hier sehr freundlich und stecken die Handys gerne hinter der Theke an.

WIFI gab es während unseres Aufenthalts auf den Islas Cies nicht. Auch hatten wir keinen Empfang über unsere Telefonanbieter. Wir waren also für die gesamte Dauer unserer Inselferien ohne WIFI- und Telefon und nutzten unsere Smartphones nur zum Fotos machen. Es war ein Inseltrip mit Digital-Detox inklusive.

Fazit

Die Cies Inseln in Galizien sind eine Oase der Ruhe und Erholung in der Natur, denn glücklicherweise wird nur eine bestimmte Anzahl an Besuchern pro Tag auf den Inseln zugelassen. Wenn du dir den Luxus eines Campingaufenthaltes auf den Islas Cies gönnen willst, dann plane rechtzeitig und vergiss nicht, auch die Fährüberfahrt frühzeitig zu buchen

Mike Lippoldt

Über den Autor: Mike ist Gründer der Outdoor-Marke ousuca®. Nach zahlreichen teils unkonventionellen Reisen wanderte Mike Lippoldt als Jugendlicher mit dem Fahrrad nach Spanien aus und erschuf sich hier von Null an eine neue Existenz. Über seine Abenteuer und den kalten Sprung in ein neues Leben schrieb er ein Buch.

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