Was gibt es beim Zelt imprägnieren zu beachten? Wie oft muss eine Zeltplane imprägniert werden? Welches Imprägniermittel ist empfehlenswert? Muss ich mein Zelt überhaupt imprägnieren?

Wie wird RICHTIG imprägniert?

Diese und ähnliche Fragen werden im folgenden Artikel näher beleuchtet! 

Warum Zelt imprägnieren?

Zelte sind doch sowieso wasserdicht…

Warum sollte man ein Zelt überhaupt imprägnieren? Ist es nicht so, dass ein Zelt sowieso wasserdicht ist?

Denn nicht zuletzt achten wir beim Kauf vor allem darauf, mit welcher Wassersäule und welcher Wasserdichtigkeit ein Zelt angegeben ist.

Abhängig von der Angabe der Wassersäule gilt ein Zelt oder ein Zeltstoff als mehr oder weniger wasserundurchlässig.

Richtwerte für Wasserdichtigkeit von Stoffen nach Deutscher Norm

Gemäss der europäischen Norm DIN EN 343:2010-05 (Schutzkleidung gegen Regen) gilt ein Stoff – nach Klasse 3 – bereits ab 800 mm Wassersäule als wasserdicht. Als wasserdicht nach Klasse 3 gelten Stoffe ab einer Wassersäule von 1.300 mm.

Richtwerte für Wasserdichtigkeit von Stoffen nach Schweizer Norm

Was für Deutschland gilt, hat nicht automatisch auch in anderen Ländern Gewicht. So gilt laut der Schweizer Eidgenössischen Material- und Forschungsanstalt (EMPA) in Sankt Gallen ein Stoff erst ab 4.000 mm als wasserdicht.

Eine Wassersäule von ca. 2.000 mm gilt bei Zelten als absolut ausreichend

Die Wassersäule wird anhand der Dichte des Wassers bestimmt.

Da die Dichte von Wasser bereits bei geringsten Temperaturunterschieden deutliche Unterschiede aufweist, kann die Wassersäule nie mit absoluter Gewissheit bestimmt werden. Deshalb wird die Wassersäule in der Bundesrepublik Deutschland seit dem 1. Januar 1978 nicht mehr als gesetzliche Einheit verwendet.

Trotzdem ist die Wassersäule als Orientierungswert sinnvoll, um sich ein ungefähres Bild über die Wasserdichtigkeit von Stoffen, Materialien, Kleidungsstücken und natürlich von Zelten machen zu können.

Als Richtwert für die Wasserdichtigkeit von Zelten kann beim Kaufen eines neuen Zeltes davon ausgegangen werden, dass ein Zelt mit einer Wassersäule von ca. 2.000 mm Wassersäule als absolut wasserdicht gilt.

Mehr ist natürlich immer möglich und nach oben sind keine Grenzen gesetzt.

⇒ Mehr Infos über Wasserdichtigkeit & Wassersäule: Bei Wikipedia I Bei ousuca.com

Nun wissen wir, ab wann ein Zelt als wasserdicht gilt. Aber warum sollten wir den Zeltstoff imprägnieren?

Zelt imprägnieren Tipps. Wasserdichtigkeit von Zeltstoffen.
Zeltstoffe mit einer Wassersäule von 2.000 mm gelten als zuverlässig wasserdicht.

Durch Imprägnierschutz die Haptik verbessern und die Lebensdauer von Zelten verlängern

Durch das Imprägnieren erreichen wir keine höhere Wasserundurchlässigkeit. Denn mehr als wasserdicht geht nicht. Und wenn ein Zelt mittels der Angabe der Wassersäule bereits als wasserdicht gilt, dann brauchen wir uns auch keine Gedanken über die Wasserdichtigkeit zu machen.

Trotzdem sollten wir das Zelt imprägnieren. Denn die Imprägnierung verbessert die Eigenschaften des Zeltstoffes und verlängert sogar die Lebensdauer desselben.

Imprägnierungen verbessern die Gebrauchseigenschaften und tragen dazu bei, die Lebensdauer des Zeltstoffes mit gleichbleibender Funktionalität zu erhöhen.

Bei Regen trägt der Imprägnierschutz dazu bei, dass auftreffendes Wasser schneller von der Zeltoberfläche abfließen kann.

Dank des Imprägniermittels kann sich auftreffende Feuchtigkeit nicht auf der Oberfläche halten und perlt sofort ab. So kann sich der Zeltstoff nicht mit Wasser vollsaugen. Das Material bleibt leicht und trocknet nach dem Regen auch schneller als wasserdurchtränkter Stoff.

Mit Wasser vollgesogener und schwerer Zeltstoff hingegen kann an Schwachpunkten wie den Streben oder Spannösen leichter einreißen als leichter Stoff.

Die Imprägnierung trägt auch zur Pflege des Stoffes bei. Denn durch den Imprägnierschutz wird nicht nur Wasser abgehalten, sondern es wird auch Schmutz daran gehindert, ins Gewebe einzudringen. So erhöht die Imprägnierung letztendlich auch die Lebensdauer des Zeltes.


Überprüfung des Imprägnierschutzes

Bevor du mit dem Imprägnieren beginnst, solltest du überprüfen, ob das Zelt überhaupt eine Imprägnierung nötig hat.

Zelte werden vor dem Verkauf bereits vom Hersteller mit Imprägniermittel behandelt. Ist das Zelt neu, muss man also nicht imprägnieren. Im Gegensatz zu Lederschuhen. Denn diese sollte man nach dem Kauf auf jeden Fall imprägnieren.

Hier mehr über das Imprägnieren von Lederschuhen erfahren: Tipps für das Imprägnieren von Lederschuhen.

Um herauszufinden, ob ein Zelt imprägniert werden muss oder nicht, stellst du es zuerst auf.

Sind die Zeltwände straff gespannt, gießt du etwas Wasser auf den Zeltstoff oder spritzt ihn mit einem Gartenschlauch ab. Hältst du den Gartenschlauch auf das Zelt, dann sollte der Druck aus dem Schlauch jedoch gering sein, so dass du besser erkennen kannst, wie sich das auftreffende Wasser auf der Zeltoberfläche verhält.

Perlt das Wasser sofort nach dem Auftreffen ab, dann ist der Imprägnierschutz intakt.

Fließt das Wasser nur schlecht vom Stoff ab, dringt in ihn ein und hinterlässt nasse Flecken, dann wird es Zeit, den Imprägnierschutz zu erneuern.


Zelt richtig imprägnieren in 6 Schritten

#1 Zelt reinigen

Bevor du mit dem eigentlichen Imprägnieren beginnst, muss das Zelt gründlich gereinigt werden. Denn in verschmutztem Zeltmaterial kann das Imprägniermittel nicht seine volle Wirkung entfalten.

Um dir die Reinigung kurz vor Saisonstart zu vereinfachen, solltest du bereits am Ende der Saison vor dem Wegpacken des Zeltes eine gründliche Reinigung durchführen.

Falls du im letzten Herbst zu faul warst das Zelt vor dem Wegpacken zu säubern, dann hast du nun in der neuen Saison mehr Arbeit mit der Reinigung.

Lesetipp: Checkliste für Camping im Herbst

Für die Zeltreinigung wird das Zelt im Garten aufgebaut. Wenn es steht, wird zuerst der Zeltboden gesaugt und anschließend sauber gewischt. Ist das Innenzelt sauber, wird es herausgenommen und draußen auf dem Boden ausgebreitet. Nun wird der Boden des Innenzeltes von unten gesäubert. Hier sammelt sich der meiste Schmutz an.

Ist das Innenzelt sauber, dann werden die Außenflächen des Überzeltes gereinigt. Hierfür verwendet man am besten einen Schwamm oder Lappen und Wasser mit einem Schuss Spülmittel. Chemische Reiniger sollten vermieden werden.

Chemische Reiniger sind umweltschädlich, können den Zeltstoff angreifen und nicht zuletzt schaden sie auch unserer Gesundheit.

Rückstände chemischer Reiniger können sich im Zeltstoff festsetzen. Wenn du dann im Zelt schläfst, atmest du die schädlichen Dämpfe ein.

Nach der Reinigung lässt du das Zelt noch einen Tag gründlich trocknen und auslüften.

Zelt reinigen Videoanleitung:

#2 Wahl des richtigen Imprägniermittel

Zwischen welchen Zeltmaterialien wird unterschieden?

Für die Wahl des am besten geeigneten Imprägniermittel vergewissere dich zuerst über die Beschaffenheit des zu behandelnden Zeltmaterials.

Bei Zelten wird zwischen folgenden Materialien unterschieden:

  1. Baumwolle: Zelte aus Baumwolle werden heute kaum noch verkauft.
  2. Polyester: Geringe Feuchtigkeitsaufnahme. Hohe UV-Beständigkeit. Hohe Reißfestigkeit.
  3. Polyamid (Nylon): Günstig in der Anschaffung. Geringere UV-Beständigkeit als Polyester. Material dehnt sich bei Nässe aus.
  4. Gore-Tex: Teuer in der Anschaffung. Absolut wasserdicht. Atmungsaktiv. Kein Innenzelt notwendig, da Feuchtigkeit von Innen durch die Atmungsaktivität des Gore-Tex-Materials entweicht.

Die Außenbeschichtung:

Zelte aus Kunstfaserstoffen wie Polyester oder Polyamid sind in der Regel mit einer Außenbeschichtung überzogen. Die Außenbeschichtung besteht oft aus PVC. Auch kommen Silikon und Polyurethan für die Beschichtung in Frage.

#2.1 Tipps für die Pflege von Mittelalterzelten, Wikingerzelten, DDR, NVA und Bundeswehrzelten

Was gibt es bei der Imprägnierung von einem Baumwollzelt zu beachten?

Reine Baumwollzelte wie TipisMittelalterzelte, Wikingerzelte, alte Bundeswehrzelte, DDR Zelte oder alte Militärzelte anderer Herkunft sind mit keinerlei Außenbeschichtung ausgestattet.

Zelt imprägnieren Tipps: Zeltstoffe aus Naturfasern.
Tipi Zelt mit Zeltstoff aus Naturfasern.

Ihre wasserabweisenden Eigenschaften erhalten Zeltwände bestehend aus Naturfaser-Zeltstoffen, die heute hauptsächlich von Liebhabern genutzt werden, durch ein besonders engmaschiges Gewebe und durch ein straffes Spannen der Außenflächen.

Als es noch kein künstliches Imprägniermittel gab, halfen sich die Menschen mit natürlichen wasserabweisenden Mitteln wie essigsaure Tonerde, Teer, Wachs oder Tierfetten.

Absolute Puristen werden auch heute althergebrachte Imprägniermethoden für ihre aus Naturstoffen bestehenden Unterkünfte verwenden.

Wer sich das Leben etwas angenehmer gestalten möchte, greift für die Imprägnierung von Baumwollzelten jedoch auf Imprägniermittel auf Wasserbasis zurück. Diese Mittel sind auf Paraffinbasis hergestellt und gelten somit als unbedenklich für Mensch und Umwelt.

Emulsionen aus Paraffin sind wasserabweisend, gegenüber zahlreichen Chemikalien reaktionsträge, ungiftig und geruchs- und geschmacksneutral. Laut der Richtlinien der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft zur Angleichung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften für den Umgang mit gefährlichen Stoffen 67/548/EWG gelten Paraffinemulsionen als unbedenklich für Umwelt und Natur.

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Lesetipp: Liste umweltfreundlicher Imprägniermittel

#2.2 Imprägniermittel für Zelte aus Kunstfaserstoffen und Kunstfaser-Mischgewebe

Zelte aus Kunstfaserstoffen wie Polyester oder Polyamid werden von den Herstellern vorimprägniert.

Sollte nach einigen Jahren Verwendung eine neuerliche Imprägnierung fällig werden (siehe Punkt: „Überprüfung des Imprägnierschutzes“), dann ist man mit der Verwendung von Imprägniersprays am besten beraten.

Aus Gründen des Umweltschutz sollte man jedoch auf Imprägniermittel aus Fluorcarbonen verzichten und auf umweltfreundliche Imprägniermittel aus Paraffinemulsionen, Wachsemulsionen oder notfalls auch auf Imprägnierschutz aus Silikonen zurückgreifen.

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#3 Von innen imprägnieren? Nur außen imprägnieren!

Durch das Imprägnieren wird ein besseres Abperlen von auftreffender Feuchtigkeit erreicht. Die Atmungsaktivität des Zeltstoffes soll erhalten bleiben.

Nässe von außen soll so schnell wie möglich vom Zeltstoff abgeleitet werden, während Kondenswasser, welches durch das Atmen im Innern entsteht, ungehindert nach außen entweichen kann.

Zelte werden daher nie von innen und immer nur auf der Außenseite imprägniert.

#4 Der Imprägniervorgang mit Imprägnierspray

Um eine gleichmäßige Imprägnierung zu erreichen, gehst du mit der Imprägnierspraydose im gleichmäßigen Abstand von ca. 20 bis 30 cm mehrmals und in gleichbleibender Geschwindigkeit über den Zeltstoff.

Dabei ist darauf zu achten, dass du nicht zu lange an einer Stelle verweilst, sondern bestmöglich alle Flächen und Ecken in gleicher Weise abdeckst.

Nach einem Durchgang lässt du das Imprägniermittel einige Stunden einziehen und wiederholst das ganze Prozedere von neuem. Nach etwa 3 bis 4 Wiederholungen sollte ausreichend Imprägnierschutz aufgetragen worden sein.

Hinweis zum gesundheitlichen Aspekt:

Imprägniermittel gehört auf die Textilien und nicht in die Lungen.

Imprägniert wird immer im Freien. Während des Aufsprühen hälst du am besten entweder die Luft an oder du besorgst dir einen Mundschutz. So ein Mundschutz ist Pfennigkram, hält die schädlichen Dämpfe aber zuverlässig von den Lungen fern.

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#4.1 Nassimprägnierung / Flüssigimprägnierung

Nassimprägnierungen oder Flüssigimprägnierungen werden entweder als fertige Emulsion verkauft oder sie müssen vor dem Auftragen mit einem bestimmten Anteil Wasser verdünnt werden.

Bevor du mit dem Imprägniervorgang beginnst, solltest du also unbedingt gründlich die Herstellerangaben durchlesen. Das gilt übrigens nicht nur für die Nassimprägnierung, sondern auch für das Imprägnieren mit der Sprayflasche, für das Imprägnieren in der Waschmaschine und auch für alle anderen Methoden.

Die meisten Flüssigimprägnierungen werden gleichmäßig mit einem Schwamm oder Lappen aufgetragen. Abhängig vom verwendeten Imprägniermittel und den spezifischen Herstellerangaben sowie von der Beschaffenheit des Zeltstoffes kann aber auch eine Tauchimprägnierung in Frage kommen.

Bei dieser Vorgehensweise wird der Zeltstoff komplett ins Imprägniermittel eingetaucht. Die Tauchimprägnierung hat Vor- aber auch Nachteile.

Vorteile der Tauchimprägnierung +

  • Das Imprägniermittel dringt besonders gut und gleichmäßig ins Gewebe ein.

Nachteile der Tauchimprägnierung –

  • Der zu imprägnierende Stoff wird auch auf der Innenseite imprägniert, was nachteilig ist, da man in der Regel nur die Außenseite behandeln sollte.
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#5 Behandlung von Schwachstellen: Nähte und Reißverschlüsse

Bei älteren Zelten können die Nähte mit der Zeit wasserdurchlässig werden. Dann hilft auch keine Imprägnierung mehr.

Eine Imprägnierung hilft nicht, das Zelt wasserdichter zu machen, sondern vielmehr verbessert sie die wasserabweisenden Eigenschaften des Zeltstoffes und trägt dazu bei, die Lebensdauer des Materials zu verlängern.

Sind die Nähte undicht, dann wird es Zeit, sich entweder ein neues Zelt zu kaufen oder man behandelt die Nähte mit Nahtversiegler.

Nahtversiegler in Flüssigform ist beim Kauf eines neuen Zeltes oft in Form eines kleinen Reparaturkit im Lieferumfang enthalten. Wer keinen flüssigen Nahtversiegler besitzt, der bekommt ihn für ein paar Euro in jedem Outdoorshop oder im Onlinehandel.

Andere Bezeichnungen für Nahtversiegler sind Nahtkleber, Reparaturkleber oder Nahtdichter.

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So wird der Nahtkleber aufgetragen:

Den Nahtversiegler trägt man entweder direkt über den Tubenaufsatz (Borstenaufsatz) auf oder mit einem Pinsel. Nach der Versiegelung der Nähte lässt man den Kleber ordentlich austrocknen (Herstellerangaben beachten).

Anschließend können die Nähte imprägniert werden.

Um eine gleichmäßige Imprägnierung zu gewährleisten, sollten die Nähte vor dem Imprägnieren des Zeltes ausgebessert werden.

#6 Die Trocknung der Imprägnierung

Wurde das Zelt mittels Sprühimprägnierung behandelt (was die häufigste und üblichste Methode ist), dann ist ein Zeltstoff an der frischen Luft und bei trockenen Temperaturen bereits nach einer bis max. 2 Stunden komplett getrocknet.

Wurde eine Zeltplane mittels Tauchimprägnierung behandelt, dann kann die Trocknung selbst bei schönem Wetter einen ganzen Tag oder sogar 2 Tage dauern.

Da Zelte beim Sprühimprägnieren aufgebaut sind, lässt man sie auch zum Trocknen montiert stehen. Der Zelteingang kann hierbei geöffnet werden, so dass es von innen gleichzeitig auslüften kann.

Wurde eine Zeltbahn oder ein Tarp imprägniert, dann wird das Tarp oder der Zeltstoff über einer Leine getrocknet. Das Material wird jedoch nur über die Leine gehängt und es werden keine Wäscheklammern verwendet, da die Imprägnierung an den gezwickten Stellen, dort wo sich die Wäscheklammern befanden, sonst Schaden nehmen könnte.

Zum Trocknen aufgehängtes Tarp.
Zum Trocknen aufgehängtes Tarp.

Imprägnier Test mit Imprägniermittel der Marke Presto

Leider steht momentan kein YouTube Video mit einem Test über die Imprägnierung von Zelten zur Auswahl. Im folgenden Video wird das Verdeck eines Cabrio mittels Sprühimprägnierung behandelt.

Auch wenn es im Video nicht um Zelte geht, so ist es für einen ersten Einblick doch recht interessant. Denn prinzipiell ist der Vorgang der gleiche.

Imprägnierung von Tarp und Tarptent

  • Als Tarp wird eine Plane oder Zeltplane bezeichnet, die viele Funktionen erfüllen kann und als Regendach, Hilfszelt oder auch Sonnensegel über verschiedene Fixierpunkte befestigt wird.
  • Als Tarptent bezeichnet man ein einwandiges Planenzelt, das im Vergleich zu einem richtigen Zelt eine sehr einfache (manchmal asymmetrische) Struktur aufweist und ein geringes Eigengewicht besitzt.

Tarptents können genau wie richtige Zelte im aufgebauten Zustand mittels Sprühimprägnierung behandelt werden.

Tarps können entweder im aufgespannten Zustand mittels Sprühimprägnierung behandelt werden oder man besprüht sie, während sie an einer Wäscheleine fixiert sind.

Mein eigenes Baumwolle-Tarp imprägnierte ich vor größeren Unternehmungen immer noch einmal an der Wäscheleine. Hier bleibt es anschließend dann gleich zum Trocknen hängen.

Da Tarps beidseitig verwendet werden, bietet sich hier auch eine Behandlung durch Tauchimprägnierung an.

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Zelt imprägnieren lassen oder selber imprägnieren?

Manche Outdoorläden bieten den Service von Imprägnierungen wie auch Zeltimprägnierungen an. Das Geld kann man sich jedoch sparen. Denn Imprägnieren ist kein Hexenwerk.

Das Imprägnieren kann man leicht selbst erledigen. Wenn du das Imprägnieren selbst übernimmst, dann kannst du dir zudem sicher sein, dass das Zelt auch wirklich ordentlich imprägniert wurde. Denn seine eigenen Sachen behandelt man immer liebevoller als die der anderen.

Ein Zelt sowie jede andere Outdoorausrüstung ist eine sehr persönliche Angelegenheit. Du solltest deine Ausrüstung genau kennen und dich im im besten Fall zu 100 % darauf verlassen können. Und das kannst du eben nur, wenn du genau weißt, was du am Körper, im Rucksack oder auch im Zeltsack mit dir führst.


Imprägnierung von großen Zelten (Familienzelte)

Das Imprägnieren von großen Zelten ist naturgemäß zeitaufwendiger als die Behandlung eines kleinen Trekkingzeltes.

Bei großen Zelten ist es besonders wichtig, vor Beginn ausreichend Imprägniermittel bereitzuhalten, so dass du nach der Hälfte nicht noch einmal losrennen musst, um eine weitere Flasche Sprühimprägnierung kaufen zu müssen, weil während dem Arbeitsvorgang der Vorrat ausging.

Auch Familienzelte oder Partyzelte sollten für die Imprägnierung komplett aufgebaut und sorgfältig gespannt werden. Und natürlich solltest du sie vorher auch gründlich gesäubert haben.


Hausmittel zur Zeltimprägnierung

Neben dem käuflichen Imprägnierschutz stehen auch einige Hausmittel zur Zeltimprägnierung zur Auswahl. Hierbei handelt es sich um Emulsionen, die bereits unsere Großeltern und Vorfahren benutzten, um die wasserabweisenden Eigenschaften von Materialien zu verbessern.

Von der Wirkung sind manche althergebrachten Hausmittel oft ähnlich wie moderne Imprägniermittel aus Paraffinemulsionen, Wachs oder Silikon.

Da Imprägniermittel heute jedoch für wenige Euro erhältlich sind und immer mehr Hersteller die Zeichen der Zeit erkennen und auf umweltfreundliche Imprägniermittel ohne Fluorcarbone setzen, sind Hausmittel zur Imprägnierung von Materialien mittlerweile eher etwas für Romantiker. Zu den bekanntesten Hausmitteln gehört essigsaure Tonerde.

⇒ Hier mehr über essigsaure Tonerde erfahren

Kann man ein Zelt mit Schuhspray imprägnieren?

Moderne Zelte sind oft nicht billig. Sicher kann man mit manchem Schuhspray die wasserabweisenden Eigenschaften von Zelttextilien erhöhen.

In Anbetracht der Tatsache, dass für wenige Euro eine Vielzahl an modernen und hoch effektiven Imprägniermitteln zur Verfügung stehen, sollte man sich jedoch Experimente mit Schuhcreme, Haarspray, Pferdefett, Melkfett, Wachs usw. sparen.

Garantiert bringt das Imprägnieren mit Schuhspray auf lange Sicht mehr Schaden als Nutzen.

Imprägnieren von Zelten in der Waschmaschine?

Besitzt du keine Waschmaschine in Industriegröße, dann erübrigt sich diese Frage von vornherein. Denn kein Zelt passt in eine normale Waschmaschine. Mal abgesehen vom Innenzelt eines kleinen Igluzelt. Aber selbst ein Innenzelt sollte man nicht in der Waschmaschine waschen, da der Waschvorgang den Zeltstoff beschädigen kann.

Da Innenzelte nicht imprägniert werden, sondern nur die Außenflächen von Außenzelten, werden auch Innenzelte (selbst falls sie in die Waschmaschine passen sollten) nicht in der Waschmaschine imprägniert.

Lies auch unsere anderen Artikel übers Imprägnieren:

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5 Idee über “Zelt imprägnieren Anleitung: Ratgeber, Imprägniermittel, Tipps

  1. Ab sagt:

    Liebes OUSUCA Team,
    Wir haben ein altes Baumwollzelt mit Innenzelt. Jetzt ist leider der Zeltboden vom Innenzelt undicht, nachdem es ungefragterweise in der Waschmaschine gewaschen wurde. Es sieht aus, als wäre da mal eine Beschichtung drauf gewesen. Wie bekommen wir den Innenzeltboden wieder dicht? Ist Polyurethanimprägnierung geeignet?

  2. ousuca sagt:

    Die Frage ist, aus welchem Material der Zeltboden des Innenzeltes besteht. Moderne Zeltböden sind aus Kunststoff, absolut wasserundurchlässig und müssen daher nicht imprägniert werden. Ist der Zeltboden eures bejahrten Baumwollzeltes aus einem wasserdurchlässigen Material, welches beschichtet war, dann kann eine Imprägnierung dazu beitragen, die wasserabweisenden Eigenschaften des Materials wieder zu verbessern.

    Polyurethanimprägnierungen, am besten solche ohne Fluorcarbone, wie bspw. Fibertec Green Guard, können eine gute Wahl sein. Vor dem Auftragen muss der Boden jedoch absolut sauber sein und frei von Waschmittel. Also gründlich spülen. Eine andere Alternative kann einfach ein neuer Zeltboden aus Kunststoff sein. Den bekommt man für wenig Geld und der hält ganz sicher dicht. Preislich ist das wahrscheinlich genauso teuer oder billig wie das Imprägniermittel – was ja irgendwann wieder erneuert werden muss.

    • Ab sagt:

      Vielen Dank für die Antwort. Ich muss wohl spezifizieren: Das Zelt ist 100%Baumwolle laut Etikett. Es hat eine Außenhülle und keinen Zeltboden. Da wird nur ein Innenzelt reingehängt. Den Boden des Innenzeltes können wir nicht austauschen, weil dieser fest mit dem Innenzelt vernäht ist. Ein neues Innenzelt gibt es nicht zu kaufen. Also kommen wir ums Imprägnieren nicht rum. Wir lieben unser altes Schätzchen auch ☺️

      • ousuca sagt:

        Das kann ich gut verstehen. An den alten Sachen hängt man. Das kenne ich nur zu gut von meiner eigenen altbewährten Ausrüstung. Dann wird ein neues Imprägnieren wohl die beste Möglichkeit sein, die wasserabweisenden Eigenschaften des Zeltboden zu verbessern. Viel Glück dabei und noch viele schöne Jahre mit eurem Baumwollzelt!

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