Ausführliche Anleitung zum Zelt imprägnieren: Vorgehensweise und Imprägniermittel

Zelt imprägnieren
(Last Updated On: 3. Juni 2017)

Was gibt es beim Zelt imprägnieren zu beachten? Wie oft muss eine Zeltplane imprägniert werden? Welches Imprägniermittel ist empfehlenswert? Muss ich mein Zelt überhaupt imprägnieren? Wie wird richtig imprägniert?

Diese und ähnliche Fragen werden im folgenden Artikel näher beleuchtet! 

Warum Zelt imprägnieren? Zelte sind doch sowieso wasserdicht…

Warum sollte man ein Zelt überhaupt imprägnieren? Ist es nicht so, dass ein Zelt sowieso wasserdicht ist? Denn nicht zuletzt achten wir beim Kauf vor allem darauf, mit welcher Wassersäule und welcher Wasserdichtigkeit ein Zelt angegeben ist.

Abhängig von der Angabe der Wassersäule gilt ein Zelt oder ein Zeltstoff als mehr oder weniger wasserundurchlässig.

Richtwerte für Wasserdichtigkeit von Stoffen nach Deutscher Norm

Gemäss der europäischen Norm DIN EN 343:2010-05 (Schutzkleidung gegen Regen) gilt ein Stoff – nach Klasse 3 – bereits ab 800 mm Wassersäule als wasserdicht. Als wasserdicht nach Klasse 3 gelten Stoffe ab einer Wassersäule von 1300 mm.

Richtwerte für Wasserdichtigkeit von Stoffen nach Schweizer Norm

Was für Deutschland gilt, hat nicht automatisch auch in anderen Ländern Gewicht. So gilt laut der Schweizer Eidgenössischen Material- und Forschungsanstalt (EMPA) in Sankt Gallen ein Stoff erst ab 4000 mm als wasserdicht.

Eine Wassersäule von ca. 2000 mm gilt bei Zelten als absolut ausreichend

Die Wassersäule wird anhand der Dichte des Wassers bestimmt. Da die Dichte von Wasser bereits bei geringsten Temperaturunterschieden deutliche Unterschiede aufweist, kann die Wassersäule nie mit absoluter Gewissheit bestimmt werden. Deshalb wird die Wassersäule in der Bundesrepublik Deutschland seit dem 1. Januar 1978 nicht mehr als gesetzliche Einheit verwendet.

Trotzdem ist sie sinnvoll, um sich ein ungefähres Bild über die Wasserdichtigkeit von Stoffen, Materialien, Kleidungsstücken und natürlich von Zelten machen zu können. Als Richtwert für die Wasserdichtigkeit von Zelten kann man sagen, dass ein Zelt mit einer Wassersäule von ca. 2000 mm Wassersäule als absolut wasserdicht gilt. Mehr ist natürlich immer möglich und nach oben sind keine Grenzen gesetzt.

➡ Mehr Infos über Wasserdichtigkeit & Wassersäule: Bei Wikipedia I Bei ousuca

Nun wissen wir, ab wann ein Zelt als wasserdicht gilt. Aber warum sollten wir den Zeltstoff imprägnieren?

Durch Imprägnierschutz die Haptik verbessern und die Lebensdauer verlängern

Durch das Imprägnieren erreichen wir keine höhere Wasserundurchlässigkeit. Denn mehr als wasserdicht geht nicht. Und wenn ein Zelt mittels der Angabe der Wassersäule als wasserdicht gilt, dann brauchen wir uns auch keine Gedanken über die Wasserdichtigkeit zu machen. Trotzdem sollten wir das Zelt imprägnieren. Denn die Imprägnierung verbessert die Eigenschaften des Zeltstoffes und verlängert sogar die Lebensdauer desselben.

Bei Regen trägt der Imprägnierschutz dazu bei, dass das Wasser schneller von der Zeltoberfläche abfliessen kann. Denn dank des Imprägniermittels kann sich auftreffende Feuchtigkeit nicht auf der Oberfläche halten und perlt sofort ab. So kann sich der Zeltstoff nicht mit Wasser vollsaugen. Das Material bleibt leicht und trocknet nach dem Regen auch schneller als wasserdurchtränkter Stoff.

Mit Wasser vollgesogener und schwerer Zeltstoff hingegen kann an Schwachpunkten wie den Streben oder Spannösen leichter einreissen als leichter Stoff. Die Imprägnierung trägt auch zur Pflege des Stoffes bei. Denn so wird nicht nur Wasser abgehalten, sondern es wird auch Schmutz daran gehindert, ins Gewebe einzudringen. So erhöht der Imprägnierschutz letztendlich auch die Lebensdauer des Zeltes.

Überprüfung des Imprägnierschutzes

Bevor man mit dem Imprägnieren beginnt, sollte man überprüfen, ob das Zelt überhaupt eine Imprägnierung nötig hat. Zelte werden vor dem Verkauf bereits vom Hersteller mit Imprägniermittel behandelt. Ist das Zelt neu, muss man also nicht imprägnieren. Im Gegensatz zu Lederschuhen. Denn diese sollte man nach dem Kauf auf jeden Fall imprägnieren.

➡ Hier mehr über das Imprägnieren von Lederschuhen erfahren

Um herauszufinden, ob ein Zelt imprägniert werden muss oder nicht, stellt man es zuerst auf. Sind die Zeltwände straff gespannt, giesst man etwas Wasser auf den Zeltstoff oder spritzt ihn mit einem Gartenschlauch ab. Hält man den Gartenschlauch auf das Zelt, sollte der Druck aus dem Schlauch jedoch gering sein, so dass man besser sehen kann, wie sich das auftreffende Wasser auf der Zeltoberfläche verhält.

Perlt das Wasser sofort nach dem Auftreffen ab, dann ist der Imprägnierschutz intakt. Fliesst das Wasser nur schlecht vom Stoff ab, dringt in ihn ein und hinterlässt nasse Flecken, dann wird es Zeit, den Imprägnierschutz zu erneuern.

Richtig Imprägnieren in 6 Schritten

1. Zelt reinigen

Bevor man mit dem eigentlichen Imprägnieren beginnt, muss das Zelt gründlich gereinigt werden. Denn in verschmutztem Zeltmaterial kann das Imprägniermittel nicht seine volle Wirkung entfalten. Um sich die Reinigung kurz vor Saisonstart zu vereinfachen, sollte man bereits am Ende der Saison vor dem Wegpacken des Zeltes eine gründliche Reinigung durchführen. Wer im letzten Herbst zu faul war, der hat nun in der neuen Saison mehr Arbeit mit der Reinigung.

Für die Zeltreinigung wird das Zelt im Garten aufgebaut. Wenn es steht, wird zuerst der Zeltboden gesaugt und anschliessend sauber gewischt. Ist das Innenzelt sauber, wird es herausgenommen und draussen auf dem Boden ausgebreitet. Nun wird der Boden des Innenzeltes von unten gesäubert. Hier sammelt sich der meiste Schmutz an.

Ist das Innenzelt sauber, dann werden die Aussenflächen des Überzeltes gereinigt. Hierfür verwendet man am besten einen Schwamm oder Lappen und Wasser mit einem Schuss Spülmittel. Chemische Reiniger sollten vermieden werden. Denn erstens sind sie nicht gut für die Natur, zweitens können sie den Zeltstoff angreifen und nicht zuletzt schaden sie auch unserer Gesundheit. Denn Rückstände chemischer Reiniger können sich im Zeltstoff festsetzen. Wenn wir dann im Zelt schlafen, atmen wir die schädlichen Dämpfe ein.

Nach der Reinigung lässt man das Zelt noch einen Tag gründlich trocknen und auslüften.

Zelt reinigen Videoanleitung:

2. Das richtige Imprägniermittel: Zwischen welchen Zeltmaterialien wird unterschieden?

Für die richtige Wahl des geeigneten Imprägniermittel vergewissern wir uns zuerst über die Beschaffenheit des zu behandelnden Zeltmaterials.

Bei Zelten unterscheiden wir zwischen folgenden Materialien:

  1. Baumwolle: Zelte aus Baumwolle werden heute kaum noch verkauft.
  2. Polyester: Geringe Feuchtigkeitsaufnahme. Hohe UV-Beständigkeit. Hohe Reissfestigkeit.
  3. Polyamid (Nylon): Günstig in der Anschaffung. Geringere UV-Beständigkeit als Polyester. Material dehnt sich bei Nässe aus.
  4. Gore-Tex: Teuer in der Anschaffung. Absolut wasserdicht. Atmungsaktiv. Kein Innenzelt notwendig, da Feuchtigkeit von Innen durch die Atmungsaktivität des Gore-Tex-Materials entweicht.

Die Aussenbeschichtung:

Zelte aus Kunstfaserstoffen wie Polyester oder Polyamid sind in der Regel mit einer Aussenbeschichtung überzogen. Die Aussenbeschichtung besteht oft aus PVC. Auch kommen Silikon und Polyurethan für die Beschichtung in Frage.

2.1 Pflege von Mittelalterzelten, Wikingerzelten, DDR, NVA und Bundeswehrzelten: Was gibt es bei der Imprägnierung von einem Baumwollzelt zu beachten?

Reine Baumwollzelte wie Mittelalterzelte, Wikingerzelte, alte Bundeswehrzelte, DDR Zelte oder alte Militärzelte anderer Herkunft sind mit keinerlei Aussenbeschichtung ausgestattet. Die wasserabweisenden Eigenschaften erhalten diese aus natürlichen Rohstoffen bestehenden Zelte, die heute hauptsächlich von Liebhabern genutzt werden, durch ein besonders engmaschiges Gewebe und durch ein straffes Spannen der Aussenflächen. Als es noch kein künstliches Imprägniermittel  gab, halfen sich die Menschen mit natürlichen wasserabweisenden Mitteln wie essigsaure Tonerde, Teer, Wachs oder Tierfetten.

Absolute Puristen werden auch heute althergebrachte Imprägniermethoden für ihre aus Naturstoffen bestehenden Unterkünfte verwenden. Wer sich das Leben etwas angenehmer gestalten möchte, greift für die Imprägnierung von Baumwollzelten jedoch auf Imprägniermittel auf Wasserbasis zurück. Diese Mittel sind auf Paraffinbasis hergestellt und gelten somit als unbedenklich für Mensch und Umwelt.

➡ Hier mehr über die Zusammensetzungen verschiedener Imprägniermittel erfahren

Emulsionen aus Paraffin sind wasserabweisend, gegenüber zahlreichen Chemikalien reaktionsträge, ungiftig und geruchs- und geschmacksneutral. Laut der Richtlinien der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft zur Angleichung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften für den Umgang mit gefährlichen Stoffen 67/548/EWG gelten Paraffinemulsionen als unbedenklich für Umwelt und Natur.

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2.2 Imprägniermittel für Zelte aus Kunstfaserstoffen und Kunstfaser-Mischgewebe

Zelte aus Kunstfaserstoffen wie Polyester oder Polyamid werden von den Herstellern vorimprägniert. Sollte nach einigen Jahren Verwendung eine neuerliche Imprägnierung fällig werden (siehe Punkt: “Überprüfung des Imprägnierschutzes”), dann ist man mit der Verwendung von Imprägniersprays am besten beraten.

Aus Gründen des Umweltschutz sollte man jedoch auf Imprägniermittel aus Fluorcarbonen verzichten und auf umweltfreundliche Imprägniermittel aus Paraffinemulsionen, Wachsemulsionen oder notfalls auch auf Imprägnierschutz aus Silikonen zurückgreifen.

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3. Von innen imprägnieren? Nur aussen imprägnieren!

Durch das Imprägnieren wollen wir ein besseres Abperlen von auftreffender Feuchtigkeit erreichen, während wir die Atmungsaktivität des Zeltstoffes erhalten wollen. Nässe von aussen soll so schnell wie möglich vom Zeltstoff abgeleitet werden, während Kondenswasser, welches durch das Atmen im Innern entsteht, ungehindert nach aussen entweichen kann.

Zelte werden daher nie von innen und immer nur auf der Aussenseite imprägniert.

4. Der Imprägniervorgang mit Imprägnierspray

Um eine gleichmässige Imprägnierung zu erreichen, geht man mit der Imprägnierspraydose im gleichmässigen Abstand von ca. 20 bis 30 cm mehrmals und in gleichbleibender Geschwindigkeit über den Zeltstoff. Dabei ist darauf zu achten, dass man nicht zu lange an einer Stelle verweilt, sondern tatsächlich alle Flächen und Ecken in gleicher Weise abdeckt.

Nach einem Durchgang lässt man das Imprägniermittel einige Stunden einziehen und wiederholt das ganze Prozedere von neuem. Nach etwa 3 bis 4 Wiederholungen sollte ausreichend Imprägnierschutz aufgetragen worden sein.

Hinweis zum gesundheitlichen Aspekt: 😷

Imprägniermittel gehört auf die Textilien und nicht in die Lungen. Imprägniert wird immer im Freien. Während des Aufsprühen hält man entweder die Luft an oder man besorgt sich in der nächsten Apotheke einen Mundschutz. So ein Mundschutz ist Pfennigkram, hält die schädlichen Dämpfe aber zuverlässig von den Lungen fern.

4.1 Nassimprägnierung / Flüssigimprägnierung

Nassimprägnierungen oder Flüssigimprägnierungen werden entweder als fertige Emulsion verkauft oder man muss sie vor dem Auftragen mit einem bestimmten Anteil Wasser verdünnen. Bevor man mit dem Imprägniervorgang beginnt, sollte man also unbedingt gründlich die Herstellerangaben durchlesen. Das gilt übrigens nicht nur für die Nassimprägnierung, sondern auch für das Imprägnieren mit der Sprayflasche, in der Waschmaschine und auch für alle anderen Methoden.

Die meisten Flüssigimprägnierungen werden gleichmässig mit einem Schwamm oder Lappen aufgetragen. Abhängig vom verwendeten Imprägniermittel und den spezifischen Herstellerangaben sowie von der Beschaffenheit des Zeltstoffes kann aber auch eine Tauchimprägnierung in Frage kommen. Bei dieser Vorgehensweise wird der Zeltstoff komplett ins Imprägniermittel eingetaucht. Diese Methode hat Vor- aber auch Nachteile.

Vorteile der Tauchimprägnierung 👍

  • Das Imprägniermittel dringt besonders gut und gleichmässig ins Gewebe ein.

Nachteile der Tauchimprägnierung👎

  • Der zu imprägnierende Stoff wird auch auf der Innenseite imprägniert, was nachteilig ist, da man in der Regel nur die Aussenseite behandeln sollte.

5. Behandlung der Schwachstellen: Nähte und Reissverschlüsse

Bei älteren Zelten können die Nähte mit der Zeit wasserdurchlässig werden. Dann hilft auch keine Imprägnierung mehr. Denn wie wir ja bereits feststellten, hilft die Imprägnierung nicht, das Zelt wasserdichter zu machen, sondern vielmehr verbessert sie seine wasserabweisenden Eigenschaften und trägt dazu bei, die Lebensdauer des Stoffes zu verlängern.

Sind die Nähte undicht, dann wird es Zeit, sich entweder ein neues Zelt zu kaufen oder man behandelt die Nähte mit Nahtversiegler. Nahtversiegler in Flüssigform ist beim Kauf eines neuen Zeltes oft in Form eines kleinen Reparaturkit im Lieferumfang enthalten. Wer keinen flüssigen Nahtversiegler besitzt, der bekommt ihn für ein paar Euro in jedem Outdoorshop oder im Onlinehandel. Andere Bezeichnungen für Nahtversiegler sind Nahtkleber, Reparaturkleber oder Nahtdichter.

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So wird der Nahtkleber aufgetragen:

Den Nahtversiegler trägt man entweder direkt über den Tubenaufsatz (Borstenaufsatz) auf oder mit einem Pinsel. Nach der Versiegelung der Nähte lässt man den Kleber ordentlich austrocknen (Herstellerangaben beachten) und anschliessend können die Nähte imprägniert werden.

Um eine gleichmässige Imprägnierung zu gewährleisten, sollten die Nähte vor dem Imprägnieren des Zeltes ausgebessert werden.

6. Die Trocknung

Wurde das Zelt mittels Sprühimprägnierung behandelt (was die häufigste und üblichste Methode ist), dann ist ein Zeltstoff an der frischen Luft und bei trockenen Temperaturen bereits nach einer bis max. 2 Stunden komplett getrocknet.

Wurde eine Zeltplane mittels Tauchimprägnierung behandelt, dann kann die Trocknung selbst bei schönem Wetter einen ganzen Tag oder sogar 2 Tage dauern.

Da Zelte beim Sprühimprägnieren aufgebaut sind, lässt man sie auch zum Trocknen montiert stehen. Der Zelteingang kann hierbei geöffnet werden, so dass es von innen gleichzeitig auslüften kann.

Wurde eine Zeltbahn wie bspw. ein Tarp oder Tarptent imprägniert, dann wird das Tarp über einer Leine getrocknet. Es wird jedoch nur über die Leine gehangen und es werden keine Wäscheklammern verwendet, da die Imprägnierung an den gezwickten Stellen, dort wo sich die Wäscheklammern befanden, sonst Schaden nehmen könnte.

Imprägnier Test mit Imprägniermittel der Marke Presto

Leider steht momentan kein YouTube Video mit einem Test über die Imprägnierung von Zelten zur Auswahl. Im folgenden Video wird das Verdeck eines Cabrio mittels Sprühimprägnierung behandelt. Auch wenn es im Video nicht um Zelte geht, so ist es für einen ersten Einblick doch recht interessant. Denn prinzipiell ist der Vorgang der gleiche.

Imprägnierung von Tarp und Tarptent

  • Als Tarp wird eine Plane oder Zeltplane bezeichnet, die viele Funktionen erfüllen kann und als Regendach oder Hilfszelt über verschiedene Fixierpunkte befestigt wird.
  • Als Tarptent bezeichnet man ein einwandiges Planenzelt, das im Vergleich zu einem richtigen Zelt eine sehr einfache (manchmal asymmetrische) Struktur aufweist und ein geringes Eigengewicht besitzt.

➡ Hier mehr über Tarps und Tarptents erfahren

Tarptents können genau wie richtige Zelte im aufgebauten Zustand mittels Sprühimprägnierung behandelt werden.

Tarps können entweder im aufgespannten Zustand mittels Sprühimpärgnierung behandelt werden oder man besprüht sie, während sie an einer Wäscheleine fixiert sind. Mein eigenes Baumwolle-NVA-Tarp imprägnierte ich vor grösseren Unternehmungen immer noch einmal an der Wäscheleine. Hier bleibt es anschliessend dann gleich zum Trocknen hängen.

Da Tarps beidseitig verwendet werden, bietet sich hier auch eine Behandlung durch Tauchimprägnierung an.

Imprägnieren lassen oder selber imprägnieren?

Sicher kann man sein Zelt in manchem Outdoorläden auch imprägnieren lassen. Das Geld kann man sich aber sparen. Denn Imprägnieren ist kein Hexenwerk. Man kann es leicht selbst erledigen. Und ausserdem kann man sich – hat man sein Zelt selbst behandelt – so gewiss sein, dass das Zelt auch wirklich ordentlich imprägniert wurde. Denn seine eigenen Sachen behandelt man immer liebevoller als die der anderen.

Ein Zelt sowie jede andere Outdoorausrüstung ist eine sehr persönliche Angelegenheit. Man sollte seine Ausrüstung genau kennen und sich im Notfall 100% darauf verlassen können. Und das kann man eben nur, wenn man genau weiss, was man am Körper und im Rucksack oder auch im Zeltsack mit sich führt.

Imprägnierung von grossen Zelten (Familienzelte)

Imprägnieren von Igluzelten, grossen Zelten, Familienzelten.

Das Imprägnieren von grossen Zelten ist naturgemäss zeitaufwendiger als die Behandlung eines Zweimannzeltes. Hier ist es besonders wichtig, vor Beginn ausreichend Imprägniermittel bereitzuhalten, so dass man nach der Hälfte nicht noch einmal losrennen muss, um eine weitere Flasche Sprühimprägnierung kaufen zu müssen, weil während dem Arbeitsvorgang der Vorrat ausging.

Auch hier sollte das Zelt für die Imprägnierung komplett aufgebaut und sorgfältig gespannt sein. Und natürlich sollte man es vorher auch gründlich gesäubert haben.

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Hausmittel zur Zeltimprägnierung

Neben dem käuflichen Imprägnierschutz stehen auch einige Hausmittel zur Zeltimprägnierung zur Auswahl. Hierbei handelt es sich um Emulsionen, die bereits unsere Grosseltern und Vorfahren benutzten, um die wasserabweisenden Eigenschaften von Materialien zu verbessern. Von der Wirkung sind manche althergebrachten Hausmittel oft ähnlich wie moderne Imprägniermittel aus Paraffinemulsionen, Wachs oder Silikon.

Da Imprägniermittel heute jedoch für wenige Euro erhältlich sind und immer mehr Hersteller die Zeichen der Zeit erkennen und auf umweltfreundliche Imprägniermittel ohne Fluorcarbone setzen, sind Hausmittel zur Imprägnierung von Materialien mittlerweile eher etwas für Romantiker. Zu den bekanntesten Hausmitteln gehört essigsaure Tonerde.

➡ Hier mehr über essigsaure Tonerde erfahren

Kann man ein Zelt mit Schuhspray imprägnieren?

Moderne Zelte sind oft nicht billig. Sicher kann man mit manchem Schuhspray die wasserabweisenden Eigenschaften von Zelttextilien erhöhen. In Anbetracht der Tatsache, dass für wenige Euro eine Vielzahl an modernen und hoch effektiven Imprägniermitteln zur Verfügung stehen, sollte man sich jedoch Experimente mit Schuhcreme, Haarspray, Pferdefett, Melkfett, Wachs usw. sparen. Garantiert bringt das Imprägnieren mit Schuhspray auf lange Sicht mehr Schaden als Nutzen.

Imprägnieren in der Waschmaschine?

Besitzt man keine Waschmaschine in Industriegrösse, dann erübrigt sich diese Frage von vornherein. Denn kein Zelt passt in eine normale Waschmaschine. Mal abgesehen vom Innenzelt eines kleinen Igluzelt. Aber selbst ein Innenzelt sollte man nicht in der Waschmaschine waschen, da der Waschvorgang den Zeltstoff beschädigen kann. Da Innenzelte nicht imprägniert werden, sondern nur die Aussenflächen von Aussenzelten, werden auch Innenzelte (selbst falls sie in die Waschmaschine passen sollten) nicht in der Waschmaschine imprägniert.

 

  • Titelbild: https://pixabay.com/de/camping-zelt-natur-mädchen-frau-691424/

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