Lederschuhe richtig imprägnieren – So gehts! – Anleitung

Lederschuhe imprägnieren
(Last Updated On: 13. Dezember 2017)

Lederschuhe imprägnieren gleich nach dem Kauf oder später? Sollten die Lederschuhe besser imprägniert oder gefettet werden?

Kann man Lederschuhe mit Haarspray imprägnieren? Antworten auf solche und ähnliche Fragen findest du in diesem Artikel.

Lederschuhe lieber imprägnieren oder fetten?

Schuhmacher und Gürtler empfehlen, nicht zwischen Imprägnieren oder Fetten an sich zu entscheiden, sondern lieber die richtige Reihenfolge zu beachten.

Denn um eine bestmögliche Wasserresistenz zu erzielen, sollten Lederschuhe vor allem imprägniert sein, können aber bei Bedarf zusätzlich auch gefettet werden.

Erste Pflege nach dem Kauf neuer Lederschuhe

Beginnen wir ganz von vorn. Und zwar gleich nach dem Kauf. Wenn du eben neue Lederschuhe erworben hast und lange deine Freude daran haben willst, dann solltest du die Schuhe vor dem ersten Gebrauch imprägnieren. Die meisten Lederschuhe werden bereits vom Hersteller imprägniert.

Da man aber bei der Herstellung nicht dabei war, weiss man es nicht genau. Deshalb solltest du in dieser Hinsicht auf Nummer sicher gehen und selbst imprägnieren. Denn wenn Lederschuhe Nässe abbekommen, bevor sie das erste Mal imprägniert wurden, dann kann es passieren, dass man diese Schuhe nie wieder richtig wasserdicht bekommt.

Es versteht sich von selbst, dass Lederschuhe sowieso nicht dafür benutzt werden sollten, um damit Flusswanderungen durchzuführen oder in Pfützen herumzuspringen. Leder ist und bleibt ein natürlicher Rohstoff (es sei denn es handelt sich um Kunstleder) und ist deshalb anfälliger als synthetische Materialien. Nässe wie etwa durch Regen müssen imprägnierte Lederschuhe aber trotzdem abhalten können und auch ein komplettes Durchweichen sollten sie ohne bleibende Schäden überstehen.

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Lederschuhe imprägnieren und dann fetten

Glaubt man Schuhmachern, dann sieht die Reihenfolge bei der Pflege von Lederschuhen so aus: Erst imprägnieren und anschliessend fetten!

Bevor man mit dem Imprägnieren beginnt, müssen die Schuhe sauber und trocken sein. Erst dann wird das Imprägnierspray aufgetragen. Imprägniert wird entweder draussen oder in einem gut durchlüfteten Raum.

Beim Imprägnieren von Bekleidung gilt, dass diese während des Imprägniervorgangs mit der Sprühflasche am besten auf dem Boden liegen sollte, da sonst (falls die Bekleidung z.B. an einer Leine hängt) zu viel vom Sprühnebel verloren gehen kann. Das ist vor allem dann der Fall, wenn man draussen imprägniert, während der Wind geht. Da Schuhe sowieso auf dem Boden stehen und man von oben sprüht, gelangt das Imprägniermittel aus der Dose gut und grossflächig aufs Leder.

Richtig imprägnieren: Der Imprägniervorgang

Bevor man ans Werk geht, kann es nichts schaden, sich die Bedienungsanleitung auf der Sprühdose noch einmal anzusehen. Ganz sicher wird dort stehen, dass man die Dämpfe während des Imprägniervorgangs nicht einatmen soll. Daran sollte man sich halten, wenn einem die eigene Gesundheit lieb ist. Imprägniermittel gehört auf die Schuhe und nicht in die Lungen.

In den meisten Fällen muss die Dose vor dem Gebrauch geschüttelt werden. Anschliessend sprüht man das Imprägniermittel gleichmässig aus ca. 30 cm Entfernung auf die Schuhe. Mit dem Imprägnieren aus der Sprühflasche verhält es sich ähnlich wie mit dem Besprühen eines Gegenstandes mit Lackfarbe.

Man geht gleichmässig und langsam einmal über die gesamte Oberfläche und dann wartet man eine Weile, um das Ganze noch einmal zu wiederholen. Nach ca. 15 Minuten sprüht man eine weitere Lage Imprägniermittel aufs Leder. Nach 3 bis 4 Durchgängen ist die Imprägnierung abgeschlossen und die Schuhe werden eine bis mehrere Stunden stehengelassen, so dass das Imprägniermittel gut ins Leder einziehen und trocknen kann.

📌 Tipp Um zu gewährleisten, dass die Partikel des Imprägnierwachs gut in die Poren eindringen, kann man nach dem Aufsprühen das Imprägniermittel zusätzlich mit einem alten Nylonstrumpf ins Leder einreiben.

Nach dem Imprägnieren: Welches Fett für Lederschuhe?

Ist der Imprägniervorgang abgeschlossen und das Imprägniermittel vollständig eingezogen und getrocknet, dann kann der Lederschuh zusätzlich gefettet werden. Das Imprägniermittel hilft, das Wasser vom Schuh abzuhalten. Die Pflegecreme pflegt das Leder. Aber welches Fett ist das richtige?

Egal ob pigmentierte Glattleder oder Anilinleder (grossporiges Oberleder). Mit einem handelsüblichen, farblosen Schuhfett (meist Pferdefett) ist man immer gut beraten. Wer Schuhe mit farbigem Leder hat, kann auch ein farbiges Schuhfett verwenden. Der Hauptinhaltsstoff (das Fett) bleibt auch hier der gleiche.

Lederschuhe richtig pflegen
Einfaches Pferdefett hat sich bei der Pflege von Lederschuhen bewährt.

Lederschuhe wie oft fetten?

Wer seine Lederschuhe oft trägt und auch bei allen Wetterverhältnissen, der muss ihnen mehr Pflege zukommen lassen, als jemand, der sie nur sporadisch anzieht. Grundsätzlich gilt, dass einmal Fetten pro Woche bei Lederschuhen völlig ausreichend ist.

Wer über seine Schuhe alle 2 Wochen mit einem fettigen Lappen geht, der ist auch noch auf der sicheren Seite. Werden die Lederschuhe als Trekkingschuihe verwendet und ist man mit ihnen auf härteren Touren unterwegs, dann sollten sie nach jeder Route gesäubert und gefettet werden.

Lederschuhe wie oft imprägnieren?

Eine Imprägnierung hält nicht ewig. So sollte sie von Zeit zu Zeit aufgefrischt werden. Um herauszufinden, ob die Schuhe eine neue Imprägnierung nötig haben, kann man ganz einfach testen, ob der Imprägnierschutz noch aktiv ist oder erneuert werden muss.

So findest du heraus, ob der Imprägnierschutz noch aktiv ist:

Giesse etwas Wasser über die Schuhe und überprüfe, wie das Leder darauf reagiert. Perlt das Wasser in Tropfenform vom Leder ab, dann ist der Imprägnierschutz noch aktiv. Verteilt es sich jedoch auf dem Leder oder zieht sogar ein und hinterlässt dunkle Flecken, dann wird es höchste Zeit für eine neue Imprägnierung.

Pflege nach komplettem Durchnässen

Wurden die Lederschuhe auf einer Trekkingtour hart in die Mangel genommen und im schlimmsten Fall sogar durchgeweicht, weil es plötzlich anfing mit Regnen oder weil man aus Versehen in eine Pfütze trat, dann werden die Schuhe zuerst einmal zum Trocknen gestellt.

Ist die Heizung nicht zu heiss, dann können die Schuhe zum Trocknen darauf gelegt werden. Das Schuhinnere wird mit Zeitungspapier ausgestopft. Und zwar bis vor in die Schuhspitze. So saugt das Papier nicht nur die Nässe aus dem Inneren heraus, sondern hilft auch gleichzeitig durch den Druck von innen aufs Leder, die Form des Schuhs zu bewahren.

Sind die Schuhe vollständig trocken, dann kann man den Test machen, ob die Imprägnierung noch aktiv ist. Perlt das Wasser vom Leder ab, dann ist alles OK. Dringt Nässe ins Leder und bildet schwarze Flecken, dann werden die Schuhe neu imprägniert. Nach dem Imprägnieren können die Lederschuhe dann noch mit Fett eingecremt werden.

Lederschuhe mit Haarspray imprägnieren

Angenommen man ist in der Wildnis und hat kein Imprägnierspray aber dafür Haarspray dabei, dann kann das Besprühen der Schuhe mit dem Haarspray einen kurzzeitigen Schutz bieten. Haarspray ist aber wasserlöslich und der Schutz gegen die Nässe wird daher nur von geringer Dauer sein. Da es Imprägnierspray in allen Variationen und Preisklassen einfach zu kaufen gibt, sollte man das Haarspray lieber für die Haare verwenden.

Das richtige Imprägnierspray

Hier eine Auswahl an Imprägniersprays

Richtige Aufbewahrung von Schuhen

Trägt man die Schuhe längere Zeit nicht, dann werden sie in solch einem Zustand aufbewahrt, dass sie beim nächsten Einsatz sofort wieder angezogen werden können. Dass wir Schuhe längere Zeit nicht benutzen ist z.B. der Fall, wenn die Winterschuhe gegen die Sommerschuhe ausgetauscht werden.

Vor dem Einlagern werden die Schuhe gesäubert und eingecremt. Anschliessend spannt man sie auf, so dass sie über einen längeren Zeitraum ihre Form bewahren. Wer keinen Schuhspanner hat, kann die Schuhe auch mit etwas Zeitungspapier oder mit einem Textilfetzen ausstopfen. Um die Lederschuhe gegen Staub zu schützen, werden sie am besten in einem Karton aufbewahrt. Plastikbeutel sind für die Aufbewahrung ungeeignet, da die Schuhe darin schwitzen könnten und die entstehende Nässe im schlimmsten Fall sogar Schimmel verursachen könnte.

Imprägnieren oder Fetten?

Die Schuhe sollten gleich nach dem Kauf imprägniert werden. Und zwar nicht nur, um sie dadurch resistent gegen Wasser zu bekommen. Sondern auch, weil die Imprägnierung durch die Verschliessung der Poren den Schmutz fern hält und somit dazu beiträgt, die Langlebigkeit der Schuhe zu erhöhen. Sind die Schuhe imprägniert, dann erübrigt sich im Prinzip ein zusätzliches Fetten. Denn auch das Imprägnierwachs pflegt das Leder.

Wer möchte, kann seine Lederschuhe jedoch auch nach dem Imprägnieren mit Schuhcreme pflegen und noch etwas mehr Glanz herauskitzeln.

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