Natur-Survival vs. Urban-Survival

Urban Survival vs. Natur Survival.

In diesem kurzen Artikel beantworten wir einige Fragen rund um das Thema Survival. Beleuchtet werden die Bereiche Natur-Survival und Urban-Survival sowie Möglichkeiten, Survival-Training in den Alltag zu integrieren.

Fragen und Antworten zum Thema Survival:

Was heißt Survival?

Survival heißt Überleben. Im Großen und Ganzen unterteilt sich Survival in zwei Hauptkategorien, die sich dann wieder in weitere Unterkategorien teilen:

I. Survival in der Natur

Überleben durch antrainierte Fähigkeiten <–> Überleben durch Vorratsanlegung

II. Urban Survival

Überleben durch antrainierte Fähigkeiten <–> Überleben durch Vorratsanlegung

Die zwei genannten Punkte haben eines gemeinsam: Egal ob beim Survival in der Natur oder beim Urban Survival. Durch regelmäßiges Survival Training werden wir besser auf beiden Gebieten.

NATUR-SURVIVAL

Natur-Survival durch antrainierte Fähigkeiten

Der Begriff Survival ist in vielerlei Hinsicht weit dehnbar. Im privaten Bereich kann es bedeuten, eine Nacht allein oder mit Freunden nur mit dem Nötigsten draußen zu schlafen. Oder nur mit den greifbaren Materialien aus der Natur ein Feuer zu entfachen und einen geeigneten Unterschlupf oder ein Lager zu errichten. Oder sich von Pflanzen, Insekten oder (bei Besitz der entsprechenden Befugnisse) auch von anderen Tieren zu ernähren.

In militärischer Hinsicht geht es beim Survival dann zusätzlich um physisches und psychisches Durchhaltevermögen in Extremsituationen, waffenlosen Nahkampf und den effektiven Einsatz von Behelfswaffen, Gebrauch von Ausrüstung und Notausrüstung, das Orientieren mit Kompass und anderen Hilfsmitteln, Beschaffung von Notnahrung aus der Natur sowie Fischfang, Feuermachen mit Behelfsmitteln und das Errichten je nach Jahreszeit und Witterung abhängiger Behelfsunterkünfte.

Beim Natur-Survival spricht man auch von Bushcraft.

Natur-Survival durch Vorratsanlegung

Beim Urban-Survival kommt die Vorratsanlegung meist erst nach der Sicherung der Grundbedürfnisse – siehe Maslowsche Bedürfnispyramide. (Es sei denn, man ist ohne festen Wohnsitz auf der Straße unterwegs).

Beim Survival in der Natur aber sind die Übergänge fließend. Wer ohne Nahrung durch die Natur trekkt, hält ganz natürlich, wie bereits die Ur- und Naturvölker oder später die Trapper Nordamerikas, nach Essbarem Ausschau, was er dann entweder direkt verzehrt oder im Rucksack mitnimmt.

Hat er einen festen Lagerplatz, so wird er Nahrungsmittelvorräte anlegen. Wenn die Gegend karg ist und er nur sehr wenig findet, so wird er umso erfinderischer in der Nahrungssuche und sehr sparsam mit seinen Ressourcen umgehen, um sein Überleben langfristig zu sichern, so gut es eben geht.

Naturgemäß wird in den Frühlings-, Sommer-, bis Herbstmonaten soviel eingelagert wie möglich, so daß man im Winter – wenn die Natur nichts oder kaum noch etwas zu bieten hat – ausreichend Vorräte im Lager hat.

URBAN-SURVIVAL

Urban-Survival durch antrainierte Fähigkeiten

Urban-Survival heißt, sich in Städten und belebten Gebieten das Überleben zu sichern. Das tun wir natürlich bereits täglich, indem wir unserer Arbeit nachgehen und Geld verdienen, um uns so unseren Lebensstandard aufrechtzuerhalten oder zu verbessern. Denn der Mensch strebt ständig nach Verbesserung.

Selbst beim Survival in der Natur sind wir immer danach bemüht, auch mit geringsten Hilfsmitteln unser Lager so bequem wie möglich zu gestalten. Und selbst wenn wir uns nur von Pflanzen und Insekten ernähren, so sind wir doch immer darauf erpicht, diese so schmackhaft wie möglich anzurichten.

In Städten ohne Ressourcen unterwegs

Wer in Städten ohne Ressourcen unterwegs ist. Das heißt, wer sein Haus in seinem Rucksack auf dem Rücken mit sich trägt, draußen schläft und sich auch seine Lebensmittel nicht aus der Natur pflücken, sondern sie sich im urbanen Gelände beschaffen muss, der wird Mittel und Wege finden müssen, um sich auch im Betonwald das Überleben zu sichern.

Lagerplätze lassen sich leicht finden in Abrisshäusern, leerstehenden Wohnungen, auf unbelebten Plätzen, etc. Nahrungsmittel kann man sich im absoluten Notfall aus Containern vor Supermärkten besorgen, auf Märkten nach angeschlagenem Obst fragen oder Stundenjobs annehmen, um etwas Kleingeld zu verdienen (solange nicht alle Infrastrukturen zusammengebrochen sind), mit dem man sich dann etwas zu Essen kaufen kann.

Selbstverteidigungstechniken

Sir Vival® Rüdiger Nehberg redete bereits in den Neunzigern, als er das Thema Survival nach Deutschland importierte, vom „Feind Mensch“.

Wer allein in der Natur unterwegs ist, muss sich über vieles Gedanken machen. Und auch wilde Tiere, unliebsame Insekten, usw. können einem einen Strich durch die Rechnung machen. Kein Tier ist jedoch so gefährlich, wie der Mensch.

In hiesigen Gefilden leben wir ein angenehmes und prächtiges Leben. In anderen Regionen der Welt jedoch kann es unter Umständen gefährlich werden, wenn man seinen Schlafsack irgendwo ausbreitet, wo es einem anderen nicht passt. Dann ist es gut, einige Selbstverteidigungstechniken zu beherrschen. Wer in dieser Hinsicht noch Nachhilfebedarf hat, kann Hilfsmittel wie Pfefferspray oder Elektroschockgeräte mit sich führen.

Urban durch Vorratsanlegung (Prepping)

Die Vorratsanlegung bezieht sich beim Urban-Survival auf die Lagerung von Ressourcen für die Überbrückung möglicher Krisensituationen. Dafür muss wiederum zuerst einmal die Grundsicherung (Maslowsche Bedürfnispyramide) vorhanden sein. Also, man hat ein eigenes Haus, eine Wohnung oder zumindest einen überdachten und halbwegs gesicherten Lagerplatz. Ist diese Basis vorhanden, dann kann man Vorräte anlegen, um für mögliche Krisensituationen gewappnet zu sein.

Hinsichtlich der Vorratsanlegung beim Survival spricht man auch vom Prepping.

Mögliche Krisensituationen können Folgendes sein:

  • Naturkatastrophen
  • Anhaltender Stromausfall
  • Vorübergehender Zusammenbruch staatlicher Infrastruktur

Um die Dauer möglicher Engpässe überbrücken zu können, ist es empfehlenswert, immer einen gewissen Vorrat an Grundnahrungsmitteln, hygienischen Artikeln und lebenssichernden Utensilien im Haus zu haben.

Mehr hinzu findest du in unserem Artikel über Prepping.

SURVIVAL-URLAUB

Hier lässt sich das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden.

Jeder sollte sich schon einmal in seinem Leben mit Survival auseinandergesetzt haben und auch ein paar grundlegende Survival-Techniken beherrschen.

So fällt man bei Stromausfall nicht aus allen Wolken und weiß aufgrund gelebter Erfahrung, daß auch ohne Elektroherd oder fließendes warmes Wasser nicht gleich die Welt untergeht.

Ein Survival-Urlaub kann einfach ein Trekking-Urlaub sein oder auch nur ein Campingausflug bei dem man sich ein wenig mit Survival auseinandersetzt. Und sei es nur beim Entfachen des Barbecues, wenn man die Holzkohle anstatt mit einem Feuerzeug mit einem Magnesiumstein entzündet. Das macht Spaß und ist leicht zu integrieren.

Wer einen richtigen SurvivalUrlaub machen möchte, der kann ein Wochenende oder auch länger in einem Survival-Camp verbringen und sich dort von erfahrenen Survival-Trainern die besten Überlebensstrategien und Überlebenstricks näher bringen lassen.

SURVIVAL-TRAINING

Survival-Training kann man leicht und gratis in seinen Alltag integrieren. Das Gute am Survival-Training ist genau wie beim Outdoor-Sport (wo teilweise die Grenzen fließend sein können), daß man dafür kein Fitnessstudio braucht. Man muß nur herauszugehen und kann es überall praktizieren.

Bruce Lee schrieb im Jeet Kune Do, daß man seinen Körper wie ein Werkzeug behandeln sollte. Ein Werkzeug will ständig gepflegt, gewartet und geschliffen werden. Survival-Training beginnt bereits morgens nach dem Aufstehen, indem wir sportlich den Tag beginnen, uns ausgewogen ernähren und somit unseren Körper als Werkzeug fit halten.

Weiterhin sollten wir uns auch geistig fit halten. Lesen. Kreativ Wirken. Unsere Komfortzone hin und wieder verlassen, um unsere Fähigkeit zu schulen, auch in ungewissen und unvorbereiteten Situationen die Kontrolle zu behalten.

Denn auch die beste Vorratslagerung ist keinen Pfifferling wert, wenn das Haus abbrennt oder überflutet wird. Dann helfen uns nur noch unsere antrainierten Fähigkeiten aus der Patsche.

Folge Mike

Mike Lippoldt

Über den Autor: Mike ist Gründer von ousuca. Nach zahlreichen Reisen wanderte Mike als Jugendlicher mit dem Fahrrad nach Spanien aus und erschuf sich hier von Null an eine neue Existenz. Über seine Abenteuer und den kalten Sprung in ein neues Leben schrieb er ein Buch.
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