Mit diesen Tipps ist es möglich, dich an der Windrichtung zu orientieren!

Kennst du besonders starke oder gut erkennbare Winde aus bestimmten Windrichtungen in definierten Gebieten, dann kannst du hierüber die Himmelsrichtungen bestimmen.

Themenübersicht:

  1. Voraussetzungen
  2. Orientierung nach Windrichtung in Deutschland
  3. Orientierung nach Windrichtung am Äquator
  4. Orientierung an Ostwind und Westwind
  5. Alternativen

Voraussetzungen

Um dich nach der Windrichtung orientieren zu können, musst du wissen, aus welcher Richtung der Wind in einem bestimmten Moment weht.

Das kling logisch. Jedoch ist es nicht einfach herauszufinden, wenn du die jahreszeitlich üblichen Wetterbedingungen und die topografischen Verhältnisse vor Ort nicht kennst.

Es reicht also nicht, in irgendeinem dir unbekannten Gebiet und ohne Vorkenntnisse zu den dort herrschenden Wetterbedingungen und Wettervorraussetzungen einfach den angeleckten Finger in den Wind zu halten.

Das klappt vielleicht in Indianerfilmen. In der Realität jedoch funktioniert das nur, wenn du auch weißt, aus welcher Richtung der Wind in genau diesem Moment weht.

Bist du vor allem immer im gleichen Gebiet unterwegs, dann kannst du es schnell lernen, dich am Wind zu orientieren. Vorausgesetzt natürlich, dass die Winde dort stark genug und zuverlässig wehen.

Um dich nach dem Wind orientieren zu können, musst du die vorherrschenden Windbedingungen in deinem Aufenthaltsgebiet kennen.

Orientierung nach Windrichtung in Deutschland

In Mitteldeutschland kann die Orientierung nach Windrichtung unter Umständen etwas schwieriger ausfallen als in anderen Teilen der Erde. Lebst du in Hamburg oder irgendwo anders an der Nordküste, dann kann es schon leichter sein, hier die Orientierung nach dem Wind zu finden.

In der Region Hamburg bläst der Wind das ganze Jahr über vor allem aus der Westrichtung. Die genaue Himmelsrichtung kann von Monat zu Monat etwas variieren. Einmal bläst er aus West dann aus Südwest, Westnordwest, Westsüdwest oder Südsüdwest. Im Allgemeinen kommt er jedoch meist aus irgendeiner Westrichtung.

Hast du dich irgendwo im Flachland im Landesinneren von Hamburg verlaufen, dann könntest du also notfalls auch über die Windrichtung die grobe Himmelsrichtung herausfinden.

Orientierung nach Windrichtung am Äquator

Befindest du dich in Äquatornähe, dann sind zur Orientierung nach Windrichtung vor allem die Passatwinde von Interesse. Diese wehen am stärksten am Äquator bis zum 30. nördlichen und bis zum 30. südlichen Breitengrad.

Wenn du den Passatwind als Orientierungshilfe nutzen möchtest, dann musst du beachten, dass dieser oberhalb und unterhalb der Äquatorachse in entgegengesetzter Richtung verläuft.

Die Hauptwindrichtungen der Passatwinde:

  • Nordost-Passat auf der Nordhalbkugel
  • Südost-Passat auf der Südhalbkugel

Eselsbrücke zu den Passatwinden:

Nordost im Norden – Südost im Süden.

Map prevailing winds on earth KVDP / Public domain

Orientierung an Ostwind und Westwind

In Andalusien in Südspanien funktioniert die Orientierung am Wind besonders gut. Vor allem im windreichen Tarifa bläst das ganze Jahr über beständig der Ostwind.

Dieser Ostwind wird in Andalusien als Levante bezeichnet. Der Levante bringt warme bis heiße Luft und kann Windstärken von über 110 kmh erreichen. Die Surfer nutzen den Levante für ihre Wasseraktivitäten.

Auch du kannst dir den Levante zunutze machen und dich an ihm orientieren. Da er beständig von Osten nach Westen weht, ist das auch deutlich an der Vegetation zu erkennen. In Küstennähe kannst du sogar riesige Sanddünen entdecken, die über die Jahrhunderte durch den Levante aufgeweht wurden.

Das Pendant zum Levante ist der Poniente. Hierbei handelt es sich um einen schwächeren Westwind. Dieser ist jedoch sehr einfach vom Levante zu unterscheiden. Denn der Poniente bringt deutlich kältere Luftmassen mit sich.

Unterscheidung Ostwind und Westwind in Südspanien:

  • Levante (Ostwind): stark, warm bis heiß
  • Poniente (Westwind): etwas schwächer und kühlere Luftmassen
Durch Ostwind aufgewehte Sanddüne in Tarifa, Andalusien.
Durch Ostwind aufgewehte Sanddüne in Tarifa, Andalusien.

Alternative Orientierungsmöglichkeiten

Alternativen zur Orientierung im Überblick:

Orientierung: Der komplette Ratgeber

  1. Orientierung im Gelände
  2. Orientierung nach Sonne
  3. Orientierung nach Sternen
  4. Orientierung mit GPS
  5. Orientierung mit Fernglas
  6. Orientierung in der Stadt
  7. Orientierung mit Kompass
  8. Nützlich: Kompass selber bauen

Fragen und Antworten

Kann man anhand der Windrichtung die Himmelsrichtung bestimmen?

Ja, das funktioniert. Damit du jedoch über den Wind die Himmelsrichtung bestimmen kannst, musst du die herrschenden Windverhältnisse zu bestimmten Jahreszeiten in deinem Aufenthaltsgebiet kennen.

Wie funktioniert die Orientierung nach Windrichtung?

Kennst du die Himmelsrichtung aus der ein Wind weht, dann kannst du daraus ableitend auch alle anderen Himmelsrichtungen bestimmen.

Um Die Windrichtung herauszufinden, kannst du dich an der vom Wind beeinflussten Vegetation orientieren oder einfach die Nase in den Wind halten.

An welchen Winden kann ich mich orientieren?

An der norddeutschen Küste weht der Wind meist aus der Westrichtung.

In Äquatornähe kannst du den Passat zur Orientierung nutzen. Dieser weht entweder von Nordost (Nordhalbkugel) oder von Südost (Südhalbkugel).

Im Süden Spaniens eignet sich der vorherrschende starke Ostwind (Levante) zur Orientierung.

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Mike Lippoldt

Über Mike Lippoldt

Mike Lippoldt wanderte mit dem Fahrrad nach Spanien aus und erschuf sich hier ein neues Leben. Auf Reisen lebte er monatelang Outdoor, erlebte zahlreiche Abenteuer und lernte viel über Survival. Seine Abenteuerlust trieb ihn voran. Er ist Gründer von ousuca® und Begründer des Progressiven Survivaltraining.

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