Im Artikel erfährst du, was es beim Autofahren auf Island zu beachten gibt. Gleich vorweg: Fahren auf Island ist eine entspannte Sache.

Mit unserem Camper fuhren wir über 2.500 Kilometer einmal rund um die Vulkaninsel. Im Artikel nennen wir dir unsere Erfahrungen zum Island Roadtrip und du bekommst Tipps für die Planung und Umsetzung deiner eigenen Island Rundreise mit dem Auto.

Das Wichtigste zuerst: Grundlegende Tipps für Autoreisen auf isländischen Straßen

Kläre im Zuge der Reisevorbereitungen folgende Punkte:

⇒ Reise ich im Sommer oder im Winter nach Island?

⇒ Bereise ich Island mit dem Mietauto oder bereise ich die Insel mit dem eigenen Auto und muss mit der Fähre übersetzen?

⇒ Hat meine Fahrerlaubnis noch mindestens 6 Monate Gültigkeit?

⇒ Hat mein Pass noch mindestens 6 Monate Gültigkeit?

⇒ Habe ich mindestens 2 Kreditkarten mit ausreichend Saldo für den Fall, dass der Mietwagen vor Ort bezahlt werden muss?


Alles für die schnelle Reiseorganisation

Ein Auto in Island mieten: Mietwagen, Camper, Caravan, Geländewagen

Was eigentlich klar sein sollte, ist, dass der Mietwagen für Island bereits im Voraus gebucht werden muss. Jedenfalls dann, wenn du nicht nehmen willst, was übrig bleibt.

Im besten Falle beginnst du schon einige Monate vor Reisebeginn damit, dich um dein Reisefahrzeug zu kümmern.

Bei unserer Mietwagenbuchung in Kanada hatten wir gelernt, dass man nie rechtzeitig genug damit beginnen kann, sich um das Fahrzeug im Urlaubsort zu kümmern. Hier lagen wir völlig falsch mit unserer Annahme, dass es dank zahlreicher Anbieter schon reichlich Mietwagen geben würde und wir diesen Teil der Reiseplanung ruhig bis zum letzten Monat vor Abreise aufschieben können.

Bei dieser Annahme hatten wir uns mächtig geirrt. Denn als wir dann endlich damit anfingen nach einem Mietcamper zu suchen, merkten wir schnell, dass nur noch die Modelle der teuren Oberklasse verfügbar waren. Nicht, dass wir keinen wunderbaren Camper bekommen haben. Jedoch bezahlten wir hierfür einige tausend Euro mehr, als wenn wir rechtzeitig gebucht hätten, wo noch günstigere Autos zur Verfügung standen.

Vorteile einer rechtzeitigen Buchung:

+ Größere Auswahl an Mietfahrzeugen.

+ Günstigere Modelle im Angebot.

+ Allgemein günstigere Angebote auch für beliebte Modelle (Frühbucher-Vorteil).

+ Du kannst sicher sein, dass du auch tatsächlich den Mietwagen bekommst, den du für deine Reise wünschst.

Was gibt es bei der Mietwagenauswahl zu beachten?

Wenn du nur durch Island fahren möchtest und dabei unterwegs in Unterkünften schläfst, dann reicht ein normaler PKW oder ein Geländewagen.

Möchtest du unterwegs auf Campingplätzen übernachten, dann wird ein bequemer Camper zur ersten Wahl gehören.

Wir buchten unseren Mietwagen über Northbound. Wir entschieden uns für diesen Anbieter, da hier eine große Auswahl an Campern und auch Geländewagen zur Verfügung steht. Am Ende entschieden wir uns für einen kleinen Camper und im Nachhinein können wir sagen, dass wir mit dieser Entscheidung absolut ins Schwarze getroffen haben.

Die Vorteile eines kleinen Camper:

+ Günstige Alternative zu großen Campingfahrzeugen, Caravans, Campingtrucks.

+ Unproblematischere Übergabe und Abgabe als bei größeren Luxuscampern.

+ Keine Parkplatzprobleme. Im Gegensatz zu einem Wohnmobil kannst du mit deinem kleinen Camper überall parken. Sogar innerhalb von Ortschaften.

+ Wendig in Ortschaften und auf engen Straßen, in Tunneln, etc. (von denen es auf Island nicht wenige gibt).

+ Verbraucht im Vergleich zu großen Wohnmobilen wenig Sprit (Benzin und Diesel sind teuer auf Island).

Mit welchem Camper bereisten wir Island?

Da wir nur auf normalen Straßen, hin und wieder eine kurze Strecke zu Sehenswürdigkeiten über eine Schotterpiste, aber nie auf F-Straßen (Befahrung nur mit Geländewagen erlaubt.) fuhren und noch dazu im Sommer unterwegs waren, reichte ein normaler Camper mit der Grundausstattung.

Wir hatten einen Dacia Dokker. Das ist sicherlich kein Auto, das ich mir in Spanien kaufen würde. Schon alleine deshalb nicht, weil er keine Klimaanlage hat, was im heißen Andalusien tödlich wäre.

Für eine Rundreise einmal rund um Island war dieses Gefährt für uns jedoch absolut ausreichend und sogar sehr bequem.

Was gehörte zur Ausstattung unseres Campers?

Schlafausstattung:

  • Matratze (frisch überzogen und sehr bequem)
  • 2 Schlafsäcke (mussten extra geordert und bezahlt werden)
  • 2 bezogene Kopfkissen
  • Schlafabteil war mit Vorhängen ausgestattet (Sehr praktisch, da es im isländischen Sommer nie richtig dunkel wird.)

Campingausstattung:

Sonstige Ausstattung:

  • Navi: Hatten wir extra angefordert und auch extra bezahlt. War neben unserem GPS-Tourenplaner auf dem Smartphone sehr praktisch und täglich im Einsatz.

Mietwagen für Island buchen: So gehts!

Wann mit der Buchung beginnen?

Bestenfalls drei oder zwei Monate im Voraus buchen. Spätestens einen Monat im Voraus.

Was brauche ich für die Mietwagenbuchung?

  • Genaue Buchungsdaten
  • Passdaten
  • Kreditkarte
  • Vor Ort: Hoteladresse in Reykjavik (Falls dein Mietwagen zum Hotel gebracht wird.)
  • Vor Ort: Mindestens zwei Kreditkarten, falls vor Ort bezahlt wird. Über eine einzige Karte kann oft nicht der Gesamtbetrag auf einmal bezahlt werden.

⇒ Einen bequemen Camper buchen: Bei Northbound vergleichen

⇒ Einen einfachen PKW buchen: Bei Rentalcars vergleichen

Tipps für das Auto fahren in Island mit dem Camper.
Mit einem bequemen Camper Island auf eigene Faust erkunden.

Was gibt es beim Auto fahren in Island zu beachten?

10 Verkehrsregeln und Unterschiede im Überblick
  1. Lichtpflicht: In Island muss auch bei Tag mit Licht gefahren werden.
  2. Telefonieren während der Fahrt: Ist nur über eine Freisprecheinrichtung gestattet.
  3. Anschnallpflicht: Alle Insassen eines Fahrzeuges müssen angeschnallt sein.
  4. Kindersitze: Kinder müssen auf dem Kindersitz sitzen (Sind beim Vermieter erhältlich).
  5. Alkoholgrenze: Die Alkoholgrenze liegt bei 0,2 Promille. Wer darüber liegt und erwischt wird, bezahlt saftige Strafen.
  6. Verhalten bei Tierunfällen: Bei Unfällen mit Tieren muss immer die Polizei verständigt werden.
  7. Richtgeschwindigkeit außerorts: 90 kmh (wenn nichts anderes angegeben ist).
  8. Richtgeschwindigkeit innerorts: 50 kmh (wenn nichts anderes angegeben ist).
  9. Vorfahrt an einspurigen Brücken: Wer als erstes an der Brücke ankommt, hat Vorfahrt.
  10. Vorfahrt im Kreisverkehr: Wer innen im Kreisverkehr fährt, hat Vorfahrt.

In Island wird entspannt und rücksichtsvoll gefahren

Auch wenn die Straßenverkehrsregeln ganz ähnlich wie in Deutschland sind, so gestaltet sich das Fahren auf isländischen Straßen grundsätzlich verschieden. Auch zu anderen europäischen Ländern sind einige Unterschiede festzustellen. Vor allem zu meinem Wohnort Málaga.

In einigen südlichen Regionen (wie bei uns in Andalusien) sind manche Fahrer recht aggressiv unterwegs. Hier wird aufgefahren, gedrängelt, gehupt und auch schon mal im Stau der Fahrer im anderen Auto angebrüllt, falls dieser sich im Straßenverkehr nicht nach den Vorstellungen desjenigen verhält der brüllt.

Falls es ja jemand fertig bringen sollte, auch in Island so ein Macho-Fahrgehabe an den Tag zu legen, dann wäre das nicht nur peinlich (was es auch in Spanien ist), sondern auch lebensgefährlich für alle Verkehrsteilnehmer und natürlich für den Fahrer selbst.

Auf den gesamten über 2.500 Kilometern die wir auf Island zurückgelegt haben, kam ich überhaupt nicht auf die Idee zu hupen. Nicht mal dann, wenn ein anderes Auto langsam vor uns dahin zuckelte und wir noch 200 Kilometer diesen Tag zu fahren hatten. Schon kurz nach unserer Ankunft lernten wir, dass man sich in Island den Gegebenheiten anpassen muss. Das gilt im Alltag genauso wie im Straßenverkehr.

Auf der Ringstraße Þjóðvegur = Nationalstraße oder kurz eingedeutscht N 1 konnte im Norden Streckenweise nur 50 oder an Baustellen 30 kmh gefahren werden. Wir hatten bei der Fahrt immer so viel zu bestaunen und zu beobachten, dass wir diese Geschwindigkeitsreduzierungen manchmal sogar als Willkommen wahrnahmen. Hinzu kam an manchen Tagen das sehr diesige und trübe Wetter, wo man sowieso lieber langsam unterwegs ist und auch sehr vorsichtig unterwegs sein sollte.

In Fjorden zogen von einen Moment auf den anderen dicke Nebelschwaden auf, die sich mit tief hängenden Wolken zu einer undurchsichtigen Suppe verbündeten. Die Sicht betrug hier vielleicht maximal noch zwei Meter oder gerade bis kurz vor die Motorhaube. Hier fuhren wir dann mit 10 kmh in Schrittgeschwindigkeit.

Beim Fahren auf Island wird schnell klar, dass eine rücksichtsvolle und defensive Fahrweise die beste Möglichkeit ist, die Wetterkapriolen, die schmalen Straßen und die oft einseitigen Tunnel unter gegenseitiger Rücksichtnahme zu meistern.

Und dann sind da noch die Islandschafe, die überall frei herumlaufen, unbekümmert die Fahrwege überqueren und manchmal sogar auf der Straße oder jedenfalls am Straßenrand ihre Siesta halten.

Islandschafe am Straßenrand.
Islandschafe am Straßenrand.

Ampeln nur in Reykjavik und in großen Ortschaften

Ampeln sahen wir nur in Reykjavik und in einigen größeren Ortschaften. Auf Überlandfahrten entdeckten wir während des gesamten Islandtrip keine einzige Ampel. Ich fand das überhaupt nicht schlimm. Ganz im Gegenteil. Ich finde es eher schlimm, wie viele Ampeln die Landschaft an anderen Orten Europas und auf der ganzen Welt verschandeln.

Ampeln kosten Geld beim Aufbau und verursachen laufende Kosten durch Stromverbrauch und Wartung. Die Isländer ersparen sich diesen Stress und setzen auf die rücksichtsvolle Fahrweise der Verkehrsteilnehmer. Das funktioniert reibungslos.

Der Verkehrsfluss an Kreuzungen wird oft über Kreisverkehre geregelt. An einspurigen Brücken oder in einspurigen Tunneln, wo es ebenfalls keine Ampeln gibt, wird auf die vorausschauende Fahrweise der Verkehrsteilnehmer vertraut.

Verhalten auf einspurigen Brücken

Auf Island sind nur die allerwenigsten Brücken mehrspurig. Wenn ich mich richtig erinnere, dann sahen wir mehrspurige Brücken vor allem in Reykjavik und nahe mancher Naturmonumente oder in anderen Ortschaften.

Auf den langgezogenen Überlandstrecken sind Brücken vor allem einspurig.

Dass du auf eine einspurige Brücke zufährst, erkennst du entweder bereits von Weitem oder Verkehrsschilder weisen dich an, die Geschwindigkeit zu reduzieren. Die Vorfahrt an einspurigen Brücken hat immer derjenige, der zuerst auf die Brücke auffährt. Busse und andere große Fahrzeuge warten oft und lassen zuerst kleinere entgegenkommende PKWs die Brücke überqueren.

Kurz vor den einspurigen Brücken befinden sich rechter Hand Einbuchtungen, wo du so lange wartest, bis der entgegenkommende Verkehr durchgefahren ist. In verlasseneren Gegenden im Norden kamen wir sehr oft völlig alleine zu solchen Brücken. Hier wird dann auch klar, warum eine einspurige Brücke völlig ausreichend ist.

Verkehrstipps für Island: Befahren von einspurigen Brücken.
Die allermeisten Brücken außerorts sind nur einseitig befahrbar.

Verhalten in einspurigen Tunneln

Zugegebenermaßen war ich, als ich das erste Mal unvorhergesehen in einen einspurigen Tunnel einfuhr, etwas nervös.

Die Verbindung zwischen den Fjorden wird an vielen Stellen Islands genau wie auch in Norwegen über Tunnel oder über Tunnelsysteme geregelt. Es gibt dann schonmal Tunnel, die um die 10 Kilometer lang sind. Hier waren wir dann jedesmal nach dem Verlassen froh, endlich wieder Tageslicht zu sehen. Und selbst, wenn es nur dämmriges und diesiges Tageslicht war. Immerhin besser, als irgendwo in einem Tunnel unter irgendeinem Fjord hindurchzufahren.

Das Fahren in Tunneln kannte ich bereits aus einer vergangenen Norwegenreise. Das Fahren in kilometerlangen einspurigen Tunneln ohne Ampeln war mir hingegen neu.

Eigentlich ist das Fahren in einspurigen Tunneln in Island sowieso kein Problem. Denn hier wie auch unter allen anderen Verkehrsbedingungen Islands gilt die Verkehrsregel Nummer 1: Pflicht zur gegenseitigen Rücksicht.

Wenn dir im einspurigen Tunnel ein Fahrzeug entgegenkommt, dann ist das kein Grund zur Panik. In den einspurigen Tunneln befindet sich immer in regelmäßigen Abständen eine Einbuchtung, wo der Gegenverkehr einfahren und so das entgegenkommende Fahrzeug passieren lassen kann.

In manchen einspurigen Tunneln befinden sich diese Einbuchtungen ausschließlich auf einer Fahrseite. Wenn die Einbuchtungen auf deiner Seite liegen, dann hast du die Pflicht dort anzuhalten, um ein entgegenkommendes Fahrzeug vorbei zu lassen. Liegt die Einbuchtung auf der anderen Fahrseite, dann kannst du durchfahren und das entgegenkommende Fahrzeug muss warten.

Die Einbuchtungen sind bereits von Weitem zu erkennen. Sie sind durch ein großes M gekennzeichnet.

Unübersichtliche „blinde“ Hügel

Was ist ein blinder Hügel?

Ein blinder Hügel ist ein Hügel, wo die Straße oder der Weg von beiden Seiten so steil nach oben führt, dass die andere Seite des Hügels oder der entgegenkommende Verkehr erst auf der Hügelspitze bemerkt werden kann.

Wie verhalte ich mich an einem blinden Hügel?

Die blinden Hügel sind oft (nicht immer) durch Schilder gekennzeichnet. Auf dem Schild eines unübersichtlichen Hügel wird darauf hingewiesen, dass unbedingt die eigene Fahrspur beizubehalten ist. Trotz der Sprachunterschiede sind die Zeichen auf isländischen Verkehrsschildern übrigens immer logisch und verständlich.

Auch wenn sich kein Schild vor einem unübersichtlichen Hügel befindet, so gilt es, hier aufmerksam zu bleiben und langsam auf der eigenen Fahrspur zu fahren.

Verhalten und Vorfahrtsregeln an Kreisverkehren

Auf abgelegenen und wenig befahrenen Strecken befindet sich meist einfach eine Kreuzung oder ein Abzweig und die wenigen Fahrzeuge die hier entlang kommen halten sich an die Vorschriften und fahren rücksichtsvoll, so dass auch hier keine Ampeln notwendig sind.

Nahe größerer Ortschaften und vor allem nahe Reykjavik oder in den Orten selbst gibt es an befahrenen Abschnitten Kreisverkehre, die den Kreuzungsverkehr regeln.

Welche Regeln gelten an isländischen Kreisverkehren? 

Wer in einen Kreisverkehr hinein fährt, muss stets die Vorfahrt gegenüber dem Fahrzeug gewähren, das sich bereits im Kreisverkehr befindet. Das ist nichts Neues und auch von deutschen oder spanischen Kreisverkehren bekannt.

Die Besonderheit bei isländischen Kreisverkehren liegt jedoch in der Regelung, dass innerhalb des Kreisverkehres immer derjenige die Vorfahrt hat, der sich (bei mehrspurigen Innenbereichen) auf der inneren Spur aufhält. Das heißt, dass du, wenn du auf der äußeren Spur fährst, dem Fahrzeug was innen fährt, die Vorfahrt gewähren muss, wenn es den Kreisverkehr vom inneren Bereich her verlassen will.

Behalte stets das Wetter im Auge

Du kannst und solltest das Wetter in Island selbstverständlich auch über den Wetterdienst und/oder über deine Wetterapp auf dem Smartphone im Auge behalten. Du sollest dich jedoch niemals ausschließlich auf die Wettervorhersagen verlassen.

Auch während unserer Sommerreise durch Island hat sich das Wetter oft schlagartig verändert. In einem Moment läufst du noch entspannt im T-Shirt durch die Gegend und dann ziehen plötzlich schnell und tief Nebelschwaden und Wolken auf, die Temperaturen fallen schlagartig in den Keller und es beginnt zu nieseln oder zu regnen.

Wir wussten übrigens nicht immer, ob wir es nun eigentlich mit Nebel oder mit Wolken zu tun hatten. Ich habe noch nirgendwo sonst Wolken so tief über dem Erdboden stehen sehen wie in Island. Das sieht phänomenal aus. Und auch wenn man mal auf einer langandauernden Überfahrt durch saftig grüne Täler kurz vergessen könnte, wo man eigentlich gerade ist, dann erinnern die tiefen Wolken daran, dass man sich ganz weit im Norden auf einer dünn besiedelten Vulkaninsel mitten im Nordmeer aufhält.

In den Fjorden um Seyðisfjörður, Borgarfjörður und um das Gebiet von Egilsstaðir in Ostisland war das Wetter während unserer Rundreise am wechselhaftesten. Auf den Höhen der Passstraße zwischen Seyðisfjörður und Egilsstaðir war es teilweise so zugezogen, dass wir keine zwei Meter weit sehen konnten. Einige Meter weiter schien die Sonne warm und hell durch die dicke Nebel- und Wolkenwand und man sah bestens.

Neben Nebel, Regen und tiefen Wolken kann auch plötzlich auftretender starker Wind zur Herausforderung werden. Vor allem auf den schmalen und ausgesetzten Straßen entlang mancher Fjorde ist hier Vorsicht geboten. Eine plötzliche Böe kann hier sogar ein größeres Fahrzeug aus der Bahn werfen.

Fahren auf unbefestigten Straßen oder Wegen

Auf einem Teilabschnitt der Ringstraße wechselte die Fahroberfläche von Asphalt zu Schotter. Hinweisschilder waren hier aufgestellt und diese wiesen an, auf dieser Strecke besonders vorsichtig zufahren. Neben solchen Ausnahmen sind die Straßen auf Island zwar oft schmal aber dafür gut asphaltiert.

Viele Zufahrtswege zu Sehenswürdigkeiten führen über Schotterpisten. Hier fährt man dann besonders vorsichtig und meist kommt man hier auch mit dem normalen PKW durch.

Da während eines Island Rundtrip einige Kilometer auf Schotterwegen zu bewältigen sind, solltest du beim Buchen deines Mietwagen darauf achten, dass die Scheiben gegen Steinschlag versichert sind. Selbst wenn du langsam und vorsichtig fährst, so kann dir ein überholender Geländewagen die Windschutzscheibe durch einen Steinschlag ruinieren. Hast du hierfür keine Versicherung abgeschlossen, dann wirst du bei Schaden vom Vermieter zur Kasse gezogen.

Tipps für das Autofahren in Island.
Unbefestigter Fahrweg zum Ausgangspunkt der Wanderstrecke auf einen Vulkan.

Fahren auf F-Straßen / Offroad fahren ist verboten und wird geahndet

Wenn du deinen 4 x 4 Geländewagen testen willst, dann hast du auf den F-Straßen im Landesinneren ausreichend Gelegenheit hierfür. Jedoch solltest du immer auf den Wegen bleiben. Nicht nur deswegen, weil Vergehen in dieser Hinsicht mit hohen Strafen geahndet werden, sondern vor allem auch aus deinem Verantwortungsgefühl heraus und der Umwelt zuliebe.

Moose, die sich ihre Lebensgrundlage auf dem lebensfeindlichen Vulkangestein erkämpft haben und durch verantwortungslose Fahrer zerstört wurden, brauchen sehr lange, um sich wieder zu regenerieren und nachzuwachsen.

Das gilt nicht nur für Fahrer, sondern auch für Wanderer oder Abenteurer, die das Land auf Wanderungen erkunden wollen.

Auf Moosen zu laufen ist in Island ein absolutes no-go. Vom Fahren auf Moosen oder im Gelände ganz zu schweigen. Wirst du erwischt, sind schnell mal 5.000 Euro Strafe fällig. Fährst du den gemieteten Geländewagen auf verbotenem Gelände fest, dann bezahlst du doppelt und dreifach. Denn auch der Vermieter wird dann die Reparatur- oder Abschleppgebühren einfordern.

Wann darf ich auf F-Straßen fahren?

F-Straßen sind deutlich als solche gekennzeichnet. An der Zufahrt zu diesen Geländestraßen stehen Schilder, die das Befahren eben dieser Straßen nur mit Geländewagen mit Allrad genehmigen und die Zufahrt mit PKW untersagen. Fährst du trotzdem mit dem PKW auf die F-Straße, dann ist das nicht auf eigene Gefahr, sondern ein klarer Gesetzesverstoß.

Wenn du das Landesinnere über F-Straßen erkunden willst, dann mache das dem Autovermieter ausdrücklich klar. Hierfür brauchst du einen starken Offroader und es wird geraten, dass du zudem nie alleine aufbrechen solltest.

Auf einigen Abschnitten müssen Flüsse durchquert werden. Hier gibt es nichtmal einspurige Brücken, sondern nur Furten, die zudem nichtmal klar als solche erkennbar sein müssen. Wenn du dich hier alleine festfährst und zudem keinen Empfang auf dem Handy hast, dann bist du im wahrsten Sinne des Wortes aufgeschmissen.

Halte dich an die Geschwindigkeiten und Verkehrsregeln

Unseren Mietwagen bekamen wir direkt zum Hotel in Reykjavik gebracht. Der Überbringer war ein wortkarger Mann. Viele Isländer sind wortkarg. Er sagte zwar nur das Nötigste, nahm aber einen Extraluftzug, um uns darauf hinzuweisen, dass wir uns an die Geschwindigkeiten halten sollten.

Im Stadtgebiet von Reykjavik gäbe es einige Blitzer und auch auf den noch so verlassenen Überlandstraßen könne die Geschwindigkeit von einer Patrouille unvorhergesehen gemessen werden.

Tatsächlich sahen wir während unserer Rundreise zweimal Patrouillen, die ein Auto angehalten hatten. Keine Ahnung, was hier der Grund war. Wenn du dich an die Geschwindigkeiten und Schilder hältst, dann bist du jedenfalls auf der sicheren Seite.


Tipps für das Auto fahren in Island im Winter

Wir waren (bisher) nur im Sommer in Island unterwegs. Deshalb nenne ich dir hier ein paar Tipps zu spezifischen Winterbedingungen, die ich so nachgelesen habe.

In den Wintermonaten fahren Autos in Island mit Spikes. Das kenne ich bereits aus Norwegen. Hier waren wir auf einer nächtlichen Polarlichterjagd mehrere hundert Kilometer auf vereisten und verschneiten Straßen bis an die finnische Grenze unterwegs. In Norwegen fuhr ich zwar nicht selbst, sprach aber mit dem Fahrer, der unsere Gruppe mit dem Van durch die Gegend chauffierte.

Im Vergleich zu Nordnorwegen ist das Wetter in Island im Winter geradezu mild. Rund um das nordnorwegische Tromsø oberhalb des nördlichen Polarkreises lagen die tiefsten Temperaturen im Winter bei um die -10 ºC. An der finnischen Grenze lagen sie bei über -20 ºC.

Die Tiefsttemperaturen in Island im Winter bewegen sich um die -3 ºC. Oft liegen sie tagsüber darüber und bewegen sich am Gefrierpunkt. Grund für diese milden Bedingungen ist der Golfstrom.

Temperaturen um den Gefrierpunkt klingen zwar im ersten Moment angenehmer, sind in Bezug auf das Autofahren jedoch weitaus gefährlicher.

Wenn die Temperaturen immer weit unter Null Grad liegen, dann weiß man, auf was man sich einstellen muss. Liegen die Temperaturen unter Null Grad und die Fahrbahn hat eine festgefahrene Schneedecke, dann kannst du mit Spikes auf den Reifen wunderbar darauf fahren.

Temperaturen um den Gefrierpunkt können hingegen Matschwetter und schmierige Fahrbahnen oder plötzlich überfrierende Nässe bedeuten. Das ist der Albtraum eines jeden Autofahrers.

Wenn du vorhast, im Winter durch Island zu fahren, dann stelle dich auf genau solche Wetterbedingungen ein.


Tipps zu Tanken und Tankstellen in Island

Wie teuer ist Diesel, Benzin in Island?

Während unserem Islandtrip bewegte sich der Dieselpreis bei ca. 1,60 bis 1,80 Euro. Aktuelle Diesel- und Benzinpreise in Island kannst du hier vergleichen. Die Preise können in verschiedenen Gebieten unterschiedlich sein. An den Tankstellen nahe des Flughafen Keflavík war der Diesel am günstigsten. In kleineren Küstenorten war der Sprit teurer.

Wie funktioniert Tanken in Island?

In Island wirst du an keiner Tankstelle bedient. An allen Zapfsäulen ist Selbstbedienung und ausnahmslos alle Zapfsäulen funktionieren über Kartenautomaten.

Die Bezahlung an den Tankautomaten funktioniert reibungslos und denkbar einfach. Unterwegs waren wir an einigen Tankautomaten, wo die Anzeige ausschließlich in isländischer Sprache ausgegeben wurde. Auch das war kein Problem, denn die Anzeigen sind selbsterklärend.

Tanken am Tankautomaten in Island Schritt für Schritt:

  1. An der Zapfsäule deiner Wahl anhalten.
  2. Karte in den Tankautomaten geben.
  3. Kartendaten eingeben und im Menü wählen, ob du nur für einen bestimmten Betrag in ISK oder ob du volltanken möchtest.
  4. Karte aus dem Automaten nehmen und tanken.

Wie du siehst, ist das Tanken an isländischen Tankautomaten ein Kinderspiel. Ob du Diesel oder Benzin tanken möchtest, musst du übrigens nicht vorher auswählen.

Einen Betrag habe ich beim Tanken nie gewählt. Wir wählten stets „Volltanken“.

Hast du im Menü „Volltanken“ gewählt, dann wird die Karte trotzdem vor dem Tankvorgang aus dem Automaten entnommen. Der Tankautomat zieht den getankten Betrag dann automatisch ein.

Wie sehen isländische Tankstellen aus?

Isländische Tankstellen sind oft sehr klein und in den allermeisten Fällen nicht überdacht. Da an allen Tankstellen Selbstbedienung ist, so kannst du auch an der verlassendsten Tankstelle irgendwo in der Pampa immer tanken.

An den größeren Tankstellen entlang der Ringstraße gibt es oft Tankstellenshops, wo du z.B. neue Gaskartuschen für deinen Campingkocher kaufen oder auch im Tankstellenrestaurant einen Kaffee trinken und etwas essen kannst.

So geht tanken in Island. Tankautomaten an Tankstellen.
Kleine Tankstelle in Island. Links die Zapfsäule, rechts der Kartenautomat.

Mit dem eigenen Auto und der Fähre nach Island übersetzen

Auf unserer Islandreise sahen wir Geländewagen und auch Campingfahrzeuge mit Nummernschildern aus Deutschland, Frankreich, Belgien, Großbritannien und einigen weiteren Ländern. Meist handelte es sich hier entweder um Wohnmobile oder um freakige Fahrzeuge, also echte Liebhabermodelle so wie Defender, Wrangler oder auch amerikanische Trucks wie von RAM oder Ford. Normale PKWs mit ausländischen Nummernschildern hingegen sahen wir keine oder kaum.

Einen PKW oder einen Camper in Island auszuleihen, kommt bei den kleineren Fahrzeugen und über einen normalen Urlaubszeitraum weitaus billiger, als das Übersetzen mit der Fähre.

Das Übersetzen mit der Fähre ab Hirtshals in Dänemark geht über Tórshavn auf den Faröer Inseln. Die Fähre legt in Island im Hafen von Seydisfjördur an. Die Fährüberfahrt dauert 3 Tage und 3 Nächte und kostet abhängig vom Fahrzeug um oder weit über 1.000 Euro. Rechnet man noch die Anfahrtskosten, Spritgeld, Versorgung auf Hin- und Rückfahrt und einige weitere Details hinzu, dann wird klar, dass sich die Überfahrt mit einem PKW nicht nur nicht lohnt, sondern geradezu sinnlos rausgeworfenes Geld ist.

Einen kleinen KIA bekommst du über eine Mietdauer von 7 Tagen auf Island bereits für um die 300 Euro. Selbst für unseren Camper bezahlten wir nur um die 1.300 Euro.

Das gibt es beim Buchen der Fährüberfahrt zu beachten:

  • Buche die Fährüberfahrt rechtzeitig. Vor allem zur Hauptsaison sind die Fährplätze oft lange im Voraus ausgebucht.
  • Beim Fährbetrieb Smyrilline muss zum Ticket für die Überfahrt zudem ein Zimmer gebucht werden. Die günstigsten Zimmer sind 9-Bett-Zimmer (Männer und Frauen getrennt).

So gestaltet sich der Gesamtpreis:

  • Größe (Höhe und Länge) des Autos
  • Personenanzahl
  • Zimmerklasse gemäß der Saison
  • Essenauswahl

Für wen lohnt sich eine Fährüberfahrt mit Auto?

Fährüberfahrten lohnen sich für Reisende, die länger mit ihrem eigenen Camper auf der Insel bleiben möchten. Auch kann es für Reisende mit Wohnwagen oder Geländewagen höherer Preisklassen selbst dann günstiger sein mit der Fähre überzusetzen, als ein Fahrzeug vor Ort zu buchen.

Für Islandreisende die nur 10 Tage mit dem Camper oder einem Mietwagen die Insel erkunden wollen, lohnt sich die Fähre nicht, da allein der Preis für die Überfahrt teurer ist als der gesamte Mietpreis eines Mietfahrzeuges.

Fazit

Wenn du dich an ein paar Regeln hältst, dann ist das Autofahren in Island nicht nur kein Problem, sondern es wird dir sogar Spaß machen. Uns jedenfalls ging es so. Ich frage mich, warum es an den Autos in Island überhaupt Hupen gibt. Während der gesamten Reisezeit habe ich nicht eine einzige Autohupe gehört.

Das Fahren in Island war wie eine Erholung. Man passt sich den gegebenen Umständen wie dem Wetter, den Straßenverhältnissen oder auch den gelegentlichen Schafen auf der Straße an. Im Zweifelsfalle gilt auf isländischen Straßen immer das Gesetz der gegenseitigen Rücksichtnahme.

Wir gestressten Europäer können in Bezug auf einen wirklich relaxten Fahrstil viel von den Isländern lernen.

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