Ein Hobo-Kocher oder Hobo-Ofen (wahlweise auch zusammengeschrieben siehe „Hobokocher“ / „Hoboofen“) ist eine transportable Kochstelle. Einen Hoboofen kannst du entweder fertig kaufen oder du baust ihn selber.

Im Artikel sehen wir uns an, wo diese mobilen Outdoorkochstellen ihre Herkunft haben. Und du erfährst, auf was es beim selber bauen eines Hoboofen ankommt.

Anleitung: Hoboofen selber bauen

Die Funktionsweise

Umgangssprachlich werden manche Hoboöfen auch Holzvergaser genannt. Denn ein Hoboofen ist nicht einfach nur ein Feuergefäß wo das Outdoorfeuer aufbewahrt wird.

Ein richtig gebauter Hoboofen nutzt aufgrund seiner Konstruktionsweise bestmöglich die Sauerstoffzufuhr und auch den Feuerqualm aus.

So zieht er optimal ab und hat eine effektive Hitzeentwicklung.

Wie bei anderen Kochern so lässt sich auch beim Hobokocher die Flammenstärke regulieren. Das kann durch ein zu öffnendes und verschließbares Luftloch am unteren Ende der Kochstelle geschehen. Und natürlich durch geschicktes Nachlegen oder Entfernen von Feuerholz.

Zudem befinden sich auf der Unterseite noch weitere Luftlöcher, so dass stets genügend Sauerstoff ans Feuer gelangt.

Bedienung eines Hobokocher

Da handelsübliche Hobos nicht sehr groß sind, brennt trockenes Feuerholz darin auch relativ schnell ab. Ist das Feuerholz klamm, dann braucht es Geschick und Geduld, um ein Feuer in so einem Kocher zum Lodern zu bringen.

In der Praxis ist es so, dass du Outdoor zum Kochen schnell viel Hitze benötigst um z.B. das Nudelwasser oder das Wasser für deinen Cowboykaffee zum Sieden zu bringen.

So wird ein Hobokocher wie jeder andere Outdoorkocher auch so schnell wie möglich auf große Hitze gebracht, um ein schnellstmögliches Kochergebnis zu erzielen.

Ist das Essen in der Pfanne oder im Topf fertig, dann wird es heruntergenommen und der Hobokocher kann dir nun als wärmender Ofen dienen.

Beachte beim selber Bauen deines Hobo-Ofen, dass zwischen Pfanne und Kocher genügend Platz bleibt, so dass auch hier die Flamme nicht durch die Pfanne erstickt oder unterdrückt werden kann.

Wenn du dieses Prinzip verinnerlicht hast, dann kannst du aus allen denkbaren feuerfesten Behältern mithilfe eines Survivalmesser, einer Schneidzange oder einer Axt im Handumdrehen einen Hobokocher selber bauen.

Selber gebauter Hobokocher in der Praxis

Am Beispiel des folgenden Bildes kannst du das Prinzip eines improvisierten Hobokocher gut nachvollziehen. Probiere es einfach mal aus.

Hobokocher, Hoboofen.
Selber gebauter Hoboofen aus einem alten Ölkanister. So oder so ähnlich Oldschool-mäßig abgefuckt haben wohl auch die echten Hoboöfen zu Zeiten der nordamerikanischen Wanderarbeiter des neunzehnten Jahrhundert ausgesehen.

Hoboofen, Hobokocher kaufen

Lixada Hobokocher, Hoboofen.
Gekaufter Hoboofen der Marke Lixada.

Wenn du keine Lust hast, einen Hoboofen selber zu bauen, dann kannst du auch einen kaufen.

Für Trekkingtouren besitze ich einen gekauften Hoboofen der Marke Lixada.

Er ist praktischer zu transportieren wie der weiter oben aufgezeigte selber gebaute Hoboofen aus einem Blechkanister. Und er lässt sich sogar in verschiedene Einzelteile auseinander montieren, so dass er im zerlegten Zustand tatsächlich kaum Platz im Trekkingrucksack beansprucht.

Lixada Hobokocher demontiert.
Hobokocher von Lixada in seine Einzelteile demontiert.

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⇒ Weitere Infos: Lixada Hobokocher Test

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Die Herkunft der Hoboöfen

Als Hobos wurden im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert Vagabunden, Landstreicher und Wanderarbeiter genannt, die vorrangig mit Zügen kreuz und quer durch die USA und Kanada reisten.

Große Bekanntheit erlangten die Hobos durch den US-amerikanischen Schriftsteller Jack London, der in den Jahren 1893 bis 1894 selbst als Hobo umherreiste.

Durch die Abenteuerromane von Jack London stieß ich in meiner frühen Jugend zum ersten Mal auf den Begriff „Hobo“. Ich denke, dass die Abenteuerbücher von Jack London großen Einfluss auf mich hatten.

Nicht zuletzt durch die Lektüre seiner Bücher bekam ich richtig Lust, die Abenteuer selbst auszuprobieren und machte mich dann auch ganz ähnlich wie er auf die Socken, um monatelang mit einfachsten Mitteln umherzureisen.

Wenn du mehr über Hobos und ihre Abenteuer erfahren willst, dann empfehle ich dir die Lektüre des Buchs „Abenteuer des Schienenstrangs“ (Originaltitel: „The Road“) von Jack London.

Lesetipp für coole Abenteuerlektüre findest du in unserer Liste der besten Abenteuerbücher.

Selbst gebauter Hoboofen mit Grill.
Selbst gebauter Hoboofen mit Grill. Aufgrund seiner Größe dient er auch prima als Wärmequelle.

Fazit

Ein Hobokocher oder Hoboofen lässt sich auf einfachste Weise und mit einfachsten Mitteln improvisieren. Nicht zuletzt waren es arme Wanderarbeiter, Vagabunden und Tramps die diesen Outdoorofen berühmt machten.

Not macht erfinderisch heißt es. Und so erfanden die mittellosen Landstreicher Amerikas, die Hobos, ihren eigenen Hoboofen. Ihnen haben wir diesen einfachen aber sehr effektiven Outdoorkocher zu verdanken.

Hast du schonmal einen Hoboofen selber gebaut?

Sende uns gerne Fotos und wir publizieren dein Bauwerk.

⇒ Lesetipp: Draußen kochen am Feuer Tipps und Rezepte

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Mike Lippoldt

Über Mike Lippoldt

Mike Lippoldt wanderte mit dem Fahrrad nach Spanien aus und erschuf sich hier ein neues Leben. Auf Reisen lebte er monatelang Outdoor, erlebte zahlreiche Abenteuer und lernte viel über Survival. Seine Abenteuerlust trieb ihn voran. Er ist Gründer von ousuca® und Begründer des Progressiven Survivaltraining.

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