12 Tipps gegen Blasen beim Wandern

Tipps gegen Blasen beim Wandern

Was hilft gegen Blasen an den Füßen beim Wandern? Diese Frage hat sich wohl jeder Wanderer schon gestellt.

Hier findest du 12 Praxistipps, die Blasen im Vorhinein ausschließen oder das Laufen mit den unliebsamen Blasen erleichtern und das Abheilen beschleunigen können.

Wobei entstehen Blasen an den Füßen?

Nicht nur beim Wandern oder Trekking können Blasen zum belastenden Wegbegleiter werden. Auch auf langen Stadttouren sind Blasen an den Füßen bei manchen Stadtentdeckern an der Tagesordnung.

Besonders gerne entstehen Blasen in nasser oder feuchter Umgebung, in Verbindung mit engen oder unbequemen Schuhen und ungeeigneten Socken.

Blasen an den Füßen beim Wandern und Trekking

Beim Wandern entstehen Blasen oft unbemerkt. Das heißt, eben wanderst du noch gemütlich vor dich hin und dann merkst du plötzlich, wie es im Schuh reibt, zieht und drückt.

Wanderst du auf ebenen Strecken, dann lässt sich der Ursprung der Blasen meist recht schnell eingrenzen. Oft entstehen sie hier durch zu enge oder zu weite Schuhe, durch zu dünne Socken, durch Unebenheiten an der Schuhinnenseite oder durch starke Reibung auf langen Abstiegen.

Über lange Anstiege freuen sich Blasen besonders, da sie hier prächtig entstehen können.

Du kannst stundenlang wandern und fühlst dich bequem in deinen Schuhen. Bergauf reibt und drückt nichts und du wanderst unbeschwert. Beim Abstieg über die Geröllpiste dann merkst du, wie dir bei jedem Schritt der vordere rechte Zeh schmerzt. Diese Schmerzen können ein Anzeichen für eine entstehende Blase sein.

Blasen an den Füßen bei Flusswanderungen

Bei Flusswanderungen entstehen Blasen besonders gerne und oft. Die ganze Zeit läufst du in nassen Schuhen und die nassen Schuhe reiben an der nassen Haut.

Nasse Haut ist anfälliger gegen physische Einflüsse als trockene Haut und so ist hier auch die Verletzungsgefahr höher. Deshalb ist es auf Flusswanderungen besonders wichtig, dass du hier geeignete Socken trägst und Schuhe, die bequem sind und so wenig wie möglich Reibung an den Füßen verursachen.

Tipps gegen Blasen beim Wandern.
In feuchter Umgebung wie beim Flusswandern können Blasen besonders leicht entstehen.

Blasen an den Füßen auf Stadttouren

In Großstädten wie New York kannst du eine Woche lang jeden Tag 8 Stunden und 20 Kilometer laufen und hast lange noch nicht alles entdeckt. Die Distanzen sind riesig und da es überall viel zu sehen gibt und du sowieso gerne läufst, eroberst du die Metropole so gut es geht zu Fuß.

Hast du bei großen Stadttouren die falschen Schuhe oder Socken an, dann kannst du dir auch hier schnell Blasen an den Füßen holen.

Blasen an den Füßen können bei allen langen Wanderungen und Spaziergängen entstehen, wie beim Wandern und Trekking, beim Flusswandern oder auch auf stundenlangen Stadtrundgängen.

Was sind die Ursachen?

Wo am Fuß entstehen Blasen?

Blasen bilden sich vor allem an den Stellen am Fuß, wo die meiste Reibung zwischen der Haut und den Socken und den Schuhen zustande kommt. Das ist dann meist oberhalb der Ferse und seitlich vorne am kleinen Zeh.

Auch an der Fußsohle, hier oft im vorderen Fußbereich, können Blasen entstehen.

Blasenbildung an der oberen Ferse:

Hier entstehen Blasen oft beim Tragen zu enger Schuhe oder auch bei Schuhen, die an dieser Stelle durch die starke Beanspruchung der Schuhe aufgerieben sind und nicht mehr die Polsterung garantieren, die nötig wäre, um die Haut vor Abschürfungen zu schützen.

Blasenbildung am kleinen Zeh:

Die Blasenbildung kann hier vielerlei Ursachen haben. Oft entstehen Blasen am vorderen kleinen Zeh jedoch auf langen Abstiegen über Geröllfelder oder auch über steile Wege.

Durch das Gehen auf abfälligem Gelände werden die Zehen ununterbrochen nach vorn gegen die Schuhinnenseite gequetscht. Bei Wanderungen auf solchem Gelände ist es daher ratsam, weite Schuhe zu tragen, die eine zu starke Reibung zwischen Zehen und Schuhinnenseite bestmöglich eindämmen oder ausschließen.

Blasenbildung an der Fußsohle:

Auch hier kann es verschiedene Ursachen geben. Häufig sind kleine Steine der Grund für Blasenbildung an der Fußunterseite. Oft sind es aber auch einfach nur die falschen Socken.

Vor allem zu dünne Socken oder unpassende Socken, die während der Wanderung verrutschen, können Auslöser für Blasen an der Fußunterseite sein.


Prophylaxe: Tipps gegen Blasen beim Wandern

#1 Keine zu engen Schuhe

Zu enge Schuhe sind ein echtes Problem beim Wandern. Dieses Problem kannst du von vornherein ausschließen, wenn du deine Wanderschuhe mindestens eine halbe Nummer zu groß kaufst. Und das solltest du tun.

Beim Schuhe kaufen im Schuhladen passen die neuen Trekkingschuhe wie angegossen. Du schlüpfst in die nagelneuen Wanderschuhe, passt wunderbar rein und läufst den Gang im Schuhgeschäft einmal vor und einmal zurück.

Es drückt nichts und alles scheint wunderbar abgestimmt. Bedenke jedoch, dass dieser kleine Spaziergang nicht der Realität bei einer echten Wanderung über mehrere Stunden nahekommen kann.

Beim Wandern schwitzen die Füße und warme Füße dehnen sich aus. Das passiert übrigens nicht nur mit Füßen, sondern auch mit den Händen.

Falls du Ringe an den Fingern trägst, kennst du dieses Phänomen sicher. Im Sommer bei Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit sitzen die Ringe enger am Finger als im Winter.

Kaufst du deine Schuhe also zu passgenau, dann kannst du dir jetzt schon ausrechnen, dass durch das Wandern erhitzte und aufgequollene Füße weniger Platz darin finden werden und dass du dir im schlimmsten Fall Blasen darin laufen wirst.

#2 Keine großen Touren mit nicht eingelaufenen Schuhen

Hast du als Weihnachtsgeschenk neue Wanderschuhe bekommen, dann solltest du damit nicht gleich zum Wintertrekking aufbrechen. Stattdessen solltest du die neuen Schuhe während einer gemäßigten Wandertour (Tagestour) zuerst einlaufen.

Einlaufen kannst du neue Wanderschuhe auch prima, indem du sie vorerst zuhause als Hausschuhe verwendest, damit zum Einkaufen gehst und sie als Alltagsschuhe verwendest.

#3 Ausreichend weite Schuhe, aber nicht zu weite Schuhe

Die Schuhe zum Wandern sollten bequem und weit sein. Jedoch solltest du den Fuß darin nicht umdrehen können. Denn wenn du das kannst, dann stehen de Chancen gut, dass du dir durch Reibung schnell Blasen an den Füßen holst.

Kaufe die Trekkingschuhe weit aber trotzdem möglichst passgenau.

Die optimale Schuhgröße haben Wanderschuhe, wenn du zwei Paar Wandersocken übereinander darin tragen kannst, ohne dass du dich in den Schuhen eingequetscht fühlst.

#4 Die Schuhe zum Lüften ausziehen

In Pausen kannst du die Schuhe ausziehen und so Schuhe, Socken und Füße lüften. Das gilt zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter. Kurze Wanderpausen eignen sich hierfür sehr gut. Einfach während dem Vesper die Schuhe ausziehen, Socken über einen Ast oder Stein legen, die Beine ausstrecken und die Füße ventilieren.

Nach so einer kurzen Belüftungspause fühlen sich die Füße gleich wieder wie neu geboren.

Da Füße, Socken und Schuhe nun trockener sind als zuvor, ist auch die Gefahr von Blasenbildung eingedämmt. Denn Blasen bilden sich besonders gerne auf feuchtem Terrain.

Tipps gegen Blasen an den Füßen beim Wandern: In den Pausen Schuhe ausziehen.
Tipps gegen Blasen an den Füßen beim Wandern: In den Pausen Schuhe ausziehen.

#5 Bequeme Aproachschuhe für einfache Touren

Aproachschuhe oder auch Zustiegsschuhe werden Schuhe genannt, die von Kletterern für den Zustieg vom Tal bis zur Kletterwand getragen werden. An der Kletterwand angekommen, werden die Zustiegsschuhe dann gegen Kletterschuhe umgetauscht.

Zustiegsschuhe oder Aproachschuhe gelten als sehr bequem und vielseitig einsetzbar. Darin läufst du dir auf kurzen Touren garantiert nicht so schnell Blasen.

#6 Verwendung von Wandersocken

Was unterscheidet Wandersocken von normalen Socken?

Wandersocken sind etwas dicker als gewöhnliche Socken. Dadurch können sie besser den Schweiß absorbieren und sich selbst im Schuh trocknen.

Dünne Sommersocken hingegen können bei Hitze schnell schweißnass werden. In diesem Zustand verrutschen sie am Fuß, was erstens unbequem ist und zweitens Blasen an den Füßen verursachen kann.

Des Weiteren sind Wandersocken stets so gearbeitet, dass sich keine Nähte im Innenbereich der Socken befinden.

Socken mit Nähten braucht niemand beim Wandern. Denn dort wo sich de Nähte an den Socken befinden, dort entstehen dann auch gerne Blasen an den Füßen.

#7 Kleine Steine und Dreck aus den Schuhen entfernen

Auf Geröllpisten bei Abstiegen oder auch bei Aufstiegen verirren sich gerne kleine Steine und auch Dreck in die Schuhe. Oft ist man zu faul, anzuhalten, um die kleinen Steine zu entfernen. Denn du weißt, dass dieser kleine Stein den du jetzt im Schuh hast, garantiert nicht der letzte sein wird. Deshalb wartest du lieber, bis du oben oder unten angekommen bist.

Nimm dir die Zeit und entferne kleine Steine und auch Dreck aus deinen Wanderschuhen. Deine Füße werden es dir danken und du kannst Blasenpflaster sparen.

Tipps gegen Blasen beim Wandern: Steine in den Schuhen vermeiden.
Bei Aufstiegen und Abstiegen verirren sich gerne kleine Steinchen in die Schuhe.

#8 Abtapen von bekannten Problemstellen

Läufst du dir immer wieder an bestimmten Stellen am Fuß Blasen und zwar unabhängig davon, was für Schuhe oder Socken du trägst, dann kannst du vorbeugen, indem du diese Stellen abklebst. Hierzu kannst du normales Tape verwenden, das du zusätzlich auf der Unterseite noch mit etwas Mull ausstatten kannst. Oder du klebst die bekannten Stellen direkt mit Blasenpflaster ab.

Diese vorbeugende Maßnahme ist vor allem sinnvoll bei ständigen Abschürfungen im oberen Fersenbereich. Das Tape wirkt dann wie eine schützende Trennwand zwischen der verletzlichen Haut und dem scheuernden Schuh.

Tipps zur schnellen Behandlung von Blasen unterwegs

#1 Blasen aufstechen oder nicht?

Wer sich Blasen an den Füßen gelaufen hat, der hat bestimmt auch schon darüber nachgedacht, sie aufzustechen. Viele haben das sicher auch schon getan.

Durch das Aufstechen der Blasen machst du jedoch alles schlimmer und nicht zuletzt kannst du dir auf diese Weise sogar noch ernsthaftere Verletzungen zuziehen als eine einfache Blase am Fuß. Nämlich dann, wenn Schmutz in die aufgestochene Blase gelangt und sich das rohe Fleisch darunter entzündet.

Lasse die Blase Blase sein und denke am besten nicht einmal daran, sie aufstechen zu wollen.

#2 Blasen abkleben mit Blasenpflaster oder anderem Klebeband

Auf allen größeren Touren und auch bei Tageswanderungen solltest du immer ein kleines aber nützliches Outdoor-Erste-Hilfe-Set dabei haben.

In diesem Outdoor-Erste-Hilfe-Set oder in dieser Wanderapotheke befindet sich alles, mit was eine schnelle Verartztung unterwegs durchgeführt werden kann wie Mullbinden, eine kleine Schere, Pinzette zum Dornen entfernen und vor allem auch Pflaster und etwas Blasenpflaster.

Tipps gegen Blasen beim Wandern: Blasenpflaster aus der Wanderapotheke.
Eine kleine Wanderapotheke sollte immer mit dabei sein. Hier ist auch Blasenpflaster enthalten.

#3 Sollte ich Blasen mit irgendetwas einreiben?

In deiner Wanderapotheke ist auch Mittel zur Wunddesinfektion enthalten.

Als bewährte Mittel zur Wunddesinfektion gelten Betadine oder Yodal. Wenn du nicht sicher bist, dann erkundige dich am besten in einer Apotheke nach einem Antiseptikum zum äußerlichen Auftragen auf die Haut bei kleinen Verletzungen wie eben Abschürfungen oder Blasen.

Außer Antiseptikum zur Wunddesinfektion solltest du keine anderen Mittelchen auf die Wunde reiben.

Ist keine blutende Verletzung vorhanden (offene Blase oder Abschürfung), dann muss auch kein Antiseptikum aufgetragen werden. Ob du es aufträgst oder nicht, das bleibt dir überlassen.

#4 Was machen bei Blasen beim Trekking?

Du bist 5 Tage zum Trekking aufgebrochen, hast gerade die erste Tagesetappe hinter dir und schon die ersten Blasen an den Füßen.

Das ist kein Grund zur Panik. Blasen sind nicht tödlich, sie nerven nur etwas.

Was du tun kannst:

  • Wenn möglich, wasche die Füße abends vor dem Schlafen.
  • Lüfte nach dem Waschen Füße, Socken und Schuhe.
  • Reinige deine Trekkingschuhe von innen: Innensohle rausnehmen, ausklopfen und dich versichern, dass keine Steine, Dornen oder Dreck im Schuh vorhanden sind.
  • Wenn möglich, wasche die Socken und ziehe am nächsten Tag neue Socken an.
  • Klebe vor der nächsten Tageswanderung die Blasen mit Blasenpflaster oder Tape ab.
  • Desinfiziere wenn nötig die Verletzung (bei offenen Blasen).

Blasen zuhause behandeln

Müssen Blasen zuhause nachbehandelt werden?

Es gibt doch kein schöneres Gefühl, als sich nach einer achtstündigen Gewalttour mit schmerzenden Gliedern, aufgeriebenen Füßen und komplett verschwitzt und verdreckt unter die Dusche zu stellen.

Auch wenn du noch so kaputt bist, so wird eine Dusche sicher zu den ersten Erledigungen gehören, die du nach der Rückkehr deiner Wandertour zuhause durchführst.

Oder Stopp: Als zweiterste Erledigung natürlich. Denn die erste Erledigung ist ein erfrischendes Bier und eine deftige Mahlzeit mit deinen Wanderfreunden.

Als zweiterste Erledigung jedenfalls wirst du dich duschen. Wenn du dir Blasen beim Wandern zugezogen hast oder Abschürfungen, dann brennt es etwas beim Duschen und Waschen. Danach jedenfalls fühlst du dich wie neu geboren, wenn auch angenehm müde.

Hattest du während der Wanderung Blasenpflaster auf den Blasen, dann kannst du es zuhause vor dem Duschen entfernen, um die Stelle zu säubern. Anschließend lässt du die Stelle frei und ziehst auch keine Socken darüber, so dass die Verwundung an der Luft abheilen kann.

Ist die Blase am nächsten Morgen noch nicht ausreichend abgeklungen, dann kannst du nun ein neues Pflaster darauf kleben, um Reibung mit den Schuhen zu unterbinden.

Am besten heilen Blasen oder Abschürfungen jedoch, wenn du Luft daran lässt. Bei offenen Wunden und bei Bedarf kannst du auch etwas Mittel zur Wunddesinfektion darauf geben.

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