Die Rallye Dresden-Dakar-Banjul kommt auf ihrer letzten Etappe in Europa durch Andalusien. Hier startet die Fähre ab Algeciras nach Tanger in Marokko, wo weitere 3.500 km auf die Teilnehmer warten.

Ab Málaga begleitete ich teilnehmende Freunde an der Rallye Dresden-Dakar-Banjul mit dem Motorrad bis kurz vor Algeciras. Hier verbrachten wir eine Nacht auf dem Campingplatz beim Barbecue.

Eindrücke von Unterhaltungen mit Teilnehmern der Rallye Dresden-Dakar-Banjul:

Von der Existenz dieser Rallye erfuhr ich durch meine Freunde zum ersten Mal. Ich finde die Idee interessant, weshalb ich durch diesen Artikel die Bekanntheit noch etwas ankurbeln möchte.

Fahre ich selbst mit?

Fahre ich selbst bei der Rallye Dresden-Dakar-Banjul?

Ich fahre nicht selbst bei der Rallye Dresden-Dakar-Banjul mit, habe jedoch Freunde, die dieses Jahr dabei sind.

Durch die bekannten Teilnehmer erfuhr ich auch zum ersten Mal von der Existenz dieser Rallye.

Meine Bekannten begleitete ich ein kurzes Stück durch Andalusien von Málaga bis kurz vor Algeciras. Hier verbrachten wir die Nacht und ich während der Unterhaltungen mit meinen Freunden und einigen weiteren Teilnehmern erfuhr ich mehr zur Rallye Dresden-Dakar-Banjur.

Wie viele Fahrzeuge nehmen teil?

Die Rallye von Dresden nach Banjul im westafrikanischen Land Gambia startet zweimal im Jahr. Bei jeder Rallye nehmen bis zu 50 Fahrzeuge teil.

Das sind jede Menge, vor allem wenn man bedenkt, zu welchem Zweck die Rallye veranstaltet wird.

Über wie viele Kilometer geht die Rallye?

Kürzeste Route von Dresden nach Algeciras: etwa 2.831 km

Kürzeste Strecke von Tanger (Anlaufhafen in Marokko, Afrika) bis Banjul: etwa 3.319 km

Die Kilometerzahlen habe ich aus Google Maps. Die Gesamtstrecke der Rallye ab Dresden bis nach Banjul in Gambia beträgt laut Google Maps also in jedem Fall über 6.000 Kilometer.

Nicht alle Fahrer starten in Dresden und nicht jeder nimmt die gleiche Fahrtroute. Die individuellen Kilometerzahlen der einzelnen Teilnehmerfahrzeuge können also schwanken. So berichten einige Teilnehmer auch von über 7.000 Kilometern Gesamtstrecke.

Welche Fahrzeuge sind dabei?

Bei der Rallye sind alle möglichen Fahrzeugtypen dabei. Während meines kurzen Besuchs auf dem Campingplatz in Algeciras sah ich Kleinbusse wie VW-Busse, Jeeps, Hundefänger und auch einen Renault Twingo.

Leider kam ich erst abends nach Sonnenuntergang auf den Platz. Fotos von den Fahrzeugen konnte ich aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse keine machen.

Die Fahrzeuge werden von den Teilnehmern sehr individuell ausgestattet. Jedes Teilnehmerfahrzeug hat einen Aufkleber der Rallye, wodurch es schon von Weitem gut als Teilnehmerfahrzeug der Rallye identifiziert werden kann.

Rallye Dresden-Dakar-Banjul, Auto
Teilnehmendes Auto der Rallye Dresden-Dakar-Banjul während der Fahrt über die Pyrenäen. Oben am vorderen Dach der Aufkleber der Rallye.

Wie lange dauert die Rallye?

Die Dauer der Rallye beträgt ca. vier Wochen. Manche Teilnehmer fahren bereits früher los, um unterwegs Zeit für individuelle Umwege oder längere Aufenthalte in bestimmten Destinationen zu haben.

Der Startzeitpunkt eines Teilnehmers in Deutschland kann individuell variieren. Einige wichtige Termine sind von den Teilnehmern jedoch unbedingt einzuhalten.

Der erste wichtige Termin der Rallye Dresden-Dakar-Banjul ist der Zeitpunkt der Abfahrt der Fähre in Algeciras. Für die 50 Fahrzeuge der Teilnehmer wird bei jeder Rallye vom Veranstalter der Rallye Dresden-Dakar-Banjul eigens eine eigene Fähre gechartert.

Während manche Fahrzeuge in Deutschland, Frankreich, Spanien und auch in Marokko oft noch einzeln unterwegs sind, so ist es ratsam, dass die Teilnehmer durch die Westsahara, durch Mauretanien und durch den Senegal in Gruppen fahren.

Auf diese Weise können sich die Teilnehmer auf schwierigeren Abschnitten unterstützen und falls Hilfe benötigt wird, steht man nicht alleine auf der Straße.

Guter Zweck und Versteigerung der Autos

Was ist der Zweck dieser Rallye?

Die Rallye Dresden-Dakar-Banjul fahren die Teilnehmer im Auto und zurück nehmen sie das Flugzeug.

Die meisten jedenfalls.

Der Endzweck der Rallye Dresden-Dakar-Banjul ist die Versteigerung der teilnehmenden Fahrzeuge in Banjul, Gambia.

Auf der offiziellen Seite des Veranstalters ist zum Zweck der Rallye folgendes zu lesen:

Alle Fahrzeuge werden unter der Aufsicht einer in Gambia registrierten Hilfsorganisation (NGO) versteigert.

Der Erlös aus dem Verkauf der Fahrzeuge wird mehreren lokalen Hilfsorganisationen und Projekten zur Verfügung gestellt. (Auszug aus der Veranstalterseite)

Von einem Teilnehmer wurde mir erzählt, dass es schon vorgekommen sei, dass sich Fahrer in Banjul nicht von ihrem Fahrzeug trennen wollten. Da am Deal der Versteigerung jedoch nichts zu ändern ist, ersteigerten sie einfach selbst ihr Auto und fuhren dann damit wieder zurück.

Wohl die meisten Teilnehmer sind zum ersten Mal auf einer Rallye mit dabei. Kann sein, dass einige hier auf den Geschmack kommen und nach der Ankunft in Gambia weiter diesen Lifestyle leben wollen.

Rallye Dresden-Dakar-Banjul Route

Wie der Name der Rallye bereits ankündigt, beginnt die Rallye ab Dresden. Ab hier führt sie durch Frankreich und Spanien.

In der Stadt Algeciras in Andalusien geht es dann auf die Fähre und weiter auf den afrikanischen Kontinent nach Tanger in Marokko.

In Algeciras ist nach knapp 3.000 Kilometer Fahrt übrigens erst weniger als die Hälfte der Gesamtstrecke geschafft.

Das richtig große Abenteuer erwartet die Fahrer auf dem afrikanischen Kontinent, wo weitere 3.500 Kilometer Fahrtstrecke bewältig werden müssen.

In Afrika geht es zuerst durch Marokko und dann weiter durch die Westsahara, durch Mauretanien und durch den Senegal bis ins kleine westafrikanische Land Gambia.

Der Endpunkt der Rallye ist der Ort Banjul in Gambia.

Aufkleber Rallye-Dresden-Dakar-Banjul
Teilnehmende Fahrzeuge sind als solche durch einen Aufkleber der Rallye-Dresden-Dakar-Banjul gekennzeichnet.

Eindrücke von meinem Kurzbesuch nahe Algeciras

In Andalusien führt die Rallye durch Granada und Málaga bis nach Algeciras in der andalusischen Provinz Cádiz.

Der Fährhafen von Algeciras ist die letzte Station in Europa. Ab hier fährt die Fähre nach Tanger in Marokko, wo die Rallye nun auf dem afrikanischen Kontinent weitergeht.

Spätestens am letzten Abend vor der Fährabfahrt in Algeciras treffen sich die Teilnehmer der Rallye auf dem Campingplatz Camping La Casita, der sich ca. 20 Kilometer vor dem Ort Algeciras befindet.

Die Fähre startet früh am Morgen und die Teilnehmer der Rallye müssen ab dem Campingplatz nach dem Aufstehen nur wenige Kilometer bis zur Fähre in Algeciras fahren.

Mit dem Motorrad ab Málaga bis Camping La Casita nahe Algeciras

Der Campingplatz La Casita liegt nahe der Siedlungen von San Roque und Alcaidesa kurz vor Algeciras.

Ab meinem Wohnort in Málaga bis zum Campingplatz La Casita sind es nur etwa 140 Kilometer.

Da wir in Andalusien auch im November Motorradwetter haben, beschloss ich mit dem Motorrad zum Camping zu fahren, um dort eine Nacht mit meinen Freunden zu verbringen, die an der Rallye teilnehmen.

Eigentlich sollten meine Freunde schon gegen 13:00 Uhr durch Málaga kommen. Am Ende gab es eine Verzögerung und sie kamen erst gegen 16:00 Uhr.

Da auch in Andalusien im November die Sonne schon gegen 18:30 Uhr untergeht und wir noch etwas vom Tag haben wollten, fuhr ich alleine in Málaga los und wir trafen uns dann an einer Tankstelle in Estepona. So konnten meine Freunde ab Granada direkt durchfahren, ohne erst in Málaga anhalten zu müssen.

An besagter Tankstelle trafen wir uns und machten uns nach einer kurzen Begrüßung direkt auf den Weg zum Campingplatz, wo bereits andere Teilnehmer der Rallye campten.

Keine Bar, kein Laden und verspätetes Barbecue

Als wir am Campingplatz eintrafen, war es schon weit nach 17:00 Uhr. Genau an diesem Tag war das einzige Restaurant, ein Thai Restaurant, nahe des Campingplatzes geschlossen. Auch der kleine Laden am Campingplatz hatte zu.

So ließen wir mein Motorrad auf einem Stellplatz zurück und fuhren noch einmal ins benachbarte Guadiaro (Sotogrande), um ein paar Sachen fürs Barbecue zu kaufen.

Als wir vom Einkauf zurück kamen, war die Sonne bereits untergegangen.

Der Campingplatz La Casita befindet sich idyllisch in einem Waldstück. Die einzelnen Parzellen liegen gut versteckt unter den Bäumen. Außer mit ein paar Rallye-Teilnehmern in direkter Nähe zu unserem Stellplatz, hatten wir kaum Gelegenheit mit weiteren Teilnehmern in Kontakt zu kommen.

So entfachten wir gleich nach der Ankunft das Barbecue und öffneten ein paar Bier, um auf unser Treffen anzustoßen.

Rallye Dresden-Dakar-Banjul, Campingplatz nahe Algeciras
Auf dem Campingplatz La Casita etwa 20 km oberhalb von Algeciras.
Rallye Dresden-Dakar-Banjul, Barbecue
Nach unserer Rückkehr vom Einkaufen war es bereits dunkel und wir begannen mit dem Barbecue.
Rallye Dresden-Dakar-Banjul, Steaks grillen
Zum Einstieg unseres kleinen Barbecues etwas typisch Andalusisches: „Secreto Iberico“.

Barbecue und Unterhaltung mit Rallye-Teilnehmern

Vor dem Barbecue hatte ich Gelegenheit, mich mit einigen anderen Rallye-Teilnehmern auszutauschen, die mit uns auf dem Campingplatz waren. Später gesellte sich zudem noch ein Parzellen-Nachbar zu unserem Feuer, von dem ich ebenfalls interessante Einblicke erhielt.

Dieser erzählte z.B., dass er seine Teilnahme zur Rallye von seiner Schwester geschenkt bekommen habe. Er hatte wohl schon öfter davon geträumt, an dieser Rallye teilzunehmen, es aber immer wieder aufgeschoben. Durch das Geschenk der Schwester gab es für ihn nun keine Ausreden mehr, sich diesen Wunsch zu erfüllen.

Die Teilnahmegebühr kostet wohl um die 150 Euro und gilt unter anderem der „Erleichterung an den Grenzübergängen und der Vermeidung von Kontrollen…“.

Mit anderen Worten werden mit einem Teil dieses Geldes wohl ein paar Posten geschmiert, um einen reibungslosen Ablauf der Rallye durch Afrika zu gewährleisten.

Bei eventuellen Kontrollen könnten einige Beamte tatsächlich fündig werden, denn Alkohol und Schweinefleisch sind in Marokko und auch in anderen afrikanischen Gebieten nicht erwünscht oder sogar verboten. Und Alkohol hatten einige Fahrer wohl ordentlich eingepackt.

So eine Rallye ist schließlich auch eine gute Gelegenheit, um das Nützliche (Rallye für einen guten Zweck) mit dem Angenehmen (feucht-fröhliche Feierlichkeiten der Teilnehmer) zu verbinden.

Ein Teilnehmer erzählte mir, wie er seinen Van bereits seit Monaten für den Zweck der Rallye vorbereitet hatte. Er ist Mechaniker und hat das Auto in seiner Werkstatt über Wochen komplett erneuert. Es wurden nagelneue Bremsen eingebaut, Radlager ausgetauscht, Schweller geschweißt und es wurde sogar eine wohnliche Einrichtung für die Dauer der Rallye installiert.

Dabei hat der Mechaniker wohl eine nicht unbeträchtliche Summe für die Reparaturen, Ersatzteile und Arbeiten am Auto investiert.

Wie ich erfuhr, stecken manche Teilnehmer ordentlich Geld in ihre Autos. Und das, obwohl die Autos am Ende der Rallye versteigert werden und die Teilnehmer diesen Erlös aus der Versteigerung hundertprozentig spenden.

Die Nacht draußen im Schlafsack

Die Nacht war angenehm warm und wir schliefen draußen.

Mein Nachtlager organisierte ich erst kurz vor dem Schlafengehen weit nach Mitternacht neben dem Motorrad. Auf dem Boden breitete ich eine weite Plane aus. Darauf legte ich die Schlafmatte (Luftmatratze) und darüber meinen Schlafsack.

Das Tarp hatte ich zwar für alle Fälle dabei. Da die Nacht jedoch trocken war, verzichtete ich darauf, es aufzuspannen.

Rallye Dresden-Dakar-Banjul, Nachtlager
Nachtlager auf dem Campingplatz.

Abschied und Abfahrt um 07:00 Uhr

Die Nacht war kurz. Bereits gegen 06:30 Uhr klingelte der Wecker.

Unsere Nachbarn klapperten sogar schon vorher mit den Autotüren, räumten Sachen umher und bereiteten Kaffee zu. Draußen war es stockfinster.

Auch ich packte meine Sachen zusammen und putzte die Zähne auf der Campingtoilette. Meine Freunde tranken noch einen Kaffee.

Der Abschied war kurz und schmerzlos. Am Abend zuvor hatten wir genug geredet und wohl auch einige Bier zu viel getrunken.

Punkt 07:00 Uhr fuhren wir dann geschlossen vom Campingplatz. Meine Freunde fuhren Richtung Algeciras zum Hafen und ich fuhr wieder Richtung Málaga.

Auf den ersten Kilometern bis Estepona regnete es leicht. Gegen das Visier meines Helms schlugen dünne Regentropfen. Das Motorrad knatterte und ein kühler Morgenwind blies mir rasch die Müdigkeit aus den Gliedern.

Kurz hinter Estepona begann sich das Meer nun langsam rot vom Sonnenaufgang zu färben. Bald wich die Nacht dem beginnenden Tag. Ich hatte noch keine Lust, direkt nach Málaga zurück zu düsen und so cruiste ich noch ein wenig durch Marbella.

Erst in Benalmádena machte ich dann einen Zwischenstopp in einer Raststätte, trank Kaffee, machte Frühstück und checkte meine Nachrichten auf dem Smartphone.

Ich empfand die Rückfahrt als sehr angenehm. Wohl auch wegen dem guten Gefühl, eine schöne Zeit verbracht zu haben.

Auch wenn unser Treffen nur sehr kurz war, so erlebten wir ein paar unvergessliche Momente und jeder der mit dabei war, nimmt wohl ein paar bleibende Erinnerungen mit.

Tanken Rückfahrt Rallye Dresden-Dakar-Banjul
Tankstopp auf dem Rückweg nach Málaga.

News und weitere Infos zur Rallye

Ausführliche Infos zur Routenbeschreibung, Erfahrungsberichte, Teilnahmebedingungen, Preise, etc. findest du auf der offiziellen Seite zur Rallye Dresden-Dakar-Banjul: rallye-dresden-dakar-banjul.com.

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