Die beste Survival Ausrüstung der Welt: Wie müsste sie aussehen?

Beste Survival Ausrüstung: ousuca.

Gäbe es eine Beste Survival-Ausrüstung der Welt: Wie müsste diese aussehen? 

Was braucht man? Was braucht man nicht? Was kann man selber machen? Was sollte man unbedingt dabei haben? Überleben im Wald. Überleben in Städten. 

Hier findest du eine Survival-Checkliste, die nicht nur die materielle Ausrüstung aufführt. Die materielle Ausrüstung ist wichtig, aber zum Überleben unter extremen Bedingungen gehört mehr als nur dein gut gepackter Survival-Rucksack.

127 Stunden: Was bist du bereit zu tun, um dein Überleben oder das Überleben anderer zu garantieren?

Kennst du den Film „127 Hours“? Wenn nicht, und wenn du dich für das Thema Survival interessierst, dann empfehle ich dir, diesen Film einmal anzusehen. Der Film ist aus dem Jahr 2010 und erzählt die wahre Geschichte des Kletterers und Abenteurers Aron Ralston.

Vom Film „127 Stunden“ hatte ich bereits kurz nach seiner Veröffentlichung 2010 gehört. Aus verschiedenen Quellen vernahm ich dann auch die unglaubliche Geschichte.

ACHTUNG SPOILER

Vom Erzählen anderer, die den Film gesehen hatten, wusste ich, wie die Geschichte ausgeht. Ich wusste, dass Aron sich nach tagelangem Kampf den Arm mit einem stumpfen Messer amputiert. Und ich wusste, dass sich bei dieser Szene der Selbstamputation bei vielen Zuschauern der Magen umdrehte. Ich dachte, da ich die Geschichte sowieso vom Hörensagen kenne, muss ich mir das blutige Spektakel nicht selbst noch einmal ansehen. So blieb es jedoch eine Geschichte wie jede andere.

Letztes Wochenende dann entdeckten wir den Film beim Stöbern auf Netflix. Wir waren überrascht ihn dort zu finden und sahen ihn an. Der Film beginnt mit einer kurzen Einleitung die direkt im verheerenden Sturz des Hauptdarstellers im Canyon endet.

Dann erscheint der Schriftzug „127 Hours“. Und man sieht den Hauptdarsteller mit eingeklemmtem Arm unter einem Fels.

Ich dachte: „Mein Gott, soll das jetzt tatsächlich die nächsten 90 Minuten darum gehen, wie er sich da im Canyon quält?“

Und so war es dann auch. Nach ewigem Kampf und unzähligen Versuchen sich durch Kratzen und Schaben mit dem völlig stumpfen Messer eines Allzweck-Werkzeuges am Stein zu befreien, kam nach einer gefühlten Ewigkeit im Canyon das unglaubliche Finale.

Ich musste mich zwingen hinzusehen, als der Hauptdarsteller der Aron verkörperte sich den Arm brach um ihn anschließend mit der Zange und einem völlig stumpfen Minimesser zu amputieren. Mein Gesicht verzog sich zur Maske und ich sah wie gebannt zu, wie dieser Mensch das Unglaubliche schaffte. Es war der reinste Überlebenswille, der ihn zu dieser Tat trieb.

Als er dann endlich den Arm amputiert hatte, stand er in einigen Metern Entfernung vom Felsbrocken und blickte zurück zum Arm. In diesem Moment konnte ich die Befreiung (wenn auch nicht den Schmerz) ahnen, den Aron wohl gespürt haben muss. Durch seine unglaubliche Tat hat er sich in dieser echten Survival-Situation das Leben gerettet.

Was dieser Mensch geleistet hat, ist Survival pur. Sein Beispiel ist sehr inspirierend. Denn es zeigt, was auch ohne großartige Survival-Ausrüstung möglich ist. Ich denke, viele von uns hätten es wohl nicht einmal mit einem Top Survival-Messer oder mit der Axt geschafft, sich aus dieser Falle zu befreien. Oder, was meinst du?

Denkst du, dass auch du im Notfall, also in einer echten Survival-Situation, in der Lage wärst, dir selbst den Arm zu amputieren?

Was braucht man? Was braucht man nicht?

Ich denke, dass das Beispiel des Abenteurers Aron Ralston sehr gut verdeutlicht, auf was es in einer echten Survival-Situation tatsächlich ankommt. Hier zählt weniger die materielle Ausrüstungsliste als viel mehr die mentale Stärke. Es ist der Wille, der darüber entscheidet, ob du überleben wirst oder nicht.

Die beste Survival-Ausrüstung der Welt befindet sich nicht in deinem Rucksack. Vielmehr trägst du sie immer mit dir in Form deiner mentalen Stärke und deiner Fähigkeiten.

Es geht nicht darum, was du mithast. Vielmehr kommt es darauf an, dass du mit der Ausrüstung die du besitzt (und sei es nur improvisierte Ausrüstung) so gut umgehen kannst, dass sie dir bei deinen Bemühungen hilft, dich aus einer Notsituation zu befreien. Oder dass du dank deiner Ausrüstung in Verbindung mit deinen Fähigkeiten und deiner mentalen Stärke erst überhaupt nicht in eine brenzlige Situation gerätst.

Urban Survival Ausrüstung.
Beim Survival kommt es nicht nur auf die Ausrüstung an, die du mit dir führst. Du musst auch mit minimaler Ausrüstung Improvisationstalent beweisen.

Kultiviere deinen Überlebenswillen

Dein Wille und vor allem dein Überlebenswille ist in Notsituationen entscheidend. Es ist vorteilhaft, wenn du ein gut gepacktes Bug Out Bag, INCH BAG oder ein individuelles EDC dabei hast. Jedoch entscheiden in einer echten Survival-Situation nur dein Wille und deine Fähigkeiten darüber, ob dir die Ausrüstung auch aus der Patsche helfen kann oder nicht.

Ist dein Überlebenswille so stark wie der Wille eines Aron Ralston, dann hast du ideale Vorraussetzungen, auch die brenzligsten Situationen zu überleben. Ist dein Wille nicht so stark und du solltest trotzendem einmal in eine Survival-Situation geraten, dann erinnere dich einfach daran, was dieser Mann (oder auch andere mutige Abenteurer) geleistet hat. Allein dieses Wissen kann auch dir Flügel verleihen, die dich im Extremfall über dich hinauswachsen lassen können.

Die beste Survival Ausrüstung für das Überleben in der Natur und für Urban-Survival

Es existiert für jede denkbare Gelegenheit eine perfekt angepasste Ausrüstung. So sieht im Normalfall die Ausrüstung für Urban-Survival etwas anders aus als die Packliste für die Ausrüstung eines Bushcrafters. Und auch Fluchtrucksack, EDC, BOB, INCH BAG oder GET HOME BAG unterscheiden sich in Größe und teilweise auch in ihrer Zusammenstellung voneinander.

Unabhängig davon, ob ein Survival-Notfall in der Natur oder in der Stadt eintritt und unabhängig davon wie lange dieser andauert und unter welchen Verhältnissen er stattfindet, solltest du mit der geringst möglichen Ausrüstung auskommen.

#1 Mentale Ausrüstung: Dein Wille, Dein Überlebenswille

Dein Wille bzw. dein Überlebenswille ist essential wichtig. Dein Wille ist am Ende der entscheidendste und ausschlaggebendste Punkt, der dich aus einer Notfall-Situation herausbringen kann.

Um den Überlebenswillen auch in aussichtslos erscheinenden Situationen aufrecht zu erhalten, existieren ein paar Tricks, die du dir einprägen solltest.

Starke Gefühle wie Liebe oder Hass gelten als besonders starke Antreiber des Überlebenswillens.

Tricks, die deinen Überlebenswillen auch in ausweglos erscheinenden Situationen aufrecht erhalten:

Liebe:

Denke an deine Familie, Freunde die du wieder sehen oder retten möchtest.

Hass:

Hass gehört zu den stärksten Gefühlen überhaupt. Hass ist destruktiv und sollte im Alltag nichts zu suchen haben. In einer Notsituation jedoch kann Hass dein Motor sein, der dich durch die aussichtsloseste Situation prügelt. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Hier möchte ich dir wieder einen Film nahelegen: Im „Film The Revenant“ schleift sich der nach einem Bärenangriff moribunde Trapper Hugh Glass tagelang durch die Wildnis.

Nur sein Überlebenswille und sein Hass treiben ihn voran. Die Geschichte des Hugh Glass ist insoweit wahr, weil er tatsächlich einen Bärenangriff überlebte. Die Geschichte seines ermordeten Sohnes wurde wohl hinzu gedichtet. Trotzdem zeigt das Beispiel sehr gut, wie Hass als Motor dienen kann.

#2 Skills: Deine Fähigkeiten

Allein deine Liebe oder dein Hass machen dich blind, wenn du nicht weißt, wie du diese starken Gefühle dank deiner Fähigkeiten in von dir gewünschte Bahnen lenken kannst.

Um noch einmal den Fall Aron Ralston als Beispiel zu nehmen. Hätte er nicht ein gewisses Basiswissen von Survival-Medizin und Erste Hilfe gehabt, dann hätte er den Knochen nicht durchbekommen. Und wenn er es dann geschafft hätte, dann wäre er vielleicht verblutet.

Er wußte ganz genau, dass er mit dem stumpfen Messer keine Chance hatte, den Knochen durchzubekommen. Also brach er ihn. Und er wußte, dass er den Arm abbinden muss, damit der Blutstrom an dieser Stelle unterbunden wird.

Zu den grundlegendsten Fähigkeiten, die sich ein Outdoorer aneignen sollte, gehört ein gewisses Basiswissen in Erste Hilfe und Erste Hilfe Techniken. Dank dieses Wissens kannst du dir nicht nur selbst helfen, sondern du kannst auch anderen im Notfall beistehen.

Einige Survival-Fähigkeiten im Überblick:

#3 Deine Survival Ausrüstung

Die folgenden Ausrüstungsgegenstände können zu deiner Survival-Ausrüstung gehören:

Rettungsdecke für die Survival-Ausrüstung.
Eine Rettungsdecke sollte in jedem Survival-Equipment dabei sein.

An diese kleine Liste kannst du noch alles mögliche anhängen und hinzufügen. Ein Messer sollte in jede Survival-Ausrüstung gehören. Auch Trinkwasser und Wasserfilter zur eigenständigen Wasseraufbereitung sind absolut notwendig. Denn ohne Wasser überlebst du nicht lange.

Wasser ist weitaus wichtiger als Nahrung.

Lebensmittel, Feuerzeug und Taschenlampe sind nützlich, aber für das reine Überleben während eines kurzen Zeitraum nicht unbedingt notwendig. Trotzdem ist es natürlich immer gut, diese Dinge dabei zu haben.

Im absoluten Notfall solltest du mit diesen wenigen Ausrüstungsgegenständen auskommen können. Alles was hier noch an Extras hinzukommt, weil du es im Rucksack mit dabei hast, gilt dann schon als Luxus.

#4 Vermeidung von Survival-Situationen: Bleibe in Verbindung, Gib anderen Bescheid

Was Aron Ralston fast das Leben gekostet hätte, war der Umstand, dass er niemandem Bescheid gab, wo er unterwegs war und wie lange er unterwegs sein wollte.

Hätte er vor seinem Ausflug Bekannten oder Verwandten gesagt, wohin er wollte und hätte er eine Zeit angegeben in der er sich zurückmeldet, dann hätte er vielleicht gerettet werden können. Klar, dann wäre er heute nicht berühmt. Aber sicher hätte er sich viele schmerzliche Stunden erspart.

Bevor ich zum Trekking aufbreche, gebe ich meiner Freundin stets eine möglichst genaue Angabe der Wanderroute. Und wir machen immer einen Zeitpunkt aus, an dem ich mich spätestens zurückmelde. In den Bergen hat man oft keine Verbindung. Wenn ich aber weiß, dass ich zwei Tage in den Bergen unterwegs sein werde, dann mache ich eine Kontaktaufnahme für den Tag meiner Rückkehr aus. Sollte ich mich am angegebenen Tag nicht melden, dann wäre das ein Signal, dass irgendetwas nicht stimmen könnte.

Wenn du anderen Bescheid sagst, wohin du gehst. Und wenn du einen Termin der Rückmeldung angibst. Dann kannst du unter Umständen eine Survival-Situation auf Leben und Tod von vornherein eingrenzen oder bestenfalls komplett ausschließen.

Ausrüstung selber machen

Was man nicht hat, das kann man unter Umständen auch selber machen oder zumindest improvisieren.

Handelt es sich um Survivaltechniken in der Natur, dann gleiten wir in den Bereich des Bushcraften, wo Dinge des täglichen Gebrauchs selbst hergestellt werden. Hierzu können dann Holztassen (Kuksas), Holzlöffel, Holzgabeln gehören, aber auch improvisierte Schnüre aus Wurzeln und allerlei andere brauchbare Sachen.

Auch im Bereich des Urban-Survival lässt sich ebenfalls viel selber machen. So könnte man z.B. aus einem Blechstück selbst ein Messer improvisieren. Man könnte einen Kompass selber bauen. Und man könnte sich sogar einen Seesack oder einen Rucksack selber nähen.

Prinzipiell ist sehr viel möglich und ist die Phantasie groß genug, dann sind deinem Ideenreichtum keine Grenzen gesetzt.

Ausrüstung selber zu bauen oder selber herzustellen ist eine nette Nebenbeschäftigung, die deine Improvisationsfähigkeit im Allgemeinen fördert. Selbst wenn du die selbst gebauten Dinge dann doch nicht verwendest und deine gekaufte Survival-Ausrüstung vorziehst, so wirst du allein durch die Umsetzung deiner Ideen viel Nützliches dazulernen, was dir dann wieder in echten Survival-Situationen behilflich sein kann.

Also, ruhig mal etwas selber bauen!

Multifunktionaler Seesack, selber genäht.
Outdoor-Ausrüstung selber herstellen. Mein selber genähter Seesack aus robuster Militärplane.

Übrigens: Mein selber genähter Seesack dient nicht nur zum Ansehen. Er eignet sich sehr gut als Reiseseesack. So hatte ich ihn bereits mit auf Reisen in Barcelona. Und auch in Kanada auf unserem Roadtrip war er mit dabei.

Fazit

Es wäre natürlich prima, wenn zur Survival-Ausrüstung auch ein Hummer gehören würde wie auf dem Titelbild. Mit dem könntest du dann den Rest der Ausrüstung durchs Gelände transportieren. Und du hättest gleich noch ein Dach über dem Kopf.

In einem echten Survival-Notfall wirst du jedoch mit nur sehr wenig auskommen müssen. Hier wirst du vielleicht nicht einmal auf deine Ausrüstung zurückgreifen können, weil sie dir durch die Widrigkeiten in einer Extremsituation abhanden gekommen ist.

Was am Ende bleibt, ist dein reiner Wille. Dein Wille zum Überleben in Verbindung mit deinen antrainierten Skills.

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Mike Lippoldt

Über den Autor: Mike ist Gründer von ousuca. Nach zahlreichen Reisen wanderte Mike als Jugendlicher mit dem Fahrrad nach Spanien aus und erschuf sich hier von Null an eine neue Existenz. Über seine Abenteuer und den kalten Sprung in ein neues Leben schrieb er ein Buch.
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