Die besten Methoden zur Wasseraufbereitung Outdoor – getestet!

Wasseraufbereitung Outdoor
(Last Updated On: 1. Juni 2018)

Wie du auf dem Titelbild sehen kannst, muss man bei der Wasseraufbereitung Outdoor manchmal improvisieren.

Das Foto entstand während einer Wintertrekking Tour. Nichtmal Bachwasser filtern stand zur Wahl, weil sich der nächste Rinnsal in zu weiter Entfernung befand. So stachen wir Eisblöcke aus einer Viehtränke, die wir dann über dem Campingkocher schmolzen und anschliessend durch einen Outoor Wasserfilter der Marke Sawyer filterten.

Du willst jetzt wissen, wie das Wasser geschmeckt hat und ob es uns gut bekommen ist? Dann lies einfach weiter…

Möglichkeiten der Wasseraufbereitung Outdoor

Für die Wasseraufbereitung Outdoor stehen verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl. Um dich nicht zu verwirren und gleich auf den Punkt zu kommen, nenne ich dir die Favoriten gleich zu Beginn.

Bevor es jedoch mit den Aufbereitungsmöglichkeiten losgeht, noch ein paar Worte zur Einleitung:

Natürlich kommt es auch darauf an, wo du unterwegs bist. Trekkst du im winterlichen Gebirge im Schnee und schmilzt (sauberen) Schnee, um ihn dann als Trinkwasser zu konsumieren, dann musst du dir über Bakterien weniger Sorgen machen als in belebten Gebieten im Tal. Denn die meisten schädlichen Bakterien werden unter dem Gefrierpunkt und spätestens nach dem Abkochen abgetötet.

Auf Trekkingtouren während wärmerer Jahreszeiten, wo es darum geht, Bachwasser, Seewasser oder Wasser aus anderen Quellen (wie bspw. Wasserlachen oder Pfützen) trinkbar zu machen, gelten die folgenden Methoden als die sichersten und effektivsten.

#1 Aufbereitung durch Outdoor Wasserfilter (geeignet für europäische Breitengrade)

Auf unzähligen Touren habe ich bereits die verschiedensten Aufbereitungsmethoden durchgetestet. Beim Trekking im nepalesischen Himalaya oder auch auf ausgedehnten Reisen quer durch Europa hatte ich stets Micropur dabei. Diese kleinen und geradezu unscheinbaren Desinfektionstabletten sind sehr effektiv, wenn es darum geht, Mikroorganismen abzutöten.

Für warme Länder wie Indien, Thailand oder sonstige Gegenden, wo der Wassergenuss für europäische Mägen aus öffentlich zugänglichen Wasserquellen wie Wasserhähnen oder Brunnen nicht empfehlenswert ist, sind die Micropur Forte immer noch die erste Wahl.

Für Touren in europäischen Breitengraden nutze ich die Micropur Forte jedoch schon lange nicht mehr. Hier gibt es mittlerweile weitaus modernere und einfachere Möglichkeiten der sofort umsetzbaren Wasseraufbereitung. Womit wir auch schon bei einem der (für meinen Geschmack) grössten Nachteile der Micropur angelangt wären: Die Einwirkest von bis zu 120 Minuten

AUTORENTIPP: Sawyer Mini Outdoor Wasserfilter

 Wasseraufbereitung mit dem Sawyer Mini Outdoor Wasserfilter
Mein Favorit in Sachen Wasseraufbereitung Outdoor: Der Sawyer Mini mit Squeeze System.

Einige Daten zum Sawyer Mini im Überblick:

  • Gewicht: Ca. 56 Gramm
  • Filtersystem: Hohlfasermembran-Filter (0.1 Mikron)
  • Einsatzbereitschaft: Gefiltertes Wasser kann sofort konsumiert werden
  • Filterleistung: Entfernt 99,99999% aller bekannten Bakterien wie bspw. Salmonellen, E.coli oder Cholera und 99,9999% aller Protozoen wie bspw. Giardien und Kryptosporidien

Preis:  Bei Amazon ansehen

Test und weitere Infos:

Da ich den Sawyer Mini mit Squeeze System selbst nutze, hatte ich ihn natürlich auch schon ausführlich im Test.

Zum ausführlichen Testbericht einfach HIER KLICKEN

Was macht den Sawyer Mini Wasserfilter so besonders?

Hast du den Sawyer Mini mit dabei, dann kannst du (in europäischen Breitengraden) überall in der Natur sofort Wasser filtern und dieses Wasser dann auch sofort trinken oder anderweitig konsumieren.

Im Gegensatz zu den Micropur Forte musst du beim Sawyer Mini nicht erst 2 Stunden warten, bis die Einwirkzeit der Tabletten vorüber ist, und du kannst das Wasser sofort geniessen.

Dabei filtert der mikroporige Filter laut Hersteller 99,99999% aller bekannten Bakterien wie Salmonellen, Cholera oder E.coli und 99,9999% aller Protozoen wie bspw. Giardien und Kryptosporidien aus dem Wasser.

Ich selbst habe mit diesem Outdoor Filter bereits Wasser aus Pfützen, Rinnsalen oder wie im Titelbild aus einer eingefrorenen Viehtränke genossen und das gefilterte Wasser schmeckte nicht nur jedesmal hervorragend, sondern es bekam mir auch bestens.

Da der Sawyer keinen Activkohlefilter vorgesetzt hat, kann das Wasser abhängig von der Wasserquelle etwas erdig oder schlammig schmecken. Aus eigener Erfahrung kann ich dir jedoch bestätigen, dass selbst das aus Schlammlöchern gefilterte Wasser aus dem Sawyer Mini immer noch besser schmeckt, als das Trinkwasser aus so manchem Wasserhahn.

Sawyer Mini Wasserfilter zur Outdoor Wasseraufbereitung
Der Sawyer Mini Wasserfilter (Im Bild: Die Sonderedition) kommt mit Squeeze Beutel, Reinigungsspritze und Trinkhalm. Den Trinkhalm benutze ich jedoch nie. Ich fülle Wasser aus Wasserquellen in den Squeeze Beutel, schraube ihn auf den Sawyer Mini und trinke das gefilterte Wasser dann direkt aus dem Filter. Ist der Beutel leer, dann fülle ich ihn an der nächsten Wasserquelle wieder auf.

Wo (und wie) sollte der Sawyer Mini zum Einsatz kommen und wo nicht?

Der Sawyer Mini ist sehr effektiv in der Beseitigung von Schwebestoffen, Bakterien und Protozoen.

Wichtig: Er eliminiert keine Viren.

Die gute Nachricht ist, dass Viren nur dort vorkommen, wo sich auch viele Menschen aufhalten. Also in Grossstädten, Ballungsgebieten, etc.

Auch haben Viren in der Regel nur eine kurze Überlebenszeit. Meist nur wenige Stunden. In manchen Fällen auch einige Tage. (Siehe: Der Standard.de Wissen und Gesellschaft). Selten über Wochen und das nur, wenn sie sich innerhalb einer geeigneten Wirtszelle festsetzen bzw. vermehren können.

Wenn du auf Wandertouren, Trekkingtouren oder während anderer Ausflüge in der Natur Wasser filtern möchtest, dann musst du dir über Viren keine Gedanken machen. Denn in der Natur ist das Risiko sehr gering bis geradezu nicht vorhanden, dass Viren dir schaden könnten.

Wenn du an Orten unterwegs bist, wo Viren eine Gefahr darstellen können, dann solltest du das gefilterte Wasser zudem abkochen oder Micropur Tabletten verwenden, um eventuell vorkommende Viren zu eliminieren.

#2 Aufbereitung von Wasser durch Abkochen und/oder Micropur (auch geeignet in bewohnten Gebieten)

Bin ich in warmen Ländern unterwegs wie bspw. auf Kuba oder auf anderen karibischen Inseln, dann vermeide ich dort den direkten Wasserkonsum aus zugänglichen Wasserquellen wie z.B. Wasserhähnen. In noch gefährdeteren Gegenden wie etwa in Indien nehme ich sogar Abstand von mit Wasser verdünnten Säften, Getränken mit Eiswürfeln, etc.

Das mache ich, seitdem ich mir während einer vergangenen Indienreise einen Virus einfing und im Zuge einer anhaltenden Durchfallerkrankung über 10 kg an Körpergewicht verlor. Diese Erfahrung hat mich gelehrt, dass europäische Mägen sensibler sind, als die Mägen von Bewohnern anderer Breitengrade.

Im Prinzip ist in warmen bewohnten Gebieten der Konsum von Trinkwasser aus geschlossenen Wasserflaschen immer noch die sicherste Alternative.

Bewegst du dich in Gegenden, wo keine Wasserflaschen zu bekommen sind oder verzichtest du aus Motiven des Umweltschutzes auf die Verwendung von PET-Flaschen, dann kannst du Wasser entweder mithilfe von Mikropur-Tabletten oder durch Abkochen trinkbar machen.

AUTORENTIPP: Katadyn Micropur

Micropur-Tabletten von Katadyn zählen zu den bewährtesten Methoden, um unterwegs Wasser trinkbar zu machen.

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Die Wasserdesinfektion mit Micropur Forte basiert auf der Technologie von Silberionen kombiniert mit Chlor.

Silberionen kommen bspw. auch bei modernen Hauswasserfiltern wie dem neuen Brita Maxtra Plus zum Einsatz. Die Einwirkest wird mit 30 Minuten für Bakterien und Viren und mit 2 Stunden für Giardia angegeben.

Bei verschmutztem Wasser ist es ratsam, dieses zuvor zu filtern (bspw. durch einen Outdoor Wasserfilter wie den Sawyer), um Schwebeteile auszufiltern.

Eine Tablette ist jeweils für 1 Liter Wasser ausreichend. Enthält ein Paket 100 Tabletten, so reicht es für ca. 100 Liter Trinkwasser.

Abtöten von Mikroorganismen und Viren durch Abkochen

Die Wasseraufbereitung durch Abkochen gehört zu den Oldschool-Methoden der Trinkwasseraufbereitung. Sie ist geradezu überall ausführbar, verlangt jedoch abhängig von äusseren Umständen (wie bspw. Höhenlage) besondere Dedikation.

Im Prinzip können die meisten Mikroorganismen und Keime (wie Pilze, Algen und Bakterien) durch Abkochen eliminiert werden. Bedenke jedoch, dass das Wasser unbedingt den Siedepunkt erreicht haben und sprudelnd mindestens 3 Minuten kochen muss. Denn zwischen Temperaturen von minus 20ºC bis plus 60ºC fühlen sich gerade Viren besonders wohl (Siehe auch: Süddeutsche.de Viren überleben minus 20 bis plus 60 Grad).

Zu 100 Prozent sicher kannst du jedoch auch mit der Wasseraufbereitung durch Abkochen nicht sein. Denn einige Ausnahmen von Bakterien und Viren oder Mikroorganismen die Sporen bilden, sind auch bei Temperaturen von über 100ºC (also bei Temperaturen über dem Siedepunkt) überlebensfähig.

Faustregeln für das Abkochen abhängig von Höhenlagen

Laut Wikipedia soll Wasser mindestens 3 Minuten sprudelnd kochen, damit Mikroorganismen und Keime zuverlässig abgetötet werden können. Gehe besser auf Nummer sicher und hänge mindestens noch 2 Minuten ran.

So bist du auf Meereshöhe bei einer Mindestabkochzeit von 5 Minuten

Bist du in Höhenlagen unterwegs, dann bedenke, dass der Siedepunkt, je höher du steigst, niedriger wird. Das heisst, auch wenn Wasser offensichtlich sprudelnd kocht, so ist es auf 2000 Meter Höhe nicht so stark erhitzt wie auf Meereshöhe. Das liegt an dem niedrigeren Luftdruck der in Höhenlagen herrscht und der das Wasser früher kochen lässt.

Als Richtwert gilt, dass du Wasser je 150 Höhenmeter 1 Minute länger kochen sollst. Wenn du das Wasser auf Meereshöhe kochst, so benötigst du 5 Minuten. Bereitest du dein Trinkwasser durch Abkochen auf 1500 Höhenmetern zu, dann sollte das Wasser laut dieser Formel mindestens 15 Minuten kochen.

Outdoor Wasser entkeimen durch Abkochen mithilfe eines Campingkocher
Abhängig von der Höhenlage benötigt Wasser eine längere Abkochzeit. Als Faustregel gilt: Pro 150 Höhenmeter muss das Wasser 1 Minute länger kochen.

Auch hier gibt es wieder eine gute Nachricht:

Wenn du dich abseits der Zivilisation im Gebirge aufhältst, dann ist auch hier die Gefahr der Verunreinigung durch Viren wieder äusserst gering oder gar ausgeschlossen. Ich habe schon oft bei Wintertouren Schnee geschmolzen und noch nie dabei auf den Siedepunkt geachtet. Wenn das Wasser sprudelt, dann bereite ich den Tee oder die Suppe. Bisher hatte ich nie irgendwelche Beschwerden danach.

Abkochen mit Campingkocher
Da wir Outdoor nicht überall Feuer machen dürfen, sind Camping-Kocher die beste Alternative, um unterwegs Wasser durch Abkochen aufzubereiten.

Aufpassen musst du vor allem dort, wo andere Menschen unterwegs sind, in warmen Gebieten und an Wasserquellen nahe der Zivilisation (zivilisationsnahe Stauseen, Bäche, Flüsse, etc.)

#3 Andere Aufbereitungsarten: Wasserentkeimung durch UV-Licht

Die Wasseraufbereitung bzw. Wasserentkeimung, Wasserreinigung oder Sterilisation durch UV-Licht habe ich selbst noch nicht getestet. Trotzdem möchte ich sie dir nicht vorenthalten.

Funktionsweise der Wasserentkeimung durch UV-Licht

Die Wasserentkeimung durch UV-Licht soll sogar bei stark verschmutztem Abwasser funktionieren. Kaum zu glauben. Aber laut Angaben einiger Hersteller von UV- und Ozonlampen zur Entkeimung muss die UV-Lampe nur über dem zu reinigenden Wasser bzw. direkt im Wasser platziert werden und eine spezielle Strahlung mit einer Wellenlänge von 185 nm erledigt dann den Rest.

Die von der UV-Lampe produzierte Strahlung spaltet Sauerstoff. Dieser gespaltene Sauerstoff verbindet sich dann mit anderem Sauerstoff und bildet Ozon. Dieses Ozon wiederum wird dann von einer Strahlung mit der Wellenlänge 254 nm gespalten. Wenn du noch mehr über die Funktionsweise dieser Form der Wasserentkeimung erfahren willst, dann lies hier weiter.

Es existieren einige Modelle von UV-Wasserentkeimern im Hosentaschenformat, die auch für die Wasseraufbereitung Outdoor eingesetzt werden können. Diese werden dann mit einer Batterie betrieben.

Z.B. der SteriPEN UV Wasserentkeimer (Amazon Link) kann laut Herstellerangaben 1 Liter Wasser in ca. 90 Sekunden desinfizieren. Und das bei einer Lebensdauer der UV-Licht-Lampe von ca. 8000 Anwendungen.

Nachteil der Wasserentkeimung durch UV-Licht –

Einige Vorteile dieser scheinbar kinderleichten Methode zur Wasserentkeimung liegen auf der Hand (wie schnelle Anwendung oder einfache Handhabung).

Zu den offensichtlichen Nachteilen zählt, dass diese Art der Wasseraufbereitung nur mit klarem Wasser funktioniert. Trübes Bachwasser also scheidet schonmal aus. Das müsste dann extra vorgefiltert werden.

Ob sich dieser Aufwand lohnt oder ob man nicht doch besser mit einem hochwertigen Outdoor Wasserfilter wie dem Sawyer Mini (unter Umständen in Kombination mit Micropur oder Abkochen) dran ist, muss jeder individuell entscheiden.

Hast du bereits persönliche Erfahrungen mit Wasserentkeimung durch UV-Licht gesammelt? Dann freuen wir uns über deine Erfahrungen in Form eines Kommentars am Ende des Artikels.

Fazit

Inhaltsstoffe, die aus dem Wasser zu filtern sind:

  • Schwebeteilchen (Partikel und Sedimente)
  • Mikroorganismen und Keime (Bakterien, Protozoen, Pilze, Algen, Viren)
  • Chemische Verunreinigungen wie Düngemittel, Pestizide oder Herbizide

Während man für die Mitnahme eines mobilen Wasserfilters früher noch einen extra Rucksack benötigte, so passen heute hoch effektive Outdoor Wasserfilter wie der Sawyer Mini in jede Hosentasche.

Die Wasseraufbereitung Outdoor mithilfe solcher modernen mikroporigen Filter gilt heute als die einfachste und bewährteste Methode der Herstellung von Trinkwasser unterwegs.

Mit Ausnahme der Viren werden Filter wie der Sawyer Mini mit dem allergrössten Teil der aufgeführten möglichen Inhaltsstoffe, die es aus dem Wasser zu filtern gilt, fertig.

Glücklicherweise kommen Viren hauptsächlich in bewohnten Gebieten vor und weisen auch hier nur eine sehr begrenzte Lebensdauer auf. Aus eigenen Erfahrungen kann ich sagen, dass auf Touren in der Natur der Sawyer Mini die effektivste Form der Wasseraufbereitung garantiert.

In bewohnten Gebieten, nahe der Zivilisation oder immer wenn man auf Nummer sicher gehen will, sollte das Wasser zusätzlich abgekocht oder mit Micropur aufbereitet werden.

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