Lerne die STOP Regel zur Gefährdungsbeurteilung in Extremsituationen

STOP Schild

Hier geht es nicht um Stop-Regeln aus dem Straßenverkehr. Um dir die folgende Regel besser merken zu können, darfst (und sollst) du dir trotzdem gerne eine Stoppschild zur Veranschaulichung merken.

Die Regel, um die es in diesem Artikel geht, ist die STOP-Regel aus dem Survival. Sie hilft dir zur Gefährdungsbeurteilung in Extremsituationen.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Was ist die STOP-Regel im Survival?
  2. Anwendung in der Praxis
  3. Tipp für das Einprägen im Alltag

Was ist die STOP-Regel im Survival?

Die Übersetzung der Verhaltensregeln in Extremsituationen gemäß der STOP-Survival-Regel stammen aus dem englischen bzw. englischsprachigen Wortschatz.

Der Ursprung ist kaum noch nachvollziehbar. Jedoch kennen diese Regel heute Survivalisten weltweit. Sie lässt sich sehr einfach merken. Prägst du sie dir gut ein, so hast du sie in Notfällen sofort im Gedächtnis und kannst danach handeln.

Anwendung in der Praxis

Die STOP-Regel hilft dir in Extremsituationen zur Ruhe zu kommen, die Gefährdung zu beurteilen und zielorientiert nach Lösungen zu suchen.

Beispiele für Anwendungen:

Wie du siehst, sind die Anwendungsmöglichkeiten vielfältig. Kommen wir nun zur eigentlichen Regel und ihrer Verwendung.

STOP Regel aus dem Survival

#1 Sit down: Setz dich

Bist du unter Stress zu sofortigem Handeln gezwungen, dann solltest du kurz innehalten. Setze dich hin oder bleibe stehen, um dich zu besinnen.

Hast du dich z.B. im Gebirge verlaufen, dann bringt es überhaupt nichts, wenn du nun hektisch durch die Gegend rennst, um auf diese Weise die Orientierung zurückzuerlangen.

So wirst du wahrscheinlich das Gegenteil erreichen, dich noch weiter verlaufen und wahrscheinlich sogar wichtige Wegmarkierungen übersehen.

Im Stress: Innehalten und zu dir kommen

#2 Think: Denke

Nachdem du zur Ruhe gekommen bist, denke nach. In Extremsituationen wie nach Unfällen oder anderen Unglücken musst du zuerst die Gefahrenlage abschätzen. Dämme Gefahren ein und schließe neue Gefahren aus.

Das ist zu tun:

  1. Behandlung eigener Verletzungen
  2. Prüfen, inwieweit andere Personen (falls vorhanden) verletzt sind und im Falle von Verletzungen sofortige Hilfeleistung
  3. Eindämmung weiterer Gefahren: Entfernen aus der Gefahrenzone
  4. Aussenden eines Hilfesignals durch SOS Morse oder andere internationale Notsignale
  5. Prioritäten ordnen: Beachtung der Survival-Dreier-Regel, bei hereinbrechender Dunkelheit und Kälte Bau einer Notunterkunft
  6. Beim Bau eines Notlagers Beachtung der Wetterlage und vorausschauende Wahl des Lagerplatzes (nicht in ausgetrockneten Flussbetten, an Abhängen oder unter gefährlichen Überhängen)

#3 Observe: Beobachte

Wenn möglich, begebe dich auf einen erhöhten Punkt wie einen Berg oder auf einen Baum. Überblicke von hier die Gegend und versuche dich zu orientieren.

Wo kommst du her und in welche Richtung musst du weitergehen?

Orientiere dich nach Sonnenstand oder in der Nacht anhand der Sterne. Versuche auch hier, zuerst neue Gefahren zu erkennen und möglichst auszuschließen. So kann z.B. der Weg selbst Gefahren aufweisen, da er von Schluchten durchzogen ist.

Erkenne nicht nur Gefahren, sondern suche auch nach Ressourcen. Erkennst du einen Fluss im Tal, kannst du hier deine Trinkwasserreserven auffüllen. Oder er weist dir den Weg zu menschlichen Behausungen und so zu benötigter Hilfe.

Zeichne wichtige Orientierungspunkte und Geländemerkmale auf eine Karte. Hast du weder Zettel noch Stift, so ritze eine Karte auf ein Stück Baumrinde oder auf einen Stein.

Hast du die Beobachtungen alleine durchgeführt und ihr seid in der Gruppe unterwegs, so kannst du die Geländekarte nun auch anderen zeigen.

Anfertigung einer Karte für die Orientierung im Gelände
Anfertigung einer Karte für die Orientierung im Gelände

#4 Plan: Plane

An diesem Punkt der STOP-Regel hast du bereits jede Menge Informationen gesammelt. Diese werden nun zusammengetragen und ausgewertet. Unter Beachtung aller Gesichtspunkte wird jetzt ein Plan ausgearbeitet.

Dieser Plan hat zum Ziel, dich aus eigenen Kräften aus der Gefahrenlage zu bringen oder eine Rettung zu organisieren.

STOP Regel Survival: Erläuterung im Survival Videokurs
Eine ausführliche Erläuterung der STOP Regel erhältst du neben vielen weiteren Inhalten im Survival Videokurs des SRSC

Tipp für das Einprägen im Alltag

Jede Survival Regel ist nur dann hilfreich, wenn du sie im Ernstfall auch sofort abrufbereit im Gedächtnis parat hast. Gerade unter Stress in Extremsituationen neigen wir jedoch dazu, unüberlegt zu handeln.

Damit du die STOP-Regel auch unter Stress immer abrufbereit hast, präge sie dir durch Praxisübungen im Alltag ein. So kannst du dich z.B. vor dem Einkaufen daran erinnern.

Bevor du in den Supermarkt gehst, komme kurz zur Ruhe. Denke nach und überlege, was du am Nötigsten brauchst. Werfe einen Blick in Kühlschrank und Vorratskammer und plane deinen Einkauf. Lege eine Einkaufsliste an.

Erinnere dich im Zusammenhang mit der STOP-Regel gerne auch an ein knallrotes Stoppschild. So hast du einen optischen Trigger, den du garantiert nicht vergisst.

Kanntest du die STOP-Regel bereits? Antworte gerne in den Kommentaren.

Weiterführender Lesetipp:

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