Survival-Messer schärfen: Praxisnahe Tipps für rasiermesserscharfe Klingen

Survival Messer schärfen

Letztes Update: Oktober 2nd, 2018

Auch das beste Survival-Messer oder Bushcraft-Messer mit der besten Klinge wird irgendwann einmal stumpf. Wenn du dein Messer nur zum Tomaten schneiden nimmst, dann hält die Klinge länger ihre Schärfe wie wenn du mittels Batoning kleine Stämme damit spaltest oder wenn du es als Hilfsaxt verwendest und sogar Bäume damit fällst.

Wie es auch sei. Irgendwann wird das Messer stumpf und dann musst du es schärfen. Welche Möglichkeiten des Messerschärfen es gibt und wie du dein Survival-Messer wieder rasiermesserscharf bekommst, erfährst du in diesem Artikel.

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Survival-Messer schärfen: Verschiedene Möglichkeiten zum Messer schärfen

Es gibt verschieden Möglichkeiten ein Messer zu schärfen. Am einfachsten geht es wohl mit einem Messerschärfer mit vorgegebenem Schleifwinkel, wo man nur die Klinge einlegen und durchziehen muss.

Mit solchen Messerschärfern, die es auch im handlichen Format für Outdoor gibt, bekommt man bei einem stumpfen Messer in wenigen Zügen eine brauchbare Schärfe hin. Jedoch schafft man es mit diesen Messerschärfern nur selten, das Messer auch rasiermesserscharf zu bekommen.

Neben den Outdoor-Messerschärfern werden für das Schärfen von Survival-Messern gerne Schleifsteine oder Diamantschleifsteine verwendet.

Letztere haben den Vorteil, dass sie im Vergleich zu den Sandsteinen oder Kunstsandsteinen mit der Zeit nicht aushöhlen. Sie haben jedoch den Nachteil, dass auch sie trotz hoher Initialschleifkraft und trotz vergleichsweise hoher Anschaffungskosten eine abhängig vom Gebrauch nur begrenzte Lebensdauer haben.

Nehmen wir die einzelnen Schleifmethoden für Outdoor-Messer nun etwas genauer unter die Lupe:

Survival-Messer schärfen mit dem Outdoor-Messerschärfer

Ich selbst besitze einen Outdoor-Messerschärfer der schwedischen Marke EKA und nutze ihn gerne um eben mal im Handumdrehen die Klinge meines Outdoormessers (Klappmesser, Survival-Messer oder Bushcraft-Messer) oder auch meines Küchenmessers durchzuziehen.

Für meine Outdoormesser verwende ich hier jedoch fast ausschließlich den Keramikschleifer. Denn die Carbit-Schleifplatten nehmen sehr viel Material weg und dafür sind mir meine Outdoormesser einfach zu schade. Den Carbit-Schärfer nutze ich vor allem für das schnelle Schärfen einiger billiger Küchenmesser. Hierfür ist er wirklich ideal.

Mein Outdoor-Messerschärfer verfügt über zwei Schleifpunkte mit verschiedenen Materialien:

#1 Der Carbit-Schärfer: Ist das Messer sehr stumpf, dann kann es mit dem Carbit-Schärfer zügig auf brauchbare Schärfe gebracht werden. Aber Vorsicht: Der Carbit-Schärfer trägt ordentlich Material ab und sollte daher vor allem bei teuren Messern wirklich nur dann benutzt werden, wenn die Klinge deines Messers richtig stumpf ist und wenn mit dem Keramikschleifer absolut nichts mehr geht.

#2 Keramik-Schleifer: Mithilfe des Keramikschleifer kann die Klinge fein abgezogen werden. Ist die Klinge nur wenig stumpf, dann kann das Messer sogar einzig unter Benutzung der Keramik-Schleifstäbe auf ansehnliche  Schärfe gebracht werden.

Survival-Messer schärfen mit Outdoor-Messer-Schärfer.
Mein Outdoor-Messerschärfer von EKA sieht schon etwas mitgenommen aus. Ich habe ihn regelmäßig im Einsatz für das schnelle Schleifen von Outdoor-Messern, aber auch für Küchenmesser.

Das Nonplusultra: Messer Schärfen mit dem Schleifstein

Noch besser als der Outdoor-Messerschärfer sind Schleifsteine wie Naturschleifsteine, Diamantsteine, japanische Wassersteine oder auch Korund-Schleifsteine oder Korundsteine. Letztere sind keine natürlich entstandenen Schleifsteine sondern Kunststeine.

Mit Schleifsteinen kannst du dein Messer wirklich richtig scharf bekommen. Allerdings braucht es etwas Übung und du solltest dir vor dem Beginn des ersten Schleifen mit dem Schleifstein etwas Wissen über die Theorie im Umgang mit Schleifsteinen aneignen.

Auch ich musste hier einiges lernen. Als Kind vom Dorf kenne ich Schleifsteine zwar schon seit meiner Kindheit, trotzdem hatte ich mich bis jetzt nicht ausführlich mit den theoretischen Grundlagen für wirklich effektives Schärfen auseinandergesetzt.

Früher wetzte ich die Sense mit dem Schleifstein oder auch die Sichel und brachte auch meine Taschenmesser mit Schleifsteinen auf gute Schärfe.

Jedoch wußte ich nie genau, warum die Klingen einmal schärfer wurden und einmal weniger scharf. Mir fehlte das Hintergrundwissen.

In den letzten Wochen las ich nun sehr viel über das Thema Messer schärfen und ich sah mir auch einige Videos an und setzte dann die Tipps selbst um.

Wenn du deine Klingen richtig rasiermesserscharf bekommen willst, dann empfehle ich dir, die Videos dieses Kanals anzusehen. Hier bekommst du von einem echten Messerschärfen-Freak richtig gute und vor allem mit Fachwissen hinterlegte Infos, mit denen du selbst als Laie in Sachen Messerschärfen viel lernst.

⇒ Checke vom Messermachen-Kanal auch folgendes Video: Messer schärfen auf Schleifsteinen in 5 Schritten – Anleitung: Messer richtig scharf schleifen

Im Folgenden nenne ich dir die grundlegenden Schritte, die du beim Messer schärfen mit dem Schleifstein beachten musst:

Das Wichtigste: Beim Schleifen den richtigen Winkel finden und einhalten

Es existieren geradezu wissenschaftliche Anleitungen dazu, wie du genau herausfinden kannst, welcher Schleifwinkel der richtige für dein Messer ist. Jedoch sind die meisten Messer in unterschiedlichen Winkeln angeschliffen und du müsstest für jedes einzelne Messer den exakten Winkel herausfinden und dann auch diesen Schleifwinkel beim Schleifen auf dem Schleifstein stets exakt einhalten. Denn wenn du das nicht tust, dann versaust du die Klinge genauso schnell, wie du sie schärfst.

Noch wichtiger als einen exakten Winkel zu finden, ist es, einen gewählten Winkel beim Vorgang des Schleifens so exakt wie möglich über die gesamte Klingenlänge einzuhalten.

Um den Schleifwinkel beim Schärfen auf dem Schleifstein exakt einzuhalten, bedarf es an einiger Übung. Kaufe dir am besten einen Schleifstein und probiere selbst.

So solltest du beim Schleifen deines Messers auf dem Schleifstein vorgehen:

  1. Schleifstein wässern (ca. 10 bis 15 Minuten)
  2. Schleifstein so befestigen, dass er beim Messer schärfen nicht verrutschen kann
  3. Zuerst auf der groben Seite mit Druck schleifen
  4. Beim Schieben Druck ausüben und beim Zurückziehen den Druck wegnehmen
  5. Nach mehreren Zügen die Gratbildung überprüfen und solange auf einer Seite schleifen, bis sich ein Grat gebildet hat
  6. Hat sich ein Grat gebildet, dann wird das Messer von der anderen Seite geschliffen, bis sich der Grat nun von dieser Seite aufrichtet
  7. Den Schleifvorgang mit weniger oder keinem Druck wiederholen, solange, bis das Messer eine angebrachte Schärfe erreicht hat
  8. Zum Schluß kann die Klinge mit noch einem Lederriemen und Polierpaste abgezogen werden.

Die Wichtigkeit des Grats beim Messer schleifen

Auch mir war es lange Zeit nicht bewusst, wie essentiell wichtig die Gratbildung beim Messer schärfen ist. Nur wenn du es tatsächlich schaffst, dass sich der Grat über die gesamte Klingenlänge zieht und wenn du ihn merklich fühlen kannst, nur dann hast du tatsächlich eine neue Schnittkante angeschliffen.

Ich empfehle dir, hierzu unbedingt einige YouTube-Videos anzusehen, wie z.B. die Videos des empfohlenen Messermachen-Kanal.

Die teure Variante: Messer Schärfen mit dem Diamantschleifer, Diamantblock

Diamantblocks wie der von DMT werden von einigen hoch gelobt. Gegenüber herkömmlichen Kunststeinen oder sogar gegenüber Nataurschleifsteinen haben sie den Vorteil, dass sie sich nicht hohl schleifen können, da sich das Material der unter dem Diamantstaub liegenden Metallplatte nicht abträgt. Außerdem arbeiten Diamantblöcke sehr effektiv.

Jedoch auch der beste Diamantschleifer lässt irgendwann in seiner Schleifkraft nach. Hier muss dann jeder selbst entscheiden, ob er den recht hohen Preis für einen Diamantblock zahlen möchte und ob sich die Anschaffung für die eigenen Zwecke rentiert oder nicht.

Die handlichste Variante: Outdoor Messer schärfen mit Wendschneidplatten

Wendschneidplatten sind klein und sehr effektiv. Im Rucksack nehmen sie überhaupt keinen Platz in Anspruch. Ganz im Gegenteil. Sie sind so winzig, dass sie eher verlorengehen. In der Winzigkeit der Schleifplatten liegt auch die Gefahr, dass sich Ungeübte im Umgang mit ihnen mit der Klinge des zu schleifenden Messers in die Finger hacken.

Ein weiterer Nachteil der Wendschleifplatten liegt darin, dass sie aus sehr hartem Material bestehen, das eben zur Werkzeugbearbeitung dient wie z.B. Carbit. Hiermit bekommt man das Survival-Messer zwar sehr schnell scharf, dafür wird mit den Wendschneidplatten aber auch ordentlich Material abgetragen.

Gerade bei Survival-Messern der höheren Preiskategorie leuchten in Anbetracht dieser Tatsache bei echten Messerfreunden die Alarmglocken.

Feinschliff der Klinge mit Nagelschleifpapier

Wohl die meisten wenn nicht alle Frauen haben Nagelschleifpapier im Beautycase. Schlecht für die Freundin, wenn der Freund ein Outdoor-Freak ist und die Vorteile der Nagelschleifer für seine Zwecke erkannt hat. So wie in meinem Falle…

Diese kleinen und günstigen Nagelschleifer sind wirklich optimal, um der Klinge nach dem Schleifen auf dem Schleifstein den letzten Feinschliff zu verpassen.

Da die Klinge beim Feinschliff bereits sehr scharf ist, sollte beim Schleifen des Messers auf dem Nagelschleifpapier die Klinge ziehend bearbeitet werden und nicht schiebend. So wird ein versehentliches Einschneiden oder Einhacken in die Nagelschleifer verhindert.

Messer schärfen mit Schleifpapier.
Fingernagel-Schleifpapier eignet sich nicht nur zum Fingernagel schleifen.

Geld sparen und Schleifstein-Halterung selber improvisieren

Meinen Schleifstein habe ich aus dem Baumarkt. Da kein Schleifsteinhalter dazu war, habe ich mir selbst eine Halterung gebaut. Hierzu nahm ich den trockenen Stamm einer Agave, kürzte ihn auf ca. 1 Meter und flachte ihn mittels Batoning beidseitig ab. Auf der oberen Seite fixierte ich mittels Schrauben den Schleifstein.

Ich bin wirklich zufrieden mit meinem kleinen Kunstwerk. Der Schleifstein hält und der ganze Schleifapparat sieht echt Bushcraft-mäßig aus, da er aus natürlichen Mitteln selbst gefertigt wurde. Durch den Eigenbau habe ich Geld gespart und außerdem macht es auch richtig Spaß darauf zu schleifen.

Beim selber bauen deiner Halterung kannst du natürlich auch anderes Material deiner Wahl verwenden. Sei erfinderisch. Wichtig ist, dass der Stein gut und erhöht darauf fixiert ist und dass du gut und gerne damit arbeiten kannst.

Messer schleifen Schleifstein Halterung.
Selbst gebaute Halterung für den Schleifstein aus einem Agavenstamm.

Muss ein Outdoor-Messer rasiermesserscharf sein?

Es ist kaum zu vermeiden, dass selbst das schärfste Bushcraft-Messer bei der Arbeit Outdoor an Schärfe verliert. Abhängig von der Schnitthaltigkeit der jeweiligen Klinge kann das länger oder weniger lange dauern.

Wird mein Messer unterwegs stumpf, dann schleife ich es entweder an einem beliebigen flachen Stein in der Natur nach oder ich warte, bis ich wieder zu Hause bin, wo ich es dann richtig schärfe.

Da ich nur Messer mit sehr hochwertigen Klingenstählen besitze, ist es mir aber selbst bei härteren Outdoorarbeiten noch nie passiert, dass ein Messer so stumpf wurde, dass ich es nicht mehr verwenden konnte.

Zuhause bringe ich mein Survival-Messer auf Rasiermesserschärfe. So starte ich mit einem richtig scharfen Messer ins Abenteuer. Nehme ich es draußen hart ran, dann kann es etwas an Schärfe verlieren. Zur Not schleife ich es dann an Natursteinen.

Weiterführende Links zu Survival-Messern, Buschraft-Messern, Outdoor-Messern:

Wie sollte ein Survivalmesser beschaffen sein?

Wie sollte ein Bushcraft-Messer beschaffen sein?

Details zur Planung und Herstellung des ousuca Minn-waki

Wie finde ich heraus, ob mein Messer stumpf ist?

Um herauszufinden, ob ein Messer stumpf ist oder wie stumpf es ist, gibt es verschiedene Testmöglichkeiten:

Papierprobe:

Schneidet das Messer sauber durch Papier oder hakt es oder geht überhaupt nicht durch?

Nagelprobe:

Bleibt die Messerklinge beim Aufsetzen in einem Winkel von 45 Grad auf den Fingernagel auf dem Nagel (nur mit dem Eigengewicht des Messers) oder rutscht es herunter. Wenn es runter rutscht, dann wird es Zeit, die Klinge zu schärfen.

Rasierprobe an Arm- oder Beinhaaren:

Mit der Klinge eines scharfen Messers kannst du dir problemlos die Haare von den Beinen oder Armen rasieren. Klappt das nicht, dann ist die Klinge nicht scharf genug.

Fazit

Es gibt verschiedene Möglichkeiten ein Survival-Messer zu schärfen. Die meiner Meinung nach beste Möglichkeit ist das Schleifen der Klinge auf einem Schleifstein. Hierbei ist es egal ob es sich um einen Naturstein oder um einen Verbundstein handelt. Angesichts der Körnung musst du deine eigenen Prioritäten herausfinden.

Im Prinzip reichen für Bushcraft-Messer und Survival-Messer Körnungen zwischen 500, 1000 und bis max. 3000 JIS. Wenn du auf richtig gut abgezogene Klingen stehst, dann kannst du aber auch noch feinere Körnungen benutzen. Und am Ende kannst du die Klinge deines Outdoor-Messers sogar noch über einen Lederriemen mit Polierpaste ziehen.

Die wichtigsten Erfolgsfaktoren beim Messer schleifen sind die Zeit und die Intensität der Übung, die du dafür verwenden willst. Denn um ein Messer richtig zu schärfen, bedarf es nunmal an Übung und Praxis. Momentan gibt es noch keinen Messer-Wunderschärfer, der dir die Arbeit des richtigen Schleifens so abnehmen kann, dass auch tatsächlich eine optimale Klinge herauskommt.

Deshalb: Üben, Üben, Üben…

Folge Mike

Mike Lippoldt

Über den Autor: Mike ist Gründer von ousuca. Nach zahlreichen Reisen wanderte Mike als Jugendlicher mit dem Fahrrad nach Spanien aus und erschuf sich hier von Null an eine neue Existenz. Über seine Abenteuer und den kalten Sprung in ein neues Leben schrieb er ein Buch.
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