Mikroabenteuer #3 Flusswanderung: Planung und Ausrüstung

Mikroabenteuer Flusswanderung.

Eine Flusswanderung bietet vor allem in der warmen Jahreszeit optimale Voraussetzungen, Outdoor-Aktivität und Erfrischung miteinander zu kombinieren.

Wenn es im Sommer auf normalen Pfaden draußen zu heiß für Wanderungen oder Trekking ist, dann kann ein Mikroabenteuer in Form einer Flusswanderung eine willkommene Alternative darstellen.

Mikroabenteuer Flusswanderung: Voraussetzungen

Wer gesund ist und sich körperlich einigermaßen fit fühlt, der kann das Abenteuer einer Flusswanderung erleben. Hierzu braucht es weder besondere Fitness noch außergewöhnliche Ausrüstung.

Bei unserem vorangegangenen Mikroabenteuer-Tipp ging es um die Planung und Umsetzung einer Wanderroute durchs Gelände. Eine Flusswanderung kann ähnlich oder sogar noch geländeintensiver ausfallen als eine mittelschwere Wandertour durchs Gelände.

Im Laufe der Jahre habe ich so einige Flussläufe in Andalusien bewandert und auf einigen Wegstrecken ging es ganz schön abenteuerlich zu.

Abhängig davon, wie groß, tief und breit der Fluss ist und ob es parallel zum Flusslauf geeignete Wandermöglichkeiten gibt, kann eine Flusstour nicht nur abenteuerlich werden, sondern sogar zum Umdrehen zwingen. Manche Flussbetten haben tiefe Schluchten durchs Tal gezogen. Bei hohem Wasserstand ist ein Laufen durch die Canyons dann unmöglich. Und eine Umgehung ist auch so gut wie ausgeschlossen.

Mehr noch als bei normalen Wanderungen, muss bei Flusswanderungen im Voraus geplant werden.

Mikroabenteuer Flusswanderung: Planung

Flusswanderungen sind eine ideale Outdoor-Aktivität für die warme Jahreszeit. Wanderungen im Wasser bieten erfrischende Abkühlung. Auch ist der Wasserstand im Sommer weitaus niedriger als im regenreichen Herbst oder im Frühjahr. Davon abgesehen ist die Wassertemperatur natürlich auch viel angenehmer und man kann ohne Neoprensocken laufen.

Wenn du zum ersten Mal zu einer Flusswanderung aufbrichst, dann empfiehlt es sich, dass du dir eine Route auswählst, die bereits von anderen Wanderern begangen wurde und wo du die Wanderstrecke anhand von Blogartikeln oder besser noch über Trekking-Apps nachverfolgen kannst. Hier findest du dann zahlreiche Hinweise zum Routenverlauf, zu Routenstationen und zu Besonderheiten.

Mit anderen Worten bist du auf diese Weise so gut wie abgesichert gegen böse Überraschungen wie undurchdringbare Canyons, reißende Schluchten oder plötzliche Wegendungen.

Ungefähre Dauer einer Flusswanderung

Planst du die Flusswanderung anhand der Erfahrungen anderer, die diese Erfahrungen über Blogbeiträge oder Trekking-Apps teilen, dann kannst du auch die Dauer der Route gut abschätzen. Hier findest du dann zusätzlich Informationen über den Schweregrad.

Auch wenn Flusswanderungen erfrischend sind, so können sie doch ganz schön anstrengend werden. Flusswanderungen verlaufen meist nicht zirkular. Das heißt, dass du die gleiche Strecke wieder zurücklaufen musst, die du hinaufgelaufen bist.

Bei allen Flusswanderungen die ich bereits durchgeführt habe, liefen wir immer zuerst gegen den Strom, also Richtung Quelle. Auf dem Rückweg liefen wir dann mit der Strömung wieder Richtung Tal.

Planst du die Flusswanderung komplett selber, dann musst du die Zeitdauer selbst einschätzen.

Hierzu eine kleine Geschichte von einer meiner vergangenen Flusswanderungen:

Lerne, die Wanderzeit richtig einzuschätzen oder dich holt der Bergungsdienst

Letztes Jahr an einem Nachmittag am Wochenende beschloss ich kurzfristig, einen nahen Flusslauf hinaufzugehen. Ich packte meinen Hund (der zu dieser Zeit noch recht klein war) ins Auto und wir fuhren ins Dorf, wo die Tour starten sollte.

Wir liefen straff immer gegen die Strömung und unterwegs begegnete ich einigen Wanderern, die alle bereits wieder auf dem Weg zurück waren. Ich lief erst am Nachmittag los und es war dann schon gegen 19:00 Uhr, als ich eine Gruppe von 40 Wanderern überholte, die alle noch den Fluss hinauf liefen.

Ich dachte, ok, unter den 40 Wanderern sind junge Leute, alte Hasen und einige Kinder. Die werden schon wissen, was sie machen.

Eigentlich wollte ich bereits umdrehen und mich auf den Nachhauseweg begeben, beschloss dann aber noch etwas weiter hinauf zu laufen. Ich sagte mir, bis max. 19:30 laufe ich noch flussaufwärts, dann gehts zurück. So lief ich also noch eine halbe Stunde zügig weiter das Flussbett hinauf, ass um Punkt 19:30 einen Apfel, und machte mich dann auf den Rückweg.

Nach ca. 20 Minuten auf dem Weg zurück begegnete ich wieder der Wandergruppe, die immer noch flussaufwärts lief. Diesmal hielt ich für einen Moment inne und dachte, ich müsse sie darauf hinweisen, dass sie den Weg zurück antreten müssen. Dann verwarf ich den Gedanken aber wieder.

Ich war allein mit meinem Hund unterwegs und sehr schnell. Das war aber eine Wandergruppe von 40 Personen. Hier waren ältere Leute und Kinder mit dabei. Diese Gruppe brauchte viel länger für die gleiche Strecke als ich. Schon jetzt würden sie den ganzen Rückweg nicht mehr bei Sonnenlicht schaffen. Aber sie liefen immer noch unbekümmert hinauf.

Da die Leute der Gruppe so unbekümmert unterwegs waren, überlegte ich, dass sie schon wissen würden, was sie tun. Die Strecke kannte ich nicht genau und ich dachte, dass weiter oben vielleicht der Weg in ein Dorf ging, wo sie wohnten. Also lief ich weiter flussabwärts und kam erst nach Einbruch der Dunkelheit wieder am Auto an.

Nach einigen Tagen dann teilte eine befreundete Wandergefährtin, die bei der Polizei arbeitet, in unserer Whatsapp-Wandergruppe, einen Zeitungsartikel, wo die Rettungsaktion einer Wandergruppe von 40 Personen abgedruckt war. Ich erkannte die Gruppe sofort und dachte nur, dass das nicht war sein kann.

Das waren erwachsene Menschen, ältere und jüngere und noch dazu so viele auf einmal. Aber keiner von ihnen dachte daran, umzudrehen. Alle liefen mit der Herde immer weiter flussaufwärts.

Bei Versuchen bei Nacht über eine parallel zum Fluss verlaufende Wasserrinne zu klettern verletzten sich sogar noch einige. Zum Glück hatten sie Empfang und konnten die Rettungskräfte alarmieren.

Ich fasse es bis jetzt noch nicht, dass so etwas möglich ist. Dieses Beispiel beweist aber, dass die Dämlichkeit mancher sogar die Erwartungen noch übersteigt. Und das sogar bei einer solch großen Gruppe, wo jeder gesunde Mensch vermuten würde, dass wenigstens einer mit ein bisschen Grips mitläuft.

Plane immer vorausschauend den Rückweg ein. Auch wenn andere vielleicht nicht deiner Meinung sind, dann lasse die Vernunft walten und überzeuge die Gruppe, dass Sicherheit stets Vorrang hat.

Davon abgesehen, sind solche Rettungsaktionen sicher auch nicht billig. Gratis sind sie jedenfalls nicht.

Auswahl des Wandergebiets und Planung der Route

Je näher sich das Flussbett zu deinem Ausgangsort befindet desto besser. Denn schließlich handelt es sich um ein Mikroabenteuer und nicht um ein Abenteuer, wo man erst noch 100 km fahren muss. Falls das Wandergebiet doch etwas weiter weg entfernt ist, dann macht das jedoch auch nichts.

Wichtig ist vor allem, dass du dich im Voraus etwas über den Flusslauf, die zu erwartende Wasserhöhe, Hindernisse wie Strömungen, Dämme oder Wehre und über einen geeigneten Parkplatz in Nähe zum Ausgangspunkt erkundigst.

Hast du dich für eine Route entschieden, dann brauchst du noch die passende Ausrüstung.

Mikroabenteuer Flusswanderung: Ausrüstung

  • Fußbekleidung: Normale Wanderschuhe oder Trekking- bzw. stabile Wander-Sandalen
  • Kleiner Wanderrucksack
  • Trinkwasser oder bei relativ sauberem Flusswasser einen handlichen Wasserfilter (so kannst du direkt das Wasser aus dem Fluss trinken)
  • Etwas Wanderproviant: Belegte Brote, Nüsse, Trockenfrüchte, Obst, Powerriegel
  • Geeignete Wanderkleidung
  • Wanderapotheke
  • Im Sommer: Sonnencreme, Sonnenhut, Sonnenbrille, UV-Schutzkleidung

Zur ausführlichen Checkliste für Flusswander-Ausrüstung.

Berücksichtigung des Wetters

Gerade und besonders bei Flusswanderungen muss das Wetter bei den Planungen in Betracht gezogen werden. Plötzlicher Regen kann hier verheerende und sogar gefährliche Folgen haben. Canyons können sich füllen und Rinnsale zu reißenden Strömen anwachsen. Und das innerhalb kürzester Zeit.

Checke vor Aufbruch das Wetter!

Flusswanderung mit Hund

Auf einigen Flusswanderungen hatte ich meinen Hund schon mit dabei. Ich muss allerdings dazu sagen, dass mein Labrador eine richtige Wasserratte ist und jede Art von Wasser (was nicht von oben kommt) zu schätzen weiß. Er schwimmt gerne und er schwimmt sogar ohne Aufforderung. Kommen wir an einen See, an einen Fluss oder einfach nur an eine Futtertränke, dann springt er nicht selten direkt hinein.

Ist dein Hund genauso ein Wasserfan wie mein Hund, dann kommt auch er beim Mikroabenteuer einer Flusswanderung voll auf seine Kosten.

Fazit

Im Sommer, wenn es auf normalen Wanderwegen zu heiß zum Wandern ist, da bieten Flusswanderungen eine willkommene und erfrischende Abwechslung. Obwohl Flusswanderungen zu den schnell umsetzbaren Mikroabenteuern gehören, die kurzfristig realisiert werden können, gibt es einiges zu beachten.

Bedenke bei allen Abenteuern, Mikroabenteuern und sonstigen Outdoor-Aktivitäten, dass Sicherheit stets den Vorrang haben sollte.

Hier noch mehr über Microadventures erfahren.

Folge Mike

Mike Lippoldt

Über den Autor: Mike ist Gründer von ousuca. Nach zahlreichen Reisen wanderte Mike als Jugendlicher mit dem Fahrrad nach Spanien aus und erschuf sich hier von Null an eine neue Existenz. Über seine Abenteuer und den kalten Sprung in ein neues Leben schrieb er ein Buch.
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