Gewässerüberquerung Bundeswehr (trockene Ausrüstung)

Ausrüstung trocken bei Gewässerüberquerung

Wie bringst du bei einer Gewässerüberquerung Ausrüstung trocken ans andere Ufer?

Ideal wäre ein Drybag, was du jedoch nicht dabei hast. Mit den richtigen Handgriffen kannst du dir selbst ein Drybag herstellen. Hierfür eignet sich ein Tarp oder jede andere wasserdichte Plane.

Hier erfährst du, wie du Flüsse, Seen und andere Gewässer sicher überquerst und dabei deine Ausrüstung trocken transportierst.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Vorteile und Nachteile von Gewässerüberquerungen
  2. Arten von Gewässern
  3. Ausrüstung wasserdicht transportieren
  4. Herstellung eines Drybag aus einem Tarp
  5. Zusammenfassung

Vorteile und Nachteile von Gewässerüberquerungen

Bei der Bundeswehr und bei anderen Militärs wird eine Gewässerüberquerung als letzte Option gewählt. Sie ist anstrengend und Soldaten sind auf offenen Gewässern wie schwimmende Zielscheiben für den Feind.

Für einen besseren Sichtschutz sollten Gewässerüberquerungen bei Dunkelheit durchgeführt werden. Eine andere Möglichkeit sich getarnt auf Gewässern zu bewegen, ist sich in Treibgut zu verstecken oder zu Tauchen.

Oft überwiegen die Nachteile bei Gewässerüberquerungen. Es gibt aber auch Situationen, in denen sie die beste Alternative darstellen.

Vorteile von Gewässerüberquerungen:

  • Geräuschloses und zielgenaues Anschwimmen von Punkten
  • Verwischen von Spuren (z.B. auf einer Flucht vor Spürhunden / flussabwärts treiben)
  • Es existiert keine andere Möglichkeit, ein Gewässer zu überqueren (z.B. durch Brücke, Boot, Floß, Seil)

Nachteile von Gewässerüberquerungen:

  • Bei kalten Temperaturen Gefahr durch Unterkühlung
  • Entdeckt werden auf dem offenen Gewässer
  • Gefahr, dass die Ausrüstung nass wird, untergeht oder abtreibt
  • Mögliche Lebensgefahr bei reißender Strömung

Arten von Gewässern

Manche Gewässer wie kleine Flüsse, Bäche oder Seen lassen sich leicht überqueren. In reißenden Flüssen hingegen können Strömungen oder Wasserstrudel lebensgefährlich werden.

Deshalb sollten vor einer Überquerung zuerst die Art des Gewässers und die spezifischen Gewässereigenschaften abgeklärt sein.

Strömung bei Flussüberquerung

Kleinere Flüsse oder Bäche mit wenig Wasser können durchwatet werden. Um Verletzungen zu vermeiden, können die Schuhe hierbei angezogen bleiben.

Bei Flüssen und anderen Gewässern mit viel Wasser bleibt dir nichts anderes übrig, als zu Schwimmen. Hierbei solltest du die Strömung im Auge behalten.

Ans andere Ufer gelangen bei starker Strömung:

  1. Finde heraus, in welche Richtung die Strömung fließt
  2. Finde heraus, wie stark die Strömung ist
  3. Schwimme in einem angemessenen Winkel entgegen der Strömung ans andere Ufer
  4. Ist die Strömung extrem stark, dann verzichte notfalls auf eine schwimmende Flussdurchquerung und suche nach Alternativen (Seil spannen, Brücken in der Nähe oder Stellen mit weniger starker Strömung)
Schwimmrichtung bei starker Strömung bei Gewässerüberquerungen, Flussüberquerungen
Flussüberquerung schwimmend in steilem Winkel entgegen der Fließrichtung.

Breite und Tiefe des Gewässers

In der warmen Jahreszeit sind tiefere Gewässerlagen kälter als die oberen Wasserschichten. Durch Verwirbelungen, Wind und Strömungen können kältere Wassermengen nach oben gelangen.

Weniger tiefe Gewässer wie Seen oder Lagunen können verschlammt sein. Das birgt die Gefahr, dass du während der Überquerung schwimmend nicht weiterkommst und beim Versuch das Gewässer zu durchwaten steckenbleibst.

Das Durchschwimmen breiter Gewässer kann kraftanstrengend sein.

Ist durch die Gewässerüberquerung aufgrund der Dimensionen des Gewässers eine hohe körperliche Belastung zu erwarten, ruhe ggf. vorher etwas aus und nimm 45 Minuten vor der Überquerung noch eine energiereiche Mahlzeit ein.

Schätze Gewässerbreite, Gewässertiefe und Schwierigkeitsgrad für eine Überquerung ein, um ungefähre Dauer und nötige Energiereserven kalkulieren zu können.

Ausrüstung wasserdicht transportieren

Wenn schwimmend ein Gewässer durchquert werden soll, steht sich die Frage, wie Kleidung und Ausrüstung trocken mitgenommen werden können.

Es ist von Vorteil, wenn im Survivalrucksack wasserdichte Plane, ein größerer Plastikbeutel oder regendichte Kleidung vorhanden ist. Aus all diesen Ausrüstungsgegenständen lässt sich ein Drybag improvisieren.

Außerdem ist es von Vorteil, wenn der Rucksack selbst einigermaßen wasserresistent ist.

Besonders gut lässt sich ein Drybag aus einem Tarp herstellen. Ein Tarp ist eine wasserdichte the Plane, die verschiedene Abmessungen haben kann.

Die Einsatzmöglichkeiten für ein Tarp sind vielfältig. So für den Bau eines Shelter, als Unterlage oder Regenmantel. Oder aber, um bei einer Gewässerüberquerung Ausrüstung darin zu verstauen und mitzunehmen.

Herstellung eines Drybag aus einem Tarp (3×3 m)

Tarps sind Outdoor extrem nützliche Gehilfen. Zudem sind sie leicht und lassen sich auf minimales Packmaß komprimieren.

Gängige Tarp-Größen sind 3×3 m oder 4×4 m. Letztere sind jedoch sehr groß und eher ungeeignet für Einzelpersonen.

Ideal sind Tarps in den Abmessungen von 3×3 m.

Ausrüstung wasserdicht verstauen Schritt für Schritt:

  1. Um für eine Gewässerüberquerung Ausrüstung wasserdicht in einem Tarp zu verstauen, komprimiere diese zuerst und lege sie dann mittig an eine Seite der Plane. Hast du einen Rucksack, gebe sämtliche Ausrüstung in den Rucksack und wickle dann den Rucksack ins Tarp.
  2. Wickle das Tarp eng um die Ausrüstung, bis du am anderen Ende der Plane angekommen bist.
  3. Wenn möglich, verzurre das längs gewickelte Paket mit Seil.
  4. Verdrehe die überstehenden Planenseiten gegeneinander, bis die Ausrüstung in der Mitte wie ein Bonbon eingewickelt ist.
  5. Binde die gewickelten Seiten oben mit zwei Knoten zusammen.
  6. Hast du eine Wasserflasche, schütte das Wasser aus und binde sie an einem längeren Seil als Schwimmer an das Paket. Solltest du ihn der Strömung das Paket verlieren, kannst du es anhand des Schwimmers leicht wiederfinden.

Tipp für 100 % wasserdichtes Drybag: Lege die Ausrüstung mittig ins Tarp und drehe beide Tarp-Seiten ineinander. Knote die beiden Seiten wie gehabt oben zusammen. Achte beim Zusammendrehen darauf, dass übermäßige Luft aus dem Paket entweichen kann.

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Drybag hergestellt aus einer wasserdichten Plane für Gewässerüberquerung
Fertig geschnürtes Drybag aus einem 3×3 m Tarp mit Schwimmer, bestehend aus einer leeren Wasserflasche.

Zusammenfassung

Aus militärischen Gesichtspunkten wird eine schwimmende Gewässerüberquerung nur in spezifischen Fällen oder als letzte Option gewählt. Oft sind die Gefahren höher als die Vorteile.

Falls du jedoch in die Lage kommen solltest, ein Gewässer schwimmend überqueren zu müssen, dann solltest du wissen, wie du Ausrüstung und Kleidung wasserdicht verpackst.

Für die schnelle Improvisation eines Drybag eignet sich ein Tarp, jede andere wasserdichte Plane oder notfalls deine Regenjacke.

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Quelle des Bildmaterials und Dank an Kutte:

SRSC Crew Member Kutte war bei der Bundeswehr und führte uns im SRSC Outdoor-Camp den Trick zum trockenen Transport von Ausrüstung bei Gewässerüberquerungen vor. Daher stammt auch das Bildmaterial dieses Artikels. Folge Kutte auf Instagram.

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