Biwak FAQ

Biwak.

Letztes Update: Oktober 22nd, 2018

Fragen und Antworten zum Thema BIWAK.

In den ousuca FAQs findest du Antworten auf Fragen zu spezifischen Themen aus dem Outdoor-Bereich.

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BASICS: ALLGEMEINE FRAGEN

#1 Biwak was ist das?

Ein Biwak ist ein Nachtlager in Form eines Behelfslager, das beim Trekking, im Alpinismus und für andere Übernachtungen bei Aktivitäten im Freien zum Einsatz kommt. Ein Biwak soll durch möglichst geringen Aufwand einen bestmöglichen Schutz bei Übernachtungen in der Natur bieten.

Da Biwaks beim Trekking aus der mitgeführten Ausrüstung aus dem Rucksack aufgebaut werden (bestehend aus Biwakzelt bzw. Tarp, Biwaksack, Schlafsack und Isomatte) sind sie im Vergleich zu anderen Nachtlagern (wie z.B. beim Zelten) meist spartanischer.

#2 Was ist der Ursprung?

Das deutsche Wort Biwak leitet sich aus dem französischen Begriff bivouac ab. Der Begriff bivouac bedeutet übersetzt Beiwache.

Seinen Ursprung hat diese Bezeichnung in vergangenen Epochen, als Soldaten und Wachposten vor den Stadtmauern in leichten Unterkünften (in Zelten oder zeltähnlichen Lagern) positioniert wurden, um von hier aus schneller feindliche Bewegungen ausmachen oder Ankömmlinge sofort und noch bevor sie die eigentliche Stadt betreten haben, abfertigen zu können.

Der Aufenthalt für die Soldaten in vor den Stadtmauern befindlichen bivouac war nicht ungefährlich, denn hier waren sie möglichem direkten Feindkontakt zuerst ausgesetzt. Die Unterkunft war sporadisch und spartanisch und diente nur der Unterbringung auf Zeit.

Kurios ist, dass der ursprüngliche und aus dem Französischen stammende Begriff bivouac im englischen Sprachgebrauch auch heute noch der Hauptbegriff für das im Deutschen bekannte Biwak ist.

#3 Wo kommen Biwaks hauptsächlich zum Einsatz?

Das Biwak hat seinen Ursprung in militärischer Vergangenheit. Und hier kommt es auch heute noch zum Einsatz. Die Militärs haben die Biwaks über die Jahre getestet und immer weiter verbessert. So wundert es nicht, dass auch viele Outdoor-Enthusiasten auf Biwak-Ausrüstung militärischer Herkunft setzen.

In Deutschland steht Biwak-Ausrüstung der Bundeswehr bei einigen hoch im Kurs. Hierzu zählen BW Schlafsäcke, BW Planen, BW Biwaksäcke und BW Unterlegplanen.

Auf Trekkingtouren wo Übernachtungen im Freien vorgesehen sind, bieten Biwaks die besten Eigenschaften in Bezug auf Transportfähigkeit im Trekkingrucksack und Funktionalität.

Im alpinen Bereich stehen dann noch ganz andere Biwaks zur Auswahl, die technisch so ausgefeilt sind und wo die Materialien so robust und wetterfest sind, dass sie sogar für Übernachtungen in frostigen Kletterwänden verwendet werden.

#4 Was braucht man? Was muss man mitnehmen, um ein Biwak errichten zu können?

Ein Biwak setzt sich aus folgenden Bestandteilen zusammen:

  1. Zelt bzw. Tarp oder Plane (nicht zwingend notwendig)*
  2. Schlafsack
  3. Schlafunterlage bzw. Isomatte
  4. Biwaksack (nicht zwingend notwendig)*

Verwendung von Tarps*

Bei Winterübernachtungen in den Bergen über der Baumgrenze wird oft nur ein Biwaksack verwendet und auf eine Zeltplane (Tarp) verzichtet. So wird Gewicht gespart, was gerade in der dünnen Luft in Höhenlagen vorteilhaft beim Wandern ist.

Ein Tarp ist beim Wandern über der Baumgrenze auch teilweise unangebracht, da kaum Möglichkeiten bestehen, es aufzuspannen. Anstatt eines Tarp wird hier auch auf Biwakzelte zurückgegriffen. Biwakzelte sind eine Art Zwischenform von Biwaksack und Zelt und haben die Aufgabe, auch Kopf und Gesicht des Schlafenden vor Wettereinflüssen zu schützen.

Verwendung von Biwaksäcken*

Biwacksäcke kommen vor allem bei Winterübernachtungen oder Übernachtungen bei nassen oder kalten Wetterverhältnissen zum Einsatz.

Tarp oder/und Biwaksack?*

Biwaks können sich unterschiedlich zusammensetzen. Prinzipiell können Tarp und Biwaksack gleichzeitig zum Einsatz kommen. Abhängig von persönlichen Vorlieben oder ganz spezifischen Bedingungen und Erfordernissen kann aber auch nur ein Tarp oder nur ein Biwaksack verwendet werden.

Hinsichtlich der Frage „Was man unbedingt braucht“ oder „Was unbedingt dabei sein sollte“ gibt es verschiedene Antworten und jeder wird entsprechend seiner individuellen Vorlieben und der gegebenen Umstände nach anderen Gesichtspunkten entscheiden.

Egal, wie sich ein Biwak genau zusammensetzt. Wichtig ist vor allem, dass es einen bestmöglichen Schutz bietet.

#5 Wie sollte ein Biwak grundsätzlich beschaffen sein?

Für unterschiedliche Einsatzgebiete kommen unterschiedliche Biwaks infrage.

Wer sich für eine mehrtägige Sommerwanderung bei besten Wetterverhältnissen vorbereitet, der braucht nur einen leichten Sommerschlafsack, eine einfache Isomatte und vielleicht noch ein Tarp. Falls es nicht regnet, dann kann man das Tarp während einer Mittagspause immerhin noch als Sonnendach aufspannen. Die Nacht kann dann direkt unter dem Sternenhimmel verbracht werden.

Biwak ohne Zelt.
Auch so kann ein Biwak aussehen: Für eine Übernachtung im Freien im Sommer bei besten Wetterverhältnissen reicht eine Schlafunterlage und ein Schlafsack oder eine Decke.

Für Übernachtungen bei ungünstigen Wetterverhältnissen, im Winter bei Frost oder in hohen Berglagen muss das Biwak dann natürlich auf diese Außenbedingungen abgestimmt werden.

Winter Biwak.
Biwak während einer Trekkingtour im Winter bestehend aus wasserdichtem Tarp, Hammock, Schlafunterlage und Schlafsack.

Leichte Biwak-Ausrüstung

Speziell im Bezug auf das Trekking muss Biwak-Ausrüstung vor allem leicht und funktional sein. Selbst ein traditionell gepackter Trekkingrucksack sollte die 15 kg Marke nicht übersteigen. Und 15 kg sind schon sehr viel, will man damit tagelang durch die Berge wandern. Schwere Zelte sollten hier also tabu sein. Besser sind leichte Tarps oder Biwakzelte.

Zu den Fragen und Antworten zum Ultraleicht Trekking.

Wetterfeste Biwak-Ausrüstung

Biwak-Ausrüstung muss nicht nur leicht, sondern auch wetterfest sein. Zumindest das Tarp muss absolut wasserdicht sein. Der Schlafsack muss entsprechend der herrschenden Wetterverhältnisse und Außentemperaturen gewählt werden. Und auch die Isomatte muss so beschaffen sein, dass sie ausreichend gegen Kälte von unten schützen kann.

#6 Welche Bezeichnungen gibt es noch für Biwak?

Die deutsche Übersetzung für das französische bivouac ist Beiwacht, was sich auf den Ursprung der ersten Biwaks bezieht, als die Soldaten und Wachen vor den Stadtmauern kampierten. Die Bezeichnung Beiwacht ist heute aus dem Sprachgebrauch verschwunden und wird, wenn überhaupt, nur noch in militärischem Zusammenhang verwendet.

Im militärischen Zusammenhang werden Biwaks auch als Truppenlager oder Feldlager bezeichnet.

Im normalen Gebrauch unter Outdoorern sind neben dem Hauptwort Biwak die Bezeichnungen Lager, Vivac, Nachtlager, Camp, Notlager, Berglager, Trekkinglager, Wanderlager, Wandercamp oder bei mehreren Biwaks nebeneinander auch der Begriff Zeltlager gebräuchlich.

#7 Was ist der Unterschied zwischen Biwak und Camping?

Ein Biwak ist eine spartanische Unterkunft, die in kurzer Zeit aus dem Rucksack aufgebaut werden kann. Ein Biwak dient dem Schutz vor äußeren Umweltbedingungen, so dass der Biwakierer darin mehr oder weniger bequem eine oder auch mehrere Nächte verbringen kann.

Beim Camping ist der Komfort vergleichsweise weitaus höher als beim Biwakieren. Hier stehen gut ausgestattete und großräumige Zelte zur Auswahl und der Camper hat beim Zelten auf einem Campingplatz zudem alle Annehmlichkeiten wie Toilette, Dusche, fließendes Wasser oder sogar Stromanschluss und WLAN.

Selbst beim Wildcamping sind die Annehmlichkeiten größer als beim Biwakieren. Denn viele Wildcamper sind mit dem Fahrzeug unterwegs, wo dann alle Campingutensilien mitgeführt werden können. Wanderer beim Trekking, die draußen biwakieren möchten, sind jedoch nur auf ihre Ausrüstung aus dem Rucksack angewiesen.

BIWAK AUSRÜSTUNG

#8 Was macht einen guten Biwak Schlafsack aus?

Unabhängig davon, ob wir ultraleicht oder traditionell unterwegs sind, muss ein Schlafsack den Temperaturbereich abdecken, in dem wir uns auf unserer Tour befinden.

Hier sollte lieber ein Kilogramm mehr an Gewicht eingeplant werden, anstatt zu Gunsten eines geringeren Gewichts auf einen leichteren und dafür den Wetterbedingungen entsprechend nicht ausreichenden Schlafsack eines höheren Temperaturbereichs zurückzugreifen. Entsprechend der geplanten Tour bzw. des geplanten Einsatzbereiches wird auch der Schlafsack mit Augenmaß ausgewählt.

Für Sommertouren können Sommerschlafsäcke oder 3 Jahreszeiten Schlafsäcke infrage kommen. Für Touren im Winter und Übernachtungen im Winter im Freien sollte dann zu entsprechenden Winterschlafsäcken gegriffen werden.

Zu den Sommerschlafsäcken

Zu den Winterschlafsäcken

Wer besonders leicht unterwegs sein will, der kann sich mit der Frage auseinandersetzen, ob es ein traditioneller Schlafsack sein soll oder besser ein Quilt.

Was ist ein Quilt?

Quilts sind gesteppte Daunendecken, die entweder komplett offen sein können oder den Rückenteil ausgespart haben. Zudem besitzen Quilts keine Kapuzen. Durch diese Materialeinsparungen sind Quilts besonders leicht und platzsparend.

#9 Was ist ein Biwaksack?

Erfinder des Biwaksack ist der österreichische Skipionier und Begründer der alpinen Skilauftechnik Mathias Zdarsky. Die Funktion des Biwaksack besteht darin, eine äußere Schutzhülle um den Schlafsack zu gewähren, die vor Kälte und auch vor Nässe schützt. Somit muss ein guter Biwaksack windstoppend und wasserdicht sein.

Zu den größten Nachteilen traditioneller Biwaksäcke gehört die Bildung von Kondenswasser im Innenbereich. Traditionelle und sehr einfache Biwaksäcke sind aus wasserdichtem Kunststoff (meist Polyurethan/PU) gefertigt. Dieses Material hält zuverlässig die Nässe von außen ab, läßt andererseits aber auch kein Kondenswasser von innen nach außen entweichen.

Das führt dazu, dass der Schlafsack an der Oberfläche nass wird. Ist man im Winter mit einem einfachen Biwaksack unterwegs, dann besteht die Gefahr, dass der Schlafsack über den Tag nicht richtig trocknen kann. Verbringt man mehrere Tage im Biwak, würde man dann die nächste Nacht im feuchten Schlafsack verbringen.

Die Lösung für dieses Problem sind wasserdichte und atmungsaktive Membranen wie wir sie bereits von Funktionskleidung und wasserdichten Wanderschuhen kennen. Biwaksäcke aus solchen Materialien können Kondenswasser besser nach außen ableiten und sind somit geeigneter für Winterübernachtungen als einfache Kunststoff-Biwaksäcke.

#10 Was ist ein Biwakzelt?

Biwakzelte gibt es für eine Person oder für mehrere Personen. Sie bilden eine Zwischenform von Biwaksack und einem Einmannzelt bzw. Zweimannzelt.

Die meisten Biwakzelte sind am unteren Fuß- und Beinbereich genau wie ein Biwaksack geschlossen. Im oberen Bereich über dem Kopf sind sie leicht erhöht und bieten somit zeltähnliche Bedingungen. Biwakzelte haben den Vorteil, dass hier auch Kopf und Gesicht geschützt sind. Bei größeren Biwakzelten passt sogar der Rucksack mit in den zeltähnlichen Bereich.

#11 Was ist eine Biwakschachtel?

Biwakschachteln kommen vor allem im Gebirge und an ausgesetzten Bereichen zum Einsatz. Sie bieten ähnlich einer Wanderhütte mehreren Personen Schutz. Im Gegensatz zu den meisten Hütten sind Biwakschachteln in Fertigbauweise hergestellt und ähneln oft mehr einem Container als einer Hütte.

Biwakschachteln können aus Wellblech, Kunststoff oder auch aus natürlichen Materialien gefertigt sein. Damit sie als sicheres Refugium an Klettersteigen und auf Bergkämmen im Hochgebirge auch von Weitem gut ausgemacht werden können, sind sie nicht selten in gut erkennbaren Farben wie dem typischen Orange der Rettungswesten gehalten.

#12 Welche Schlafunterlage ist biwaktauglich?

Auch mit Hinsicht auf die Schlafunterlage gilt es, die Auswahl mit Blick auf die Beschaffenheit der Wanderroute, der eigenen Körpergröße sowie individuellen Vorlieben und nicht zuletzt den herrschenden Wetterverhältnissen zu treffen. Manche bevorzugen Matratzen bzw. aufblasbare oder selbstaufblasende Isomatten. Andere schwören auf ihre Bundeswehr-Schlafunterlage.

Hier heißt es, selbst testen und seinen eigenen Favoriten für die jeweils geplante Aktivität finden.

BIWAK BEKLEIDUNG

#13 Wie sollte die Bekleidung für Übernachtungen im Biwak beschaffen sein?

Beim Trekking oder Wandern bietet funktionale Kleidung die besten Voraussetzungen für viele mögliche und denkbare Bedingungen.

Wer seine Kleidung richtig auswählt und geschickt packt, der braucht selbst auf Mehrtagestouren nicht mehr als eine Garnitur bestehend aus Hose, Jacke, Sweatshirt und T-Shirt. Hinzu kommen dann noch 1 x Wechselunterwäsche und 1 x Wechselsocken.

Für die Nacht ist es gut, eine Leggins dabei zu haben. Die Leggins kann auch an kalten Tagen unter die Wanderhose gezogen werden.

Die Jacke ist multifunktional und setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen. Bei kalten Nächten kann das Innenteil der Jacke im Schlafsack angezogen werden. Für die Beine die Leggins. Und so sollte die Nacht im Biwak angenehm verlaufen.

#14 Welche Schuhe?

Schuhe für Wandern und Trekking müssen eine Sohle mit gutem Grip auf verschiedenen Oberflächen aufweisen. Sie müssen die Füße sicher und bequem aufnehmen. Und sie sollten wasserdicht und gleichzeitig atmungsaktiv sein.

Vor allem bei Biwaks in der kalten Jahreszeit gehört der letzte Punkt zu den wichtigsten. Biwaks sind oft sehr spartanisch. Wenn man den ganzen Tag in den gleichen Schuhen unterwegs ist und nachts in einem spartanischen Biwak übernachtet hat, dann möchte man am Morgen wenigsten wieder in bequeme, trockene und zuverlässige Schuhe schlüpfen können.

WEITERFÜHRENDE INFOS

Weiterführende Infos für die Planung und Umsetzung spezifischer Biwaks im Winter oder in alpinem Gelände findest du in entsprechenden Foren, auf Blogs oder Seiten die sich mit dieser Thematik auseinandersetzten. In diesem Video siehst du, wie ein Winterbiwak bei Schnee und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt realisiert werden kann.

Hast du weitere Fragen zum Thema Biwak, auf die du in diesen FAQ keine Antworten fandest, dann melde dich gerne über unser Kontaktformular.

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Mike Lippoldt

Über den Autor: Mike ist Gründer von ousuca. Nach zahlreichen Reisen wanderte Mike als Jugendlicher mit dem Fahrrad nach Spanien aus und erschuf sich hier von Null an eine neue Existenz. Über seine Abenteuer und den kalten Sprung in ein neues Leben schrieb er ein Buch.
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