Vogelstimmen erkennen und unterscheiden: Sicher & schnell!

Vogel erkennen an der Vogelstimme

Zuletzt aktualisiert vor 4 Monaten

Vögel sprechen ihre eigene Vogelsprache. Sie zwitschern und trällern und ihr Singsang hört sich für uns Menschen zwar wunderbar, aber meist unverständlich an.

Damit sich Vogelunterhaltungen für dich in Zukunft nicht mehr wie Chinesisch rückwärts anhören, habe ich für dich die besten Tipps und Tricks zur Unterscheidung von Vogelstimmen zusammengestellt.

Du lernst:

  • Vogelstimmen zu unterscheiden.
  • Vögel nach ihren Zwitscherlauten einzuordnen.
  • Möglichkeiten, Vogellaute nachzumachen.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Wie unterhalten sich Vögel?
  2. Einige typische Vogelstimmen lernen
  3. Vogelstimmen Apps für iPhone und Android
  4. Alternativen zur Vogelerkennung
  5. Tipps zum Nachmachen von Vogelstimmen
  6. Fazit

Wie unterhalten sich Vögel?

Vögel kommunizieren auf verschiedene Arten miteinander. Sie verfügen über ein ganzes Repertoire von Lauten und Verhaltensweisen, um miteinander zu interagieren und Informationen zu übermitteln und auszutauschen.

Gängige Kommunikationsformen bei Vögeln

Gesang: Der Gesang ist eine der markantesten Kommunikationsformen bei Vögeln. Männliche Vögel singen oft, um ihr Revier abzustecken, ihre Partnerschaft zu festigen oder um Weibchen anzulocken. Jede Vogelart hat ihren eigenen einzigartigen Gesang, der oft komplex und melodisch ist.

Rufe: Vögel verwenden verschiedene Arten von Rufen, um Warnungen auszusenden, auf Gefahren hinzuweisen oder ihre Anwesenheit zu signalisieren. Diese Rufe können kurz und scharf sein oder melodisch und trällernd, je nach Art und Situation.

Körpersprache: Vögel nutzen ihre Körperhaltung, Bewegungen und Federn, um miteinander zu kommunizieren. Zum Beispiel kann eine aufgeplusterte Körperhaltung oder das Ausbreiten der Flügel Dominanz oder Aggression signalisieren, während eine geduckte oder lockere Körperhaltung auf Entspannung und Zufriedenheit hinweisen kann.

Schwarmverhalten: Zahlreiche Vogelarten kommunizieren auch über ihr Schwarmverhalten. Sie fliegen in synchronen Formationen, absolvieren bestimmte Flugmuster oder verwenden koordinierte Bewegungen, um Informationen an andere Vögel des Schwarms weiterzugeben.

Visuelle Signale: Farbenprächtige Federn, Schnabelbewegungen, Augenringe und andere visuelle Merkmale können bei der Kommunikation zwischen Vögeln eine Rolle spielen. Diese visuellen Signale dienen dazu, Geschlecht, Paarungsstatus, territoriale Ansprüche und andere Informationen zu vermitteln.

Kommunikation zwischen Vögeln kann komplex, von Art zu Art unterschiedlich und facettenreich sein. Um optimal in ihrer Umgebung zu kommunizieren, haben Vögel über Jahrmillionen spezialisierte Rufe und Verhaltensweisen entwickelt.

Einige typische Vogelstimmen lernen

Eulen: Uhu (Bubo bubo) und Waldkauz (Strix aluco)

Uhu und Waldkauz sind beides Eulenarten und gehören zur Familie der Eigentlichen Eulen (Strigidae). Trotz Unterschieden in Größe, Aussehen und Lebensraum sind die Ruflaute ähnlich.

Die Rufaktivität von Uhu und Waldkauz hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich der Jahreszeit, des Geschlechts, des Alters und der Paarungsphase.

Der Uhu verdankt seinen Namen nicht zuletzt seinem Gesang der sich wie „hu hu“, „hu hu huu“, „ho ho“, „ho ho hoo“ oder „ku witt“ (letzterer der Kontaktruf von Waldkäuzen) anhört.

Uhus sind Eulen, du kannst sie an der Vogelstimme erkennen
Uhus gehören zu den Eulen und lassen sich besonders einfach am Gesang erkennen.

Wann:

Besonders häufig kannst du Uhus während der Paarungszeit von Dezember bis April hören. Der Balzgesang ist laut melodisch und weitreichend.

Männliche Uhus erkennst du an länger anhaltenden und komplexeren Gesängen.

Beste Uhrzeit / Uhus sind nachtaktiv:

Da Uhus nachtaktiv sind, kannst du sie besonders in den Abendstunden zur Dämmerung und in den frühen Morgenstunden hören.

Wo:

Uhus und Waldkäuze leben im Wald, in Waldnähe, in Gebirgen, Steppen, sind aber auch in Siedlungen in Stadtnähe anzutreffen.

Du kannst ihre Laute überall dort hören, wo sich auch ihre Beutetiere aufhalten wie Mäuse, Eichhörnchen, Tauben, andere Vögel, etc.

Auch wenn du sie hörst, wirst du Uhus leider kaum zu Gesicht bekommen. Neben der Tatsache, dass sie nachtaktiv sind (wenn du bereits schläfst), sind Eulen sehr scheue Tiere.

Uhu Vogelstimme nachmachen:

Das Nachmachen der Vogelstimme von Uhus und Waldkäuzen ist besonders einfach. Wenn du dich mit ihnen unterhalten willst, mache einfach die Laute „ho hoo“ nach.

Specht (Picidae)

Es gibt nicht nur den einen Specht. Vielmehr gehören Spechte zur Familie der Spechtvögel (Piciformes), von denen 35 Gattungen und über 250 Arten existieren.

Rufunterscheidung:

Den Buntspecht kannst du an seinen kurzen „kix“-Rufen, die er im 1-Sekunden-Takt mehrmals hintereinander macht, erkennen.

Der Specht trommelt:

Sehr gut einordnen lassen sich Spechte außerdem durch ihr „Trommeln“. Dieses entsteht, wenn sie mit ihrem scharfen Schnabel schnell hintereinander gegen einen Resonanzkörper wie einen Baumstamm, Ast oder eine Dachrinne hämmern.

Das Trommeln entsteht übrigens nicht während ihrer Arbeit oder bei der Nahrungssuche. Es dient neben dem Gesang als weiteres Kommunikationsmittel mit ihren Artgenossen.

Buntspechte erkennen durch Gesang und Trommeln
Buntspechte erkennst du am bunten Federkleid und ihrem typischen „Trommeln“

Wann und wo:

Buntspechte sind Standvögel. Du kannst sie das ganze Jahr über antreffen. Sie fühlen sich überall dort zu Hause, wo Bäume stehen und sie ausreichend Nahrung finden können.

Spechte ernähren sich vor allem von Insekten, Insektenlarven, Spinnen, Bären, Nüsse, Samen, Pflanzen, Baumsäften.

Lesetipp: Der ultimative Baumharz Ratgeber + 25 Verwendungen

Möwen am Schreien erkennen

In Meernähe sind Möwenschreie unüberhörbar. Es heißt, sie schreien so laut, da sie sonst vom Getöse der Wellen und des Windes übertönt würden.

Das Schreien von Möwen erinnert dich sofort daran, dass du dich am Meer befindest.

Möwen haben eine Lebenserwartung von 20 Jahren, wobei manche glücklichen Möwen sogar ein Alter von 30 Jahren erreichen können. Sie ernähren sich hauptsächlich von Weichtieren am Meer, fressen aber auch Aas und wühlen gerne in Abfällen.

Möwen leben bis mehrere Kilometer im Landesinneren. In Städten nisten sie gerne auf Dächern und verteidigen dort ihr Revier sogar gegen Menschen. Ich kenne Geschichten von Leuten, die von Möwen von ihrer Terrasse verjagt wurden.

Da ausgewachsene Möwen ein Gewicht von 1 bis über 2 kg erreichen können, haben die Seevögel eine beeindruckende Erscheinung.

Vogelstimme einer Möwe erkennen
Das Schreien der Möwen ist unverkennbar und erinnert uns ans Meer.

Amsel

Auch wenn Amseln theoretisch 20 Jahre alt werden können (ähnlich alt wie die Möwen), so erreichen sie meist nur 5 Jahre. Es lauern zu viele Fressfeinde (Katzen, Elstern, Raubvögel) oder andere Gefahren (Straßenverkehr) auf sie.

Amseln leben in Naturlandschaften, aber sind auch zahlreich in urbanen Gebieten, Städten oder Siedlungen vertreten. Durch ihre durchgehend schwarzen Federn und den typischen orange-gelben Schnabel lassen sich Amseln leicht von anderen Vögel unterscheiden.

Die kleinen schwarzen Vögel gehören zu den Teilziehern. Während andere Artgenossen im Winter den warmen Süden suchen, bleiben viele Amseln auch in der kalten Zeit in Deutschland.

Amseln erkennen am Gesang
Amseln singen am liebsten bereits vor Sonnenaufgang.

Wie singt die Amsel:

Amseln singen, trällern und schimpfen vom Morgengrauen bis zum Sonnenuntergang. Der Amselgesang ist nicht einseitig. Vielmehr ist es eine Mischung aus vielen Vogeltönen.

Für viele klingt das Singen der Amseln am Morgen nach Sommer und wirkt beruhigend.

Wann singen Amseln:

Amseln leuten mit ihrem Gesang den beginnenden Tag ein. Bereits eine Stunde vor Sonnenaufgang kündigen sie durch ihren Vogelgesang den kommenden Tag an.

Sie singen über den ganzen Tag, sind morgens aber am aktivsten.

Erkennungsmerkmale von Amseln sind schwarze Federn, orangene Federn und orangner Ring um die Augen
Typische Erkennungsmerkmale der Amsel sind ihre schwarzen Federn, orangener Schnabel und ein markanter orangener Ring um die Augen.

Tauben

Tauben gehören in Stadtnähe neben Spatzen und Amseln zu den häufigsten Vögeln.

Dabei gibt es nicht nur Stadttauben, sondern auch wildlebende Tauben, zu denen Ringeltauben oder verwilderte Stadttauben gehören.

Tauben unterscheiden aufgrund ihrer Laute
Tauben sind am häufigsten in Stadtnähe anzutreffen und lassen sich durch ihre gurrenden Laute unterscheiden.

Manche verwechseln das Gurren der Tauben mit den Rufen von Uhus.

Das hat vor allem zwei Gründe:

  1. Tauben kommunizieren im Morgengrauen wie Uhus.
  2. Laute von Tauben und Uhus können für Laien ähnlich klingen.

Auch der Ruf des Kuckucks kann Verwechslungen mit der Türkentaube verursachen. Oder umgedreht wird das Gurren der Türkentaube manchmal mit dem Ruf des Kuckucks verwechselt.

Beim genaueren Hinhören wirst du schnell feststellen, dass sich die Ruflaute von Uhus und Kuckucks stark von den gurrenden Lauten der Tauben unterscheiden.

So klingen die Laute der Tauben:

Tauben gurren. Das Gurren „uh uh uhh uh“, „uh uh uhh uh uhhh“ hört sich oft etwas heißer an und wiederholt sich in ähnlichen Zeitabständen.

Vogelstimmen Apps für iPhone und Android

BirdNET

BirdNET gehört zu den bekanntesten Vogelstimmen-Apps. Außerdem ist es die Vogelstimmen-App,welche die meisten Vogelarten international bestimmen kann.

Diese App kann kostenlos heruntergeladen werden und ist verfügbar für Android und iOS.

BirdNET erkennt über 3.000 Vogelarten. Um einen Vogel am Gesang einordnen zu können, nutzt du die Aufnahmefunktion deines Smartphones.

Download:

Alternativen zur Vogelerkennung

Heute geht fast niemand ohne Smartphone aus dem Haus. Vielleicht hast auch du dein Smartphone dabei, wenn du das nächste Mal in den Wald gehst.

Du musst jedoch nicht einmal in den Wald laufen, um Vögel zu finden. Tauben, Amseln, Spatzen, Sperlinge und viele andere Vögel kannst du direkt vor deiner Haustür antreffen und das auch in urbanen Gebieten.

Nimm mit dem Smartphone Fotos von Vögeln auf, denen du begegnest. Über Apps oder zu Hause lernst du dann mehr über deine Entdeckung.

Um ein noch besseres Verständnis für Vogelarten zu bekommen, zeichne sie. Hierfür kannst du ein kleines Heft und einen Bleistift mit nach draußen nehmen. Oder du malst sie von den Fotos ab, die du mit deinem Smartphone gemacht hast.

Tipps zum Nachmachen von Vogelstimmen

Manche Vogelstimmen wie die des Uhus oder eines Raben lassen sich mit etwas Übung recht einfach nachmachen. Wenigstens ansatzweise sind solche Vogellaute auch aus dem Stand kopierbar.

Schwieriger bis unmöglich scheint es, den Gesang einer Amsel oder eines Buchfinken nachzuahmen. Hierfür sind viel Übung und Hingabe notwendig.

Einige Tipps:

  • Gehe öfter in die Natur und versuche Vögel und ihre Stimmen einzuordnen.
  • Suche dir einen Vogel, dessen Stimme du recht einfach nachmachen kannst.
  • Wenn es dir peinlich ist, dass dich andere hören könnten, trällere an einem abgelegenen Ort (wie z.Bsp. im Wald).
  • Wechsle ab zwischen Pfeifen, Zischen (mit Zunge und Gaumen) und mache deine eigenen Experimente, um Vogellaute zu formen.
  • Hast du die Möglichkeit, hole dir Tricks bei Naturvölkern.
  • Schaue dir Tricks bei Beatboxern ab. Sie wissen, wie man ohne Instrumente und Hilfsmittel jede Art von Lauten erzeugen kann.

Fazit

Besser Vogelstimmen zu erkennen, kann damit beginnen, indem du bei heimischen Vögeln, die oft in deiner Nähe sind, ab sofort genauer hinsiehst und genauer hinhörst.

Unterscheide zuerst einfache Vogelstimmen wie die von Tauben, Möwen oder Raben. Taste dich langsam an schwierigere Töne wie die von Amseln, Spechten und Finken heran.

Wieviele Vogelstimmen von verschiedenen Vögeln kannst du in der Natur erkennen? Teile deine Erfahrungen mit anderen Lesern und hinterlasse einen Kommentar.

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Bildnachweis:

  • Uhu: Bild von Silke auf Pixabay
  • Buntspecht: Bild von ray jennings auf Pixabay

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