Kakteen und Kaktusfeigen gibt es in Andalusien jede Menge. Die Kakteen an denen die essbaren Kaktusfrüchte wachsen, heißen hier Chumberas. Die Kaktusfrüchte oder Kaktusfeigen werden Chumbos genannt.

Ich esse die Kaktusfeigen sehr gerne und die Nopale oder Chumberas gehören zu meinen Lieblingsgewächsen in Andalusien. Deshalb brachte ich vor Jahren sogar ein Kaktusblatt von einer Wanderung mit, aus dem ich mir dann eine eigene Chumbera züchtete, die mittlerweile ordentlich gewachsen ist.

Im Artikel erfährst du mehr über die andalusischen Kakteen und ihre essbaren Früchte.

Chumbera, Feigenkaktus oder Nopal

Die Chumbera, der Feigenkaktus oder Nopal gehört zur Pflanzengattung der Opuntien. Die Gattung der Opuntien zählt mit über 190 Arten zu den artenreichsten Gattungen innerhalb der Kakteengewächse.

Den Feigenkaktus oder die Kaktusfeigen kennen vielleicht einige aus ihrem Urlaub in Spanien. Denn der Feigenkaktus wächst im Mittelmeerraum wild oder wird oft sogar als natürlicher Zaun angebaut. Der Nopal braucht keine Pflege, wächst sehr schnell und schreckt mit seinen Stacheln viele Eindringlinge ab. Verwachsene Nopale sind also die ideale Grundstücksabgrenzung. Völlig kostenlos aber sehr effektiv.

Der Feigenkaktus, Nopal ist nicht nur nützlich und sieht gut aus. Er ist auch komplett essbar.

Nopal, Feigenkaktus als Terrassengewächs
Mein eigener Nopal auf der Terrasse hat zwar noch keine essbaren Früchte, sieht aber schon beeindruckend aus. Und wer weiß, vielleicht wachsen daran ja eines Tages auch Kaktusfeigen.

Essbare Kaktusfeigen, Chumbos

Die Kaktusfeigen kannst du direkt roh verzehren oder sie zu Marmelade weiterverarbeiten.

Im andalusischen Málaga wachsen die Kaktusfeigen im Spätsommer und Herbst. Zur Erntezeit gibt es sie sogar in einigen deutschen Supermärkten zu kaufen.

Kaktusfeigen enthalten unter anderem Magnesium, Kalium und Kalzium. Auch Vitamin C, Vitamin E und B-Vitamine kommen in ihnen vor.

Ich esse die Kaktusfeigen am liebsten roh, habe damit aber auch schon experimentiert und Kaktusfeigen-Marmelade zubereitet. Die Zubereitung der Marmelade ist denkbar einfach. Die Feigen schälen und mit etwas Zucker einkochen. Fertig ist die Kaktusfeigen-Marmelade.

Diese zwei Dinge solltest du beim Verzehr von Kaktusfeigen beachten

  1. Feine Stacheln an den Kaktusfrüchten: Die Kaktusfeigen haben viele feine Stacheln. Die Stacheln sind zwar sehr klein, dafür aber um so nerviger. Wenn du sie dir einmal eingezogen hast, siehst du sie nur sehr schlecht mit dem bloßen Auge und du bekommst sie auch nicht so einfach wieder weg. Das kann dann richtig unangenehm werden.
  2. Nicht zu viel auf einmal davon essen: Kaktusfeigen schmecken lecker. Allerdings solltest du nicht zu viel von ihnen auf einmal verzehren, da du sonst schmerzhafte Verstopfungen bekommen kannst.

Kaktusfeigen Schälen oder abziehen?

Je nach Reifegrad kannst du die Schale der Kaktusfrüchte abziehen oder entlang des Fruchtfleisches abschneiden. Beim Abziehen bleibt jedoch oft viel des Fruchtfleisches an der Schale hängen, weshalb ich in den meisten Fällen das Schneiden kurz unter der Haut entlang des Fruchtfleisches vorziehe. Hier kann jeder selbst entscheiden, wie er vorgehen möchte. Mit einem scharfen Messer ist das Schneiden kein Problem.

Die Außenhaut wird übrigens nicht gegessen.

⇒ Tipp: Kaktusfeigen lassen sich am besten mit einem scharfen Messer und einer geschnitzten Astgabel schälen. Sollen die Kaktusfeigen frisch vom Nopal gegessen und geschält werden, kann ein Survival-Messer die Arbeit erleichtern.

Kaktusfeigen richtig schälen (YouTube Video)

Kaktusfeigen und Nopal-Blatt
Nicht nur die Kaktusfeigen sind essbar sondern auch die Blätter.

Zubereitung des Kaktusblattes, Nopal-Blatt

Auch die Blätter des Nopal können gegessen werden. Vor allem in Mexiko finden sie vielseitige Verwendung. In Spanien und Südeuropa werden sie zwar kaum gegessen, können deine Outdoorküche aber anreichern.

Ich habe bereits einige Male mit den Kaktusblättern in der Outdoor-Küche herumexperimentiert und empfehle aus eigener Erfahrung, den Nopal vor dem Braten stets zu kochen.

Einmal briet ich den Feigenkaktus direkt nach dem Schälen in Öl. An einigen Stellen war er dann immer noch sehr strohig. Und auch geschmacklich war das keine Freude.

Der Feigenkaktus hat einen hohen Anteil an Chlorophyll. Wenn man mal roh in ihn hineinbeißt, schmeckt er, als würde man in eine Topfpflanze beißen.

Beim Braten bleibt das Chlorophyll enthalten und wird sauer. Deshalb ergibt das einen merkwürdigen Geschmack. Durch das Abkochen geht ein Großteil des Chlorophylls ins Kochwasser. Deshalb schmeckt der Feigenkaktus gekocht einfach besser.

Kaktusblätter vom Nopal essen. So gehts.
Kaktusblätter vom Nopal mit Olivenöl und Rosmarin in der Pfanne braten.

Nach dem Kochen kann man die Kaktusblätter dann ganz nach Lust und Laune weiterverarbeiten. Entweder man gibt sie direkt gekocht an ein Reis- oder ein anderes Gericht, man verwendet den Kaktus als Beilage oder man brät ihn kurz an. Hier ist die Experimentierfreude jedes Einzelnen gefragt.

Schälen eines Feigenkaktus-Blattes

Hier findest du ein YouTube Video mit Tipps für das Schälen der Kaktusblätter.


Fazit

Der Nopal ist eine Kakteenart, die in weiten Teilen Südeuropas zuhause ist. Der Kaktus kann im Prinzip komplett verwertet werden. Vor allem die Früchte sind süß und schmackhaft und haben zudem einen hohen Vitamingehalt.

Wenn du auch die Kakteenblätter verwerten möchtest, dann solltest du dich für die jüngeren und zarteren Kaktusblätter entscheiden.

Kennst du noch weitere Gerichte aus Kakteen? Immer her damit. Teile deine Erfahrungen mit uns über einen Kommentar.

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