Wandern mit Hund: Tipps und Tricks fĂŒr Wanderungen und Trekking mit dem Hund

Wandern mit Hund
(Last Updated On: 23. Oktober 2017)

Wandern mit Hund ist eine gute Möglichkeit, das Angenehme mit dem NĂŒtzlichen zu verbinden. Denn Wandern ist eine feine Angelegenheit. Und Hunde brauchen Auslauf. Wandern mit Hund und Trekking mit Hund ist also eine optimale Kombination. Damit die gemeinsame Wandertour mit dem Vierbeiner ohne Komplikationen verlĂ€uft, gibt es jedoch einiges zu beachten.

Wandern mit Hund: Mit oder ohne Leine?

Vor allem in Deutschland hört man immer wieder Horrorgeschichten, dass JĂ€ger freilaufende Hunde erschiessen. Die JĂ€ger bekommen dann in den meisten FĂ€llen sogar Recht. Denn Hunde sind in Deutschland an der Leine zu fĂŒhren. Das gilt fĂŒr belebte Strassen genauso wie fĂŒr Hundewanderungen durch den Wald. In meiner Wahlheimat Spanien wird dieses Thema etwas legerer gehandhabt. Viele Hundebesitzer lassen ihre Vierbeiner ohne Leine neben sich herlaufen. Und auch hinsichtlich der Beisskörbe scheinen die Regeln etwas lockerer gesehen zu werden. Trotzdem gilt auch hier:

Wer seinen Hund ohne Leine laufen lassen möchte, der muss ihm vertrauen können!

Hundertprozentiges Vertrauen kann man wohl nur sehr gut trainierten Hunden entgegenbringen. Denn Hunde sind instinktgesteuert. Und wenn ein Instinkt stark genug gereizt wird (z.B. durch ein aufgescheuchtes Reh), dann kann das ein Auslöser fĂŒr eine problematische Situation werden. Als ich noch in Deutschland lebte, war ich einmal mit 2 Hunden eines Freundes ohne Leine im Wald spazieren. Als einer der Hunde ein GerĂ€usch im Wald vernahm, hetzte er wie von Sinnen hinterher. Ich hatte grosse MĂŒhe, den Hund wieder einzufangen. Seitdem ging ich nie wieder mit fremden Hunden ohne Leine spazieren. Denn Hunde haben immer nur 1 Herrchen, auf das sie hören. In Spanien heisst diese Leitperson “amo”. In Deutschland spricht man auch vom Alphatier. Auch in Familien wo sich mehrere Personen mit dem Hund beschĂ€ftigen, wird es immer eine Person geben, auf die der Hund besonders gut hört. In den meisten FĂ€llen ist das wohl die Person, die sich am meisten mit dem Hund abgibt und ihn auch am besten in die Schranken weisen kann.

Fremde Hunde werden niemals ohne Leine gefĂŒhrt. Nur Menschen, die fĂŒr den Hund eine Leitperson darstellen und ihn auch kontrollieren können, sollten ihren Hund ohne Leine spazieren fĂŒhren.

Wenn ich mit meinem eigenen Hund wandern gehe, dann lasse ich ihn oft ohne Leine laufen. Er ist jetzt erst ein Jahr alt und hat noch einiges zu lernen. Trotzdem kann ich ihm schon recht gut vertrauen. Ich lasse ihn nicht zu weit vorneweg laufen. Und wenn er zu ĂŒbermĂŒtig wird, dann nehme ich ihn an die Leine. Auch leine ich ihn an, wenn Reiter vorbeikommen oder falls wir einmal eine befahrene Strasse kreuzen mĂŒssen. Unterwegs bin ich stets wachsam und beobachte den Hund. Auf Wanderungen treffen wir nicht selten auf Rehe, Bergziegen, Kaninchen oder Ă€hnliches. Bereits wenn ich sehe, dass der Hund die Ohren spitzt, gebe ich ihm den Befehl “AquĂ­” – was in etwa “Bleib” bedeutet. Bisher hat er immer gehört und ist noch nie anderen Tieren hinterher gerannt. Einmal auf einem Gipfel war eine Bergziege besonders aufdringlich (siehe Titelbild). Sie nĂ€herte sich sogar bis an den Fressnapf des Hundes. Weil es um den Gipfel steile AbhĂ€nge gab, nahm ihn zur Sicherheit an die Leine.

Ausreichend Wasser und Proviant fĂŒr Mensch und Hund

Beim Wandern mit Hund muss man nicht nur fĂŒr sich selber planen, sondern auch fĂŒr seinen vierbeinigen Begleiter. Je nach LĂ€nge und IntensitĂ€t der Wanderroute muss ausreichend Wasser und Proviant mitgefĂŒhrt werden. Vor allem Wasser ist wichtig. Lieber zu viel als zu wenig. Wer auf seiner Wanderroute an Seen oder BĂ€chen vorbeikommt, fĂŒr den kann ein Outdoor Wasserfilter eine gute Alternative sein. Denn dank des Wasserfilters kann man unterwegs aus Wasserspeichern Trinkwasser gewinnen, ohne dass man kiloschwere Wasserflaschen mitfĂŒhren muss. Ein oder mehrere WasserbehĂ€lter sind trotzdem mitzufĂŒhren. Denn selbst gefiltertes Wasser muss ja irgendwo aufbewahrt werden.

Als WasserbehĂ€lter fĂŒr unterwegs eignen sich am besten Trinkflaschen aus Edelstahl. Es gibt sie in allen Grössen, sie sind sehr robust und im Gegensatz zu den herkömmlichen Aluminium Outdoor Flaschen sind die Edelstahl Flaschen frei von Schadstoffen und somit gesundheitsunbedenklich. FĂŒr Mensch und Hund sollte in etwa die gleiche Wassermenge eingeplant werden. FĂŒr eine 6-stĂŒndige Wanderroute kann man ca. 4 Liter Wasser einplanen. 2 Liter fĂŒr sich selbst und 2 Liter fĂŒr den Hund.

Es gibt Leute, die geben ihrem Hund das Wasser entweder direkt aus der Flasche oder lassen ihn aus der HandflĂ€che trinken. Meines Erachtens geht dabei zu viel wertvolles Trinkwasser verloren. Auch ist mir das persönlich zu unhygienisch, weil ich, wenn es wĂ€hrend der Wanderung keine FlĂŒsse, BĂ€che oder Seen gibt, mir ja danach nicht die HĂ€nde waschen kann. Deshalb habe ich fĂŒr den Hund immer einen kleinen TrinkbehĂ€lter dabei. Er nimmt kaum Platz weg und wiegt auch so gut wie nichts. Falls es Seen, FlĂŒsse oder BĂ€che unterwegs gibt, dann trinkt der Hund direkt hieraus und ich kann Wasser sparen.

Mein Hund hat unterwegs meist nicht viel Appetit. Liegt wahrscheinlich daran, weil er zu aufgeregt ist. Ich nehme ihm trotzdem immer etwas Futter mit und gebe ihm auch hin und wieder einen Zipfel Wurst von meinem eigenen Proviant.

Wandern mit Hund
Hundewanderung, Wandern mit Hund ohne Leine

Verhalten an schwierigen Stellen

Mich wundert es immer wieder, wie geschickt mein Labrador selbst an den schwierigsten Stellen hinaufklettert. Furchtlos wie eine Bergziege steigt er auch an felsigen Abschnitten in den Berg oder ĂŒberwindet hohe Hindernisse durch einen gekonnten Sprung. Es gibt eigentlich kaum Abschnitte, an denen er beim Aufstieg zögert. Wenn doch, dann geschieht das vor allem an sehr schmalen Wegabschnitten. Ins Zögern gerĂ€t er vor allem an steilen Stellen beim Abstieg. Hier geht es den Tieren genauso wie den Menschen. Denn bergab geschehen die meisten UnfĂ€lle. Und Tiere nehmen das instinktiv wahr.

Mein Labrador wiegt momentan knapp 30 kg. FĂŒr mich persönlich ist das immer noch ein Gewicht, das ich stemmen kann. Und so klemme ich meinen Hund an schwierigen Stellen unter den Arm und trage ihn sozusagen ĂŒber das Hindernis. Das Risiko sollte jedoch stets kalkulierbar sein. Falls du dich nicht sicher fĂŒhlst mit dem Hund unterm Arm oder ist dein Hund zu gross, so dass du ihn nicht tragen kannst, dann wĂ€hle lieber eine einfachere Wanderroute.

Langsames Gewöhnen an ausgedehnte Wanderungen

Auch Hunde sind nicht unendlich belastbar. Und oft ist es sogar so, dass gerade ungeĂŒbte oder sehr junge Hunde ĂŒber weniger Energie verfĂŒgen als wir Menschen. Wanderungen mit Hund sollte man erst mit Hunden ab einem Mindestalter von 7 bis 8 Monaten planen. Auch sollte man sich langsam an gemeinsame und ausgedehnte Wanderrouten herantasten. Wenn man merkt, dass der Hund schlapp macht, dann wird die Route entweder abgebrochen oder der Hund getragen.

In keinem Fall wird er ĂŒberstrapaziert. Stubenhunde die ĂŒberhaupt nicht an Wanderungen auf schroffen Felsen gewöhnt sind, laufen sich schnell die Pfoten wund. Auch das ist zu beachten. Ein Stubenhund kann nicht gleich von Null auf Hundert zum Trekking-Hund konvertieren. Also langsam beginnen und den Hund dabei beobachten. Wenn er gut mitmacht, dann können die gemeinsamen Wanderrouten StĂŒck fĂŒr StĂŒck ausgedehnt werden.

Pausen: Gemeinsam essen und trinken

Wenn ich anhalte und einen Schluck Wasser trinke, dann trinkt auch mein Hund. So gehe ich sicher, dass er nicht dehydriert. Auch ist zu beachten, dass Hunde beim Hecheln ĂŒber die Zunge ĂŒberschĂŒssige WĂ€rme abgeben. Dadurch wird allerdings nicht nur Körperhitze abgeleitet sondern auch FlĂŒssigkeit durch Kondensation. Hunde haben somit noch einen grösseren Wasserbedarf als Menschen.

Bei grösseren Pausen, in denen ich etwas esse, gebe ich auch meinem Hund etwas zu essen. Hunde und auch Menschen benötigen fĂŒr das Verdauen des Essens zusĂ€tzliches Wasser. Trockenes Brot, salziges Essen oder Kekse sowie Trockenfutter beim Hund benötigen besonders viel zusĂ€tzliches Wasser. Falls der Wasservorrat im Rucksack nur noch gering ist und man noch einen langen RĂŒckweg vor sich hat, dann sollte man unter UmstĂ€nden auf die Zufuhr von Nahrung verzichten, um nicht unnötig Durst zu bekommen und um lĂ€nger mit den verfĂŒgbaren Trinkwasserreserven hinzukommen.

Begegnung mit anderen Hunden

Hunde sind soziale Wesen. Wenn man beim Wandern mit Hund auf andere Wanderer mit Hunden trifft, dann ist das kein Grund zur Panik, sondern ein freudiges Ereignis. Man sagt sich Hallo und auch die Hunde begrĂŒssen sich auf ihre eigene Art. Hundewanderungen in Gruppen mit mehreren Wanderern und Hunden sind ein besonderes Erlebnis und erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Auf solchen Touren kann man sich sogar noch sicherer sein, dass der eigene Vierbeiner auf keine dummen Gedanken kommt. Denn die Hunde fĂŒhlen sich am wohlsten, wenn sie zusammen sind. Und so besteht auf gemeinsamen Hundewanderungen kaum ein Anlass zur Sorge, dass ein Hund das schĂŒtzende Rudel verlĂ€sst.

Wandern mit Hund
Beim Wandern mit Hund stösst man nicht selten auf andere Hunde.

Fazit

Wandern mit Hund ist eine gute Möglichkeit, Outdoor Sport, Naturerlebnis und eine gute gemeinsame Zeit mit seinem Vierbeiner zu kombinieren. Vor allem junge und ungeĂŒbte Hunde sollten jedoch erst langsam und allmĂ€hlich an ausgedehnte Wandertouren herangefĂŒhrt werden.

Wer seinem Hund bereits vertraut, kann ihn auch ohne Leine neben sich herlaufen lassen. An schwierigen Stellen sollten die Hunde zu nichts gezwungen werden. Und vor allem ist darauf zu achten, ausreichend Wasser fĂŒr Mensch und Hund fĂŒr die Wandertour im Rucksack mitzunehmen.

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