Wandern mit Hund: Tipps und Tricks für Wanderungen und Trekking mit dem Hund

Wandern mit Hund
(Last Updated On: 15. Januar 2018)

Wandern mit Hund ist eine gute Möglichkeit, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden. Denn Wandern ist eine feine Angelegenheit. Und Hunde brauchen Auslauf. Wandern mit Hund und Trekking mit Hund ist also eine optimale Kombination. Damit die gemeinsame Wandertour mit dem Vierbeiner ohne Komplikationen verläuft, gibt es jedoch einiges zu beachten.

Wandern mit Hund: Mit oder ohne Leine?

Vor allem in Deutschland hört man immer wieder Horrorgeschichten, dass Jäger freilaufende Hunde erschiessen. Die Jäger bekommen dann in den meisten Fällen sogar Recht. Denn Hunde sind in Deutschland an der Leine zu führen. Das gilt für belebte Strassen genauso wie für Hundewanderungen durch den Wald.

In meiner Wahlheimat Spanien wird dieses Thema etwas legerer gehandhabt. Viele Hundebesitzer lassen ihre Vierbeiner ohne Leine neben sich herlaufen. Und auch hinsichtlich der Beisskörbe scheinen die Regeln etwas lockerer gesehen zu werden. Trotzdem gilt auch hier:

Wer seinen Hund ohne Leine laufen lassen möchte, der muss ihm vertrauen können!

Hundertprozentiges Vertrauen kann man wohl nur sehr gut trainierten Hunden entgegenbringen. Denn Hunde sind instinktgesteuert. Und wenn ein Instinkt stark genug gereizt wird (z.B. durch ein aufgescheuchtes Reh), dann kann das ein Auslöser für eine problematische Situation werden.

Als ich noch in Deutschland lebte, war ich einmal mit 2 Hunden eines Freundes ohne Leine im Wald spazieren. Als einer der Hunde ein Geräusch im Wald vernahm, hetzte er wie von Sinnen hinterher. Ich hatte grosse Mühe, den Hund wieder einzufangen. Seitdem ging ich nie wieder mit fremden Hunden ohne Leine spazieren. Denn Hunde haben immer nur 1 Herrchen, auf das sie hören.

In Spanien heisst diese Leitperson “amo”. In Deutschland spricht man auch vom Alphatier. Auch in Familien wo sich mehrere Personen mit dem Hund beschäftigen, wird es immer eine Person geben, auf die der Hund besonders gut hört. In den meisten Fällen ist das wohl die Person, die sich am meisten mit dem Hund abgibt und ihn auch am besten in die Schranken weisen kann.

Fremde Hunde werden niemals ohne Leine geführt. Nur Menschen, die für den Hund eine Leitperson darstellen und ihn auch kontrollieren können, sollten ihren Hund ohne Leine spazieren führen.

Wenn ich mit meinem eigenen Hund wandern gehe, dann lasse ich ihn oft ohne Leine laufen. Er ist jetzt erst ein Jahr alt und hat noch einiges zu lernen. Trotzdem kann ich ihm schon recht gut vertrauen. Ich lasse ihn nicht zu weit vorneweg laufen. Und wenn er zu übermütig wird, dann nehme ich ihn an die Leine. Auch leine ich ihn an, wenn Reiter vorbeikommen oder falls wir einmal eine befahrene Strasse kreuzen müssen.

Unterwegs bin ich stets wachsam und beobachte den Hund. Auf Wanderungen treffen wir nicht selten auf Rehe, Bergziegen, Kaninchen oder ähnliches. Bereits wenn ich sehe, dass der Hund die Ohren spitzt, gebe ich ihm den Befehl “Aquí” – was in etwa “Bleib” bedeutet. Bisher hat er immer gehört und ist noch nie anderen Tieren hinterher gerannt. Einmal auf einem Gipfel war eine Bergziege besonders aufdringlich (siehe Titelbild). Sie näherte sich sogar bis an den Fressnapf des Hundes. Weil es um den Gipfel steile Abhänge gab, nahm ihn zur Sicherheit an die Leine.

Ausreichend Wasser und Proviant für Mensch und Hund

Beim Wandern mit Hund muss man nicht nur für sich selber planen, sondern auch für seinen vierbeinigen Begleiter. Je nach Länge und Intensität der Wanderroute muss ausreichend Wasser und Proviant mitgeführt werden. Vor allem Wasser ist wichtig. Lieber zu viel als zu wenig. Wer auf seiner Wanderroute an Seen oder Bächen vorbeikommt, für den kann ein Outdoor Wasserfilter eine gute Alternative sein. Denn dank des Wasserfilters kann man unterwegs aus Wasserspeichern Trinkwasser gewinnen, ohne dass man kiloschwere Wasserflaschen mitführen muss. Ein oder mehrere Wasserbehälter sind trotzdem mitzuführen. Denn selbst gefiltertes Wasser muss ja irgendwo aufbewahrt werden.

Als Wasserbehälter für unterwegs eignen sich am besten Trinkflaschen aus Edelstahl. Es gibt sie in allen Grössen, sie sind sehr robust und im Gegensatz zu den herkömmlichen Aluminium Outdoor Flaschen sind die Edelstahl Flaschen frei von Schadstoffen und somit gesundheitsunbedenklich. Für Mensch und Hund sollte in etwa die gleiche Wassermenge eingeplant werden. Für eine 6-stündige Wanderroute kann man ca. 4 Liter Wasser einplanen. 2 Liter für sich selbst und 2 Liter für den Hund.

Es gibt Leute, die geben ihrem Hund das Wasser entweder direkt aus der Flasche oder lassen ihn aus der Handfläche trinken. Meines Erachtens geht dabei zu viel wertvolles Trinkwasser verloren. Auch ist mir das persönlich zu unhygienisch, weil ich, wenn es während der Wanderung keine Flüsse, Bäche oder Seen gibt, mir ja danach nicht die Hände waschen kann. Deshalb habe ich für den Hund immer einen kleinen Trinkbehälter dabei. Er nimmt kaum Platz weg und wiegt auch so gut wie nichts. Falls es Seen, Flüsse oder Bäche unterwegs gibt, dann trinkt der Hund direkt hieraus und ich kann Wasser sparen.

Mein Hund hat unterwegs meist nicht viel Appetit. Liegt wahrscheinlich daran, weil er zu aufgeregt ist. Ich nehme ihm trotzdem immer etwas Futter mit und gebe ihm auch hin und wieder einen Zipfel Wurst von meinem eigenen Proviant.

Wandern mit Hund
Hundewanderung, Wandern mit Hund ohne Leine

Verhalten an schwierigen Stellen

Mich wundert es immer wieder, wie geschickt mein Labrador selbst an den schwierigsten Stellen hinaufklettert. Furchtlos wie eine Bergziege steigt er auch an felsigen Abschnitten in den Berg oder überwindet hohe Hindernisse durch einen gekonnten Sprung. Es gibt eigentlich kaum Abschnitte, an denen er beim Aufstieg zögert. Wenn doch, dann geschieht das vor allem an sehr schmalen Wegabschnitten. Ins Zögern gerät er vor allem an steilen Stellen beim Abstieg. Hier geht es den Tieren genauso wie den Menschen. Denn bergab geschehen die meisten Unfälle. Und Tiere nehmen das instinktiv wahr.

Mein Labrador wiegt momentan knapp 30 kg. Für mich persönlich ist das immer noch ein Gewicht, das ich stemmen kann. Und so klemme ich meinen Hund an schwierigen Stellen unter den Arm und trage ihn sozusagen über das Hindernis. Das Risiko sollte jedoch stets kalkulierbar sein. Falls du dich nicht sicher fühlst mit dem Hund unterm Arm oder ist dein Hund zu gross, so dass du ihn nicht tragen kannst, dann wähle lieber eine einfachere Wanderroute.

Langsames Gewöhnen an ausgedehnte Wanderungen

Auch Hunde sind nicht unendlich belastbar. Und oft ist es sogar so, dass gerade ungeübte oder sehr junge Hunde über weniger Energie verfügen als wir Menschen. Wanderungen mit Hund sollte man erst mit Hunden ab einem Mindestalter von 7 bis 8 Monaten planen. Auch sollte man sich langsam an gemeinsame und ausgedehnte Wanderrouten herantasten. Wenn man merkt, dass der Hund schlapp macht, dann wird die Route entweder abgebrochen oder der Hund getragen.

In keinem Fall wird er überstrapaziert. Stubenhunde die überhaupt nicht an Wanderungen auf schroffen Felsen gewöhnt sind, laufen sich schnell die Pfoten wund. Auch das ist zu beachten. Ein Stubenhund kann nicht gleich von Null auf Hundert zum Trekking-Hund konvertieren. Also langsam beginnen und den Hund dabei beobachten. Wenn er gut mitmacht, dann können die gemeinsamen Wanderrouten Stück für Stück ausgedehnt werden.

Pausen: Gemeinsam essen und trinken

Wenn ich anhalte und einen Schluck Wasser trinke, dann trinkt auch mein Hund. So gehe ich sicher, dass er nicht dehydriert. Auch ist zu beachten, dass Hunde beim Hecheln über die Zunge überschüssige Wärme abgeben. Dadurch wird allerdings nicht nur Körperhitze abgeleitet sondern auch Flüssigkeit durch Kondensation. Hunde haben somit noch einen grösseren Wasserbedarf als Menschen.

Bei grösseren Pausen, in denen ich etwas esse, gebe ich auch meinem Hund etwas zu essen. Hunde und auch Menschen benötigen für das Verdauen des Essens zusätzliches Wasser. Trockenes Brot, salziges Essen oder Kekse sowie Trockenfutter beim Hund benötigen besonders viel zusätzliches Wasser. Falls der Wasservorrat im Rucksack nur noch gering ist und man noch einen langen Rückweg vor sich hat, dann sollte man unter Umständen auf die Zufuhr von Nahrung verzichten, um nicht unnötig Durst zu bekommen und um länger mit den verfügbaren Trinkwasserreserven hinzukommen.

Begegnung mit anderen Hunden

Hunde sind soziale Wesen. Wenn man beim Wandern mit Hund auf andere Wanderer mit Hunden trifft, dann ist das kein Grund zur Panik, sondern ein freudiges Ereignis. Man sagt sich Hallo und auch die Hunde begrüssen sich auf ihre eigene Art. Hundewanderungen in Gruppen mit mehreren Wanderern und Hunden sind ein besonderes Erlebnis und erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.

Auf solchen Touren kann man sich sogar noch sicherer sein, dass der eigene Vierbeiner auf keine dummen Gedanken kommt. Denn die Hunde fühlen sich am wohlsten, wenn sie zusammen sind. Und so besteht auf gemeinsamen Hundewanderungen kaum ein Anlass zur Sorge, dass ein Hund das schützende Rudel verlässt.

Wandern mit Hund
Beim Wandern mit Hund stösst man nicht selten auf andere Hunde.

Fazit

Wandern mit Hund ist eine gute Möglichkeit, Outdoor Sport, Naturerlebnis und eine gute gemeinsame Zeit mit seinem Vierbeiner zu kombinieren. Vor allem junge und ungeübte Hunde sollten jedoch erst langsam und allmählich an ausgedehnte Wandertouren herangeführt werden.

Wer seinem Hund bereits vertraut, kann ihn auch ohne Leine neben sich herlaufen lassen. An schwierigen Stellen sollten die Hunde zu nichts gezwungen werden. Und vor allem ist darauf zu achten, ausreichend Wasser für Mensch und Hund für die Wandertour im Rucksack mitzunehmen.

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