Wie wird Roter Pfeffer rot? Verwendungen und Besonderheiten!

Roter Pfeffer frisch geerntet

Wie wird der Pfeffer rot oder wird Roter Pfeffer er sogar rot geerntet? Ist das echter oder falscher Pfeffer?

Rosa Pfeffer wird umgangssprachlich auch als Roter Pfeffer bezeichnet. Letzterer trägt jedoch auch den Beinamen Falscher Pfeffer.

Die roten Pfefferkörner haben im Vergleich zu anderen Pfeffersorten ein besonders fruchtiges Aroma. Erfahre mehr zu Verwendungen und Besonderheiten dieser bunten Pfefferart.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Was ist Roter Pfeffer?
  2. Wieso ist Pfeffer schwarz, rot, grün oder weiß
  3. Inhaltsstoffe und Wirkungen
  4. An welcher Pflanze wächst (echter) Roter Pfeffer?
  5. Ist roter Pfeffer giftig (Verwechslung mit Rosa Pfeffer)?
  6. Pfeffer richtig zermahlen
  7. Wie ist der Geschmack von Rotem Pfeffer?
  8. Warum ist echter Roter Pfeffer so selten?
  9. Was muss ich beim Kaufen beachten?
  10. Zusammenfassung

Was ist Roter Pfeffer?

Roter Pfeffer Steckbrief
Echter Roter Pfeffer stammt von der gleichen Pfefferpflanze ab wie Schwarzer Pfeffer (Piper nigrum).

Eine genaue Antwort auf die Frage zu finden, was Roter Pfeffer eigentlich ist, wo er herkommt und wie er hergestellt wird, ist keine einfache Aufgabe.

Überall im Handel und auf Märkten gibt es Pfeffermischungen mit bunten Pfeffersorten. Darunter schwarze, grüne, weiße und rote Sorten. Vor allem bei den käuflichen fertigen Pfeffermischungen ist es kaum möglich, nachvollziehen zu können, welche Pfeffersorten genau enthalten sind.

Es hat seinen Grund, warum unter der Bezeichnung Roter Pfeffer nicht einmal ein Wikipedia-Eintrag zu finden ist. Außer ein Vermerk zu einer satirischen Zeitung der KPD, die sich so nannte. Auch die letzte Ausgabe dieses gedruckten Roten Pfeffers erschien bereits 1934.

Genau genommen gibt es also keine Pfefferart, die (ausschließlich) rote Pfefferkörner produziert. Ausgenommen der Rosa Pfeffer, zu dem wir später noch kommen, der aber wiederum nicht als Echter Pfeffer gilt, sondern sein Dasein als Falscher Pfeffer fristen muss.

Wieso ist Pfeffer schwarz, rot, grün oder weiß?

Echter Pfeffer wächst am Pfefferstrauch (Piper nigrum). Dieser bildet die Pfefferkörner aus. Ob die Pfefferkörner des echten Pfeffers schwarz, grün, weiß oder rot sind, hängt vorm Erntezeitpunkt und von der späteren Behandlung ab.

Weißer Pfeffer:

Beim weißen Pfeffer handelt es sich nicht um Pfeffer von ganzen Pfefferkörnern. Vielmehr wird für die Herstellung nur der weiße Steinkern des vollreifen Pfeffers genutzt. Dieser hat für manche einen etwas seltsamen Geschmack. Kein Wunder, da weißer Pfeffer ein ganz besonderes Aroma besitzt, welches eben nur im Pfefferkern enthalten ist.

Grüner Pfeffer:

Beim Grünen Pfeffer handelt es sich um junge Pfefferkörner, die unreif von der Pfefferpflanze geerntet werden. Durch eine besonders schnelle Trocknung behält er seine typische grüne Farbe. Eine weitere Verarbeitungsform, um den unreif geernteten Pfeffer grün zu belassen besteht darin, ihn zuerst in Salzwasser einzulegen und erst anschließend zu trocknen.

Schwarzer Pfeffer:

Auch Schwarzer Pfeffer wird aus noch nicht ganz reifen Pfefferkörnern hergestellt. Bei der Ernte haben die Früchte noch nicht ihre gelb-orangene Farbe erreicht. Durch Trocknung erhalten die allgemein bekanntesten Pfefferkörner des Schwarzen Pfeffers dann ihre typische runzelige Form und die schwarze Farbe.

Roter Pfeffer:

Im Gegensatz weitläufiger Annahme wird der Rote Pfeffer nicht unreif sondern völlig ausgereift geerntet. Seine rote Farbe erhält der Rote Pfeffer durch den Umstand, dass die rote Umhüllung nicht abgeschält wird.

Die rote Schale des Roten Pfeffers hat eine leicht süßliche Note, weshalb auch der Rote Pfeffer ein süßlicheres Aroma besitzt als z.B. Schwarzer Pfeffer.

Inhaltsstoffe und Wirkungen

Wichtigster Inhaltsstoff im Pfeffer ist Piperin, von dem im Schwarzen Pfeffer mit 5 bis 10 % am meisten enthalten ist (im Vergleich zu anderen Pfeffersorten). Piperin ist ein Alkaloid und überträgt Geschmack und Schärfe. Außerdem werden Piperin eine Reihe an Wirkungen zugeschrieben, weshalb Pfeffer auch heute noch in der fernöstlichen Medizin als heilendes Gewürz gilt.

Einige Inhaltsstoffe von Pfeffer im Überblick:

  • Piperin
  • Piperin Derivate wie Piperettin, Piperylin, Piperanin, Chavicin
  • Säureamide
  • Ätherisches Öl (Pfefferöl mit den Bestandteilen Monoterpene, Pinene, 3-Caren, Terpinene, Terpinolen und Limonen, Sesquiterpene, wie α- und β-Caryophyllen und β-Farnesen)
  • Stärke
  • Fettes Öl
  • Flavonoide
  • Glykoside
  • Kaempferol
  • Rhamnetin
  • Quercetin
  • Harze

Neben den vorhandenen Bestandteilen in den geschälten Pfefferkörnern kommen bei den ungeschälten roten Pfefferkörnern noch die Inhaltsstoffe der roten Fruchthülle hinzu.

Roter Pfeffer ist reich an Vitamin A, Vitamin C und Vitamin B6. Außerdem sind Mineralstoffe wie Eisen, Magnesium und Calcium enthalten.

Einige Wirkungen, die Pfeffer nachgesagt werden

Verbesserung der Verfügbarkeit anderer Nährstoffe:

Als Träger überträgt der Inhaltsstoff Piperin nicht nur Geschmack und Schärfe aus dem Pfefferkorn auf unsere Geschmacksnerven. Pfeffer an sich gilt als Wirkungsbeschleuniger. Deshalb wird Piperin Nahrungsergänzungsmitteln oder anderen Lebensmitteln wie Kurkuma beigegeben, um deren Wirkungen und/oder die Aufnahme in den Blutkreislauf zu beschleunigen.

Entzündungshemend und antioxidative Eigenschaften:

Auch heute noch wird Pfeffer in manchen Familien als Hausmittel gegen Erkältungen verwendet. So soll ein Getränk aus heißem Wasser, Tee oder gekochtem Bier unter Zusatz von Pfeffer das Fieber senken. Inwieweit dieses Hausmittel wirksam ist, muss jeder für sich selbst herausfinden.

Des Weiteren wird Pfeffer in der traditionellen Heilmedizin gegen Grippe, Durchfall, Muskelschmerzen, Gelenkbeschwerden oder Verdauungsprobleme eingesetzt.

An welcher Pflanze wächst (echter) roter Pfeffer?

Beim Pfefferstrauch oder der Pfefferpflanze handelt es sich um eine Pflanzenart aus der Familie der Pfeffergewächse (Piperaceae). Die Pfeffergewächse wiederum gehören zur Familie der Pfefferartigen (Pieperales), die mit 13 Gattungen und um die 3600 Arten vertreten ist.

Die für uns Menschen wichtigste Gattung der Pfefferartigen ist der Pfeffer (Piper). Ursprüngliche Heimat der Pfefferpflanze ist Indien, wobei die Pflanze heute auch in vielen anderen Teilen der Erde verbreitet ist wie China, Vietnam oder sogar Brasilien.

Bei der Pfefferpflanze handelt es sich um eine Kletterpflanze, die verholzt und an anderen Bäumen bis zu zehn Meter in die Höhe klettern kann. Sie bildet hängende Früchte aus, an denen die Pfefferkörner heranwachsen.

Ist roter Pfeffer giftig (Verwechslung mit Rosa Pfeffer)?

Bei echtem Roten Pfeffer handelt es sich um gewöhnlichen Pfeffer von der Pfefferpflanze (Piper nigrum). Dieser ist natürlich nicht giftig und in allen deutschen Haushalten als zweites Standardgewürz gleich nach dem Salz vertreten.

Im Handel ist echter Roter Pfeffer jedoch nur selten erhältlich und nicht immer klar zu unterscheiden vom Rosa Pfeffer.

Rosa Pfeffer wird umgangssprachlich ebenfalls als Roter Pfeffer bezeichnet. Jedoch wächst dieser nicht an einer Pfefferpflanze sondern am Peruanischen Pfefferbaum (Schinus molle), der auch als Falscher Pfefferbaum bekannt ist.

Der Falsche Pfefferbaum, welcher den Rosa Pfeffer ausbildet, gehört nicht zu den Pfefferartigen sondern zur Familie der Sumachgewächse (Anacardiaceae). Diese wiederum bilden eine Pflanzenfamilie in der Ordnung der Seifenbaumartigen (Sapindales).

Ist Rosa Pfeffer giftig

Entgegen mancher Gerüchte besteht kein Nachweis von offizieller Seite über gesundheitsgefährdende Inhaltsstoffe im Rosa Pfeffer. Dieser wird seit jeher von Menschen in südlichen Regionen, wo diese Pfefferbäume wachsen, als günstige Alternative zum Echten Pfeffer verwendet.

Geschmacklich kommt der Rosa Pfeffer echtem Pfeffer sehr nahe. Am Baum sind die Pfefferkörner zur Reifezeit im Herbst von einer roten Fruchthülle umgeben. Die Fruchthülle schmeckt süßlich und darunter befindet sich der Pfefferkern mit leicht scharfer und pfeffriger Note.

Ein weiterer Hinweis darauf, dass Rosa Pfeffer nicht giftig ist, liegt im Umstand, dass er vielen im Handel erhältlichen bunten Pfeffermischungen beigemischt ist.

Wenn du wieder einmal rote Pfefferkörner kaufst oder eine Pfeffermischung mit roten Pfefferkörnern, achte einmal genau auf die Herkunftsangaben der roten Pfefferkörner. Oft sind diese nicht nachweisbar, ganz einfach aus dem Grund, weil der günstigere und falsche Rosa Pfeffer beigemischt wurde.

Pfeffer richtig zermahlen

Unterschiedliche Pfeffersorten unterscheiden sich nicht nur äußerlich sondern auch in Bezug auf ihre Härte. Getrocknete Schwarze Pfefferkörner sind sehr hart und lassen sich in der Pfeffermühle oder im Mörser leicht zerreiben bzw. zerstoßen.

Die rote und weiche Fruchthülle beim Roten Pfeffer kann die Pfeffermühle schnell verstopfen, weshalb diese Pfeffervariante besser im Mörser zerstoßen und zerrieben werden sollte.

Zerriebener oder zerstoßener Pfeffer verliert schneller sein Aroma als ganze Pfefferkerner, wo das Aroma in den Kernern eingeschlossen ist.

Aus oben benanntem Grund nutzen viele Köche Pfeffermühlen, damit das Pfefferaroma solange wie möglich erhalten bleibt.

Als ganze Pfefferkörner aufbewahrt, kann Roter Pfeffer einige Jahre haltbar bleiben. Einmal zermahlen, sollte er zügig aufgebraucht werden. Ist das nicht möglich, dann bewahre ihn luftdicht auf, um zu verhindern, dass die ätherischen Öle und Geschmacksstoffe verfliegen.

Roten Pfeffer richtig mahlen in Mörser
Roter Pfeffer wird am besten in einem Mörser zermahlen.

Wie ist der Geschmack von Rotem Pfeffer?

Handelt es sich um echten Roten Pfeffer, ist der Geschmack ähnlich scharf und pfeffrig wie der Geschmack von Schwarzem Pfeffer.

Wie stark der Pfeffer im Geschmack ist, hängt immer davon ab, wann er zermahlen und wie er aufbewahrt wurde.

Rosa Pfeffer, der oft als Roter Pfeffer verkauft wird, hat einen etwas milderen Geschmack als echter Pfeffer. Beiden Pfeffersorten ist gemein, dass die rote Fruchthülle eine leicht süßliche Geschmacksnote besitzt.

Mit etwas Übung ist es nicht so schwer, echten von falschem Pfeffer zu unterscheiden.

Warum ist echter Roter Pfeffer so selten?

Bis er geerntet werden kann, muss echter Roter Pfeffer länger reifen als normaler Schwarzer Pfeffer, der früher geerntet werden kann. Außerdem müssen die roten Pfefferkörner auch heute noch von Hand geerntet werden. Der Zeitpunkt der Ernte muss genau stimmen und auch dann können oft nur wenige Handvoll rote Pfefferkörner von einer Pflanze abgeerntet werden.

Alle Faktoren zusammengenommen, ist die Ernte von Rotem Pfeffer unattraktiver für die Pfefferbauern.

Der höhere Preis von roten Pfefferkörnern ist oft auch ein Indiz dafür, dass es sich um echten Pfeffer handelt.

Rezepte mit Rotem Pfeffer

Roter Pfeffer kann für alle Rezepte verwendet werden, die auch mit Schwarzem Pfeffer funktionieren. Aufgrund des höheren Kaufpreises kommt er jedoch in vielen Haushalten vor allem bei Gourmetrezepten und an Sonntagen ans Essen.

Aufgrund der roten Farbgebung eignet er sich besonders gut zur Dekoration von Speisen. Fisch oder Fleisch mit roten Pfefferkörnern ist ein Schmaus für Augen und Magen.

Red Pepper Gulaschtopf

Zutaten:

  • 200 g Rindfleisch
  • 3 kleine Kartoffeln
  • 2 Tomaten
  • 1 rote Paprika
  • 2 Zwiebeln
  • 4 Knoblauchzehen
  • Olivenöl
  • Wasser
  • Salz
  • Etwas scharfes Paprikapulver
  • Gemahlener Schwarzer Pfeffer
  • Ganzer Roter Pfeffer

Zubereitung:

Zwiebeln und Knoblauch werden zerkleinert und in einem Topf mit Olivenöl angebraten. Fleisch zerkleinern und mit in den Topf geben. Waschen und Zerkleinern von Paprika und Tomaten. Zugabe von Paprika und Tomaten in den Topf und alle Zutaten schmoren lassen.

Schälen und zerkleinern der Kartoffeln. Die Kartoffeln werden nun ebenfalls mit in den Gulaschtopf gegeben.

Wurden alle Zutaten eine halbe Stunde lang geschmort, kommen Wasser, Salz und Gewürze hinzu. Zum Schluss werden die ganzen roten Pfefferkörner zum Gulasch gegeben.

Je länger das Gulasch auf schwacher Flamme köchelt, desto besser wird es. Zur Verfeinerung kann vor dem Servieren noch etwas saure Sahne hinzugegeben werden.

Was muss ich beim Kaufen beachten?

Echter Roter Pfeffer von der Pfefferpflanze hat nichts mit Rosa Pfeffer vom Peruanischen oder vom Brasilianischen Pfefferbaum zu tun. Ernte und Herstellung von echtem Roten Pfeffer ist aufwändig und somit teuer.

Findest du sehr billige rote Pfefferbeeren auf einem Markt, dann ist es nicht immer leicht, die Echtheit des Pfeffers nachzuweisen. Dass sich echter und falscher Pfeffer äußerlich sehr ähnlich sehen, macht die Auswahl nicht leichter.

Achte beim Kaufen auf folgende Merkmale:

  • Intensiver Geruch nach Pfeffer
  • Scharfer Pfeffergeschmack
  • Nachweis über Ursprungsland und Pflanze
  • Gütesiegel
  • Preis

Echten Roten Pfeffer kaufen: Hennes Kampot Pfeffer rot (AMZ-Link)

Zusammenfassung

Oft wird Roter Pfeffer mit Rosa Pfeffer verwechselt. Der Unterschied wird durch eine einfache Geschmacksprobe erkennbar. Der günstigere und falsche Rosa Pfeffer hat ein geringeres Pfefferaroma als die echten und teureren roten Pfefferkörner.

Beim echten Roten Pfeffer handelt es sich nicht um eine spezifische oder besonders exotische Pfeffersorte. Weißer, Roter, Schwarzer oder Grüner Pfeffer stammen alle von der gleichen Pfefferpflanze (Piper nigrum) ab. Die unterschiedliche Farbgebung entsteht durch verschiedene Erntezeiten und nachträgliche Behandlungen (schnelles Trocknen, Einlegen in Salzlake).

Quellennachweis zu den Inhaltsstoffen des Pfeffers:

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