Richtig interessant werden die Höhlen von Nerja erst, wenn man davon erfährt, wie hier Menschen am Ende der letzten Eiszeit lebten, wie die Höhlen 1959 durch Zufall von fünf Freunden entdeckt wurden und welche Geheimnisse die Höhlengewölbe bergen.

Bist du in Andalusien, dann ist ein Besuch der Cuevas de Nerja absolut empfehlenswert.

Interessante Daten und Details im Schnellüberblick

Standort: Andalusien, Dorf Nerja, nahe Málaga

Höhlenart: Tropfsteinhöhle

Alter: Ca. 5 Millionen Jahre

Gesamtlänge: Fast 5 km

Gesamtgröße und Gesamtfläche:

  • Gesamtfläche: 35.484 m²
  • Gesamtvolumen 264.379 m³

Größe der für Touristen zugänglichen Bereiche:

  • Ausdehnung: 9.371 m²
  • Volumen: 106.286 m³

Jahr der Entdeckung: 1959

Nerja Höhle Tickets

Tickets online kaufen

Reist du während der Hauptsaison zwischen Juni bis September nach Nerja, dann solltest du die Tickets schon einige Wochen vorher online kaufen.

Auch für Besuche neben der Saison wie in den Monaten Oktober, November oder März kann es sinnvoll sein, die Eintrittskarten im Voraus zu besorgen. Vor allem dann, wenn du nicht nur alleine oder zu zweit, sondern mit einer Gruppe anreist.

Bist du nur mit deinem Partner in Nerja, dann könnt ihr auch auf gut Glück vor Ort versuchen Karten zu bekommen.

Tickets online kaufen bei: entradas.cuevadenerja.es

Eintrittspreise

  • Normalpreis Einzelperson: 11 Euro (mit Audioguide)
  • Preis für geführte Touren: 13 Euro (mit Guide und Audioguide)

Verfügbare Sprachen der Audioguides: deutsch, englisch, spanisch, französisch, russisch, italienisch, schwedisch, norwegisch, koreanisch, chinesisch, japanisch

Tickets für Konzerte in den Höhlen von Nerja

Mehrmals im Jahr finden Konzerte in der großen Höhle am Eingangsbereich statt. Hier traten bereits namhafte Künstler wie der weltberühmte spanische Gitarrist Paco de Lucía auf. Karten für Konzerte in den Höhlen sind nach der Freigabe meist im Handumdrehen vergriffen.

Möchtest du einmal einem Konzert in den Höhlen von Nerja beiwohnen, dann reserviere deine Plätze so früh wie möglich.

Höhlen von Nerja, Konzerte
Im Saal des Wasserfalls der Höhlen von Nerja findet jährlich das Internationale Musik-, und Tanzfestival statt.

Besuch, Anreise und Parken

Standort der Höhlen

Obwohl die Höhlen die Bezeichnung Höhlen von Nerja tragen befinden sie sich in Wirklichkeit etwas außerhalb des Küstenortes Nerja in der Nähe des Ortes Maro.

Aus dem Ort Maro stammten auch die fünf Freunde, die die Höhlen von Nerja am 12. Januar 1959 entdeckten.

Standort Adresse:

  • Cueva de Nerja, Carretera de Maro, 29780 Nerja, Provinz Málaga, Andalusien, Spanien

Kontakt:

  • Telefon: 952 529 520

Öffnungszeiten

  • Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag von 09:30 bis 16:30 Uhr
  • Samstag und Sonntag von 09:30 bis 15:30 Uhr

Die Öffnungszeiten können abweichen. Am 1. Januar und am 15. Mai ist die Höhle geschlossen. Um auf Nummer sicher zu gehen, solltest du vor deinem Besuch die genaue Eintrittszeit auf den Tickets überprüfen oder noch einmal anrufen.

Ankunft 30 Minuten vor Einlass:

Bevor du in die Höhlen hinabsteigen darfst, bekommst du eine kurze Unterweisung durch einen Guide. Außerdem musst du deine Audioguides am Schalter abholen. Du solltest also mindestens 30 Minuten vor deinem Besuch an den Höhlen ankommen.

Falls du noch früher vor Ort bist, dann kannst du dir die Zeit bei einem Kaffee im Restaurant gegenüber des Höhleneingang vertreiben.

Tipps für die Anreise

Empfehlenswert ist die Anreise mit einem Mietwagen. Mietwagen in Málaga bekommst du schon ab 10 Euro am Tag.

Planungstools für Andalusien

Mit dem Auto brauchst du für die etwa 55 km ab Málaga bis zu den Höhlen bei Nerja ca. 40 Minuten. Rechne aber besser mit 10 Minuten mehr.

Parkplätze

Vor dem Eingang der Cuevas de Nerja stehen 300 Parkplätze zur Verfügung. Parkplatzmangel sollte es also keinen geben. Wir jedenfalls fanden bisher immer eine Parkmöglichkeit.

Ablauf eines Besuches in den Höhlen

Einweisung

Bevor du in die Höhlen darfst, bekommst du eine kurze Unterweisung durch einen Guide. Hier wird dir erklärt wie die Audioguides funktionieren.

Die Audioguides für die Höhlen von Nerja sind modernerer Bauart. Außer der Lautstärke musst du während dem Rundgang nichts daran justieren.

An einigen Stellen in den Höhlen werden über den Bildschirm auf dem Audioguide Bilder gezeigt wie z.B. Bilder seltener Tierarten, die ausschließlich in den Höhlen vorkommen.

Dauer des Besuches

Ein normaler Besuch dauert ca. 40 Minuten bis maximal eine Stunde. Die Höhlen sind zwar gigantisch, jedoch stehen für touristische Besichtigungen nur ein Drittel der Höhlengalerien zur Verfügung.

Geführte Besuche

Karten für einen geführten Besuch kosten nur 2 Euro mehr als normale Eintrittskarten. Ein geführter Besuch ist absolut zu empfehlen. Zwar läufst du auch bei einem geführten Besuch mit dem Audioguide durch die Gallerien, jedoch hast du hier die Möglichkeit, persönliche Fragen an den begleitenden Guide zu richten.

Die Guides sprechen kein deutsch, jedoch können sie sich soweit auf englisch mit dir verständigen, dass es für den Austausch einiger interessanter Zusatzinformationen ausreicht.

Fotografieren in den Höhlen nur ohne Blitzlicht

Das Fotografieren mit Blitzlicht ist in den Höhlen untersagt und daran solltest du dich halten.

Was starkes Licht (wie das Blitzlicht von Kameras) in der Höhle anrichtet, das kannst du an Stellen sehen, wo die Lichtkegel der wenigen Scheinwerfer auf die Höhlenfelsen treffen.

Auch durch das künstliche Licht der Scheinwerfer entsteht Photosynthese, was zu grünen Bewachsungen an den beleuchteten Felsstellen führt.

Nerja Höhlen, Bild
Fotografieren darfst du in den Höhlen von Nerja nur ohne Blitzlicht.

Temperatur in den Höhlen

Die ganzjährig angenehmen Temperaturen (angenehm im Vergleich zur vorherrschenden Außentemperatur) in den Höhlen ist ein Grund, warum die Höhlen schon vor 20.000 Jahren von Menschen als Wohnhöhlen genutzt wurden.

Da die Höhlen von Nerja nicht zu weit unter der Erdoberfläche liegen, so betragen die Durchschnittstemperaturen um die 16 bis 18 Grad. Im Sommer ist es also angenehm kühl im Höhleninneren und im Winter ist es im Vergleich zur kalten Außentemperatur erträglich warm.

Höhlenrundgang

Folgende touristische Galerien kannst du während deines Rundgangs besichtigen:

  • Saal des Wasserfalls (Sala de la Cascada oder Sala del Ballet): Hier findet jährlich das internationale Musik-, und Tanzfestival von Nerja statt.
  • Saal der Geister (Sala de los Fantasmas): Benannt nach geisterhaften Schatten, die durch die Stalagmiten entstehen, wenn Licht darauf fällt. Hier wurden bei der Entdeckung von den fünf Jugendlichen die ersten Skelette entdeckt, worauf die Jugendlichen beschlossen, erst einmal ihre Entdeckungstour abzubrechen.
  • Krippen-Saal (Sala del Belén): Höhlenformationen, die an eine Weihnachtskrippe erinnern.
  • Saal des Kataklysmus (Sala del Cataclismo): Höhle voller Trümmer die durch herabfallende Stalaktiten während eines starken Erdbebens vor 80.000 Jahren entstanden. In diesem Saal befindet sich der höchste Stalaktit der Welt.
  • Saal der Doline (Sala de la Torca): Hier werden momentan bedeutende archäologische Funde erforscht.

Geschichte und Entdeckung

Einige Daten und Fakten im Überblick:

  • Entstehung: Vor ca. 5 Millionen Jahren
  • Nutzung als Wohnhöhle von Menschen: Seit etwa 30.000 bis 1.800 Jahren
  • Entdeckung: 1959
  • Erschließung und touristische Eröffnung: Seit 1960
  • Geschütztes Kulturgut und Teil des historischen Erbes Spaniens: Seit 2006
  • Entdeckung bedeutender Höhlenmalereien: 2012 (Vermutung auf Zeitalter der Neandertaler)
  • Genaue Datierung der 2012 entdeckten Höhlenmalereien: 2017 (Datierung auf ca. 20.000 bis 18.000 Jahre)

Entstehung

Die Höhlen von Nerja entstanden vor über fünf Millionen Jahren durch seismische Bewegungen in Verbindung mit eintretendem Wasser, das über die folgenden zehntausende und hunderttausende Jahre die heutigen Höhlengalerien frei spülte.

Nutzung von Menschen und Tieren als Wohnhöhle

Laut wissenschaftlichen Schätzungen waren die Cuevas de Nerja im Zeitraum vor zwischen 30.000 bis 1.800 Jahren von Menschen bewohnt. Menschen wohnten jedoch nicht durchgängig hier. Über längere oder auch kürzere Zeitabstände waren die Höhlen menschenverlassen.

Während unserer letzten Führung sagte ein Guide, dass die Menschen wohl vorrangig in der vorderen Höhle lebten und dass sich max. um die 30 bis 50 Bewohner gleichzeitig darin aufhielten.

Die Galerien die sich weiter hinten befanden, wurden vor allem als Lagerstätte oder für die Bestattung von Toten verwendet.

Die oberen Galerien die nur schwer zugänglich und auch heute noch nicht komplett wissenschaftlich erschlossen sind (nicht für Touristen geöffnet) wurden damals bereits von Menschen erkundet. Die Bewohner brachten hier Malereien an den Wänden an und ließen Gegenstände zurück, an denen sich der Zeitpunkt ihres Aufenthaltes ableiten lässt.

Menschen lebten bereits vor 20.000 Jahren in den Höhlen und gingen von hier aus jagen und fischen.

Wenn die Höhlen nicht von Menschen bewohnt waren, dann wurden sie auch von Tieren genutzt wie z.B. von Höhlenhyänen.

Entdeckung und Erschließung 1959 und 1960

Im Januar 1959 beobachteten fünf Freunde Fledermäuse, die aus einer Felsspalte nach draußen flogen. Aufgrund des starken Luftzug der aus der Spalte drang, schlußfolgerten sie, dass sich dahinter ein größerer Freiraum befinden müsse.

Die fünf Freunde versuchten sich Zugang zu verschaffen, wurden jedoch durch Stalaktiten davon abgehalten, die den Eingang versperrten.

Am nächsten Tag kamen die fünf Entdecker mit Werkzeugen wieder, räumten den Eingang frei und verschafften sich so Zugang zur ersten Höhle.

An diesem Tag kamen sie bis zum Gewölbe das heute als „Saal der Geister“ bezeichnet wird. Hier fanden sie ein Skelett und bekamen daraufhin Angst, weil sie dachten, dass dieser Tote einst den Eingang nach draußen nicht wieder gefunden hatte und daraufhin in der Höhle verstarb. Sie gingen wieder zurück zum Ausgang und ins Dorf, wo sie ihre Entdeckung nun kundtaten.

Nach ihrer ersten großen Entdeckung erzählten sie Freunden, Familie und Professoren aus Málaga von ihren Funden. In den nächsten Wochen wurde man sich bewusst, auf welch bedeutsame Höhlen man hier gestoßen war.

Da man über den provisorischen Zugang nur schlecht ins Höhleninnere gelangte, wurde ein künstlicher Zugang angelegt, über den auch heute Touristen in die Höhle gelangen.

Schon ein Jahr nach der Entdeckung, im Jahr 1960, wurden die Höhlen für touristische Besuche freigegeben. Auf den weiteren Erkundungstouren bei der Erschließung der Höhlen von Nerja, in den Folgejahren nach der Entdeckung, waren die Jugendlichen Erstentdecker mit dabei.

Kurioses

Größter Stalaktit / Stalagmit der Welt:

Stalaktiten sind Tropfsteine, die von oben nach unten reichen. Stalagmiten wachsen in umgedrehter Richtung. In der Höhle von Nerja befindet sich der größte Stalaktit der Welt. Der Tropfstein misst um die 35 Meter in der Höhe und hat einen gigantischen Umfang.

Er befindet sich im Saal des Kataklysmus (Sala del Cataclismo).

Höhlenmalereien werden nicht beleuchtet:

An verschiedenen Stellen in den Höhlengalerien wie z.B. im Saal des Kataklysmus (Sala del Cataclismo) befinden sich bedeutsame Höhlenmalereien. Diese können jedoch nicht besichtigt werden, da sie zum Schutz vor Photosynthese und einer daraus resultierenden Zerstörung dieser Malereien nicht beleuchtet werden.

Bezeichnung Kathedralen der Vorzeit:

Aufgrund der jahrtausendealten Siedlungsgeschichte im Inneren der Höhlen werden die Höhlen umgangssprachlich auch als Kathedralen der Vorzeit bezeichnet.

Bekannteste Höhlenmalerei eine Robbe:

Die bekannteste Höhlenmalerei ist eine Robbe und stammt aus der Zeit vor 20.000 bis 18.000 Jahren. Diese archäologische Kulturstufe wird auch als Magdalénien bezeichnet und bezieht sich auf den Abschnitt des Endes der letzten Eiszeit in Mittel- und Westeuropa.

Zu jener Zeit herrschten Durchschnittstemperaturen von 0 bis -3 ºC. In den Höhlen waren die Menschen also gut geschützt gegen diese klimatologischen Bedingungen.

Die Temperaturen erklären auch, warum die Menschen damals im heute sonnigen Andalusien eine Robbe an die Höhlenwand malten. Robben gehörten in dieser geografischen Zone damals zum Jagdziel der Bewohner.

Alternativen

Wandern im Naturpark der Sierras de Tejeda, Almijara y Alhama

Kurz vor der Einfahrt zu den Parkplätzen der Höhlen von Nerja geht es links nach oben in den Naturpark der Sierras de Tejeda, Almijara y Alhama. Hier befindet sich ein Rastplatz, der für ein Picknick genutzt werden kann.

Ab dem Rastplatz beginnen verschiedene Wanderwege wie der Wanderweg auf den Pico el Cielo (1.508 m).

Mehr über Wandertouren in Andalusien erfährst du in unserem Artikel über die schönsten Wandertouren in Andalusien.

Pico el Cielo Wanderung ab Höhlen von Nerja.
Der Wanderweg zum Pico el Cielo (1.508 m) beginnt oberhalb der Höhlen von Nerja.

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